Schweiz: Programm "Air2030"

Wehrtechnik & Rüstung, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik
theoderich
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Re: Schweiz: Programm "Air2030"

Beitrag von theoderich »

Armee stärkt Drohnen-Abwehr bei militärischen Infrastrukturen
Nach einem Feldversuch zur Detektion und Abwehr von Minidrohnen zum Schutz militärischer Infrastrukturen hat die Armee das Bundesamt für Rüstung armasuisse mit der Beschaffung von Abwehrsystemen beauftragt. Diese Systeme sind teilmobil ausgelegt und können damit auch bei subsidiären Einsätzen der Armee zugunsten ziviler Behörden eingesetzt werden.
Während eines Feldversuchs im Sommer 2025 konnte der Betrieb eines Drohnenabwehrsystems durch die Truppe getestet werden. Auf Basis dieser Erkenntnisse und als Reaktion auf die zunehmenden Sichtungen von Drohnen hat die Armee das Bundesamt für Rüstung armasuisse mit der vorrangigen Beschaffung von Drohnenabwehrsystemen gegen Mikro- und Minidrohnen beauftragt.

Mit dieser Beschaffung verstärkt die Armee den Schutz der Truppen und der eigenen Infrastruktur und Ausrüstung. Da die Drohnenabwehrsystemen teilmobil sind, können sie bei Bedarf auch für andere Zwecke und Aufgaben der Armee genutzt werden – etwa im Rahmen subsidiärer Einsätze zugunsten ziviler Behörden oder im Friedensförderungsdienst. Das Einladungsverfahren wurde lanciert. Als nächster Schritt erfolgt die Typenwahl, damit die Einführung der Systeme zeitnah realisiert werden kann.
https://www.vbs.admin.ch/de/newnsb/NSW_ ... xmauoxB3eQ



https://de.linkedin.com/posts/thomassue ... 07808-wA-l
Zuletzt geändert von theoderich am Sa 15. Nov 2025, 07:08, insgesamt 1-mal geändert.
theoderich
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Re: Schweiz: Programm "Air2030"

Beitrag von theoderich »

Bodengestützte Luftverteidigung grösserer Reichweite: Arbeitsbesuch des Rüstungschefs in den USA
Rüstungschef Urs Loher befand sich vom 1. bis 3. Oktober 2025 auf einem Arbeitsbesuch in den Vereinigten Staaten. Er traf sich im Pentagon in Arlington, Virginia mit Vertretern der Defense Security Cooperation Agency (DSCA) und dem Office of the Secretary of War for Policy (OSW(P)) zu Gesprächen über die weiteren Schritte im Projekt Bodluv GR.

Verlauf der Fachgespräche mit den Vertretern der US-Regierung

Mitte Juli 2025 informierte das US-Verteidigungsministerium das VBS über eine angepasste Priorisierung der Auslieferungen von Patriot-Systemen und die mögliche Verzögerung für die Schweiz. Beim Treffen wurden nun die Auswirkungen auf die Verträge und auf den Zahlungsplan diskutiert. Einige wichtige Punkte konnten noch nicht zufriedenstellend geklärt werden. Die Schweizer Delegation betonte die Bedeutung der Patriot-Systeme für den Schutz der Schweiz vor Bedrohungen aus der Luft und die Wichtigkeit der baldigen Ausbildung der Truppe an den Systemen. Die US-Regierung prüft zurzeit Optionen, welche die Bedürfnisse verschiedener Staaten, welche Patriot-Systeme beschaffen, erfüllen und parallel dazu für die beteiligten Nationen die geringsten Beeinträchtigungen haben. Geprüft wird die Bildung einer Arbeitsgruppe, um die offenen Punkte für die Entscheidung zu den Optionen gemeinsam zu bearbeiten.

Die Gespräche werden weitergeführt, wobei die US-Regierung in Aussicht stellte, der Schweiz in den nächsten Wochen genauere Angaben zu den Lieferterminen und allfälligen Mehrkosten zukommen zu lassen.
https://www.ar.admin.ch/de/newnsb/apIMHn1az81iAxO2Cr7rt



theoderich
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Re: Schweiz: Programm "Air2030"

Beitrag von theoderich »

theoderich hat geschrieben: Mo 9. Dez 2024, 20:52 armasuisse überreicht Offertanfragen an Hersteller von neuen Sensoren zur Luftraumüberwachung
Teilmobile Radare kurzer Reichweite: armasuisse beschafft italienisches Radarsystem zur Luftraumüberwachung für die Luftwaffe
Den Zuschlag für diese wichtige neue Fähigkeit der Schweizer Luftwaffe erhielt der italienische Hersteller Leonardo mit seinem Radarsystem TMMR (Tactical Multi Mission Radar).
Mit der Ausserdienststellung des taktischen Fliegerradars (TAFLIR) um das Jahr 2030 entsteht somit eine erweiterte Fähigkeitslücke zur Abdeckung des unteren und mittleren Luftraums. Diese kann durch die neuen teilmobilen Radare kurzer Reichweite für den unteren Luftraum gefüllt werden.
In einem ersten Schritt wird ein einzelnes Radarsystem zum Fähigkeitsaufbau beschafft. Wenn sich das beschaffte System im Einsatz bei der Truppe bewährt, ist die Beschaffung von mehreren Radarsystemen zum Abschluss des Fähigkeitsaufbaus vorgesehen. Im Rahmen der Armeebotschaft 2028 sollen weitere Radarsysteme zur Erreichung der Vollbefähigung beschafft werden.
https://www.ar.admin.ch/de/newnsb/AFqo66OhP81cp3lKmegVg



Bild
https://electronics.leonardo.com/en/pro ... sion-radar
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Re: Schweiz: Programm "Air2030"

Beitrag von theoderich »

