https://orf.at/stories/3431934/
https://www.facebook.com/share/p/1RtXMGuQ8g/
https://www.facebook.com/share/p/1Apb9DZ116/
"Schwung" ... was für ein Euphemismus! "Verzögerung" oder "Sabotage" treffen es eher.
Nächste Woche wird man bestimmt wieder von GenMjr Hameseder hören:
theoderich hat geschrieben: ↑Di 19. Mai 2026, 06:51 Auf die Frage, wie lange man sich noch gedulden will, antwortet der Raiffeisen-Chef im militärischen Rang eines Generalmajors: „Bis Ende Mai oder Anfang Juni.“
Wehrpflicht: Zurück zu 6 plus 2?
Die SPÖ schlägt in der stockenden Reform des Militärdienstes nun jenes Modell vor, das vor 20 Jahren abgeschafft wurde. Das ist für Militäranalyst Walter Feichtinger "weder nachzuvollziehen noch zu unterstützen"
https://www.derstandard.at/story/300000 ... u-6-plus-2Die eigens engagierte Wehrdienstkommission plädiert zwar auch für zusätzlich zwei Monate Milizübungen – allerdings in Kombination mit acht Monaten Präsenzdienst. Weniger kommt für deren Vize-Chef, Walter Feichtinger, nicht infrage: Das ist "weder nachzuvollziehen noch zu unterstützen", sagt er dem STANDARD.
Seit vier Monaten ringt die Regierung um eine Lösung. Neben der SPÖ dürften nun auch Vertreter aus Militär und Zivildienstorganisationen die Geduld verlieren: Für Montag ist ein "Aufruf zur Tat" geplant. Doch nicht nur auf offener Bühne, sondern auch in der Koalition gibt es noch Redebedarf.
Frage: Was genau schwebt der SPÖ vor?
Antwort: Sie spricht von einem "6+2"-Modell. Das hieße: Der Präsenzdienst dauert, wie schon jetzt, sechs Monate. Um die Miliz zu stärken, sollen zusätzlich verpflichtende zweimonatige Übungen eingeführt werden. Eine Verlängerung des Grundwehrdienstes "bringt noch keine Verbesserung", sagte SPÖ-Wehrsprecher Robert Laimer am Sonntag der APA. Vielmehr solle er "attraktiver und qualitätsvoller werden."
Wie? Man müsse schauen, "dass man mehr Einsatzsoldaten und weniger Funktionssoldaten bekommt", sagt Laimer dem STANDARD. Soll heißen: Grundwehrdiener sollen ihre Zeit weniger mit Erdäpfelschälen oder in der Kleiderkammer verbringen und mehr militärische Fähigkeiten erlernen. Zusätzlich brauche es Truppenübungen, "die wir forcieren müssen, um Verteidigungsfähigkeit aufzubauen."
Frage: Gab es "6+2" nicht schon mal?
Antwort: Genau. 1971 wurde der einst neunmonatige Grundwehrdienst auf sechs Monate verkürzt und um zwei Monate an Waffenübungen ergänzt. Diese Übungen wurden allerdings vor 20 Jahren abgeschafft.
Frage: Wie unterscheidet sich die SPÖ-Idee von den Vorschlägen der Wehrdienstkommission, die Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) eingesetzt hat?
Antwort: Die Kommission empfiehlt, den Grundwehrdienst von derzeit sechs auf acht Monate zu verlängern. Danach müssen regelmäßig Milizübungen absolviert werden, insgesamt im Ausmaß von zwei Monaten. Diese Variante heißt "Österreich plus". Alternativen zu diesem präferierten Modell hat das Gremium auch entwickelt. Ebenso denkbar wäre das "Stufenmodell": Sechs Monate Grundwehrdienst blieben, dazu kämen aber vier Monate Miliz- und Truppenübungen.
Das "Schweizer Modell" mit viermonatigem Grundwehrdienst und viereinhalb Monaten Milizübungen hat die Kommission zwar erarbeitet, wird von ihr aber nicht favorisiert, weil es erst nach dem Aufbauplan 2032+ in Angriff genommen werden könnte. Gemeinsam haben alle drei Optionen, dass der verpflichtende Militärdienst insgesamt verlängert wird.
Frage: Warum kommt die Idee der SPÖ jetzt?
Antwort: Schwarz-Rot-Pink tut sich sichtlich schwer, eine Entscheidung zu treffen. Die Vorschläge der Wehrdienstkommission liegen bereits seit Jänner auf dem Tisch. Kanzler Christian Stocker (ÖVP) überrumpelte SPÖ und Neos daraufhin mit der Ankündigung, eine Volksbefragung dazu abzuhalten. Schließlich wurde ein "parlamentarischer Prozess" gestartet, um sich koalitionsintern auf eine Variante zu einigen – was seit Monaten nicht gelingt. SPÖ-Wehrsprecher Laimer drückt es so aus: "Es gibt Stillstand". ÖVP und Neos stünden sich mit Maximalforderungen gegenüber. Daher nun der "Vorschlag zur Güte" seinerseits.
