der Sikorsky H-60 Black Hawk.


der Black Hawk Prototyp YUH-60 demonstriert seine Wendigkeit.
© Sikorsky

Der Black Hawk ist der Gewinner des US-amerikanischen "Utility Tactical Transport Aircraft System" (UTTAS) Programms. Dabei ging es um die Nachfolge der Helikopter aus der UH-1 "Huey" Serie bei den amerikanischen Streitkräften.
Am 17. Oktober 1974 hob der YUH-60A zu seinem Erstflug ab. 1978 lieferte Sikorsky den ersten Serienmaschine des H-60 Hubschraubers aus, einen UH-60A Black Hawk für die US Army.
Am 26. September 2002 lieferte Sikorsky bereits etwa 2.600 Black Hawks an die Streitkräfte von insgesamt 24 Staaten aus. Österreich ist jetzt der 25. Staat, der den Hubschrauber betreibt. In der EU fliegen sonst noch Spanien und Griechenland den Black Hawk - genauer gesagt die Marineversion Seahawk.

   
der Black Hawk - die wichtigsten Varianten

Nachtoperation in Afghanistan. © US Army

Die Black Hawk Familie gliedert sich im wesentlichen in zwei Stammbäume auf:
- der Black Hawk und
- der Seahawk, die Marineversion
Seit seiner Einführung bei der US Army im Jahr 1978 wurden so viele Varianten des Hubschraubers entwicklet, wie von kaum einen anderen Flugzeug. Die folgende Aufstellung zeigt nur die wichtigsten Gruppen.

 
  BLACK HAWK - Varianten
mit dem UH-60L können nun auch schwere Lasten, wie das Nahbereichs-Luftabwehrsystem Avenger, verlegt werden. Beide Photos: © US Army
UH-60L Black Hawk ('Utility'). Die UH-60 Reihe ist der Standard-Transporthubschrauber in der Black Hawk Familie und die am meisten ausgelieferte Version . Der Erstflug eines UH-60A fand 1974 statt. Seit Oktober 1989 produziert Sikorsky den UH-60L Black Hawk. Durch die neuen T700-GE-701C Triebwerke ist um 24% leistungsstärker als der UH-60A, der seit 1978 betrieben wurde.
   
HH-60L Medevac.
Der HH-60L ist die Black Hawk Version für den Kranken(ab)-transport. Dafür ist er mit 6 Tragbahren und umfangreicher medizinischer Ausrüst-ung ausgestattet. Eine Bergungswinde wurde ebenfalls angebracht.
(Medevac - medical evacuation)

Der modernere HH-60Q ist mit FLIR und einer TACAN Navigationsanlage ausgestattet. © Sikorsky
   

© US Air Force


HH/MH-60G Pave Hawk. Der MH-60G ist die Version für Such- und Rettungsaktionen der U.S. Air Force, National Guard und der Air Force Reserve. Damit ist er der Nachfolger des HH-60D Night Hawk. 1992 wurden alle MH-60G in HH-60G umbenannt.


ein Pavehawk verläßt den Bauch einer C5B Galaxy.
© US DoD
Zur Steigerung der Reichweite kann die interne Treibstoffkapazität um bis zu 700 Liter vergrößert werden. Eine Luftbetankungssonde wurde angebracht und das Mitführen von externen Zusatztanks ermöglicht. Die Kommunikationsanlage des Pavehawk ist abhörsicher und durch ein Satellitenkommunikationssystem ergänzt worden. Die Navigationsanlage wurde mit einem Doppler/INS System (Trägheitsnavigation) und einer "Digital Moving Map" aufgerüstet. Auch ein Honeywell AN/APN-239 Wetter/Geländefolgeradar mit Farbdisplay und ein Raytheon AN/AAQ-16 Pave Low III FLIR (Forward Looking Infrared Reciver) wurde installiert. Der Pavehawk hat einen Bergungshaken und führt zwei Cal50 Maschinengewehre für die Doorgunner zur Selbstverteidigung mit.
Die neuerste Version HH-60G Block 162 hat ein Glas-Cockpit, ein neues Verteidigungssystem mit modifizierter Täuschkörper-Anlage und überarbeitete Navigations- und Kommunikationssysteme. Das Radar wurde versetzt.
   