Bundesrat richtet die Armee auf die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit aus
Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 29. Oktober 2025 die Änderung der Verordnung über die Strukturen der Armee gutgeheissen. Ein Schwerpunkt der Revision ist die Dezentralisierung der Luftwaffe. Weitere Änderungen betreffen die Organisation der Militärpolizei, die Bildung des Kompetenzzentrums Weltraum und die Modernisierung der Bodentruppen. Die Änderungen dienen dazu, die Armee vermehrt auf die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit auszurichten. Sie tritt am 1. Januar 2026 in Kraft.
Ein Schwerpunkt der vorliegenden Revision ist die Dezentralisation der Luftwaffe. Um deren Verteidigungsfähigkeit zu stärken, muss die Luftwaffe ihre Führungsprozesse und Strukturen anpassen. Dazu werden die Flugplatzkommandos der Luftwaffe organisatorisch so ausgestaltet, dass die Kampfflugzeuge sowie die Lufttransport- und Luftaufklärungsmittel auch an dezentralisierten Standorten eingesetzt werden können.
https://www.vbs.admin.ch/de/newnsb/6NNt ... w9RBWPxEOw
Luftwaffe:

Um ihre Verteidigungsfähigkeit stärken zu können, muss die Luftwaffe ihre Führungsprozesse und Strukturen anpassen. Als passive Luftverteidigungsmassnahme setzt die Luftwaffe unter anderem auf die Fähigkeit, Menschen und Material innert kürzester Zeit im ganzen Land zu verteilen. Diese Massnahme ermöglicht es ihr, von dezentralen, teilweise auch temporären Standorten aus, operieren zu können. Die Flugplatzkommandos werden umgestaltet und der Flieger-Brigade 31 unterstellt. Im Gegensatz zu heute können die Truppenkörper der Flugplatzkommandos so künftig unabhängig voneinander operieren.

Im Weiteren werden neue Truppenkörper gebildet, welche über Systeme und Fähigkeiten verfügen, die einen wichtigen Beitrag zur erkannten Luftlage leisten. Diese Truppenkörper werden der Bodluv-Brigade 33 unterstellt.
https://cms.news.admin.ch/dam/de/der-sc ... ee_VSA.pdf
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Re: Schweiz: Programm "Air2030"

Beitrag von theoderich »

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Re: Schweiz: Programm "Air2030"

Beitrag von theoderich »

Diskussion um Zuständigkeiten
Wer schützt den Schweizer Luftraum bei hybriden Angriffen?

https://www.srf.ch/news/schweiz/diskuss ... -angriffen

IRIS-T SLM for Switzerland - Start of program

Today, Diehl Defence CPO Dr. Harald Buschek welcomed Dr. Urs Loher, National Armaments Director of Switzerland, at the companies premises in Überlingen. During the visit, Dr. Loher and Dr. Buschek signed the T0 declaration marking the official start of Switzerland’s IRIS‑T SLM procurement program.
https://www.linkedin.com/posts/diehl-de ... 40480-MLue

https://www.linkedin.com/posts/armasuis ... 93728-h3Wv
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Re: Schweiz: Programm "Air2030"

Beitrag von theoderich »

Abwehr von Mini-Drohnen: armasuisse beschafft Drohnenabwehrsysteme des Schweizer Lieferanten Securiton
Das Bundesamt für Rüstung armasuisse hat den Zuschlagsentscheid für Systeme zur Abwehr von Mini-Drohnen getroffen. Nach einem vierwöchigen Evaluationstest (Feldversuch) zur Detektion und Abwehr von Mini-Drohnen zum Schutz militärischer Infrastrukturen auf dem Flugplatz Meiringen hat armasuisse den Schweizer Lieferanten Securiton mit der Lieferung von mehreren Abwehrsystemen beauftragt. Die Systeme sind teilmobil ausgelegt und können damit auch bei subsidiären Einsätzen der Schweizer Armee zugunsten ziviler Behörden eingesetzt werden.
Auf Basis dieser Erkenntnisse und als Reaktion auf die zunehmenden Sichtungen von Drohnen hat die Armee das Bundesamt für Rüstung armasuisse als Sofortmassnahme mit einer dringlichen Beschaffung von Drohnenabwehrsystemen gegen Mikro- und Mini-Drohnen beauftragt. Damit stärkt die Armee den Schutz der Truppen und der eigenen Infrastruktur in der normalen Lage.

armasuisse hat nun den Zuschlagsentscheid zur Beschaffung von mehreren Drohnenabwehrsystemen an den Schweizer Lieferanten Securiton vergeben. Die Beschaffung im Umfang von 3,5 Millionen CHF läuft über den Verpflichtungskredit für Ausrüstung- und Erneuerungsbedarf der Schweizer Armee (AEB).
https://www.ar.admin.ch/de/newnsb/kFV63fJYMPRSwA3npzNdi




SecuriDrone

https://www.securiton.ch/de/produkt/securidrone
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Re: Schweiz: Programm "Air2030"

Beitrag von theoderich »

  • Eine zweite Tranche F-35 und ein stärkerer Patriot-Schirm: Die Schweiz muss mehr amerikanische Waffen kaufen, um einen Beitrag zur Sicherheit Europas zu leisten (Kommentar)
    Der Bundesrat könnte mit einem Streich den Zoll-Deal unterstützen und gleichzeitig eine glaubwürdige Luftverteidigung aufbauen. Das wäre mindestens eine souveräne Handlung und keine Unterwerfung.

    21.11.2025, 05.30 Uhr
    6 min

    Eines Tages wolle sie auch die Schweizer F-35 über Polen sehen, wie sie russische Drohnen bekämpften. Für diesen Zwischensatz erhielt die lettische Aussenministerin Baiba Braze am Warsaw Security Forum Ende September einen kurzen Szenenapplaus. Sie diskutierte mit Markus Mäder, dem schweizerischen Staatssekretär für Sicherheitspolitik, die Folgen von Donald Trumps ruppigem Umgang mit Europa.

