Night Stalkers don't quit

Das weltweit einzigartige 160th Special Operations Aviation Regiment (Airborne)* ist das fliegende Element der US Army Spezialeinheiten.
Als solches ist es für die Infiltration und Exfiltration von Spezialeinheiten, für die Feuerunterstützung, Versorgung und für Kommandoaufgaben zuständig.
Für seine anspruchsvollen Missionen steht dem 160th SOAR (A) eine erstaunliche Hubschrauberflotte zur Verfügung, die es zu einem der weltweit interessantesten Kampfverbänden macht.
Das Regiment betreibt erheblich kampfwertgesteigerte Varianten der Typen MH-6 / AH-6 Little Bird, MH-60 Black Hawk und MH-47 Chinook.

die Night Stalkers im Einsatz. © US Army
v.l.n.r.: MH-60L DAP Black Hawk; AH-6J Little Bird;
MH-47E Chinook © Janes
  Den Beinamen "Night Stalkers" verdankt das Regiment dem Umstand, dass es sich auf Tiefflüge in der Dunkelheit spezialisiert hat (to stalk - stolzieren), denn das ist die einzige Möglichkeit weit hinter den feindlichen Linien erfolgreich operieren zu können.
Da sie oft auch unter schwersten Bedingungen und nach einigen Verlusten ihre Missionsziele erfüllen, bekamen sie einen Ruf, der später auch zu ihrem Motto wurde:
Night Stalkers don't quit!
 
  Die Night Stalkers wurden von der US Army 1980 als Reaktion auf die misslungene Geiselbefreiung Desert One im Iran aufgestellt und waren seither bei fast jeder Militär- oder Kommandoaktion der US Army beteiligt.
Das 160th Special Operations Aviation Regiment (Airborne) wurde in seiner heutigen Form am 16. Mai 1990 formiert und dem US Army Special Operations Command (USASOC) unterstellt. In naher Zukunft wird das Regiment stark ausgebaut werden. (siehe Geschichtsseite)

Teile des 160th SOAR (A) können heute nach nur 6 Stunden mit Transportmaschinen der Air Force an jeden beliebigen Ort geflogen werden. Größere Kontingente benötigen maximal 18 Stunden.
   
  das fliegende Gerät
  Die Hubschrauber des 160th SOAR (A) sind voll nachtkampftauglich und verfügen über hochentwickelte Kommunikations-, Navigations- und Defensivsysteme, die fast ununterbrochen auf den neuersten Stand der Technik gebracht werden. Sie sind dafür ausgerüstet von vorgeschobenen Basen oder von Schiffen aus zu operieren.
 
MH-6J Little Bird
leichter Transporthubschrauber und Aufklärer.
AH-6J Little Bird
leichter Kampfhubschrauber,
CAS (Close Air Support).
MH-60K Black Hawk
Infiltration und Exfiltration von Spezialeinheiten.
MH-60L Black Hawk
mittlerer Mehrzweckhubschrauber;
DAP-Version für Feuerunterstützung und Begleitschutz.
MH-47D/E Chinook
schwerer Mehrzweckhubschrauber, Langstrecken-Missionen, Operationen in Höhenlagen, Kampfgruppenversorger.
 
  die Organisation
  Das 160th Special Operations Aviation Regiment (Airborne) ist in Fort Campbell, Kentucky, stationiert.
Mitte 2002 verfügte das Regiment über 1.400 Mann.

Organisation
HHC - Headquaters/Headquaters Company
MAINT - Maintenance (-Wartung)
SOATC - Special Operations Aviation Training Company
SIMO - Systems Integration Maintenance Office
D-160 und E-160 (oben unterlegt): vorverlegte Einheiten.
 
1st Battalion
, 160th SOAR (A); Fort Campbell, Kentucky
18 AH-6H/J, 18 MH-6H/J, 20 MH-60K, 10 MH-60L, ca. 5 AH-60L
2nd Battalion, 160th SOAR (A); Fort Campbell, Kentucky.
24 MH-47E
3rd Battalion, 160th SOAR (A); Hunter Army Airfield, Georgia.
8 MH-47D, 15 MH-60L, ca. 5 AH-60L
ein viertes Battailon wird derzeit von einer Logistik und Versorgungseinheit auf einen Einsatzverband umgebaut und mit fabriksneuen MH-47E ausgerüstet.

