DÄDALUS 2016 – LUFTSCHIRM FÜR DAVOS

1. Februar 2016

BUNDESHEER, REPORTAGEN

DÄDALUS 2016 - Luftschirm für Davos © Werner PDÄDALUS 2016 – Eurofighter Typhoon sichern den Vorarlberger Luftraum © Werner P

Das Kalenderjahr beginnt für die heimischen Luftstreitkräfte traditionell mit einem Großeinsatz – der Luftraumsicherungsoperation für das Weltwirtschaftsforum (WEF – World Economic Forum) in Davos. Zur 46. Auflage des Treffens wurden neben zahlreichen Staats- und Regierungschefs mehr als 2.500 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erwartet.

Die Operation DÄDALUS 2016 wurde vom 18. bis 23. Jänner 2016 durchgeführt. Aufgrund der grenznahen Lage des Schweizer Schiortes reicht die zum Schutz der hochrangingen Gäste erforderliche Flugeinschränkungszone bis über die Landesgrenze, weshalb das Bundesheer die Schweizer Luftwaffe bei der Sicherung unterstützt. Wie bisher diente auch die heurige Auflage der DÄDALUS gleichzeitig als Übung der Luftstreitkräfte.

Der österreichische Teil des Flugbeschränkungsgebiets wurde dieses Jahr vier Mal verletzt. Drei kleine Passagierflugzeuge mussten gleich am ersten Tag der Operation im Raum Bregenzer Wald und Ischgl abgefangen werden. Beim vierten Fall handelte es sich um einen Heißluftballon, der im Raum Feldkirchen kurzzeitig in den verbotenen Luftraum einfuhr. Grund der Luftraumverletzungen war in allen Fällen Unachtsamkeit der Piloten. Sie wurden nach der Identifikation durch das Bundesheer angezeigt. Ihnen droht nun eine hohe Verwaltungsstrafe durch die jeweils zuständige Bezirkshauptmannschaft.

Vom Vorarlberger Boden aus überwachte das Bundesheer mit mobilen Radarstationen, Feuerleitgeräten und Flugmeldetrupps der Fliegerabwehr alle Vorgänge in der Luft. Die Daten liefen über mobile Funkanlagen im “Air Operation Center” (AOC) in der Einsatzzentrale Basisraum in St. Johann im Pongau zusammen.

Die Abfangjäger vom Typ Eurofighter Typhoon operierten von ihrer Heimatbasis Zeltweg aus. Zumindest acht Flugzeuge nahmen an den Combat Air Patrols (CAP) teil. Fotos existieren von 7L-WA, 7L-WC, 7L-WD, 7L-WE, 7L-WH, 7L-WI, 7L-WK und 7L-WL. Da zusätzlich 7L-WG (gemeinsam mit 7L-WE) beim Schirennen in Kitzbühel vorbeischaute waren in diesen Tagen mindestens 9 der 15 vorhandenen Typhoons in der Luft – eine hervorragende Leistung, die allerdings nur über einen äußerst kurzen Zeitraum möglich ist.

Vom zivilen Flughafen Innsbruck aus wurden fünf bewaffnete Pilatus PC-7 Turbo Trainer eingesetzt. Zusätzlich ermöglichten zwei Pilatus PC-6 Turbo Porter als fliegende Relaisstationen auch Funkverbindungen in die tiefsten Alpentäler. Im vorgeschobenen Gefechtsstand Innsbruck versahen 16 Piloten ihren Dienst um die Durchhaltefähigkeit sowie einen Schichtbetrieb aufrechterhalten zu können. Je zwei PC-7 kreisten über Vorarlberg und wurden bei Bedarf auf mögliche Ziele angesetzt.

Von der Walgau-Kaserne in Bludesch aus operierten die Hubschrauber: Vier bewaffnete Bell OH-58B Kiowa konnten bei Bedarf gegen sehr langsame Eindringlinge (Ballone, Paragleiter, Hubschrauber, Kleinflugzeuge) eingesetzt werden. Das für Flugunfälle in Hohenems vorgehaltene ERTA-Notfallteam (Emergency Response Team Air) setzte einen Sikorsky S-70A-42 Black Hawk und einen Agusta Bell AB-212 zum Transport des Teams sowie Sud-Aviation SA 316B Alouette III zum Abtransport verletzter Besatzungen ein. Da DÄDALUS 2016 glücklicherweise unfallfrei verlief wurde für Übungszwecke ein Hubschrauberabsturz simuliert.

In Summe kamen über 20 Flächenflugzeuge und Hubschrauber des Bundesheeres zum Einsatz, die etwa 320 Stunden in der Luft waren. Damit war sichergestellt, dass in allen Höhenlagen sowohl auf langsam, als auch schnell fliegende Ziele reagiert werden konnte. 1.050 österreichische Soldatinnen und Soldaten standen während der Luftraumsicherungsoperation im Einsatz.

Die Schweizer Luftwaffe führte neben dem Luftpolizeidienst auch Überwachungsflüge und Lufttransporte durch. Die Schweizer Armee erbrachte insbesondere Leistungen im Aufbau und Betrieb der Sicherheitsinfrastruktur, im Personenschutz, für die Zutrittskontrollen, in der Logistik und in der Führungsunterstützung. Durchschnittlich standen 4.124 (!) Milizangehörige mit 1.180 Fahrzeugen im Assistenzdienst. Über der Schweiz kam es zu zwei „Regelwidrigkeiten“ im Luftraum.

IMPRESSIONEN

VIDEOS


Eine Typhoon-Rotte des Bundesheeres bei der Landung nach einer Combat Air Patrol anlässlich des WEF 2016. Das Video ist im Youtube-Kanal von Flight Video & Photo erschienen.

Weiterführende Links:

Danksagung / Ergänzende Copyright-Info: Vielen Dank an die Spotter aus Österreich und der Schweiz! Bitte beachten Sie das Copyright der angegebenen Fotografen! Link zur Homepage von Marcel Bartwicki: tigerspoons-photography.jimdo.com

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