Wie am 29. November 2025 bestätigt wurde, wurde der Ankauf von 12 Leonardo M-346FA um 1,5 Mrd. EUR abgeschlossen. Die Unterschall-Jets sollen sowohl als „Advanced Jet Trainer“ zur Pilotenausbildung, als auch als Kampfflugzeug für Einsätze mit geringerer Intensität und zur Entlastung der Hochwertflotte eingesetzt werden. Beschafft wird die erst kürzlich vorgestellte Version FA (Fighter Attack) Block 20 (auch als M-346 F Block 20 bezeichnet).

Die M-346FA wird der bereits 2020 ausgeschiedenen Saab 105 Oe nachfolgen. Damit kehrt die zwischenzeitlich teilweise ausgegliederte Pilotenausbildung wieder zu 100% nach Österreich zurück. Für die Ausbildungszwecke sind die Jettrainer in ein umfassendes integriertes Trainingssystem, das Embedded Tactical Training System (ETTS), eingebettet – ergänzt um ein Ground Based Training System (GBTS) am Boden. Mit dem System verschwinden die Grenzen zwischen realen und virtuellen Trainingsinhalten.
Mit ihrem AESA-Bordradar; Link-16-Datenlink und stetig wachsenden Bewaffnungsoptionen kann die M-346FA wirkungsvoll gegen Luft- und Bodenziele eingesetzt werden. Sie kann auch gegen Drohnen wirken und für schnelle Aufklärungseinsätze herangezogen werden. Mit dem Eurofighter Typhoon und der M-346FA kann die angestrebte Zwei-Flotten-Strategie im Jet-Bereich umgesetzt werden.
Die für die heimischen Anforderungen geradezu maßgeschneiderte Kombination aus modernem Trainingssystem und leistungsfähigen Unterschall-Kampfflugzeug führte bereits im Dezember 2024 zu einer Typenentscheidung zugunsten der M-346. Es dauerte fast ein Jahr, um die Verträge auszuverhandeln und das Budget zu sichern.

Beim Ankauf handelt es sich wie schon beim Leonardo AW-169 Hubschrauber um ein Regierungsgeschäft mit Italien (Government-2-Government). Die italienische Regierung erhöht eine bei Leonardo geplante Bestellung (u.a. M-346 für die Frecce Tricolori) um die Anzahl der österreichischen Flugzeuge. Das Kooperationsangebot war nur mehr bis Jahresende gültig. Der Kaufpreis von 1,5 Mrd. EUR inkludiert zwölf Jets zu je rund 80. Mio. EUR sowie ein umfangreiches Paket mit Bewaffnung, Simulationssysteme für Piloten und Techniker, Ersatzteile, Bodenausrüstung, Ausbildungsleistungen sowie logistische und Wartungsunterstützung für die ersten sechs Jahre nach Auslieferung.
Zusätzlich wurde auch ein Industrieabkommen mit Italien abgeschlossen, wonach Aufträge in der Höhe von rund 400 Mio. EUR an Österreichs Wirtschaft fließen sollen. Vorgesehen sind Gegengeschäfte in der Luftfahrttechnik, der Zulieferindustrie, der Digitalisierung und in Forschungsfeldern wie Materialtechnologie, Simulation oder Sensorik. Beim Industrieabkommen orientierte man sich an erfolgreichen Beispielen anderer Staaten und definierte einen klaren rechtlichen Rahmen – aus der umstrittenen Abwicklung der Gegengeschäfte beim Eurofighter-Kauf will man gelernt haben.
Die Auslieferung der Leonardo M-346FA soll 2028 starten. Stationiert wird die Flotte letztendlich am Fliegerhorst Vogler in Linz-Hörsching. Jedoch wird die Systemeinführung zunächst in Zeltweg stattfinden, weil sich dort auch die Typenwerft befindet. Erst wenn die Infrastruktur in Linz-Hörsching bereit steht und der reguläre Flugbetrieb startet, soll die Verlegung erfolgen.
Weiterführende Links:
- Österreich finalisiert Ankauf der M-346-FA; bundesheer.at; 29.11.2025
- Leonardo-Jets fürs Bundesheer: Ankauf fixiert; krone.at; 29.11.2025
Titelbild: Leonardo M-346FA © Leonardo