Die SPÖ versucht sich also als Vermittlerin zu positionieren – was in Verhandlerkreisen mäßig gut ankommt. Seit Monaten warte man darauf, "dass sich die Sozialdemokratie inhaltlich deklariert", richtet etwa ÖVP-Wehrsprecher Fritz Ofenauer aus. Man sei "erfreut", dass "die SPÖ nun endlich ihre Karten auf den Tisch gelegt hat", ätzt er. Es gibt aber auch noch andere Gründe für die plötzliche Arbeitsamkeit.
Frage: Und die wären?
Antwort: Der Druck von außen: Immer wieder pochen hochrangige militärische Vertreter öffentlich recht deutlich auf eine Lösung und führen damit die Regierung vor. Nächster Anlass: eine Pressekonferenz der Plattform "Wehrhaftes Österreich" am Montag. Mit dabei: Erwin Hameseder, Vorsitzender der Wehrdienstkommission und Generalanwalt des eng mit der ÖVP verbundenen Raiffeisenverbands. Rückt er aus, ist das besonders für die Volkspartei unangenehm.
Außerdem drängt die Zeit: Die geo- und sicherheitspolitisch angespannte Lage erfordere eigentlich, die Reform eigentlich bereits mit 1. Jänner 2027 umzusetzen, sagen Experten. Mit jedem Tag, der ohne politische Einigung vergeht, wird die Vorbereitungszeit des Heeres dafür knapper. Schon jetzt ist klar: Eine etwaige Verlängerung könnte aufgrund gesetzlicher Fristen und Regeln rund um Stellung und Einberufung erst später greifen als mit Jahresbeginn.
Frage: Was sagt die ÖVP zum SPÖ-Vorschlag?
Antwort: Die Volkspartei appelliere weiter an alle Parteien, "beim Wehrdienst dem Rat der Experten zu folgen", sagt Wehrsprecher Ofenauer. "Lassen Sie uns umsetzen, was alle Experten einhellig vorschlagen", bekniet er SPÖ und Neos in seiner Aussendung. Die ÖVP ist also nach wie vor für acht plus zwei Monate. Man wolle nun weiter Gespräche führen. Einen weiteren Verhandlungstermin gibt es laut Ofenauers rotem Gegenüber Laimer übrigens nicht.
Frage: Und die Neos?
Antwort: Parteilinie der Neos ist die Forderung nach einer europäischen Armee aus Berufssoldatinnen und Berufssoldaten. Entsprechend schwierig ist für sie die Debatte um die Verlängerung. Nach wie vor mahnt Wehrsprecher Douglas Hoyos daher in einem Statement an den STANDARD eine größere Debatte über die "grundsätzliche Frage nach der Wehrfähigkeit des Landes" ein. Er betont aber auch, dass für die Neos "insbesondere die Stärkung der Miliz" wesentlich sei – was auch die SPÖ mit ihrem Vorstoß forciert.
Frage: Was sagt die Wehrdienstkommission zum neuen Vorschlag?
Antwort: "Weder nachzuvollziehen noch zu unterstützen" ist das "6+2"-Modell für Walter Feichtinger, Militäranalyst und stellvertretender Leiter der Wehrdienstkommission. Zwei Monate zusätzlicher Grundwehrdienst seien unbedingt nötig, um die Reaktionsfähigkeit des Heeres im Ernstfall zu beschleunigen, sagt er. Sechs Monate Präsenzdienst ermöglichten zwar eine gute Ausbildung des Einzelnen und Übungen bis in Kompaniestärke, also rund 100 Mann.
Übungen in größerem Rahmen seien aber nicht möglich. "Wenn der Krisenfall eintritt und mobil gemacht wird, braucht es jetzt sechs bis acht Wochen, bis die Reservisten wieder integriert sind, Defizite nachgeholt und eben auch in größerem Rahmen geübt haben", erklärt Feichtinger. Acht Monate Grundwehrdienst würden diese Vorbereitungsphase im Ernstfall wesentlich verkürzen, sagt Feichtinger: "Die heutigen Szenarien erfordern Schnelligkeit."
Frage: Hat die SPÖ auch Ideen für den Zivildienst?
Antwort: Bereits vor einigen Wochen brachte die SPÖ ein "9+2"-Modell ins Spiel. Die Dauer von neun Monaten bliebe also gleich, ergänzt werden soll der Zivildienst demnach aber um zwei Monate verpflichtende Krisenschutz-Übungen und Schulungen, "um den Zivilschutz im Krisenfall zu stärken".
Die Wehrdienstkommission schlägt hingegen bei allen Modellen vor, den Zivildienst von derzeit neun auf zwölf Monate zu verlängern. In der ÖVP sorgt man sich, dass sich bei gleicher Dauer von Militär- und Zivildienst nicht genug junge Männer fürs Heer entscheiden. "Wenn die Dauer gleich ist, wissen alle, wie es sich entwickeln wird", sagte Verteidigungsministerin Tanner am Wochenende den Salzburger Nachrichten.
