Entwicklungen Fliegerabwehr

Flächenflugzeuge, Hubschrauber, Großgerät, Fliegerhorste, ...
Wolfgang
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von Wolfgang »

Wenn man sich im Krieg Iran gegen USA/Israel so die Masse an Drohnen und Raketen anschaut, sollte man in Österreich nicht auch ein wenig darauf Rücksicht nehmen. Ich meine damit, sollte wir erstens einmal nicht ein wenig schneller bei den Beschaffungen sein und zweitens sollten wir nicht auch noch mehr auf Rohrwaffen für die Fliegerabwehr/Drohnen achten bzw. beschaffen?
iceman
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von iceman »

Wolfgang hat geschrieben: Mi 11. Mär 2026, 16:36 Wenn man sich im Krieg Iran gegen USA/Israel so die Masse an Drohnen und Raketen anschaut, sollte man in Österreich nicht auch ein wenig darauf Rücksicht nehmen. Ich meine damit, sollte wir erstens einmal nicht ein wenig schneller bei den Beschaffungen sein und zweitens sollten wir nicht auch noch mehr auf Rohrwaffen für die Fliegerabwehr/Drohnen achten bzw. beschaffen?
Jo mei, ich verstehe das auch nicht….jetzt kaufen erst die anderen, die Lieferzeiten sind dann sowieso so lang….
Manpads gäbe es auch am Markt….
maro-airpower
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von maro-airpower »

Ich denke der bedeutenste Bereich sind Abfangdrohnen.

Die erreichen Geschwindigkeiten >300 km/h und haben einen Einsatzradius von >20 km.

Sting der Wild Hornets aus dem 3D Drucker
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Der Preis einer Drohne liegt bei einer kurzen Salve 35mm AHEAD oder rund einem fünfzigstel einer Mistral.

Um relativ rasch in die Fläche zu kommen wäre eine Integration in die Panther WS wünschenswert.

Folgendes Prozedere könnt ich mir vorstellen...da gehts auch darum den "Piloten" los zu werden.

Optische Zielererfassung, automatische Zielverfolgung, Laser drauf, Drohne "reitet" auf dem Laserstrahl... Ähnlich der schwedischen RBS 70 und der britischen Starstreak.

RBS 70
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Starstreak
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Das könnte sogar als eine Art MANPADS funktionieren, weil die Drohne ist ja leicht und den Laser richtet man mit

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Und ganz im Endausbau...und da red ich nicht von 10 Jahren sondern innerhalb von ÖBH 2032+ gehört das auf jedes Kasernendach. Und dann kann man überlegen ob man das zentral aus dem Berg steuert oder dezentraler drei, vier Standorte einrichtet. Weil wenn das Zeug nicht einsatzbereit ist sondern gut verpackt im Lager, dann ist alles hin bevor wer zum auspacken und verteilen kommt.





theoderich
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von theoderich »

Österreich baut Luftverteidigung auf

13.3.2026, 12.20 Uhr
Ö1 Mittagsjournal
Julia Schmuck: "Der Kriegsschauplatz im Iran zeigt auch: Immer wieder werden Raketen und Drohnen auf Länder abgefeuert, die nicht selbst vom Krieg ... also nicht selbst am Krieg teilnehmen. Kuwait, Katar oder die Vereinigten Arabischen Emirate müssen daher Luftangriffe abwehren.

Unabhängig vom Krieg im Iran ist Österreich gerade dabei, ebenfalls eine Luftverteidigung aufzubauen. Hier war der Krieg Russlands gegen die Ukraine der Anlass, die Landesverteidigung wieder aufzubauen. Bis zur vollen Einsatzbereitschaft der Luftabwehr wird es aber noch einige Jahre dauern, wie Peter Daser berichtet."

Peter Daser: "Die Planung für den Aufbau einer Luftverteidigung in Österreich hat kurz nach Beginn des Krieges in der Ukraine begonnen. Erst damals wurde das Heeresbudget entsprechend erhöht. Gerfried Promberger ist Kommandant der Luftstreitkräfte des Bundesheeres."

Gerfried Promberger: "Wir waren zeitgerecht mit der Planungs- und Entscheidungseinleitung 2022. Es beweist auch die aktuellen Vorgänge bis in den Nahen Osten, dass wir genau richtig liegen. Und der Aufbau einer Luftverteidigung ist eine Notwendigkeit zum Schutz der Österreicherinnen und Österreicher."

DASER: "Für die Luftabwehr auf kurze Entfernungen von einigen Kilometern läuft das bereits. Österreich hat als erstes Land die neuen Skyranger-Türme von Rheinmetall bestellt. Mit Maschinenkanonen und Abwehrraketen, die auf die österreichischen Pandur-Radpanzer montiert werden. Gleichzeitig werden die bereits vorhandenen leichten Mistral-Infrarotraketen von MBDA aus Frankreich modernisiert und aufgestockt. Und die schon seit Jahrzehnten vorhandene 35-mm-Zwillingsflak des Bundesheeres wird modernisiert. 28 Stück sind vorhanden - ein Teil wird im ersten Halbjahr fertig sein."