    Braze, die vor ihrer politischen Karriere als Diplomatin im Nato-Hauptquartier gearbeitet hatte, warf dem Staatssekretär aus Bern nicht einfach eine launische Bemerkung zu, sondern überspitzte die Sicht der Transatlantiker auf die Schweiz: Das reichste Land Europas beschafft in den USA moderne Kampfjets – und bleibt trotzdem eine Lücke mitten im europäischen Abwehrdispositiv gegen die russische Aggression.

    Zu lange verstand sich die Schweiz als «blinder Passagier» der Nato, wie es ein SP-Sicherheitspolitiker ohne jede Scham ausdrückte und daraus ableitete, die Armee brauche weder Kampfjets noch Panzer. An die Prämie für diese Versicherung dachte niemand in der Schweizer Politik – bis Donald Trump Zölle von 39 Prozent verlangte. Die USA allerdings schon: Sie verbinden die Sicherheits- direkt mit der Handelspolitik.

    Kombination aus Kompromiss und Ausbruch
    Als Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter und ihr Kollege Guy Parmelin nach dem Zollhammer im August nach Washington reisten, versuchte Washington der Schweizer Krisendelegation sogar eine goldene Brücke zu bauen: Marco Rubio, Trumps Aussenminister und Sicherheitsberater, deutete nach dem Treffen an, dass Rüstungsgeschäfte durchaus einen Einfluss auf den Zollsatz haben könnten.

    Dieses Junktim verbreitete er über eine Kurznachricht in den sozialen Netzwerken: Die USA seien zwar unzufrieden mit der schweizerisch-amerikanischen Handelsbilanz, schätzten aber die sicherheitspolitische Partnerschaft mit der Schweiz. Washington verkauft der Schweiz 36 F-35-Kampfjets und 5 Patriot-Feuereinheiten für insgesamt 8 Milliarden Franken.

    Doch die neuen Kampfflugzeuge sind kaum bewaffnet, für die bodengestützte Luftverteidigung hat der Bundesrat nur das Minimum an Lenkwaffen bestellt. Die Amerikaner wissen, dass die Schweizer Luftwaffe eigentlich wesentlich mehr Mittel für die Luftverteidigung braucht, um bei erhöhten Spannungen oder in einem Krieg ihren Auftrag wirklich zu erfüllen.

    Nach dem Zoll-Deal von vergangener Woche hat die Dringlichkeit einer sogenannten Beschaffungszusage zugenommen. Noch einmal erhält der Bundesrat die Chance, im Interesse der Sicherheit der Schweiz einen Beitrag zu einer ausgeglichenen Handelsbilanz mit den USA zu leisten. Bis zum letzten Moment hat die Landesregierung allerdings das implizite Angebot Washingtons einfach überhört.

    Die Beschaffung insbesondere der amerikanischen Kampfflugzeuge der fünften Generation ist in Bern ohnehin Gegenstand einer vermurksten Debatte: Links bekämpfte zuerst die Jets generell und dann den F-35 als zu teuer, zu aggressiv und überhaupt zu amerikanisch, das Verteidigungsdepartement versteifte sich auf ein Fixpreis-Abkommen mit den USA, was sich diesen Sommer dann doch als Missverständnis herausstellte.

    Der F-35 kostet deutlich mehr als die 6 Milliarden Franken plus Teuerung, die das Volk in einer äusserst knappen Abstimmung im September 2020 beschlossen hat. Noch in diesem Jahr will der Bundesrat darüber entscheiden, wie er die Beschaffung retten will. Im Sinne eines eidgenössischen Kompromisses diskutieren die Sicherheitspolitiker in Bern darüber, die Anzahl Jets dem finanziellen Rahmen anzupassen. Das mag haushälterisch klingen, wäre aber mit Blick auf die wachsende Kriegsgefahr in Europa kaum zu verantworten.

    Die Verknüpfung der Sicherheits- mit der Handelspolitik eröffnet nun eine weitere Möglichkeit, eine lagegerechte Luftverteidigung aufzubauen – eine Kombination aus Kompromiss und Ausbruch aus dem finanzpolitischen Diktat: Der Bundesrat soll mit den 6 Milliarden so viele F-35 beschaffen wie möglich und gleichzeitig in einer zweiten Tranche gleich noch einmal so viele Jets.

    Reserven für den Krieg der Zukunft

    Damit würde die Luftwaffe etwa die Flotte erreichen, die eine Expertengruppe im Grundlagenpapier «Luftverteidigung der Zukunft» als Optimal-Option präsentiert hatte: Mit 55 bis 70 modernen Kampfjets wäre die Luftwaffe in der Lage, den Luftraum auch in einem bewaffneten Konflikt über längere Zeit zu verteidigen und die Bodentruppen mit Feuer zu unterstützen.

    Zudem sieht die Option 1 vor, die Schweiz, ihre Bevölkerung und die kritischen Infrastrukturen mit Mitteln der bodengestützten Luftverteidigung grosser Reichweite praktisch flächendeckend zu schützen. Das Grundlagenpapier rechnete zum damaligen Zeitpunkt mit Beschaffungskosten von maximal 18 Milliarden Franken. Der Bundesrat entschied sich für eine abgespeckte, finanzpolitisch tragbare Option.

    Einmal dürfte sich die Schweiz erst unter dem Druck von aussen bewegen – und in diesem Fall das militärisch Richtige tun. Wenn schon so viel Geld in die Rüstung fliesst, dann sollten die beschafften Mittel auch tatsächlich die volle Wirkung entfalten. Halbe Lösungen, die viel kosten und doch unvollständig bleiben, sind schlicht unverantwortlich gegenüber der Bevölkerung.

    Gelingt es tatsächlich, die Luftwaffe mit zusätzlichen F-35, Patriots und Lenkwaffen vollständig auszurüsten, darf dies nicht zulasten der Bodentruppen gehen. Sonst verliert die Schweiz ihr militärisches Gesamtsystem. Deshalb braucht die Landesverteidigung einen Fonds, um die Beschaffungen nachhaltig zu finanzieren. Eine einmalige Investition reicht nicht.

