Entwicklungen Fliegerabwehr

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Wolfgang
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von Wolfgang »

Ja schon richtig. Alles unter einem Hut, ein Leitsystem das alle Luftverteidigungsmöglichkeiten vereinen kann. Man muss den ganzen Bericht lesen. Hier steht auch V-ShORAD (Mistral) und Artillerie. Das entspricht vermutlich unseren angestrebten MARS. Hier sollen dann auch alle Radare und Systeme zusammengefasst und geleitet werden. Italien beschafft das SAMP/T NG für die Langstreckenabwehr unter selbigen Namen und unter den Namen Grifo-Luftverteidigung für kurze/mittlere Luftabwehr das CAMM-ER System.
theoderich
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von theoderich »

Verweigerer hat geschrieben: Di 12. Sep 2023, 16:27 IRIS-T für Österreich
theoderich hat geschrieben: Fr 15. Mär 2024, 05:32In diesem Zusammenhang sei Stelle auch darauf hingewiesen, dass seitens der Rüstungsdirektion dieser Tage parallel zu Sky Shield betreffend der bodengestützten Luftabwehr mittlerer Reichweite (GBAD-MR) die Vorhabensabsicht für die RFI-Informationseinholung an diverse Hersteller fertig wurde. Auch wenn bereits mehrfach von einer „Partnerschaft” rund um acht, der auch in der Ukraine bereits bewährten deutschen Systeme Iris-T SLM/X von Diehl Defence berichtet wurde, wird darin – und das war stets die Absicht auch abseits der ESSI-Schritte – nochmals der Markt von bis zu 16 Anbietern adressiert.
theoderich hat geschrieben: Di 23. Apr 2024, 19:54Der Chefplaner des österreichischen Bundesheeres und stellvertretende Generalstabschef, Generalleutnant Bruno Hofbauer, sagte, derzeit würden Rückmeldungen aus anderen EU-Staaten und aus den USA analysiert. „Mit Jahresmitte müssten wir so weit sein, dass wir sagen können, in diese Richtung gehen wir weiter.“
theoderich hat geschrieben: Mi 24. Jul 2024, 13:48HOFBAUER: „IRIS-T ist eine Möglichkeit. Es gibt auch andere europäische Systeme. Der Abschluss der Beurteilung ist noch nicht erfolgt, sollte aber, aus meiner Sicht, im dritten Quartal heurigen Jahres noch zu entscheiden sein.
theoderich hat geschrieben: Do 12. Sep 2024, 16:51„Wir befinden uns in der Endphase der Verhandlungen und arbeiten intensiv an der Umsetzung“, heißt es aus dem Verteidigungsministerium: Es gehe hier um eine große Summe Geld, im Sinne der Steuerzahler „müssen wir daher alles besonders prüfen und verhandeln“.
theoderich hat geschrieben: Do 27. Mär 2025, 17:53Die Entscheidung ist noch nicht getroffen. Wir prüfen alle Optionen und schauen auch, welche anderen Systeme es gibt.
theoderich hat geschrieben: Sa 10. Mai 2025, 13:47Aktuell sieht der Zeitplan die Vertragsunterzeichnung Ende 2025/Anfang 2026 vor. Die Systemeinführung ist voraussichtlich ab 2028 möglich.
theoderich hat geschrieben: Sa 24. Mai 2025, 09:57Die Entscheidung für das System der mittleren Reichweiten falle bald, so Tanner im APA-Interview am Freitag.
theoderich hat geschrieben: Do 2. Okt 2025, 12:16In Österreich werde mit Blick auf MRAD ein wettbewerbliches Vergabeverfahren angestrebt, 2026 soll es einen Entscheid und eine Kaufempfehlung geben.
theoderich hat geschrieben: So 5. Okt 2025, 05:33Wir haben im Aufbauplan Systeme für kurze Reichweiten vorgesehen, bei den mittleren Reichweiten schauen wir, welches System es werden kann, da hoffen wir, die Entscheidung Ende des Jahres treffen zu können.
theoderich hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 09:15Bis Jahresende will man sich für ein System der Flugabwehr mittlerer Reichweite entscheiden - also für Fähigkeiten, die bis rund 50 Kilometer weit und bis etwa 25 Kilometer hoch wirken können.