PROMBERGER: "Da bekommen wir jetzt eine Batterie von der Industrie wieder zurück - also modifiziert - und geben dann die ... die Batterie, die wir derzeit haben - also noch die in der alten Version - dann für Modifizierung an die Industrie ab."

DASER: "Es sind aber andere Abwehrwaffen zur Verteidigung gegen Flugzeuge, große Drohnen, Marschflugkörper oder kleinere Raketen notwendig. Gerfried Promberger sagt:"

PROMBERGER: "Ich gehe davon aus, dass noch heuer die mittlere Reichweite - also sprich: von 15 bis 50 Kilometer - entschieden wird."

DASER: "Hier war zunächst seitens der Verteidigungsministerin die Rede von IRIS-T-Raketen der deutschen Firma Diehl. Nun können aber auch andere Hersteller aus anderen Ländern zum Zug kommen."

PROMBERGER: "Mit Bestellung dieses Systems und Zulauf können wir eine wesentliche Fähigkeitslücke nämlich wirklich schließen und dann in weiterer Folge von einer ernstzunehmenden Luftverteidigung sprechen, das ja mitunter natürlich eine klare Abhaltewirkung aufweist, also wenn wir von deterrence sprechen."

DASER: "Bis wann geliefert wird, ist offen. Derzeit herrscht sehr hohe Nachfrage aus vielen Ländern. Auch die Nachbeschaffung der Eurofighter-Abfangjäger steht weiterhin an. Österreich hat derzeit das älteste Modell dieses Fliegers. Und ebenfalls geplant, aber noch nicht konkret, ist der Aufbau einer Luftverteidigung für größere Entfernungen über 50 Kilometer. Das wären zum Beispiel die bekannten Patriot-Raketen aus den USA oder Arrow 3 aus Israel. Hierzu ist derzeit aber noch kein Entscheidungsablauf bekannt und auch kein Budget eingeplant."
https://orf.at/av/audio/137562

https://oe1.orf.at/player/20260313/825719/1773400817000

https://de.linkedin.com/posts/gerfried- ... 13184-qoQq


https://bsky.app/profile/bundesheerbaue ... x4qfxeh22j
Zuletzt geändert von theoderich am Di 17. Mär 2026, 06:13, insgesamt 4-mal geändert.
Woyzeck
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von Woyzeck »

Das Problem mit diesen Abfangdrohnen sehe ich vor allem im kriminellen Bereich. Die Dinger sind bald mit geringem Aufwand für jedermann mit bescheidenen technischen Kenntnissen herstellbar und in der Hand von Terroristen haben wir da in wenigen Jahren ein gewaltiges Flugsicherheitsproblem. Da braucht keiner mehr MANPADs am Schwarzmarkt kaufen. Ein 3D-Drucker und eine Bestellung bei Aliexpress reichen.
opticartini
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von opticartini »

Wenn solche Mini-Boden-Luft-Raketen wie diese "STING interceptors" eine Shahed abschießen können, dann wird es nicht allzu schwierig sein, ein Passagierflugzeug beim Abheben oder beim Landeanflug zu treffen.

Flugsicherheit wird dann wohl aus rund um einen Flughafen positionierte Laser-Waffen bestehen müssen, welche derartige Flugkörper bekämpfen - und zwar autonom und automatisch.
theoderich
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von theoderich »

Ukrainian Companies Prohibited From Exporting Shahed Interceptor Drones

https://www.twz.com/news-features/ukrai ... tor-drones
maro-airpower
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von maro-airpower »

Das Bundesheer braucht das. Punkt. Da lass ich mich ja nicht mal auf eine Diskussion ein.



Über die Frage wie mans steuert kann man diskutieren, besser mehrspurig testen...

Aber die kleine 3D-Drucker Farm kann man schon mal wo aufbauen...
Dazu Bilder aus Zypern.
Die haben schon einen Hersteller für eine modulare Drohnen-Container-Fabrik.
Die Baupläne im Computer, die Materialen für eine gewissen Zeitraum im Container, das ganze kannst hinstellen wo du willst.
Und Drohnen werden produziert je nach aktuellem Bedarf.

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theoderich
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von theoderich »

