Medienberichte 2026

Landesverteidigung, Einsätze & Übungen, Sicherheitspolitik, Organisation, ...
theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Franz-Stefan Gady
Kriegsszenario in Österreich: „Neutralität wird uns mehr schaden als nützen“

https://www.profil.at/ausland/kriegssze ... /403163423


Würde Russland Österreich angreifen, Franz-Stefan Gady?

https://www.diepresse.com/26298569/wuer ... tefan-gady


https://bsky.app/profile/siobhangeets.b ... sxsxhmas27


Stocker auf Stippvisite
17 Millionen: Steirisches Unternehmen baut Panzerungen für Europas Rüstungsindustrie

https://www.kleinezeitung.at/artikel/26 ... er-europas


How the EU quietly backed away from talking up its mutual defence clause
EU and whose army?

A roar of debate over expanding the EU’s mutual defence clause has been quietly smothered by national capitals and senior officials, as the bloc’s incoming presidency played down prospects of expansive future work on the topic.

Context: Article 42.7 of the EU’s treaty calls for member states to provide “aid and assistance” if another “is the victim of armed aggression”. Nato’s Article 5 mutual defence clause has provided Europe’s security for eight decades, but that has been called into question by US President Donald Trump.

Cyprus, a non-Nato state which holds the rotating presidency of the EU, pushed for a debate on how Article 42.7 might be operationalised after a drone was fired at the island in March.

EU chief diplomat Kaja Kallas oversaw a “tabletop exercise” by senior EU diplomats earlier this month to war game how Article 42.7 would work following an attack on an EU state that is or is not a Nato member, or a hybrid attack below the threshold to trigger an armed response.

But since then, there’s been no feedback or outcomes published, and the previously bombastic rhetoric from EU leaders has subsided.

Ireland, also a non-Nato EU state, will take the presidency from Cyprus in July. Helen McEntee, its foreign and defence minister, suggested it was unlikely to prioritise continued deliberations on Article 42.7.

“We’re not going to stop any debate, but I think from our perspective, Ireland’s involvement, or Ireland’s kind of engagement in it, is difficult,” she told reporters. “I think maybe the approach and even the language that we’re hearing at the European level . . . goes beyond what I think people would be comfortable with at home.”

The follow-up from the tabletop exercise is unclear. Kallas told reporters earlier this month that a meeting of EU defence ministers did not address it, but that it should be discussed at an informal gathering of foreign ministers that begins tonight in Cyprus.

Even European Commission president Ursula von der Leyen, who in February called for Article 42.7 to be brought “to life”, has toned down her rhetoric.

Speaking yesterday in Vilnius after talks with Baltic leaders on the spate of military drone incidents blamed on Russian interference, she did not cite the mutual defence clause.

“Member states facing such [hybrid] threats should be able to count on European solidarity. This is why I believe that Europe should develop a protocol for such hybrid situations. It would enable rapid mobilisation of all available EU instruments,” she said.
https://www.ft.com/content/bf66ad50-300 ... 25a6b1a6=1
Zuletzt geändert von theoderich am Fr 29. Mai 2026, 09:33, insgesamt 1-mal geändert.
theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Zuletzt geändert von theoderich am Fr 29. Mai 2026, 09:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

ÖBB & Defence: Generalmobilmachung

https://www.trend.at/unternehmen/wie-di ... profitiert


Diskussion über Gady-Buch
Plädoyer gegen Österreichs Vogel-Strauß-Politik

https://www.kleinezeitung.at/artikel/26 ... ss-politik


Militäranalytiker Gady: „Müssen diese Sachen durchexerzieren“

https://www.diepresse.com/26739141/mili ... exerzieren
  • Leitartikel
    Der Russe kommt: Eine Panikmache?

    Ein Buch, das Russland im Krieg mit Österreich sieht, löst Kontroversen aus: Alarmismus? Oder ein Denkanstoß? Die Coronapandemie noch vor Augen, kann es jedenfalls nicht schaden, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.