[...]

Läuft alles nach Plan, sollen die ersten Feuereinheiten ab 2029 zulaufen.
Iran-Krieg: „Österreich muss Luftabwehr massiv aufbauen“, drängt Bundesheer-General Hofbauer
Welche Lehren ergeben sich aus dem Iran-Krieg für das Bundesheer?

Dass jetzt gezielt ein britischer Stützpunkt auf Zypern angegriffen wird, ist schon eine Ausweitung dessen, was wir bisher gesehen haben. Solche Bedrohungsszenarien rücken immer mehr an Europa und Österreich heran. Es unterstreicht, dass die Luftabwehr massiv und rasch aufgebaut werden muss.

Österreich will eine bodengebundene Luftabwehr für die mittlere und hohe Reichweite beschaffen. Was kann damit abgewehrt werden?

Die mittlere Reichweite wirkt bis zu 50 Kilometer und bekämpft unterschiedliche Bedrohungen: von der größeren Drohne bis zum Kampfflugzeug und Hubschrauber. Sie wirkt aber nur eingeschränkt gegen Marschflugkörper und ballistische Raketen. Vor allem Letztere sind eine typische Aufgabe für die Systeme großer Reichweite.

Verwirrung herrscht da ja immer wieder, inwieweit hier bei der Luftabwehr das „European Sky Shield“ eine Rolle spielt.

Ja, dieser Begriff ist deutlich breiter geworden. Da hat sich etwas gewandelt.

Ursprünglich wurde unter dem „Sky Shield“ eine von Deutschland initiierte Beschaffungskooperation für das deutsche System Iris-T-SLM – bodengebundene Luftabwehrsysteme mittlerer Reichweite – verstanden. Auch Österreich ist dieser Initiative beigetreten, gemeinsam mit einigen anderen Staaten.

Ja. Aber mittlerweile wird das Vorhaben unter der EU-Bezeichnung „European Air Shield“ viel breiter gesehen. Es geht jetzt darum, dass sich die teilnehmenden Nationen, die Luftabwehrkapazitäten haben, vom Nordkap bis zum Mittelmeer, zusammenschließen, damit ihre verschiedenen Systeme zusammenwirken können. Auch soll die europäische Rüstungsindustrie in diesem Bereich gestärkt werden. Es ergibt schon Sinn, gemeinsame Fähigkeiten aufzubauen.

Es geht jetzt darum, im Rahmen dieser Initiative die Systeme der Staaten abzustimmen und zu kooperieren – aber nicht mehr darum, dass jetzt alle das deutsche System Iris-T-SLM kaufen sollen?

Genau.

Auch Österreich könnte also ein anderes System als IRIS-T-SLM kaufen und dennoch an der Initiative teilnehmen, um etwa Daten- und Logistikkooperationen zu schließen?

Natürlich.

Zeichnet sich da schon ein grober Preisrahmen für die Beschaffung der Systeme mittlerer Reichweite ab?

Der LKW und die Abschusseinrichtungen sind verhältnismäßig günstig, das wirklich Teure sind aber die Lenkwaffen. Ich halte mich zurück, aber sagen wir so: Wir haben geistig da schon etwa zweieinhalb Milliarden Euro eingepreist. Das heißt aber nicht, dass wir das auch ausgeben müssen.

Wann soll denn über den Kauf entschieden werden?

Realistischerweise sollte die Typentscheidung heuer im Sommer fallen. Das ist aber auch vom künftigen Verteidigungsbudget abhängig.

Bei den Systemen für die größere Reichweite zeichnet sich hingegen keine so rasche Entscheidung noch in diesem Jahr ab?