Verweigerer hat geschrieben: Di 12. Sep 2023, 16:27 IRIS-T für Österreich
theoderich hat geschrieben: Fr 15. Mär 2024, 05:32In diesem Zusammenhang sei Stelle auch darauf hingewiesen, dass seitens der Rüstungsdirektion dieser Tage parallel zu Sky Shield betreffend der bodengestützten Luftabwehr mittlerer Reichweite (GBAD-MR) die Vorhabensabsicht für die RFI-Informationseinholung an diverse Hersteller fertig wurde. Auch wenn bereits mehrfach von einer „Partnerschaft” rund um acht, der auch in der Ukraine bereits bewährten deutschen Systeme Iris-T SLM/X von Diehl Defence berichtet wurde, wird darin – und das war stets die Absicht auch abseits der ESSI-Schritte – nochmals der Markt von bis zu 16 Anbietern adressiert.
theoderich hat geschrieben: Di 23. Apr 2024, 19:54Der Chefplaner des österreichischen Bundesheeres und stellvertretende Generalstabschef, Generalleutnant Bruno Hofbauer, sagte, derzeit würden Rückmeldungen aus anderen EU-Staaten und aus den USA analysiert. „Mit Jahresmitte müssten wir so weit sein, dass wir sagen können, in diese Richtung gehen wir weiter.“
theoderich hat geschrieben: Mi 24. Jul 2024, 13:48HOFBAUER: „IRIS-T ist eine Möglichkeit. Es gibt auch andere europäische Systeme. Der Abschluss der Beurteilung ist noch nicht erfolgt, sollte aber, aus meiner Sicht, im dritten Quartal heurigen Jahres noch zu entscheiden sein.
theoderich hat geschrieben: Do 12. Sep 2024, 16:51„Wir befinden uns in der Endphase der Verhandlungen und arbeiten intensiv an der Umsetzung“, heißt es aus dem Verteidigungsministerium: Es gehe hier um eine große Summe Geld, im Sinne der Steuerzahler „müssen wir daher alles besonders prüfen und verhandeln“.
theoderich hat geschrieben: Do 27. Mär 2025, 17:53Die Entscheidung ist noch nicht getroffen. Wir prüfen alle Optionen und schauen auch, welche anderen Systeme es gibt.
theoderich hat geschrieben: Sa 10. Mai 2025, 13:47Aktuell sieht der Zeitplan die Vertragsunterzeichnung Ende 2025/Anfang 2026 vor. Die Systemeinführung ist voraussichtlich ab 2028 möglich.
theoderich hat geschrieben: Sa 24. Mai 2025, 09:57Die Entscheidung für das System der mittleren Reichweiten falle bald, so Tanner im APA-Interview am Freitag.
theoderich hat geschrieben: Do 2. Okt 2025, 12:16In Österreich werde mit Blick auf MRAD ein wettbewerbliches Vergabeverfahren angestrebt, 2026 soll es einen Entscheid und eine Kaufempfehlung geben.
theoderich hat geschrieben: So 5. Okt 2025, 05:33Wir haben im Aufbauplan Systeme für kurze Reichweiten vorgesehen, bei den mittleren Reichweiten schauen wir, welches System es werden kann, da hoffen wir, die Entscheidung Ende des Jahres treffen zu können.
theoderich hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 09:15Bis Jahresende will man sich für ein System der Flugabwehr mittlerer Reichweite entscheiden - also für Fähigkeiten, die bis rund 50 Kilometer weit und bis etwa 25 Kilometer hoch wirken können.

[...]

Läuft alles nach Plan, sollen die ersten Feuereinheiten ab 2029 zulaufen.
theoderich hat geschrieben: Mi 4. Mär 2026, 13:20 Wann soll denn über den Kauf entschieden werden?

Realistischerweise sollte die Typentscheidung heuer im Sommer fallen. Das ist aber auch vom künftigen Verteidigungsbudget abhängig.

Bei den Systemen für die größere Reichweite zeichnet sich hingegen keine so rasche Entscheidung noch in diesem Jahr ab?

Nein. Dafür bräuchten wir auch ein eigenes Finanzierungsgesetz. Da sprechen wir von Kosten von vier Milliarden Euro plus.


D.h. jetzt wird doch eine Ausschreibung durchgeführt. Vertragsunterzeichnung Ende 2026.
Zuletzt geändert von theoderich am Fr 24. Apr 2026, 22:15, insgesamt 1-mal geändert.
opticartini
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von opticartini »

Die Grenze zwischen Lenkwaffen und unbemannten Flugobjekten (UAV) verschwimmt zunehmend, speziell wenn man von Kamikazedrohnen spricht oder sog. "Loitering Munitions" bedenkt.

Insofern lässt sich sagen, dass eine Luftraumverteidigung (gemeint ist im Konfliktfall) in Zukunft ausschließlich von "Drohnen" erfolgen muss. Alles andere wäre auch ethisch nicht vertretbar. Piloten in Flugzeugen in unmittelbare Nähe von Kampfhandlungen zu schicken, das wird's höchstens dann noch geben, wenn die feindliche Fliegerabwehr komplett ausgeschaltet ist oder wenn die Situation äußerst verzweifelt ist.

Zur Verteidigung des Luftraums in einem Kriegsfall nimmt die Bedeutung von herkömmlichen Kampfjets ab. Kosten-Nutzen-Rechnung = ungünstig.

Außerhalb von tatsächlichen Kriegshandlungen (also hoffentlich im Normalfall) wird's natürlich weiterhin Menschen in schnellen Flugzeugen brauchen, um Menschen in langsameren Flugzeugen, welche sich nicht vorschriftsmäßig verhalten, persönlich kontaktieren zu können.
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