Special Operations Aviation Training Company (SOATC); Fort Campbell.
Das SOATC ist für die Aus- und Weiterbildung der Besatzungen verantwortlich. Dafür hat die Kompanie Hubschrauber jedes Typs zur Verfügung. 8 MH-6C, 3 MH-47D, 2 MH-47E, 3 MH-60L, 2 MH-60K.

Systems Integration Maintenance Office (SIMO); Fort Campbell. Die Hubschrauber des 160th SOAR (A) sind einzigartig. Daher hat das Regiment eine eigene Stabstelle, die für die Beschaffung und Wartung von Hubschraubern, Bordsystemen und Ausrüstungsgegenständen verantwortlich ist. Von hier gehen auch zahlreiche Innovationen und Verbesserungsvorschläge aus. So sind durch die jahrelange Erfahrung der Night Stalkers Nachteinsätze im extremen Tiefflug heute nichts mehr ungewöhnliches. Sie waren es auch, die 1985 die erste Luftbetankung eines Hubschraubers durchführten und das System 1989 einsatztauglich machten. Als Tankflugzeuge dienen MC/KC-130 Hercules.

1985 entwickelte das 160ste die Betankung von Hubschraubern in der Luft. Hier betankt eine MC-130P zwei MH-60 Black Hawks.
  
die Laufbahn eines Night Stalkers.  
Vorraussetzungen für freiwillige Bewerber: Verpflichtung für 3 Dienstzeiten; bereits 1.000 Flugstunden auf vergleichbaren Typen,
100 Stunden davon mit Nachstichtbrillen.
Psychologischer und physischer Eignungstest mit 50-60% Durchfallsrate.
3 Wochen Überlebenstraining , 3 Wochen Lehrgang, 2 Wochen Navigationstraining auf einem MH-6C, 6 Wochen Typenschulung (Bird, Hawk, Chinook) - dann ist ein Night Stalker "basic mission qualified", d.h. er darf als Co-Pilot bei Einsätzen mitfliegen.
Nach weiteren 12-18 Monaten wird man "fully mission qualified". Ab nun darf man als Pilot Einsätze fliegen.
Mission Commander können im Anschluß nur die besten werden.
ein Night Stalker sichert seine MH-47E Chinook
© 160.SOAR(A)
  
  Eingliederung

das USASOC Abzeichen tragen auch die Night Stalkers auf der Schulter.

USASOC - United States Army Special Operations Command.
Das 1989 gegründete USASOC ist die Dachorganisation der Night Stalkers. Dem Kommando der US Army Spezialeinheiten unterstehen etwa 25.600 Mann - 13.500 aktive Soldaten, 3.400 Mann der Nationalgarde, 7.700 Reservisten und 1.000 Zivilisten.

Das USASOC vereint:
Special Forces: für die Planung, Vorbereitung und Ausführung von Missionen unkonventioneller Kriegsführung. Sie sind zuständig für Aufklärung, Guerilla Kriegsführung, Befreiungsaktionen, Sabotage usw. Die Special Forces bestehen aus 7 Special Forces Groups (Airborne) zu je 1.400 Mann. Einsätze werden aber regelmäßig von 12 Mann "A-Teams" durchgeführt. Die Einheiten sind auch als "Green Berets" bekannt.
Rangers sind leichte Infanteristen mit Spezialausbildung. Zu ihren Aufgaben zählen vor allem Angriffe auf Schlüsseleinrichtungen - von Land, Wasser oder aus der Luft.
das 160th Special Operations Aviation Regiment (Airborne) - Psychological Operations Group: zuständig für Einsätze der psychologischen Kriegsführung. Sie bedienen sich Medien wie Flugblätter, Plakate, Radio, Fernsehen und Internet.
Civil Affairs Einheiten sollen Einflüsse von Zivilisten auf Operationen analysieren und reduzieren. Sie sind auch für die Kommunikation mit örtlichen Behörden zuständig.
das U.S. Army Special Operations Support Command (Airborne) zentralisiert Einheiten zur direkten Unterstützung von Kampfeinsätzen.
das 112th Special Operations Signal Battalion (Airborne) ist für die Kommunikationsverbindungen zwischen Kommandoeinrichtungen in den USA und den Einsatztruppen zuständig.
das 528th Special Operations Support Battalion (Airborne) ist für die medizinische Versorgung, Wartung, Verpflegung und den Transport von Spezialeinheiten verantwortlich.
 