  MH-60A/K/L. Der MH-60 ist die Black Hawk Variante für Spezialeinsätze. Er ist dafür gebaut, im Tiefflug tief in feindliches Territorium vorzudringen.
MH-60A: die ersten 30 UH-60A, die für Spezialeinsätze des 160. Special Operations Aviation Regiment (SOAR) der US Army modifiziert wurden.
der MH-60K

beide Photos © US Army
MH-60K: US Army Special Operations Aircraft (SOA), Prototyp aus 1988.
Auf Basis des UH-60L mit T700-GE-701C Triebwerken und überarbeiteten Getriebe. Möglichkeit für die zusätzliche Mitnahme von insgesamt 3.141 Litern Treibstoff (intern und extern), Einbau einer Luftbetankungssonde, Multifunktionsbildschirme, einer BAE Systems AN/ARN-148 Omega/VLF Navigationsanlage, einem AN/APQ-174B Terrainfolgeradar, einem Raytheon Systems AN/AAQ-16 FLIR, einer Täuschkörperanlage M-130 (Chaff/Flare Dispenser), einem AN/ALQ-144 IR Störgerät, Laserzielgerät, und Drahtabweiser. Das SOA kann auch Stinger Luft-Luft Raketen einsetzen, hat ein überarbeitetes Defensivpaket, ein Laserzielgerät, und kann feindlichen Funkverkehr stören. Für die beiden Bordschützen werden 7,62mm Maschinengewehren M-60D oder auch 7,62mm M134 Miniguns installiert.
© Everett McEwan

Der MH-60L ist eine kostengünstigere Variante des MH-60K, der zunächst als unrealisierbar galt. Auffälligster Unterschied zum MH-60K ist das Wetterradar und im obigen Falle die fehlende Luftbetankungssonde. Auch der 'L' wird vom 160th SOAR eingestetzt.
 
  AH-60L DAP. Dieser Kampfhubschrauber wurde 1990 aus dem MH-60L speziell für das 160th SOAR entwickelt. DAP steht für 'Direct Action Penetrator' - der AH-60L wurde für das Absetzen von Truppen in stark verteidigten Zielgebieten und zur Feuerunterstützung entworfen. Er besitzt im Wesentlichen die gleiche Ausstattung wie der MH-60L und kann zusätzlich ein beachtliches Waffenspektrum mitführen.

beide Photos: © Janes
  Der DAP kann beispielsweise mehrere 30mm Maschienkanonen M230 des AH-64 Apache, 4 bis 8 Hellfire Panzerabwehrraketen, 19fach-Raketenwerfer für ungelenkte 2.75in Raketen, automatische 40mm Granatwerfer oder schwenkbare M134 7.62 mm Gatling-Miniguns mitführen. Standardmäßig ist er an Backbord
mit einer 30mm Maschinenkanone und Steuerbord mit einem 19fach 2.75in
Raketenwerfer bewaffnet. Dazu kommen beiseitige 7,63mm Miniguns.
 

oben: das Sultanat Brunei betreibt Black Hawks für VIP-Transporte und SAR Aufgaben.
S-70A Black Hawk.
Das ist die Exportreihe der UH-60 Serie. Österreich ist der 25. Betreiberstaat der Black Hawk Familie.
Einige Beispiele: S-70A-1 Desert Hawk: wüstentaugliche UH-60A für Saudi Arabien;
S-70A-5 Philippinen; '9' Australien; '11' Jordanien; '17' und '28' Türkei; '21' Ägypten; '22' Korea; '24' Mexikanische UH-60L; '25/26' Marokko, mit Wetterradar; '27' Hong Kong; Türkei; S-70A-50 Yanshuf II (Eule) Israel.


Übung mehrerer S-70A-9 der australischen Streiträfte.
© Australian DoD

japanischer S-70A - photo by JSDF.
dieser japanische Black Hawk ist mit dem External Tank System ETS, einem Wetterradar und FLIR ausgerüstet.
   
S-70A Firehawk. Der Firehawk wurde aus dem UH-60L speziell für die zivile und militärische Brandbekämpfung entwickelt.
   
ein EH-60L Advanced
Quick Fix. © US Army
EH-60A Quick Fix, die EW / ELINT Version der US Army. Zur elektronischen Kriegsführung hat der Quick Fix Antennenanlagen, die Kommunikationssignale auffangen und stören können.
  Der EH-60L ist eine Weiterentwicklung auf der Basis des UH-60L Ausgerüstet ist der EH-60L mit einer AN/ALQ-151 (V)2 Quick Fix IIB Abhöranlage, einem AN/TLQ-17A Störgerät, Täuschkörperwerfer CM-130 /Chaff/Flare) und zahlreiche weitere Stör- und Raketenwarngeräte zum Selbstschutz
Der EH-60C ist eine fliegende Kommando und Führungsplattform.
   
  VH-60 White Hawk (Executive Transport). Der VH-60 ist ein Hubschrauber für den VIP Transport. Der Präsident der Vereinigten Staaten fliegt einen VH-60N mit dem Rufzeichen "Marine One".


auch der US Präsident fliegt Black Hawk (Außerdem: einen Sikorsky VH-3D "SeaKing").

