HEER VERLIERT 2/3 SEINER PANZER

23. November 2011

BUNDESHEER, NEWS

Kampfpanzer Leopard 2 A4, Schützenpanzer UlanZwei wichtige Elemente der mechanisierten Truppe des Bundesheeres, der Kampfpanzer Leopard 2 A4 und der Schützenpanzer Ulan © Doppeladler.com

Bereits in unserem Artikel “Unser Heer schrupft” aus dem Jahr 2010 berichteten wir über geplante Reduktionen bei der mechanisierten Truppe des Österreichischen Bundesheeres. Heute, am 23.11.2011 stellten Verteidigungsminister Norbert Darabos und Generalleutnant Freyo Apfalter, Leiter der Sektion III – Bereitstellung, die konkreten Umsetzungsschritte vor. Fazit: Bis Ende 2013 verliert das Heer gut 2/3 seiner Panzerfahrzeuge und verliert dadurch erheblich an Kampfkrampft.

Die geplanten Kürzungen auf Grundlage der Ministerweisung Nr 219/2010

Zur Gänze außer Dienst gestellt werden:

Jagdpanzer Kürassier A2
Jagdpanzer Kürassier – Stand 01.01.2011: 126 Fahrzeuge –
werden verkauft oder verschrottet

Schützenpanzer SPz A1 "Saurer"
Schützenpanzer SPZ A1 “Saurer” (4K4E/F) – Stand 01.01.2011: 432 Fahrzeuge –
werden verschrottet

Bergepanzer M-578
Bergepanzer M578 – Stand 01.01.2011: 32 Fahrzeuge – werden verschrottet

Raketenjagdpanzer Jaguar
Raketenjagdpanzer Jaguar – diese sind bereits vor einiger Zeit außer Dienst gestellt worden und nur als Marketing-Gag nochmals in der Liste enthalten

Stark reduziert werden:

Kampfpanzer Leopard 2 A4
Kampfpanzer Leopard 2A4 – von 114 auf 56 (-51%). 58 Fahrzeuge sollen verkauft werden. Angeblich liegen bereits fünf Anfragen von Regierungen und sechs von Industriebetrieben vor, welche die Panzer aufrüsten und weiterverkaufen könnten. Eine sinnvolle Alternative zum Verkauf wäre es gewesen, die Panzer als Ersatzteillager zu behalten und ev. sie auch teilweise in schwere Pionier- oder Bergepanzer umzubauen, wie das andere Staaten bereits vorexerziert haben

Panzerhaubitze M-109A5Ö
Panzerhaubitze M109A5Ö – von 193 auf 83 (-57%). 110 Fahrzeuge sollen verkauft und/oder verschrottet werden

Von den Kürzungen unberührt bleiben:

  • Schützenpanzer Ulan – 112 Fahrzeuge
  • Radpanzer Pandur 6×6 – 71 Fahrzeuge
  • Bergepanzer M88A1 – 10 Fahrzeuge
  • Bergepanzer Greif – 38 Fahrzeuge
  • Pionierpanzer A1 (4KH 7FA) – 19 Fahrzeuge

Ende 2013 besitzt das Bundesheer laut den vorliegenden Planungen somit nur mehr 389 Panzerfahrzeuge statt derzeit noch 1.147 (Stand: 01.01.2011)


Die Reduktion der Panzertruppe im Überblick © Bundesheer

Begründet wird diese dramatische Reduktion der Verteidigungsfähigkeit des Bundesheeres mit der Anpassung an die aktuelle und zukünftige Bedrohungslage.
Auch das Kostenargument wird angeführt: “Wir trennen uns von kostenintensivem Gerät, das einen teuren Ballast für das Bundesheer darstellt und das wir nicht mehr brauchen”, so Verteidigungsminister Darabos. Durch die Verwertung (Verkauf, Verschrottung) werden seitens des Ministeriums bis 2014 Einnahmen von 15 Millionen Euro erwartet. Bei den Betriebskosten erwartet man sich Einsparungen von mehr als 15 Millionen Euro jährlich. Laut Generalleutnant Apfalter kommen die freiwerdenden Geldmittel anderen Bereichen zugute. Aufgrund der Tatsache, dass am Weltmarkt für gebrauchte Panzerfahrzeuge derzeit ein Überangebot herrscht und viele der nun abgestoßenen Panzerfahrzeuge bereits derzeit aus Geldnot nicht mehr regelmäßig bewegt werden können müssen beide Zahlen angezweifelt werden.

Positiv hervorzuheben ist die Tatsache, dass (vorerst) weder die Panzerwaffe, noch die Artillerie dem Sparstift zur Gänze zum Opfer fallen. Denn dadurch würden dem Bundesheer Fähigkeiten verloren gehen, die auch in gegenwärtigen und künftig zu erwarteten Konfliktszenarien benötigt werden könnten. Einige Staaten, wie z.B. Kanada, die ihre Panzerwaffe zurückgefahren haben, mussten für ihre aktuellen Einsätze bereits wieder Kampfpanzer zukaufen.

Ebenfalls vorgestellt wurde die Dislokation der Panzertruppe laut Zielstruktur 2014 © Bundesheer

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