    Das Szenario geht so: Russland greift Litauen an. Die Nato ist zum Beistand verpflichtet. Russland zerstört daraufhin die herkömmlichen Nachschubrouten der Nato, die beispielsweise von Rotterdam über diverse Nato-Staaten laufen. Die Nato muss also ausweichen. Die naheliegendste Möglichkeit: über das neutrale Österreich, den Brenner-Tunnel, den Karawanken-Tunnel und so weiter. Russland greift nun also auch Österreich an – mit Raketen, Drohnen, mit eingeschleusten Saboteuren. Tunnel werden zerstört, Straßen, Eisenbahnnetze, Brücken, E-Werke, Kasernen; auch Städte wie Wien, Graz, Linz sind betroffen. Es ist ein Krieg Russlands „in der Tiefe“, wie es im Fachjargon heißt.

    Geschildert wird diese Fiktion vom renommierten Militäranalysten Franz-Stefan Gady, der auch das Bundesheer berät, in seinem nun erschienenen Buch „Überfall“. Das österreichische Bundesheer kommt darin übrigens ganz gut weg. Die Politik, verhaftet im Denken von Neutralität und Pazifismus, hingegen weniger.

    Was ist das nun? Ein notwendiger Denkanstoß? Oder schlicht Panikmache? Wieso sollte Russland, das militärisch schon in der Ukraine überfordert zu sein scheint, noch einen Krieg mit halb Europa anzetteln? Nur um die Beistandsbereitschaft der Nato auszutesten?

    In Gadys Szenario, das erst ab 2028 einsetzt, nach einem möglichen Friedensschluss mit der Ukraine, hat Russland spät, aber doch – wie schon im Krieg gegen Napoleon oder im Zweiten Weltkrieg – die entsprechenden militärischen Lehren gezogen. Hochgerüstet steht das Russland des Wladimir Putin nun da, die Soldaten noch mobilisiert. Im Gegensatz zu den europäischen Staaten, die trotz Anstrengungen noch nicht entsprechend aufgerüstet haben.

    Im Zweifel sollte man sich für den Denkanstoß entscheiden. Um nicht wieder überrascht zu werden wie bei der Coronapandemie. Rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen kann nicht schaden. Nicht alles, was lange Zeit undenkbar war, muss es auch bleiben. Faktum ist: Russland führt schon Krieg. Expansion ist seit Jahrhunderten ein wesentliches Merkmal russischer Staatsführung. Russland macht seit Längerem Desinformationskampagnen in diversen Ländern. Und für die baltischen Staaten mit ihren russischsprachigen Minderheiten ist Russland eine reale Gefahr.

    Was die Fiktion im Buch jedenfalls deutlich macht: Österreich stünde im Falle des Falles ziemlich nackt da. Das hat sich seit dem Kalten Krieg nicht geändert. Ohne Nato sind wir verloren. Ohne Nato unter Federführung der USA wohlgemerkt.

    Neutralität überdenken

    Den ersten Schritt ist die österreichische Politik schon gegangen: Nach Jahrzehnten, in denen das Bundesheer zusammengespart wurde, auf seine Aufgaben bei Missionen im Ausland und Katastrophenschutz im Inland reduziert, wurde wieder aufgerüstet, Material erneuert und angeschafft. Eine verbesserte Ausbildung der Soldaten ist zumindest Gegenstand der Debatte, auch wenn eine Verlängerung der Wehrpflicht mit Milizübungen noch auf sich warten lässt.

    Der nächste Schritt wird dann das Überdenken der Neutralität sein müssen. Im Falle des Falles wäre diese ohnehin obsolet. Dann sollte der rechtliche Rahmen vorhanden sein, um im Krisenmodus schnell umschalten zu können. Und es sollte auch geklärt sein, welche logistische Unterstützung es von der Nato dann umgehend geben würde. Vor allem aber sollte ein Bewusstsein geschaffen worden sein, damit die Bevölkerung da auch mitzieht.