    Der technologische Wandel zwingt den Bundesrat, die Armee ständig auf den neuesten Stand zu bringen. Das Gefecht der Zukunft sieht anders aus als der Drohnenkrieg in der Ukraine. Das Ziel muss sein, den Trends voraus zu sein und zusammen mit der Startup-Szene auch gewisse Hypes zu überspringen. Ein starkes Gerippe aus konventionellen Mitteln ist die Voraussetzung für eine glaubwürdige Landesverteidigung – und ein Minimum an souveräner Dissuasion.

    Der Zollhammer der USA war vielleicht erst ein Vorgeschmack dessen, was in den nächsten Jahren auf die Schweiz zukommt. Der Bundesrat muss in dieser garstigen Welt der rohen Machtpolitik einen Weg finden, die schweizerische Souveränität maximal zu schützen und auf schlaue Weise das Optimum für unser Land herauszuholen. Der Deal mit Trump ist eine gute Gelegenheit dazu.

    Resilienz gegen weitere Druckversuche

    Statt dem Druck aus Washington in allen möglichen Bereichen bis zur schieren Unterwerfung nachzugeben, kann die Schweiz mit den zusätzlichen Beschaffungen in den USA ihre militärstrategische Handlungsfreiheit zurückgewinnen: für Kooperationen genauso wie für die selbständige Landesverteidigung. Die Zeit, in der sie einfach von den andern und insbesondere von den Amerikanern profitieren konnte, ist vorbei.

    Die USA haben den Europäern und auch der Schweiz in den letzten Monaten das Preisschild für ihre Sicherheitsleistung präsentiert: Den Nuklearschirm, die Frühwarnung vor Luftangriffen oder die Truppenpräsenz bezahlen die amerikanischen Steuerzahler. Unterdessen haben die europäischen Länder wenigstens die Hauptlast der Militärhilfe an die Ukraine übernommen – nicht aber die Schweiz.

    Washington liefert deshalb die Patriot-Systeme, die Bern bestellt hat, zuerst an Deutschland, weil die Bundeswehr ihre Patriots der Ukraine zur Verfügung stellt. Die USA sind nicht auf die Schweiz angewiesen, aber umgekehrt. Umso deutlicher müssen die Emissäre in Washington die Bedeutung des Geschäfts im europäischen Gesamtrahmen erklären.

    Ein gezielter Luftangriff auf einen Strom- oder Daten-Knotenpunkt in der Schweiz könnte auch Teile der Nachbarländer lahmlegen. Nur die rasche Lieferung der Patriots schliesst diese Sicherheitslücke mitten in Europa in nützlicher Frist. Ähnlich sieht es bei den Kampfjets aus: Einen adäquaten europäischen Ersatz für den F-35 gibt es nicht. Drohungen, die Beschaffungen abzubrechen, sind schädlicher Lärm.

    Die Schweiz ist auf die Fähigkeiten des F-35 angewiesen – auch im Interesse der europäischen Partner. Mit dem Jet der fünften Generation kann die Luftwaffe einen substanziellen Beitrag in eine Kooperation einbringen – darunter Daten für ein gemeinsames Luftlagebild im Rahmen der European Sky Shield Initiative, der die Schweiz 2023 beigetreten ist. Noch handelt es sich erst um ein gemeinsames Beschaffungsprogramm, das aber eine operative Komponente braucht, um Europa wirklich vor Distanzwaffen zu schützen.

    Die Zukunft der Luftverteidigung liegt in einem Verbund des europäischen Pfeilers der Nato. Der Druck an der Nato-Ostflanke hat die Zusammenarbeit weiter vorangetrieben. Niederländische Mechaniker warten norwegische F-35, die dann wieder von niederländischen Piloten geflogen werden. Die Einsätze bewegen sich hart an der Kriegsschwelle, weil Russland regelmässig den Luftraum seiner Nachbarn verletzt.

    Wenn die Schweiz ihre F-35 schon nicht an der Nato-Ostflanke einsetzen will, dann sollte sie doch mehr Verantwortung in ihrem unmittelbaren Umfeld übernehmen: im erweiterten Alpenraum, dem Gebiet zwischen Lyon, München, Wien und Mailand. Während die Nachbarn das Baltikum schützen, sorgt die Schweiz für die Sicherheit im wirtschaftlich stärksten Teil von Europa. Das verschafft ihr Respekt und Souveränität.
    https://www.nzz.ch/pro/eine-zweite-tran ... ld.1909675
theoderich
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Re: Schweiz: Programm "Air2030"

Beitrag von theoderich »

theoderich hat geschrieben: Mi 30. Jun 2021, 16:49
theoderich hat geschrieben: Fr 26. Nov 2021, 10:58
theoderich hat geschrieben: Mi 16. Feb 2022, 17:02 Armeebotschaft 2022: F-35A ersetzen bestehende Kampfflugzeuge

https://www.ar.admin.ch/content/ar-inte ... 87199.html
theoderich hat geschrieben: Do 15. Sep 2022, 18:57
Um Kostendach für F-35 einzuhalten
Martin Pfister will weniger neue Kampfjets
Er werde den Volksentscheid respektieren, hat Verteidigungsminister Martin Pfister (62, Mitte) im vergangenen Sommer mehrfach betont. Das heisst: Höchstens sechs Milliarden Franken dürfen die neuen F-35-Kampfjets aus den USA kosten. Zu diesem Betrag für 36 Flieger hatte die Stimmbevölkerung vor fünf Jahren knapp Ja gesagt.

Nachdem die USA Mehrkosten von 750 Millionen bis 1,3 Milliarden Franken für 36 Jets geltend gemacht hatten und im Gegensatz zur Schweiz nichts von einem vereinbarten Fixpreis wissen wollten, musste der Vorsteher des Verteidigungsdepartements (VBS) neue Optionen prüfen. Was Pfisters Vorgängerin Viola Amherd (63, Mitte) als Konstante – 36 Jets für sechs Milliarden Franken – dargestellt hatte, wurde zur Dunkelkammer.