Nein. Dafür bräuchten wir auch ein eigenes Finanzierungsgesetz. Da sprechen wir von Kosten von vier Milliarden Euro plus.
https://www.diepresse.com/20644517/iran ... gt-general
Zuletzt geändert von theoderich am So 8. Mär 2026, 21:43, insgesamt 5-mal geändert.
maro-airpower
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von maro-airpower »

Die Aussage «Man hatte schon länger die Vermutung, dass die Schweiz nicht mehr auf einer Position ist, auf der sie beliefert wird» ist ein Hammer.
Sie zeigt klar auf, was ich die ganze Zeit schon sage. Bei Großwaffensystemen mit großer technischer und Versorgungsabhängigkeit muss man die strategische Komponente mit im Blick haben.

https://www.srf.ch/news/schweiz/wegen-i ... ns-5-jahre
theoderich
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von theoderich »

Sky Shield am Ende?
Österreichs Luftabwehr hängt am seidenen Budgetfaden
Tatsächlich zeigt die Eskalation im Nahen Osten einmal mehr, welches Schadenspotenzial Angriffe aus der Luft in einem militärischen Konflikt darstellen und dass deren systematische Abwehr ein entscheidender Faktor ist. Außerdem beschränkt sich die Bedrohung nicht mehr auf unmittelbar beteiligte Staaten . Umgelegt auf Österreich, das einer solchen Bedrohung derzeit völlig ungeschützt ausgesetzt wäre, heißt das: Der Aufbau einer Luftverteidigung zumindest in Ansätzen ist kein Luxus, sondern längst überfällig.
Das Herzstück, die bodengebundene Luftabwehr kurzer und mittlerer Reichweite (bis ca. 50 Kilometer), ist allerdings noch lange nicht in trockenen Tüchern.

Denn diese Investition mit einem Volumen von rund 2,5 Milliarden Euro wurde zwar im Landesverteidigungsfinanzierungsgesetz eingepreist. Die darin ( und auch im Regierungsprogramm) vereinbarten Ziele decken sich mittlerweile aber nicht mehr mit dem aktuellen „Budgetpfad“ 2027 - 2029. Auf diese Lücke wies Generalstabschef Rudolf Striedinger unlängst deutlich hin: „Wenn man jetzt einen Vergleich macht zwischen dem, was eigentlich das Landesverteidigungsfinanzierungsgesetz vorsieht, und dem, was wir tatsächlich gesetzlich als Vorgabe im Budgetrahmen bekommen, entstand ein Fehl von sechs Milliarden Euro, die wir eigentlich brauchen, um unser Ziel zu erreichen. Ja, das ist ziemlich viel Geld.“

Budgetsanierung oder Rüstungsausgaben?

Insofern richten sich die ÖVP-Sujets nicht nur gegen die FPÖ, die Österreichs Beteiligung an der europäischen Sky-Shield-Initiative kategorisch ablehnt. Sie sind auch ein Signal an Koalitionspartner SPÖ mit Finanzminister Markus Marterbauer kurz vor dem Start der Verhandlungen für das Doppelbudget 2027/28. Österreichs Verteidigungsausgaben sind zwar bis zu einem gewissen Grad durch die „nationale Ausweichklausel“ von den strengen EU-Schuldenkriterien ausgenommen, dennoch hat für Marterbauer die Budgetsanierung Priorität. Wenn der Staat schon Milliarden für Sky Shield und andere Rüstungsprojekte ausgibt, müssten diese aus seiner Sicht irgendwie gegenfinanziert werden.