 
  SEAHAWK - Varianten
  Der Seahawk ist die Basis für alle maritimen Varianten der Black Hawk- Familie. Der Erstflug eines SH-60B fand am 11. Februar 1983 statt. Die Seahawks sind für den Einsatz über dem Meer perfekt angepasst (Salzwasser!). Außerdem sind sie mit einem automatisch zusammenklappbaren Rotorkopf und beiklappbaren Heckausleger ausgerüstet, um auf Schiffen weniger Platz einzunehmen. Seahawks sind mit zwei General Electric T700-GE-401C mit 3,400 Wellen-PS und einem 2.250 Liter Tank ausgerüstet. Sie können typischer Weise etwa 1.800 kg intern und 2.725 kg extern transportieren.
   


ein SH-60B der US Navy
© Sikorsky

  SH-60B Seahawk. Der SH-60B ist die Marineversion des UH-60A Black Hawk. Er ist die Plattform des sogenannten Light Airborne Multi-Purpose Subsytem (LAMPS) Mark III. Damit kann dieser Bordhubschrauber in die Bordsysteme seines Mutterschiffes voll integriert werden. Zu seinen Aufgaben zählen die Bekämpfung von U-Booten und Oberflächenzielen sowie die Identifikation und Zielerfassung von Schiffen über den Horizont hinweg. Die Besatzung besteht aus einem Piloten, dem Co-Pilot und den beiden Sensorik- und Waffen-Operatoren. Das RAST (Recovery Assist, Secure and Traversing system) ermöglicht Landungen auch bei schwerer See.
   
ein Seahawk der taiwanesischen Marine.
© Sikorsky
S-70B Seahawk. Der S-70B ist die Exportversion des U.S. Navy SH-60B. Den Seahawk nutzen derzeit Spanien, Australien, Japan, Taiwan, Griechenland, die Türkei und Thailand.


© Sikorsky
Auch er ist mit Tauchsonar, Sonarbojen, ESM-Systemen und FLIR ausgerüstet. Er kann sowohl Torpedos, als auch Penguin- oder Hellfire-Raketen einsetzen.
Neben seinen prinzipiellen Aufgaben, der Bekämpfung von U-Booten und Schiffen, kann der S-70B auch z.B. für Such- und Rettungsaufgaben, für die Verorgung oder für MEDEVAC-Einsätze verwendet werden werden.
Der S-70B besitzt dafür ein Raytheon AN/APS-124 Suchradar, ein Rockwell Collins AN/ARN-118(V) Tacan, ein AN/APN-127 Doppler Radar, eine AN/ARA-50 UHF Richtfunkanlage und ein AN/APR-194 (V) Radar Höhenmessgerät von Honeywell.
Ein System zur U-Bootbekämpfung inklusive Sonarbojenwerfer und ein AN/ASQ-81 (V)2 magnetischer Anomalie Detector.
Als Bewaffnung stehen zwei Mark 46 oder Mark 50 ALT Torpedos zur Verfügung. Durch das AAS-44 Zielsuch- und markierungssystem kann der Seahawk auch Kongsberg AGM-119B oder Hellfire Raketen gegen Oberflächenziele einsetzen.
Zur weiteren Ausstattung zählt das ALQ-142 ESM-System (electronic support measures), das AN/ALQ-144 IR-Störgerät von BAE Systems, ein AN/ALE-47 Täuschkörperwerfer von Lockheed Martin, AN/AAR-47 Raketenwarner von Honeywell und das AN/AAS-38 FLIR
   
  MH-60R. Die US Navy möchte alle SH-60B und SH-60F Helikopter mit der neuen Allzweck-Version MH-60R ersetzen.

Der MH-60R ist in der ASuW-Rolle mit 4 Hellfire Lenkwaffen gegen kleinere Schiffe ausgerüstet.
© Sikorsky
  Der MH-60R ist für Einsätze gegen U-Boote (Under Sea Warfare - USW) und gegen Oberflächenziele (Anti-Surface Warfare - ASuW) vorgesehen.
 
MH-60S Naval Hawk. Der MH-60S kombiniert den größeren Black Hawk Rumpf mit Seahawk Bauteilen und dem T-700-GE-401C Triebwerk.

der Naval Hawk ersetzt den MH-53 bei der Minenräumung aus der Luft. © Sikorsky



VERTREP - Vertical Replenishment - wird die Versorgung von Schiffen mit Hubschraubern bezeichnet.
© US Navy
Etwa 237 Maschinen wurden bestellt. Diese Version ist für die Versorgung von Schiffen , bewaffnete Such- und Rettungsaktionen (Combat Search and Rescue - CSAR), Sondereinsätze und für die Minenräumung (Airborne Mine Countermeasures) vorgesehen. Der MH-60S kann neben Maschinengewehren auch eingeschränkt Hellfires und ungelenkte Raketen einsetzten. Im August 2002 wurde Northrop Grumman mit der Entwicklung des Rapid Airborne Mine Clearance System (RAMICS) beauftragt. Damit kann der Naval Hawk mit einem Laserzielerfassungsgerät Minen anvisieren und mit einer 30mm Mk44 Bordkanone ein Superkavitationsprojektil auf die Mine abfeuern (optimale "Flugbahn" unter Wasser)
   
  S-70A (N). Das ist die Exportversion des MH-60S mit einem anderen Cockpit.
   