  die "Bodenkomponente"
  Das 160th SOAR (A) hat keine eigenen Bodentruppen - es dient als Transport- und Unterstützungselement von anderen Spezialeinheiten. Neben den Special Forces sind das regelmäßig die US Army Ranger und die "Delta Force".
 

US Ranger © Janes
 
das 75th Ranger Regiment, Fort Benning, Georgia
Die Ranger haben die Kriegsführung mit leichten Infanterieeinheiten perfektioniert. Gemeinsam mit den Night Stalkers bilden sie jenes Team, das bisher bei fast allen Operationen zum Einsatz kam. Zu ihrer Spezialität gehören vor allem Angriffe auf Schlüsseleinrichtungen. Anders als bei vielen anderen US Spezialeinheiten geht die Geschichte der Ranger in den 2. Weltkrieg zurück - am 19. Juni 1942 wurde das erste Ranger Bataillon aufgestellt.
Heute besteht das 75. Ranger Regiment aus 3 Einsatzbataillonen zu je 660 Mann. Jedes Bataillon besteht aus 3 Kompanien und einer Stabskompanie. Nach etwa 18 Stunden kann das gesamte Regiment an jeden Punkt der Erde verlegt werden.
 
 

Angehörige der Delta Force
in Panama.
(Operation Just Cause)
© US DoD
die Delta Force, Fort Bragg, North Carolina
Eigentlich heißt die Einheit 1st Special Forces Operational Detachment - Delta SFOD-D.
Sie wurde nach den zahlreichen Terroranschlägen der 70er Jahre von der Army 1977 aufgestellt. Als Vorbild für die auf Auslandsmissionen spezialisierte Anti-Terroreinheit diente die britische SAS.
Sie ist nicht Teil der US Army Spezialeinheiten, sondern untersteht - gemeinsam mit dem bekannten Seal Team Six (eigentlich: Naval Special Warfare Development Group) dem Joint Special Operations Command (JSOC).
Über Organisation und Stärke ist in der Öffentlichkeit nur wenig bekannt - vermutlich mehrere hundert Mann, die in drei Operating Squadrons aufgeteilt sind. Mitglieder der Delta Force sind übrigens an ihren schwarzen Helmen zu erkennen.

Das 160ste unterstützt natürlich auch andere Einheiten. Etwa die Special Forces, diverse Fernspäher-Einheiten und Parajumper ("Rettungsspringer") der US Air Force.
ein MH-6 bei einer Vorführung. © Janes

Death waits in the dark - das inoffizielle Regimentsabzeichen (der Tod lauert in der Dunkelheit).
Das fliegende Pferd steht für die Luftfahrt, der Mond für die Nacht, die roten Sterne symbolisieren die Nachtsichtfähigkeit, das Schwert steht für die Bereitschaft und Möglichkeit zuzustoßen und der Reiter ist der Tod höchst persönlich.
   
  Special Operations Aviation für Europa?
  In Europa gibt es keine mit dem 160sten vergleichbare Einheit. Großbritannien würde gerne mindestens acht MH-47E erwerben, jedoch werden derzeit alle neuen Maschinen von den USA für das 160. SOAR (A) zurückgehalten.
Schon bald möchten mehrere euopäische Staaten eigene CSAR-Einheiten aufstellen, um abgestürtzte Piloten bergen zu können (Combat, Search And Rescue).
Der EC-725 von Eurocopter (links) fliegt bereits, die CSAR-Version des NH-90 existiert derzeit nur am Reißbrett.
 
  *) 160th Special Operations Aviation Regiment (Airborne): Luftlandefähiges Heeresfliegerregiment für Spezialeinsätze.
 
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