RUAG PANZERT PANDUR

25. Februar 2015

BUNDESHEER, NEWS

+++ Aus dem Telegraphen +++

Der Schweizer Rüstungskonzern RUAG Defence gewann die Ausschreibung zur Entwicklung einer Zusatzpanzerung für den Radpanzer Pandur A1 6×6. Es handelt sich um ein gemeinsames Projekt der Betreiberstaaten Österreich und Belgien, in dem Österreich die Führungsrolle übernommen hat.

Für insgesamt fünf Varianten des Pandur 6×6 wird eine maßgeschneiderte Zusatzpanzerung entworfen. Dabei durfte laut Ausschreibung die Integration des Schutzes weder eine wesentliche Demontage noch eine größere Änderungen an der Fahrzeugstruktur erfordern.

SidePRO-KE/IED © RUAG DefenceSidePRO-KE/IED © RUAG Defence

SidePRO-KE/IED ist eine modulare Verbundpanzerung, die den Pandur besser gegen Beschuss (Kinetic Energy) und improvisierte Sprengfallen (IED – Improvised Explosive Device) schützen soll. Die aus unterschiedlichen Materialien bestehenden Panzerplatten werden direkt auf die bestehende Panzerung montiert. Schutz ist bis zum Kaliber 14,5×114 API B32 möglich. Auch eine hohe Schutzwirkung gegenüber Splittern von IED und Artilleriegranaten wurde nachgewiesen. Auf Keramikmaterialien wird bewusst verzichtet, um besser vor Mehrfachtreffern zu schützen. SidePRO-KE/IED benötigt nur geringe Plattenstärken. Dadurch sinkt das Gewicht und es eignet sich besonders zur nachträglichen Verbesserung des Schutzesniveaus – auch in Radkästen etc.

Für einen verbesserten Minenschutz soll die Zusatzpanzerung MinePRO an der Fahrzeugwanne sorgen. Darüber hinaus soll RUAG die Innenräume der Radpanzer evaluieren und bei Bedarf Staueinrichtungen sowie die Sitzplätze für Crew und Passagiere hinsichtlich des Minenschutzes optimieren.

Laut Bekanntgabe der Zuschlagentscheidung beträgt das Vertragsvolumen etwa 13,57 Mio. EUR. Bereits im Frühling 2015 soll die RUAG die Arbeit aufnehmen. Als Fertigstellungsdatum gibt die Firma 2020 an. Unklar ist, in wie weit RUAG hier bereits Leistungen der dem Vernehmen nach noch nicht beauftragten Serienfertigung bzw. Modifikation der Pandur-Flotte hineinrechnet. Die Anpassung bereits eingeführter Schutzsysteme rechtfertigt keine 5 jährige Laufzeit.

Mit der Verbesserung des Schutzkonzepts sowie der Einführung der elektronisch fernbedienbare Waffenstationen (Pandur EFWS) würde sich der Einsatzwert der bald 20 Jahre alten Pandur-Flotte deutlich erhöhen. Allerdings wird auch das Fahrzeuggewicht steigen und dadurch – ohne Gegenmaßnahmen – die Mobilität sinken. Parallel sollte daher die Optimierung der automotiven Fahrzeugkomponenten erfolgen.

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