Eine Expertengruppe erarbeitete deshalb in den letzten Monaten im Auftrag Pfisters eine Strategie für die neue Ausgangslage. Zusätzlich eskalierte in dieser Zeit der Zollstreit mit den USA, und Donald Trump stellte immer wieder neue Forderungen.

Reduktion der Stückzahl

Anhand der Vorschläge der F-35-Gruppe und aufgrund seiner Beteuerungen schlägt der VBS-Chef nun vor, die Stückzahl der Kampfjets von 36 vorerst auf 30 zu reduzieren. Dies zeigen Blick-Recherchen. Mehrere voneinander unabhängige Quellen aus der Bundesverwaltung sagen, dieses Vorgehen wolle Pfister dem Bundesrat beliebt machen, um das Kostendach von sechs Milliarden Franken einzuhalten. Die Gesamtregierung wird nächstens darüber entscheiden, wie es mit der F-35-Beschaffung weitergehen soll.

Nur vorläufig weniger

Der Verzicht auf sechs der ursprünglich eingeplanten Jets soll aber nicht definitiven Charakter haben. In einer späteren Phase nämlich soll die Armee in einigen Jahren zehn zusätzliche F-35 bestellen können, wenn es nach dem Willen von Verteidigungsminister Pfister geht. So sehe seine Strategie aus, sagen die Quellen übereinstimmend.

Eine spätere Nachbestellung könnte auch dem Verhältnis der Schweiz zu den USA dienlich sein. Ob die F-35-Beschaffung vor wenigen Tagen ein Thema war, als Pfister erstmals die neue US-Botschafterin Callista Gingrich (59) traf, sagt VBS-Sprecher Renato Kalbermatten nicht. «Wir äussern uns nicht zum Inhalt des Gesprächs.» Ebenso wenig kommentiert Kalbermatten die Informationen zu einem vorläufig geplanten Verzicht auf sechs neue F-35.

Ruf nach Stärkung

Zuerst weniger Kampfjets, um am Ende mehr zu erhalten: Pfisters Manöver könnte sich als raffinierter Schachzug herausstellen. Zum einen umschifft er so den programmierten Widerstand von links, falls er mehr als sechs Milliarden ausgeben und einen Nachtragskredit beantragen würde. Zum anderen beruhigt er mit der Option auf eine spätere Zusatzbeschaffung Bürgerliche und Militärexperten, die eine stärkere Luftwaffe fordern.

Die Armee warnt auch vor Lücken. In einem internen Papier, das Blick vorliegt, heisst es, sie könnte derzeit «nur einen sehr beschränkten Beitrag zur Abhaltewirkung leisten» und einen «umfassenden militärischen Angriff nur sehr beschränkt abwehren».
https://www.blick.ch/politik/um-kostend ... 47761.html

Mit dreißig Flugzeugen wird es sehr knapp:
  • Erläuternder Bericht
    zu einem Planungsbeschluss zur Erneuerung der Mittel zum Schutz des Luftraums

    Stand 23. Mai 2018
    Als Bemessungsmodell für die Berechnung der erforderlichen Flottengrösse wurde festgelegt, dass die gesamte Flotte fähig sein muss, während mindestens vier Wochen mit mindestens vier Flugzeugen permanent im Luftraum präsent zu sein. Dieses Szenario erlaubt es, die zu evaluierenden Kampfflugzeuge mit unterschiedlichem Leistungsvermögen (z. B. längere oder kürzere Verweildauer im Einsatzraum) und unterschiedlichen Wartungsanforderungen anhand eines Szenarios miteinander zu vergleichen, das für alle Anbieter identisch ist. In der ersten Offertanfrage werden die Hersteller deshalb angefragt, mit wie vielen Flugzeugen und welchem Logistikpaket ein Einsatz von 4 Flugzeugen permanent in der Luft über 4 Wochen möglich wäre.

    Wenn 4 Kampfflugzeuge im Einsatzraum in der Luft sind, werden 4 weitere für deren überlappende Ablösung bereitgestellt und 4 Flugzeuge, die den letzten Einsatz durchge-führt hätten, wieder für den folgenden Einsatz vorbereitet. Für einen permanenten Betrieb werden also 12 Kampfflugzeuge direkt benötigt. Auf den Flugplätzen sollten weitere 4 Flugzeuge als Reserve bereitstehen. Damit sind 16 Flugzeuge direkt für einen solchen Einsatz nötig.

    Bei Kampfflugzeugen müssen in festgelegten Intervallen Wartungen mit unterschiedli-chem Aufwand und Zeitbedarf durchgeführt werden; bei einem intensiven Einsatz fallen diese Wartungen häufiger an. Von der gesamten Flotte sind zu einem beliebigen Zeit-punkt zwischen 25 und 50 Prozent der Maschinen durch Wartungs- und Reparaturarbei-ten bei der Luftwaffe und in der Industrie gebunden. (Das entspricht auch dem internati-onalen Standard.) Bezogen auf den oben beschriebenen Einsatz wären dies nochmals 6– 16 Flugzeuge. [Wenn durchschnittlich 50% der Flugzeuge in Wartung und Reparatur sind, sind 32 Flugzeuge nötig, damit jederzeit 16 eingesetzt werden können; bei 25% in Wartung und Reparatur sind es 22.]