Jeder meint mit Sky Shield etwas anderes

Wobei mit dem Begriff „Sky Shield“ ohnehin nur noch Klaudia Tanner und ihre ÖVP offensiv umgehen. Weil sich darunter mittlerweile jeder etwas anderes vorstellt, gilt im Militär eine andere Sprachregelung. Im Interview mit der „Presse“ sagt Chefplaner Generalleutnant Bruno Hofbauer: „Mittlerweile wird das Vorhaben unter der EU-Bezeichnung ,European Air Shield‘ viel breiter gesehen. Es geht jetzt darum, dass sich die teilnehmenden Nationen, die Luftabwehrkapazitäten haben – vom Nordkap bis zum Mittelmeer –, zusammenschließen, damit ihre verschiedenen Systeme zusammenwirken können.“

Für Österreich heißt das auch: Es geht nicht mehr um die gemeinsame Beschaffung des Luftabwehrsystems Iris-T SLM mit Deutschland, wie das noch 2023 vom Verteidigungsministerium kommuniziert worden war. Mittlerweile sondiert man die Produkte von sechs verschiedenen Herstellern, auch ein Mix an Systemen erscheint möglich. „Lkw und die Abschusseinrichtungen sind verhältnismäßig günstig, das wirklich Teure sind aber die Lenkwaffen“, sagt Hofbauer zu den Überlegungen dahinter. Die Typenentscheidung soll im Sommer fallen – hängt aber vom künftigen Verteidigungsbudget ab.

Echte Raketenabwehr noch in weiter Ferne

Von einer echten „Raketenabwehr“, wie sie manchen Politikern weiterhin vorschwebt, hat man sich im Bundesheer geistig ohnehin schon verabschiedet. Da geht es nämlich um Langstrecken-Luftabwehrraketensysteme, vergleichbar mit den derzeit in der Golfregion eingesetzten „Patriots“ . Kosten: mindestens vier Milliarden Euro. Und dafür bräuchte es ebenso eine noch zu beschließende Sonderfinanzierung wie für die Eurofighter-Nachfolge, die nächstes Jahr entschieden werden sollte.
https://www.kleinezeitung.at/politik/in ... udgetfaden
M60A3Ö
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von M60A3Ö »

Für Österreich bei dem Budget könnte es eventuell auch günstiger werden, könnte mir auch diese Variante vorstellen:
Fern-Abfangjäger LUCAS oder Roadrunner-M
Trägerplattform Hochmobiler LKW (8x8) -Startrampen für Interceptor-Drohnen-
Frühwarn-Sensorik ELM-2084 MMR (mobil)
Nahbereichsschutz Skynext / Skyrange
500 Mio. €: Beschaffung von 5.000 Interceptor-Drohnen (Massenproduktion senkt Preis).
800 Mio. €: 20 mobile Radar-Einheiten und Command-Centers (LKW-basiert).
400 Mio. €: 100 mobile Start-LKW (modifizierte Standard-Logistik-LKW).
300 Mio. €: Integration, KI-gestützte Vernetzung und Ausbildung.
Anforderungen große Reichweite, Drohnenfokus, Mobilität, Budget würde ich hier einigermaßen abdecken.
theoderich
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von theoderich »

Schutz immer wichtiger
Rufe nach Sky Shield werden auch bei uns lauter

https://www.krone.at/4070222

https://www.facebook.com/share/1EJSyqi8v3/

Die "Krone" ist völlig schizophren.
iceman
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von iceman »

Vier Jahre nach Beginn des Ukrainekrieges hat man außer skyranger für den Begleitschutz und modernisierte Mistral und 35 mm FLA in Österreich nach wie vor - nichts.

Mir ist klar, das so eine Beschaffung Zeit braucht, nur in Österreich hat man es besonders nicht eilig….
anastasius
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Registriert: Fr 27. Sep 2019, 00:39

Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von anastasius »

theoderich hat geschrieben: So 8. Mär 2026, 07:00 Schutz immer wichtiger
Rufe nach Sky Shield werden auch bei uns lauter

https://www.krone.at/4070222

https://www.facebook.com/share/1EJSyqi8v3/

Die "Krone" ist völlig schizophren.
Besonders die Kommentare unter dem Artikel.
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