  Der SH-60F CV Helo ist für die
U-Bootbekämpfung im Nahbereich optimiert. Da die eigenen Schiffe die Erfassung von feindlichen U-Booten erheblich beeinträchtigen, ist das eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Dafür ist der SH-60F mit einem aktiven AQS-13F Tauchsonar von AlliedSignal Ocean Systems und bis zu drei Mark 50 Torpedos ausgerüstet.
Der SH-60F wird in erster Linie von den amerikanischen Flugzeugträgern aus eingesetzt.
 © Sikorsky
   
HH-60H. Der HH-60H ist ein bordgestützer Mehrzweckhubschrauber. Obwohl er in serster Linie zur Versorgung der Flotteneinheiten eigesetzt wird, ist er auch für Anlandungen, MEDEVAC-Einsätze, Einsätze gegen Oberflächenziele oder für Such- und Rettungsaufgaben geeingnet. Die Reichweite des HH-60H wurde gesteigert. Der HH-60H kann mit Stinger oder Hellfire Raketen bewaffnet werden und ist mit einem ALQ-144 IR-Störgerät ausgerüstet.
oben: der HH-60H wird oft als Verbindungsflugzeug mit Truppen an Land eingesetzt. Er kann neben den
4 Besatzungsmitgliedern auch 8 Passagiere befördern.

© Sikorsky
   
  Der HH-60J Jayhawk ist die Variante für die U.S. Coast Guard. Er wird neben seinen klassischen Such- und Rettungsaufgaben auch für polizeiliche Einsätze, wie etwa der Drogenbekämpfung, und für Umweltschutzmaßnahmen eigesetzt.

© USCG
   
  die Zukunft: der UH-60M

Schon bald wird der UH-60M die neue Standard- und Basisversion der Black Hawk-Familie. Von den etwa 1.550 Black Hawks der US Army sind noch 2/3 alte UH-60A Hubschrauber. Daher gilt zunächst: Aufrüsten statt Neubauten. Die UH-60M bekommen ein neues General Electric T700-GE-701D Triebwerk mit etwas mehr Leistung gegenüber der C-Version. Die Rahmenstruktur wird verstärkt und es werden neue Rotorblätter angebracht. Außerdem bekommen die Black Hawks digitale Glascockpits und ein GPS/INS Navigationssystem. Etwa 2006 sollen die ersten UH-60M in Dienst gestellt werden.
dieser UH-60L ist mit zwei M60D Maschinengewehren bewaffnet.
   
Gallerie - einfach anklicken!  
ein UH-60L vor der Freiheitsstatue - Photo: Sikrosky. ein MH-60K - Photo: Sikorsky.
ein Black Hawk mit Einsinkschutz. - Photo: US DoD. ein HH-60J über einem Coast Guard Kutter - Photo: USCG. ein Black Hawk mit 16 Hellfire Raketen - Photo: Sikorsky.
ein HH-60G Pavehawk bei der Luftbetankung - Photo: USAF. ein HH-60G - Photo: US Air Force. eine Formation Pavehawks - Photo: USAF.
UH-60L Black Hawks mit ESSS - Photo: US Army. ein US Black Hawk zu Besuch in Wien - Photo: BMLV. ein US Black Hawk zu Besuch in Wien - Photo: BMLV.
ein Black Hawk mit Einsinkschutz in Alaska - Photo: Sikorsky. ein S-70A der australischen Streitkräfte - Photo: Australian DoD. eine Formation Blackhawks - Photo: US Army.
drei S-70A-1 Desert Hawks aus Saudi Arabien. ein SH-60B wird in eine C-5B Galaxy verladen - Photo: US Navy. ein Seahawk an Deck eines Flugzeugträgers - Photo: US Navy.
SH-70B im Golfkrieg mit Hellfire und Cal30 MG - Photo: US Navy. ein Seahawk feuert eine Penguin Anti-Schiffsrakete ab - Photo: US Navy. ein MH-60S landet auf einem Zerstörer - Photo: US Navy.
   
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DER S-70A-42
Österreichs Alpen Hawks
VARIANTEN
die H-60 Black Hawk Familie
LANGENLEBARN 02
Photos von der Flugshow
 

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