    E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com
    https://www.diepresse.com/26585374/der- ... panikmache
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Regierungsberater warnt: „Einem Angreifer wäre Österreichs Neutralität egal“

https://www.diepresse.com/26785665/regi ... itaet-egal

https://www.facebook.com/share/p/1BsPt4hAbj/
Zuletzt geändert von theoderich am Sa 30. Mai 2026, 16:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Budgetbegleitgesetz lässt weiter auf sich warten
Ventiliert wurde während der vergangenen Tage weiters, dass es mit der SPÖ noch Diskussionen wegen des Verteidigungsbudgets gibt. Hier gilt es, eine für alle Seiten tragbare Lösung bei der Eurofighter-Nachfolge zu schaffen.
https://orf.at/stories/3431800/


Wehrpflicht-Debatte: Plattform will Druck auf Regierung erhöhen

https://kurier.at/politik/inland/wehrpf ... /403164158


Norwegen macht bei Macrons Raketenschirm gegen Russland mit
Norwegen begibt sich unter Frankreichs Raketenschirm: Ministerpräsident Jonas Gahr Støre machte die Ankündigung in Paris, wo er mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macrons ein bilaterales Verteidigungsabkommen unterzeichnete. Im Kern beteiligt sich das skandinavische Land an jenem strategischen Konzept einer "erweiterten Abschreckung", das Macron im März skizziert hatte.
Wie der Pariser Verteidigungsexperte Pierre Haski am Freitag ausführte, entscheidet allein Frankreichs Präsident über den Einsatz von Atomwaffen. Eine Einbeziehung etwa deutscher oder polnischer Trägerflugzeuge nach US-Muster schließt Paris aus. Immerhin kann sich Macron vorstellen, dass französische Rafale-Jäger oder U-Boote, die die Sprengköpfe transportieren, von Partnerstaaten aus starten. Präzise Angaben dazu werden laut Haski bewusst vermieden, um eine "strategische Ambivalenz" zu wahren.
Trotzdem ist der norwegische Schritt ein lautes Signal für neutrale Staaten, wie etwa Österreich, die sicherheits- und verteidigungspolitische Stellung in Europa zu überdenken – möglicherweise radikaler als bisher gedacht.
https://www.derstandard.at/story/300000 ... ssland-mit
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Beitrag von theoderich »

Längerer Wehrdienst ab 2027? Klaudia Tanner: „Wird nur die betreffen, die dann zur Stellung gehen“

https://www.sn.at/politik/innenpolitik/ ... art-653676

Bild
https://www.facebook.com/share/p/18fFbGcAHX/
Zuletzt geändert von theoderich am So 31. Mai 2026, 21:03, insgesamt 1-mal geändert.
theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Marterbauer: Verhandlungen für Budget abgeschlossen
Kauf neuer Kampfjets noch offen

Bis zuletzt dürfte es dem Vernehmen nach noch Diskussionen zum Verteidigungsbudget gegeben haben. Hier gilt es, eine für alle Seiten tragbare Lösung bei der Eurofighter-Nachfolge zu schaffen. Wie das nun konkret gelöst wurde, war am Samstagnachmittag noch nicht kommuniziert worden.

Wichtig sei jedenfalls, dass die nötigen Verträge bis 2029 fertig seien, damit keine Lücke in der Luftraumüberwachung entstehe, sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) in der Samstag-Ausgabe der „Salzburger Nachrichten“. Eine Sonderfinanzierung werde man zu gegebener Zeit präsentieren. „Ich gehe davon aus, dass man innerhalb der nächsten zwölf Monate sagen kann, in welche Richtung es geht“, so Tanner.
https://orf.at/stories/3431888/
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Beitrag von theoderich »

Wehrpflicht: SPÖ plädiert für „Plan der Mitte“
Die SPÖ plädiert in der koalitionsinternen Debatte über die Verlängerung der Wehrpflicht für einen „Plan der Mitte“. Von drei Parteien würden sich „zwei einander mit Maximalforderungen“ gegenüberstehen, hieß es seitens der SPÖ mit Blick auf ÖVP und NEOS zur APA.

