PROJEKTSTART PANDUR EVO

21. April 2017

BUNDESHEER, NEWS

Am 21. April 2017 wurde anlässlich des Produktionsstarts das Beschaffungsprojekt für den Radpanzer PANDUR EVO am Werksgelände von GDELS Steyr* im Beisein von Verteidigungsminister Dokozil in Wien-Simmering vorgestellt. Wie berichtet beschafft das Österreichische Bundesheer 34 neue Mannschaftstransportpanzer PANDUR EVO 6×6. Diese Fahrzeuge werden die bestehende PANDUR-Flotte verstärken.

Hier die erste Konzeptgrafik des Herstellers zum neuen PANDUR Modell – auffällig ist die im Vergleich zu bestehenden Fahrzeugen größere und längere Wanne mit nahezu senkrechten Seitenwänden.

Konzept PANDUR EVO © GDELS Steyr

Die modernisierte Version des PANDUR wird mit einem heimischen Wertschöpfungsanteil von insgesamt über 70% entwickelt und produziert. Etwa 180 Unternehmen aus allen Bundesländern sind am Projekt beteiligt. Laut GDELS Steyr können durch den Auftrag nicht nur die 147 hochqualifizierten MitarbeiterInnen des Werks ausgelastet werden, die Belegschaft soll um 10% steigen.Am Projekt beteiligte Unternehmen © GDELS Steyr

Der PANDUR EVO basiert auf einer neuen Wanne, denn nur mit einer Neuentwicklung war das erforderliche Schutzniveau (hier hält man sich bedeckt) zu erreichen. Ein größerer Innenraum ergibt sich durch eine höhere Fahrzeuglänge und nahezu senkrechte Seitenwände. Es finden nun inkl. der 3-köpfigen Besatzung 11 Personen anstelle von 9 Personen Platz. Das Wannendesign erleichtert die Anbringung von Minenschutzsitzen. Der Ausstieg erfolgt über eine große Heckklappe und nicht mehr über Doppeltüren. Die Fahrzeuge verfügen auch über eine neue Antriebseinheit (Motor und Getriebe) wodurch es zu einem Leistungsgewicht von bis zu 20 kW/t statt 11,2 kW/t kommen soll. Die Evolution-Modelle erhalten auch ein Anti-Blockier-System (ABS) und eine ABC-Schutzanlage.
Dennoch wird – das ist zumindest das offizielle Wording – auf einen sehr hohen Anteil Gleichteile wertgelegt, damit der EVO in die gleiche Logistikkette eingebunden werden kann wie die bestehende Flotte. Auch die erforderliche Ausbildung soll sich kaum unterscheiden. Elektronische Schutzsysteme wie Radar- oder Laserwarnsysteme, Störsender gegen Sprengfallen sowie Schützen-Detektionssysteme wurden und werden getestet, sind aber nicht bestellt worden.

Der Bau des Prototypen hat nun begonnen. Das Minensprengmodul wird derzeit entwickelt und ab Juni 2017 getestet.  Die Fertigung der Fahrzeuge Nummer 2 und 3 werden ebenfalls rasch beginnen. Ziel ist es, im Juni 2018 einen Prototypen zur Güteprüfung an das Bundesheer zu übergeben. Die Serienfahrzeuge sollen ab Ende 2018 ausgeliefert werden. Bis Mitte 2020 sollen alle 34 Fahrzeuge übergeben worden sein. Zum Einsatz kommen die Evolution-Modelle laut derzeitiger Planung beim Jägerbataillon 17 (Straß) und beim Jägerbataillon 19 (Güssing).

Laut Verteidigungsminister Doskozil investiert das Bundesherr bis 2020 rund 500 Millionen Euro in die Mobilität, davon 300 Millionen Euro in Panzerfahrzeuge. Mit einem Auftragsvolumen von 105 Mio. EUR macht die PANDUR EVO Beschaffung einen großen Teil von dieser Budgetposition aus. Laut Doskozil kann sich GDELS Steyr über den größten Rüstungsauftrag der letzten 10 Jahre freuen.

In Wien-Simmering arbeitet man derzeit natürlich auch an anderen Projekten. Für die bestehende PANDUR Flotte wird derzeit bei der RUAG ein neues Schutzkonzept entwickelt (wir berichteten). Im Stammwerk kümmert man sich in Kooperation mit dem Amt für Rüstung und Wehrtechnik (ARWT) um die Anpassung von Fahrwerk und Bremsanlage an das dadurch erforderliche neue höchstzulässige Gesamtgewicht des Mannschaftstransportpanzers auf 16,8 t (anstelle von 13,5 t).
Für den Schützenpanzer ULAN erfolgt derzeit die Integration einer Klimaanlage (Kampfraumkühlanlage) – in Simmering entsteht gerade der Prototyp. Zu erkennen ist das Fahrzeug am fehlenden Heckstauraum auf der rechten Seite der Heckklappe.
International wird der ULAN als ASCOD vermarktet. Die Panzerfahrzeugfamilie wird ständig weiterentwickelt, um für künftige Exporterfolge fit zu sein. Zu sehen war ein Prototyp mit Gummiketten, wie er z.B. für Tschechien im Gespräch ist (Großbritannien hat sich bereits für ein Fahrzeug auf ASCOD Basis entschieden).
Mit der Vorstellung des DURO 4×4 wollte man dem Minister ein Fahrzeug aus dem GDELS Konzern (MOWAG) nahelegen, der den nach wie vor erheblichen Bedarf an geländegängigen Kraftfahrzeugen decken kann. Es gäbe die Möglichkeit einer Austro-Version mit über 70% Wertschöpfung im Inland, 4×4 und 6×6 Varianten und es sind auch unterschiedlich stark gehärtete Fahrzeuge lieferbar.

*) GDELS Steyr steht führ General Dynamics European Land Systems – Steyr (früher: Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeug AG)

Änderungen: 24.04.2017 Ergänzung von Detailinformationen zum PANDUR EVO sowie weiteren Projekten im GDELS Werk Simmering.

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