DÄDALUS 2015 – LUFTSCHIRM FÜR DAVOS

3. Februar 2015

BUNDESHEER, REPORTAGEN

DÄDALUS 2015 - Eurofighter Typhoon schützen den Luftraum über Davos © StratosDÄDALUS 2015 – Eurofighter Typhoon schützen den Luftraum über Davos © Stratos

Alle Jahre wieder kommt nach dem Christkind verlässlich die Luftraumsicherungsoperation DÄDALUS der österreichischen Luftstreitkräfte. Auslöser ist das alljährlich im Jänner stattfindende Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum – WEF) im Schweizer Wintersportort Davos, unweit der österreichischen Grenze. Das WEF 2015 fand vom 21. bis 24. Jänner 2015 statt. Mehr als 2.500 TeilnehmerInnen aus 140 Ländern wurden erwartet – darunter 90 Personen die im “besonderem Umfang” geschützt werden mussten.

Kommen so viele Staats- und Regierungsspitzen zusammen, gelten höchste Sicherheitsstandards am Boden und in der Luft – erst recht nach den Anschlägen in Paris zu Jahresbeginn. Hauptverantwortlich für den Schutz der Veranstaltung waren die Schweizer Sicherheitsbehörden, die von durchschnittlich 4.488 Angehörigen der Schweizer Armee einen “subsidiären Sicherungseinsatz im Assistenzdienst” leisteten. Der obligatorische Luftschirm wird vom Militärflugplatz Meiringen aus aufgespannt. Von hier aus überwachen die Schweizer F-18 und F-5 Jets die temporäre Flugbeschränkungszone mit einem Radius von ca. 45 Kilometern (Temporary Restricted Area).

Aufgrund der Nähe zur österreichischen Grenze ist das Bundesheer für einen Teil des Schutzschirms über Davos verantwortlich. Wie in den Vorjahren nutzten die Luftstreitkräfte die Luftraumsicherungsoperation auch als Übung. Dadurch können Synergieeffekte genutzt und Zusatzkosten für eine eigene Übung eingespart werden.

Die Operation DÄDALUS 2015 fand von 19. bis 25. Jänner 2015 statt. Rund 20 Flugzeuge und Hubschrauber und an die 1.000 Soldaten des Bundesheeres standen im Einsatz. Geführt wurde die Luftraumsicherungsoperation aus der “Einsatzzentrale Basisraum” in St. Johann im Pongau. Hier liefen die Daten der ortsfesten Großraumradarstationen der Goldhaube und der mobilen Radargeräte zusammen. Die aktive Komponente der Operation bildeten die Eurofighter Typhoon aus Zeltweg und die extra nach Innsbruck vorverlegten Pilatus PC-7 Turbo Trainer. Mit ihrem leistungsfähigen CAPTOR Bordradar tragen die Typhoons auch zur Verdichtung der Radarabdeckung bei. Die mit MG-Pods bewaffneten PC-7 werden an Ziele angesetzt, die sich im Geschwindigkeitsbereich von 90 bis 200 Knoten (ca. 160 bis 370 km/h) bewegen. Für Flugunfälle stand ein luftbewegliches “Emergency Response Team Air” (ERTA) bereit.

Dringt ein Luftfahrzeug unerlaubt in die Flugverbotszone ein, wird es abgefangen und identifiziert. Das geringste Mittel ist die Eskorte aus der Sperrzone und die Einleitung eines Verwaltungsstrafverfahrens. Im Jahr 2015 wurde die temporäre Flugbeschränkungszone über Davos nicht verletzt. Allerdings wurde die Luftraumsperre in der Schweiz zweimal von Kleinstdrohnen verletzt (seit 2014 werden neben Gleitschirmfliegern explizit auch Modell-Helikopter und Drohnen in die Luftraumsperre einbezogen). Am Boden gab es heuer keine einzige Verhaftung.

Das Verteidigungsministerium beziffert die Zusatzkosten von DÄDALUS 2015 mit etwa 350.000 Euro (Anmietungen und Überstunden). Die Kosten für den Flugbetrieb werden aus den jährlich für alle Flugzeugtypen zugewiesenen Flugstunden abgedeckt.

IMPRESSIONEN

Weiterführende Links:

Wir bedanken uns bei den fleißigen Spottern aus Österreich und der Schweiz,  die uns auch heuer wieder großartige Bilder von der Luftraumsicherungsoperation liefern, wie sie von offizieller Seite nicht präsentiert werden. Bitte daher unbedingt die Copyrighthinweise beachten!

Ergänzende Copyrightinformationen: © foto-metkemeier.net – Fotostream auf Flickr. © Kecko – Fotostream auf Flickr. © Ralf Maurer – Fotostream auf Flickr.

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