    Es ist zu beachten, dass für Ausbildung und Training weitere Flugzeuge nötig sind, über jene hinaus, die in Einsatz oder Unterhalt gebunden sind, und dass für Verteidigung der Bedarf noch höher ist.
    https://www.newsd.admin.ch/newsd/messag ... /52455.pdf
  • Luftverteidigung der Zukunft
    12.2 Optionen für die Weiterentwicklung der Systeme für den Schutz des Luftraums

    Die Expertengruppe hat verschiedene Optionen geprüft, wie die Systeme für den Schutz des Luftraums in den 2020er Jahren weiterentwickelt werden könnten. Referenzgrösse für die Optionen bildet das in Kapitel 11 dargestellte Leistungsniveau. Es werden vier Optionen beschrieben, wie sich dieses in je unterschiedlicher Ausprägung und mit je unterschiedlichen Risiken konkret umsetzen liesse, nämlich:
    1. ein Ersatz der heutigen Kampfflugzeugflotte durch 55 bis 70 moderne Kampfflugzeuge und eine umfassende Erneuerung und Leistungssteigerung aufseiten der bodengestützten Luftverteidigung;
    2. ein Ersatz der heutigen Kampfflugzeugflotte durch rund 40 moderne Kampfflugzeuge und eine Erneuerung der Mittel der bodengestützten Luftverteidigung;
    3. ein Ersatz der heutigen Kampfflugzeugflotte durch rund 30 moderne Kampfflugzeuge und eine erhebliche Leistungssteigerung aufseiten der bodengestützten Luftverteidigung;
    4. die Beschaffung von rund 20 modernen Kampfflugzeugen bei gleichzeitigem Weiterbetrieb der F/A-18-Flotte bis zu ihrem Ersatz Mitte der 2030er Jahre und eine Erneuerung der Mittel der bodengestützten Luftverteidigung
    12.2.2 Option 2: Ersatz der heutigen Kampfflugzeugflotte durch rund 40 moderne Mehrzweckkampfflugzeuge und Erneuerung der bodengestützten Luftverteidigung

    [...]

    Leistungen

    Mit diesen Mitteln wäre die Luftwaffe in der Lage, den alltäglichen Luftpolizeidienst autonom zu erfüllen (inkl. 24-Stunden-Interventionsfähigkeit). Mit rund 40 Kampfflugzeugen wäre sie im Falle von Spannungen befähigt, innert weniger Minuten mit fliegenden Patrouillen sowie zusätzlich mit Alarmpatrouillen in erhöhter Bereitschaft am Boden flexibel gegen Luftraumverletzungen und andere Bedrohungen im Luftraum vorzugehen. Es könnte entweder ständig eine fliegende Patrouille mit zwei Kampfflugzeugen während mehrerer Monate oder vier in der Luft eingesetzte Kampfflugzeuge während eines Zeitraums von rund einem Monat eingesetzt werden. In einem bewaffneten Konflikt könnte die Luftwaffe mit rund 40 Kampfflugzeugen eigenständig eine hohe Anfangsleistung erbringen und dabei einem Gegner die Erringung der Luftüberlegenheit zu Beginn während einer beschränkten Zeit und in einem beschränkten Raum über der Schweiz verunmöglichen und über entscheidenden Aktionen der eigenen Bodentruppen eine vorteilhafte Luftsituation erlangen. Darüber hinaus würden auch beschränkte, je nach sicherheitspolitischer Entwicklung ausbaubare Befähigungen zur Luftaufklärung und für den Erdkampf erlangt.
    12.2.3 Option 3: Ersatz der heutigen Kampfflugzeugflotte durch rund 30 moderne Kampfflugzeuge und eine erhebliche Leistungssteigerung aufseiten der bodengestützten Luftverteidigung

    [...]

    Leistungen

    Mit einer Flottengrösse von rund 30 Kampfflugzeugen könnte der alltägliche Luftpolizeidienst qualitativ und quantitativ gut erfüllt werden; im Falle von Spannungen könnte der Luftraum gut zwei Wochen mit fliegenden Patrouillen (4 Flugzeuge) geschützt werden. Bei zeitlich anhaltenden Bedrohungen müssten folglich Risiken in Kauf genommen werden. Bei der Abwehr eines bewaffneten Angriffs dagegen wäre die Gesamtleistung in der Luftverteidigung durch die Kombination einer kleineren Zahl Kampfflugzeuge mit einer leistungsfähigen bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite vergleichbar mit der Option 2. Das Verteidigungsdispositiv wäre indessen statischer, weil dynamische Mittel zur Schwergewichtsbildung in geringerer Anzahl vorhanden wären.
    https://www.vtg.admin.ch/dam/de/sd-web/ ... ukunft.pdf

Papier zu Luft-Verteidigung
Für die SP ist eine gemeinsame Luftwaffe mit Österreich «denkbar»
Der Angreifer müsse nicht einmal «mit Panzertruppen bis zum Rhein vorstossen oder ballistische Raketen einsetzen», schreibt die Partei in einem neuen Positionspapier zum Luftraumschutz. Ein Schwarm von Billigdrohnen genüge.

Das Papier, das am Freitag von der Fraktion verabschiedet wurde, skizziert eine Alternative zum Konzept des Bundesrats. Die SP schreibt, dass der Luftraum nicht erst bedroht sei, wenn das Parlament den Kriegsfall feststelle und den Aktivdienst der Armee anordne. «Wir müssen den Schutz unseres Luftraums auf realistische Szenarien ausrichten», sagt SP-Co-Fraktionschefin Samira Marti und meint damit «hybride Angriffe mit Drohnenschwärmen und Billigraketen».

Leichte Kampfjets statt F-35

Gemäss SP braucht die Schweiz vor allem Detektion, elektronische Abwehr und Punktverteidigung. Dazu zählen rasch verschiebbare Boden-Luft-Feuereinheiten für kürzere Distanzen und auch Kampfjets – aber keine F-35. «Leichte Kampfjets sind zur Abwehr von tief und langsam fliegenden Drohnen viel besser geeignet als F-35», sagt Marti.

Die leichten Jets sind gemäss SP-Papier agiler, kostengünstiger und effektiver. Die Partei schlägt deshalb vor, rund 12 dieser Flugzeuge zu beschaffen. Als Beispiel wird die italienische Leonardo M-346 genannt, die Österreich als Ergänzung zur Eurofighter-Flotte bestellt hat.