Die SPÖ schlägt nun vor, den Wehrdienst nicht zu verlängern, sondern zu „attraktivieren“. Um die Miliz zu stärken, sollen die verpflichtenden zweimonatigen Übungen wieder eingeführt werden.
Die SPÖ schlägt nun ein „6+2“-Modell vor. Eine Wehrdienstverlängerung „bringt noch keine Verbesserung“, hieß es gegenüber der APA, sie wäre ein „harter Einschnitt in das Leben österreichischer Familien und hätte weitreichende Auswirkungen auf Ausbildung, Arbeit und Wirtschaft“.
Beim Zivildienst schlägt die SPÖ ein Modell „9+2“ Monate vor. Zivildiener sollen ebenfalls bis zu zwei Monate verpflichtende Übungen machen, „um den Zivilschutz im Krisenfall zu stärken“. Die SPÖ plädiert hier etwa für Krisenschutzübungen und Schulungen.
https://orf.at/stories/3431912/

https://www.facebook.com/ZeitimBild/pos ... cale=de_DE

https://www.facebook.com/share/p/14NBNrKodsE/

https://www.facebook.com/robertlaimer.o ... rtE7emkcCl

https://www.facebook.com/robertlaimer.o ... 5axzbVPLzl


Niessl: „Ich würde erstmalig ein aktiverer Bundespräsident sein“
Was die Wehrpflicht betrifft, sprach sich Niessl bereits für eine wie von der Kommission vorgeschlagene Verlängerung aus: „Wir brauchen ein modernes Bundesheer, es muss massiv Geld investiert werden und das entsprechende Personal geben.“ Österreich sei hier in Verzug - nicht nur bei der Wehrpflicht, meinte der ehemalige Landeshauptmann.
https://www.diepresse.com/27229770/nies ... ident-sein


https://bsky.app/profile/hoanssolo.bsky ... 54xmzfxc2h


Generalsstabschef: "Bin mir nicht mehr sicher, ob es sich ausgeht"
KURIER: Herr General, im September feiern Sie Ihren 65. Geburtstag. Das bedeutet auch den Abschied als Chef des Generalstabs. Aus heutiger Sicht: Glauben Sie, dass Sie beim Geburtstagsfest auch auf die geforderte Verlängerung des Wehrdienstes anstoßen können?

Rudolf Striedinger: Das würde mich sehr freuen, aber sicher bin ich mir nicht.

Warum lässt eine Entscheidung so lange auf sich warten? Hat man die Politik von der Notwendigkeit noch nicht überzeugen können?

Es sind unterschiedliche Parteien, die hier eine Rolle spielen. Zunächst sollten aber einmal die drei Regierungsparteien gemeinschaftlich ein Einvernehmen darüber erzielen, was sie wirklich verfolgen wollen. Dann könnten die nächsten Schritte gesetzt werden. Und da es hier unterschiedliche Auffassungen gibt, dauert das leider Gottes sehr lang.

Dabei gibt es für die Verlängerung des Wehrdienstes auf acht Monate plus zwei Monate für Milizübungen einen konkreten Vorschlag einer Expertenkommission. Da wurde auch darauf hingewiesen, dass die Verlängerung bereits mit 1. Jänner 2027 in Kraft treten sollte.

Das ist richtig. Wir arbeiten derzeit auch innerhalb des Ressorts, im Generalstab und im Heer unter der Annahme, dass es eine baldige politische Entscheidung gibt und wir in der Lage sind, am 1. Jänner 2027 mit der Umsetzung beginnen.

Die Zeit dafür ist jetzt aber schon sehr knapp?

Ich bin mir nicht mehr wirklich sicher, ob sich das ausgeht, weil gewisse Vorbereitungsmaßnahmen im elektronischen Bereich, in der Einberufung etc. einen gewissen Vorlauf brauchen. Tatsächlich lässt sich das nicht innerhalb eines halben Jahres erledigen, selbst wenn man schon gute Vorbereitungsarbeiten getroffen hat.

Es gibt noch immer die Variante einer Volksbefragung, wenn die Politik keine Entscheidung zustande bringt. Wie stehen Sie dazu?

Mir wäre lieber, wir sparen uns das, weil ich nicht genau wüsste, wie die Fragestellung lautet.

Man könnte grundsätzlich fragen, ob die Bevölkerung für oder gegen eine Wehrdienstverlängerung ist.

