POLARIS DAGOR BEIM JAGDKOMMANDO

6. Oktober 2017

BUNDESHEER, NEWS

Polaris DAGOR - Ultra Light Combat Vehicle (UCLV) © PolarisPolaris DAGOR – Ultra Light Combat Vehicle (UCLV) © Polaris

Schon bei der offiziellen Vorstellung im Jahr 2014 hat uns das speziell für Spezialeinsatzkräfte entwickelte Leichtgewicht mit Rennsport-Genen beeindruckt. Nun wurde offiziell, dass für das Jagdkommando zumindest zwei Polaris DAGOR zur Truppenerprobung angeschafft wurden. Bei der Parade anlässlich der Ausmusterung an der Theresianischen Militärakademie nahmen 2017 zwei dieser Ultra Light Combat Vehicle (UCLV) am Jagdkommando-Marschblock teil.

Das auf Quads und Schneemobile spezialisierte Unternehmen Polaris aus Medina (Minnesota, USA) sollte spätestens nach der Beschaffung der Polaris Sportsman Touring XP 1000 Quads für das Bundesheer ein Begriff sein. Die Quads und Side-by-Side Fahrzeuge von Polaris Defense haben sich für den Hersteller zu wahren Cash Cows entwickelt und wurden in beachtlichen Stückzahlen bei Spezialeinsatzkräften bzw. Luftlandetruppen eingeführt.

Mit dem DAGOR stößt Polaris nun in eine höhere Leistungs- und Gewichtsklasse vor. Dafür hat man sich mit Roush Industries aus Michigan zusammengetan, einem Unternehmen, dass man zuvor vor allem als Mustang-Tuner und NASCAR Entwickler kannte. Gemeinsam entwickelten sie ein Fahrzeug, dass bei 2 t Leergewicht etwa 1,5 t Nutzlast oder bis zu 9 Personen transportieren kann. Technik aus dem Wüsten-Rallye-Sport sorgt dafür, dass auch bei hoher Beladung hohe Geschwindigkeiten und eine “World Class Off-road Mobility“ gegeben sind. Das Fahrwerk stützt sich dabei auf Komponenten des Offroad-Spezialisten Fox für Radaufhängung und Federung. Sehr lange Achslenker, die an einem mittigen Zentralrahmen angeschlagenen sind, ermöglichen große Federwege.

Der Überrollkäfig ist am Dach zur Aufnahme einer 48 inch Ring-Lafette vorbereitet. Die gezeigten Jagdkommando-Fahrzeuge haben hier ein 12,7 mm üsMG montiert. Darüber hinaus sind 7,62 mm MG-Lafetten für den Beifahrer, beidseitig für die 2. Reihe und am Heck erhältlich.

Trotz der Spezialisierung des Fahrzeugs und der verwendeten Technologie aus dem Rennsport war die einfache Bedienung und Wartung sowie die fast ausschließliche Verwendung von “Commercial off the Shelf” (COTS) Bauteilen Teil der Designphilosphie (einfach erhältliche Ersatzteile). Ob das alles wie versprochen und auch zuverlässig funktioniert wird die Erprobung beim Jagdkommando aufzeigen.

Im Einsatzfall werden die DAGOR die Sandviper-Variante des Puch G ergänzen. Ob das Projekt VT Hunter auf Pajero-Basis damit gestorben ist, ist nicht bekannt.

Soweit bekannt haben mehrere Streitkräfte DAGOR Fahrzeuge zur Erprobung oder in sehr geringer Stückzahl in Verwendung. Die Spezialeinsatzkräfte der USA und Australien gehören zu den Kunden. Wirklich transparent ist bisher nur der Auftrag aus Kanada: Das Canadian Special Operations Forces Command (CANSOFCOM) hat 78 Fahrzeuge bestellt und dafür inkl. Support, Logistik, Ersatzteile 20 Mio. kanadische Dollar bezahlt (etwa 14 Mio EUR). Der Wegfahrpreis für das nackte Fahrzeug beträgt etwa 149.000 USD.

TECHNISCHE DATEN

(Basis-Konfiguration)
Leergewicht: 2.041 kg
Nutzlast: 1.474 kg; bis zu 9 Personen (4 im “Käfig”, 1 Bordschütze, 4 auf der Ladefläche)
Höchstzulässiges Gesamtgewicht: 3.515 kg
Abmessungen: Länge: 4,52 m / Breite: 1,88 m / Höhe: 1,84 m
Triebwerk: Turbo-Diesel (nähere Angaben werden nicht gemacht; lt. Janes 4-Zylinder, etwa 250 PS / 190 kW), Betrieb mit militärischen JP8-Flugzeug-Treibstoff möglich
Reichweite: 805 km (beladen)
Ausstattung: 24V Hilfs-Bordnetz für elektronische Geräte (Funkgeräte etc.); Seilwinde
Luftlandefähig: Innenlast: 2x in CH-47 Chinook; 1x in CH-53 / Außenlast: CH-47 Chinook, CH-53, UH-60 / S-70 Black Hawk ( Low Velocity Air Drop (LVAD) aus C-130 aus etwa 250-200 m Höhe.

HERSTELLER-VIDEO

In diesem Video kann man sich von der Mobilität des Fahrzeugs überzeugen:


Das Video ist im Youtube-Kanal von Polaris erschienen [Link].

Weiterführende Links:

„DAGOR“ ist übrigens kein Akronym sondern das Wort für „Schlacht“ auf Sindarin bzw. Grauelbisch – der Elbensprache aus J. R. R. Tolkiens Buch „Herr der Ringe“.

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