Gleichzeitig anerkennt die SP, dass die Schweiz nicht ohne Hochleistungs-Kampfjets auskommt. Diese seien in der Luft-Luft-Verteidigung «unverzichtbar», ebenso bei «Hot Missions» im Rahmen von Luftpolizeieinsätzen. Dafür braucht es Flugzeuge, die mit Überschallgeschwindigkeit fliegen können.

SP will auch keine Patriots

Anstelle der F-35 will die SP jedoch ein europäisches Modell. Für Marti sind die amerikanischen Jets ein «Milliardengrab», wie sie sagt. «Die Schweiz ist sicherer ohne F-35.» Zudem mache sich die Schweiz mit der F-35-Beschaffung sicherheitspolitisch vollkommen von den USA abhängig. «Das ist angesichts der Willkür und Unberechenbarkeit der Trump-Regierung fahrlässig.»

Das Problem ist aber, dass die alten F/A-18-Kampfjets circa 2032 ans Ende ihrer Nutzungsdauer gelangen. Deshalb warnen Bürgerliche vor einer Sicherheitslücke, sollte die F-35-Beschaffung abgebrochen werden. Als Lösung schlagen die Sozialdemokraten vor, den Einsatz der F/A-18 zu verlängern. Wenn diese bis Mitte der 2030er-Jahre betrieben würden, könnte die Schweiz «ohne Zeitdruck» einen europäischen Kampfjet evaluieren.

Dazu kommt, dass sich die SP nicht nur gegen die F-35 wehrt, sondern neu auch gegen die bereits eingeleitete Beschaffung des Flugabwehrraketen-Systems Patriot. Ohne weitreichende Aufklärung seien Patriots mit einer Einsatzdistanz von 50 Kilometern «wenig wirkungsvoll», heisst es im Positionspapier. Zudem koste ein Schuss rund 2 Millionen Franken. Eine solche Waffe gegen Billigdrohnen einzusetzen, sei «grotesk».

Mithilfe von Österreich Kosten sparen

Die SP rechnet, dass je eine Staffel leichte und Hochleistungs-Kampfjets aus Europa, also rund 24 Flugzeuge, rund 3 Milliarden Franken kosten würden. Eine weitere Milliarde käme für den Schutz gegen Drohnen und Billigraketen dazu. Die Patriot- und F-35-Beschaffung hingegen beläuft sich, inklusive Mehrkosten, nach heutigem Stand auf rund 9 Milliarden. «Wir können doch nicht Milliarden in ein ineffizientes System buttern und gleichzeitig bei der Entwicklungszusammenarbeit massiv kürzen», sagt Marti.

Ausserdem will die SP die Zusammenarbeit mit den Nachbarländern intensivieren. «Wir müssen vielmehr mit unseren verlässlichen Partnern in Europa kooperieren, im Rahmen der militärischen Neutralität», sagt Marti. Die Schweiz könne den Luftraum im 21. Jahrhundert nur im Verbund schützen. «Die autonome Landesverteidigung ist ein Relikt aus der Vergangenheit.»

Dabei nimmt die SP die Idee des Strategieexperten Mauro Mantovani auf, die Verteidigung des Luftraums an Frankreich zu übertragen. Für die SP ist zusätzlich auch die Zusammenlegung der Schweizer Luftwaffe mit jener von Österreich «denkbar». So könnten «bedeutende Kosten gespart» und dank der Möglichkeit, sicherheitsrelevante Schwerpunkte zu bilden, «die Sicherheit erhöht werden».

VBS plant keinen Kurswechsel bei den F-35

Das Positionspapier kann als Versuch der SP gedeutet werden, den Bundesrat und die bürgerlichen Parteien doch noch zu einer Kehrtwende bei der F-35 zu bewegen. Wie schwierig das Unterfangen ist, zeigte sich erst am Samstag. Die neue FDP-Co-Chefin Susanne Vincenz-Stauffacher sagte gegenüber dieser Redaktion: «Wenn wir bei der heutigen Bedrohungslage die Sicherheit unseres Landes gewährleisten wollen, müssen wir auch in den sauren Apfel beissen und die Mehrkosten der F-35-Jets tragen.»
Wie schwierig das Unterfangen ist, zeigte sich erst am Samstag. Die neue FDP-Co-Chefin Susanne Vincenz-Stauffacher sagte gegenüber dieser Redaktion: «Wenn wir bei der heutigen Bedrohungslage die Sicherheit unseres Landes gewährleisten wollen, müssen wir auch in den sauren Apfel beissen und die Mehrkosten der F-35-Jets tragen.»

Für Verteidigungsminister Martin Pfister sind F-35 trotz zusätzlichen Kosten zwischen 650 Millionen und 1.3 Milliarden Franken «alternativlos». Mit dem SP-Papier hat er nun aber im letzten Moment einen Denkanstoss erhalten. Demnächst entscheidet der Bundesrat, wie es bei der F-35 trotz Fixpreisdebakel weitergeht. Die Regierung hat eine Arbeitsgruppe aus dem Verteidigungsdepartement eingesetzt, die bis Ende November verschiedene Optionen prüfen muss.

Das VBS plant jedoch keinen Kurswechsel, wie eine Stellungnahme andeutet. Die F-35 sei den anderen verfügbaren Flugzeugen «in allen Disziplinen überlegen» und nur das Patriot-System könne ballistische Kurzstreckenraketen mit bis zu 1000 Kilometer Reichweite abwehren, schreibt das Departement. «Der Verzicht auf die bodengestützte Luftverteidigung grosser Reichweite zugunsten von mehr Systemen mittlerer oder kurzer Reichweite ist keine Alternative.»

