FIX: HEER VERKAUFT 3 PC-7 UND 5 PC-6

30. Mai 2012

BUNDESHEER, NEWS

Pilatus PC-7 bei der Feier zur 50.000sten Flugstunde © BundesheerDrei Pilatus PC-7 Turbo Trainer bei der Feier zur 50.000sten unfallfreien Flugstunde auf diesem Typ © Bundesheer

Schon seit längerem versucht das Bundesheer, die Zahl der Pilatus PC-7 und PC-6 zu reduzieren. Nun wurde man sich mit dem RUAG Konzern einig.

Das Schweizer Technologieunternehmen übernimmt um kolportierte 2,5 Mio. Euro drei PC-7 und fünf PC-6 der österreichischen Luftstreitkräfte. Laut APA wurde der entsprechende Vertrag bereits unterzeichnet. Die acht Maschinen sollen Ende Juni/Anfang Juli überstellt werden.

Pilatus PC-7 Turbo Trainer © BundesheerPilatus PC-7 Turbo Trainer © Bundesheer

Die Pilatus PC-7 Turbo Trainer ist ein einmotoriges, voll kunstflugtaugliches Schulflugzeug und wird für die Grund- und Fortgeschrittenenausbildung verwendet. Der Typ wird auch intensiv in Luftraumsicherungsoperationen eingesetzt, wo er, mit Maschinengewehren bewaffnet, auf langsam fliegende Ziele angesetzt wird. Zuletzt wurde der Turbo Trainer bei der Übung Amadeus 2012 auch für Angriffe auf Bodenziele eingesetzt. Dort stellte er die Fähigkeit unter Beweis, im Rahmen von Übungen den Einsatz von Flugzeugen und Drohnen zur Luft-Nahunterstützung zu simulieren.

Laut unserer Anfrage beim BMLVS haben die verkauften PC-7 die Kennungen 3H-FI, 3H-FN und 3H-FP. Die Gesamtanzahl der Flugstunden aller verkauften PC-7 beträgt etwa 9.000 (3.000 Flusgtunden pro Flugzeug).

Durch den Verkauf von drei Maschinen verbleiben noch 13 PC-7 beim Heer. Da eine Reduktion der Aufgaben – soweit bekannt – nicht vorgesehen ist, wird die Verkleinerung der Flotte nicht nur zu einer geringeren Verfügbarkeit sondern auch zu einer Mehrbelastung und damit schnelleren Abnutzung für die verbliebenen Flugzeuge führen.

Pilatus PC-6 Turbo Porter © BundesheerPilatus PC-6 Turbo Porter © Bundesheer

Die Pilatus PC-6 / B2H2 Turbo Porter ist ein einmotoriger Hochdecker mit extremen Kurzlande- und Kurzstarteigenschaften. Die Porter ist das “Schweizer Taschenmesser der Lüfte” und wird beim Heer in vielen Rollen eingesetzt: Als Transport-/Verbindungsflugzeug, als Absetzmaschine für Fallschirmspringer bzw. für den Lastabwurf, für Luftbild- und Messflüge, als Löschflugzeug, als Schleppflugzeug für Zielsäcke für die Zieldarstellung für Fliegerabwehrwaffen und als Krankentransporter.

Nach dem Verkauf von fünf Maschinen verbleiben noch acht PC-6 beim Heer. Da bereits im Jahr 2008 einige Maschinen stillgelegt wurden wird der Verkauf keine wesentlichen neuen Einschnitte bringen, sondern nur bestehende Mängel einzementieren. Die drei für Wüstenmissionen adaptieren Flugzeuge sowie alle anderen Maschinen mit speziellen Modifikationen bleiben vorerst beim Heer. Verkauft werden scheinbar nicht die ältesten Maschinen, sondern jene, bei denen größere Wartungsereignisse anstehen. Die kurzfristige Einsparung steht für das Ministerium im Vordergrund.

Laut unserer Anfrage beim BMLVS handelt es sich um die Maschinen mit den Kennungen 3G-EA, 3G-EC, 3G-EJ, 3G-EL (Sonderbemalung: Der bunte Fredi) und 3G-EM (die modernste Maschine!). Die Maschinen dienten in Summe etwa 29.000 Flugstunden ab – im Schnitt daher 5.800 Stunden pro Maschine.

Die RUAG Gruppe ist laut Eigendarstellung ein internationaler Technologiekonzern für Aerospace (Luft- und Raumfahrt) und Defence (Sicherheits- und Wehrtechnik) mit Produktionsstandorten in der Schweiz, Deutschland, Schweden, Österreich, Ungarn und den USA.
Die RUAG bestätigte den Deal auf Anfrage von Schweizer Medien: “Prioritär geht es um die Wartung und Weiterverwendung von Ersatzteilen und Komponenten für den Flugzeugunterhalt. Dafür kaufen wir ab und an ältere Flugzeuge”, erklärte ein Sprecher. Solche Gelegenheiten ergäben sich nicht oft. Das Preis-Leistungs-Verhältnis sowie die Rahmenbedingungen müssten stimmen, damit ein solches Geschäft für die Ruag betriebswirtschaftlich profitabel sei.

Dieser Verwendungszweck – eine sog. “Kannibalisierung” – war wohl ein wichtiger Faktor für das BMLVS, dem Deal zuzustimmen. Denn so können die Flugzeuge später bei keiner anderen Armee ihren Dienst verrichten. Aus der Fliegerei-Sicht ist es aber jedes Mal traurig, wenn flugfähige und top-gewartete Maschinen zum Ausschlachten verkauft werden. Ganz besonders, wenn die kleinen aber so wichtigen Luftstreitkräfte Österreichs wieder Fähigkeiten einbüßen.

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