Das wäre eine grundsätzliche Entscheidung, die man durchaus dem Volk stellen kann, das ist richtig. Aber wenn es darum geht, beispielsweise über Varianten zu entscheiden, das ist es sogar für manche Militärs schwierig, nachzuvollziehen, was der Unterschied zwischen denen von der Expertenkommission dargestellten Varianten ist. Deswegen – glaube ich – kann es bei einer Volksbefragung maximal um Grundsätzliches gehen.

Was Sie in Ihrer Zeit als Offizier erleben konnten: das Bundesheer hat einen anderen Stellenwert erhalten. Ausgehend von Zeiten des absoluten Spardrucks, in denen teilweise nicht einmal mehr genügend Treibstoff für die Fahrzeuge vorhanden war, bis aktuell zu den großen Aufrüstungsplänen. Wo stehen wir da derzeit?

Wir sind mitten auf dem Weg. Wir hatten zum Glück mit dem Jahr 2022 einen zeitlichen Vorlauf, weil mit dem Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine der Startschuss für mehr Investitionen für das Heer gegeben worden ist. Unsere Verteidigungsministerin Klaudia Tanner war hier sehr vehement, dass das Heer diese Budgetmittel bekommt. Daher konnten die ganzen Planungsarbeiten erledigt werden, der eigentliche große Budgetschub hat dann mit 2023 begonnen. Dieser wird jetzt konsequent fortgesetzt. Wobei die Beschaffung nur ein Teil ist. Es muss auch der Infrastrukturbereich weiterentwickelt werden. Und ein großes Anliegen ist der Personalbereich. Hier müssen wir uns entsprechend weiterentwickeln, um ein verteidigungsfähiges Heer in dem Ausmaß zu werden, wie wir es tatsächlich benötigen.

Ist es attraktiver geworden, zum Heer zu gehen?

Ich glaube schon. Wir merken das am Zulauf zum Militär, besonders beim Kaderpersonal. Dieser ist bei den Offizieren und Unteroffizieren stark steigend. Was ein gutes Zeichen dafür ist, dass die von der Verteidigungsministerin ausgerufene Mission Vorwärts tatsächlich greift. Die Zuläufe sind derzeit höher als die Pensionsabgänge, die natürlich derzeit auch sehr hoch sind.

Dennoch leben wir wieder in Zeiten eines Sparpakets. Was sagen Sie jemanden, der kritisiert, dass trotz der Budgetnöte so viel Geld für die Aufrüstung ausgegeben wird?

Sicherheit ist ein wichtiges und hohes Gut. Das wurde auch von der Politik entsprechend erkannt. Wir haben auf der Basis politischer Entscheidungen den Aufbauplan ÖBH 2032+ entwickelt, wie wir innerhalb der nächsten Jahre das Heer weiterentwickeln können. Dazu nur einen Zahlenvergleich: Im Rahmen der Raumverteidigung während des Kalten Krieges hatten wir eine Personalstärke von ungefähr 240.000 Mann. Wir haben derzeit eine Mobilmachungsstärke von 50.000. Allein da sieht man, wie viel es da tatsächlich aufzuholen gilt. Im materiellen und im personellen Bereich.

Aufgeholt werden muss auch, weil in den vergangenen Jahrzehnten die Rolle des Bundesheeres nicht immer klar war. Es gab sogar die Meinung, dass die Hauptaufgabe der Soldaten der Katastropheneinsatz im eigenen Land ist. Mittlerweile dürfte allen klar sein, dass auch ein neutraler Staat eine Verteidigungsarmee benötigt, oder?

Genauso ist es. Die Neutralität ist in Österreich ein hohes Gut, sie hat einen hohen Stellenwert. Sie wird teilweise aber missverstanden, weil viele Menschen glauben, das allein schützt uns, das allein verhindert einen Krieg. Wenn die Neutralität so gesehen wird, dass sie mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigt werden muss, dann funktioniert sie. Das heißt: Der Staat, die Republik, die Politik, die Bevölkerung, wir alle sind aufgefordert, eine gewisse Wehrbereitschaft an den Tag zu legen. Das fängt mit der Bereitschaft der Bevölkerung an, sich auch tatsächlich verteidigen zu wollen. Sonst wird man ein Spielball der verschiedenen Mächte.