Zudem ist laut VBS derzeit kein leichtes Kampfflugzeug erhältlich, das über das gesamte Bedrohungsspektrum die «notwendigen Leistungsanforderungen erfüllt». Und für die Entdeckung und Abwehr von Drohnen sei insbesondere die Sensorleistung entscheidend, über welche die F-35 verfüge.
https://www.tagesanzeiger.ch/luftwaffe- ... 3350927078

Von Völkerrecht haben diese Politiker offenbar überhaupt keine Ahnung. Und dann noch dieser Absatz:
Als Beispiel wird die italienische Leonardo M-346 genannt, die Österreich als Ergänzung zur Eurofighter-Flotte bestellt hat.
Wir haben, wie schon die letzten 17 Jahre, überhaupt nichts "bestellt". Seit Jahren kommt die Schweizer SP mit irren Anleihen aus Österreich daher:
  • «Weihnachts-Wunschliste präsentiert»: So reagieren die Parteien auf die Kampfjetpläne (8. November 2017)
    SP: keine Notwendigkeit

    Kritisch gibt sich auch die SP: Zum jetzigen Zeitpunkt bestehe keine Notwendigkeit für eine derartige Luxus-Beschaffung, teilte die Partei mit. Die bestehenden F/A-18 könnten noch bis mindestens 2035, wenn nicht bis 2040 weiterfliegen.

    Zudem seien Parmelins Pläne von bis zu 40 neuen Jets massiv überdimensioniert. Das flächenmässig doppelt so grosse Österreich komme mit der Hälfte aus.
    https://www.thurgauerzeitung.ch/schweiz ... ld.1463733
  • Kampfjet-Gegner holen sich Munition in Österreich (12. Januar 2020)
    Bei der Milliarden-Frage zieht die SP den Joker: Sie bringt jetzt Österreich als Argument ins Spiel, um den 6 Milliarden teuren Kampfjetkauf zu bodigen. Die Österreicher brauchen ebenfalls Abfangjäger. Die neue Regierung von Bundeskanzler Sebastian Kurz wird bald entscheiden, welchen Typ sie bestellt. Sie tut sich schwer damit – zumal die letzte Beschaffung des Eurofighter von einem Schmiergeldskandal überschattet wurde. Schon jetzt ist aber klar, dass Österreich im Vergleich zur Schweiz deutlich weniger Geld ausgeben wird.

    Mehr noch: Die österreichische Armee wagt sich nicht einmal, Ansprüche wie ihr Schweizer Pendant zu stellen. In einem Bericht bezifferten letzten Herbst Experten des Bundesheeres die benötigten Mittel auf 1 Milliarde Euro. Mit dem Geld würden alte Saab-105-Düsentrainer ersetzt, und der Eurofighter bekäme ein Update. Eine früher präsentierte Variante sieht vor, beide Typen für rund 2 Milliarden Euro auszutauschen. Dies kostet immer noch rund dreimal weniger als die Ersatzlösung für die alten Tiger und F/A-18 in der Schweiz.

    SP-Nationalrätin Priska Seiler Graf sagt deshalb: «Der Luftraum kann mit deutlich weniger Geld geschützt werden, als uns das Verteidigungsdepartement weismachen will.» Sie betont, dass Österreich ein Nachbarland mit ähnlicher Topografie sei und wie die Schweiz nicht der Nato angehöre.

    Anstelle von Hochleistungsjets will die SP leichtere und billigere Flugzeuge kaufen. Sie würden für den Luftpolizeidienst eingesetzt. Dadurch könnten die F/A-18 geschont und länger verwendet werden. Als Zweitflugzeug käme etwa der Leonardo M-346 aus Italien infrage, der auch in Österreich als Saab-Ersatz gehandelt wird. «Das Beispiel Österreich bestätigt, dass unser Alternativkonzept kein Hirngespinst ist», sagt Seiler Graf. Doch das VBS habe kostengünstigere Modelle nicht einmal geprüft.

    SVP: «Österreich hat keine funktionierende Luftwaffe»

    Unter anderem mit dem Österreich-Argument bekämpften die Gegner in der Schweiz schon 2014 den Gripen. Der damalige Verteidigungsminister Ueli Maurer sorgte sogar für einen Eklat, als ihn das Schweizer Fernsehen vor laufender Kamera konfrontierte. Er geisselte einen Beitrag, in dem die Verhältnisse in Österreich Thema waren, als einseitig und tendenziös.

    Nach wie vor lassen die Befürworter das Beispiel Österreich nicht gelten. Obwohl sich die zwei Länder in vielem ähnelten, sei der Vergleich «sehr schlecht», sagt SVP-Nationalrat Thomas Hurter. «Österreich hat keine funktionierende Luftwaffe wie wir. Sie ist nur eingeschränkt handlungsfähig.»

    Österreichs Flotte ist klein: 15Eurofighter und ein Dutzend Saab 105. Das VBS will gemäss neusten Zahlen 36 bis 40 Jets bestellen. Die Luftwaffe der Österreicher ist zudem defensiver ausgerichtet, und ihre Flieger überwachen den Luftraum nur am Tag. In der Schweiz sind ab 2021 rund um die Uhr Interventionen möglich. «Wenn man eine Luftwaffe wie die Österreicher betreibt, braucht es weniger Flugzeuge. Deshalb sind auch ihre Kosten bei der Beschaffung tiefer», sagt Hurter, der Pilot ist.
    https://www.derbund.ch/kampfjet-gegner- ... 8226804476
theoderich
Beiträge: 28166
Registriert: So 29. Apr 2018, 18:13

Re: Schweiz: Programm "Air2030"

Beitrag von theoderich »

War klar, dass die APA diese Hirngespinste aufgreift:

Schweiz wälzt Verteidigungspläne: 30 neue Jets oder eine gemeinsame Luftwaffe mit Österreich?

https://www.diepresse.com/20340622/schw ... gemeinsame


Schweiz: Sozialdemokraten erwägen gemeinsame Luftwaffe mit Österreich

https://www.derstandard.at/story/300000 ... =niewidget


Schweizer Sozialdemokraten erwägen Luftwaffe mit Österreich

https://www.kleinezeitung.at/politik/in ... esterreich


Um Kosten zu sparen
Schweiz erwägt gemeinsame Luftwaffe mit Österreich

https://www.krone.at/3967436
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