Wenn Sie mit anderen Armeekommandanten der EU zusammenkommen, wie wird da über unsere Neutralität gesprochen? Ex-NATO-Chef Rasmussen hat zuletzt in einem KURIER-Interview gesagt, dass neutral eigentlich nicht mehr geht.

Ich war vor einigen Tagen in Brüssel, um ein letztes Mal mit den EU-Generalstabschefs zusammenzutreffen. Für die ist das relativ klar. Die Neutralen sind von der klaren NATO-Verteidigung ausgenommen. Dennoch ist ein Land wie Österreich mitten in Europa von zentralem Interesse für die Verteidigung. Deswegen schaut man mit genauem Blick darauf, was die österreichische Verteidigungspolitik so macht.

Es gibt aber auch die Beistandspflicht innerhalb der EU. Erst kürzlich hat Außenbeauftragte Kaja Kallas gesagt, dass diese genauer definiert werden müsste. Wo ist da die Rolle von Österreich?

Die Solidaritätsfrage ist zunächst eine sehr politische Frage, die derzeit in der Innenpolitik zwar nur wenig, dafür aber unterschiedlich diskutiert wird. Ich ziehe mich da auf die Position des Generalstabchefs zurück und sage, dass das Heer die Voraussetzungen sicherstellt, dass sich für den Fall, dass sich die Politik für eine Solidaritätsleistung entscheidet, wir dazu auch in der Lage sind. Wir arbeiten daran, dass wir Kräfte verfügbar halten, die einem anderen europäischen Land tatsächlich entsprechend helfen können.

Im Ukraine-Krieg hat Russland zuletzt eine Oreschnik-Rakete auf Kiew abgefeuert, was in der EU für Aufsehen gesorgt hat, weil diese auch EU-Staaten treffen könnte. Wie sehen Sie das?

Es gibt ganz viele Kriegsmittel, die in der Lage sind, die EU zu treffen. Das Besondere an der Rakete ist, dass sie nur schwer abgefangen werden kann.

Die Frage ist, ob der Einsatz der Rakete ein Bluff Putins war, um die EU zu erschrecken, oder ob wir uns wirklich gefährdet fühlen müssen.

Das war kein Bluff, sondern eine Demonstration von Leistungsfähigkeit. Damit zeigt uns Wladimir Putin, dass er gewillt ist, so ein Kriegsmittel – die Rakete ist in erster Linie für eine atomare Bestückung vorgesehen – anzuwenden. Ich betrachte den Einsatz als Testlauf, ob die Rakete auch funktioniert.

Im September endet Ihre Zeit als oberster Militärchef. Jetzt bleiben hohe Offiziere dem Heer meist verbunden. Was haben Sie für Ihre Zeit nach dem Ausscheiden geplant?

Ich habe sehr viele Dinge vor, die mit dem Militär nichts zu tun haben, wie Familie, Enkel, sonstige Aufgabenstellungen. Ich habe eine kreative Frau, der genug einfallen wird, damit mir der Tag nicht lang wird. Das heißt aber nicht, dass ich den Kontakt zum Heer verlieren werde. Dieses hat mich immerhin 47 Jahre meines Lebens begleitet. Ich werde aber nicht ungefragt Dinge kommentieren. Wenn jemand etwas wissen möchte, stehe ich zur Verfügung. Ich weiß aber, dass das in der Regel nicht der Fall sein wird.
https://kurier.at/politik/inland/bin-mi ... /403164768



Generalstabschef Striedinger: „Neutralität allein schützt Österreich nicht“

https://kurier.tv/bei-gebhart/bei-gebha ... /403163278

Das von "KURIER.TV" aufgezeichnete Interview mit dem Generalstabschef ist viel länger als das in der Printversion veröffentlichte.
Zuletzt geändert von theoderich am So 31. Mai 2026, 22:35, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Fronten verhärtet
Bundesheer: ÖVP lehnt SPÖ-Vorstoß ab ++ Neos sauer

https://www.krone.at/4160565
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Badelt zu Budget: „Muss um jede Million gerungen werden“
„Echtes Dilemma“ bei Eurofighter-Nachfolge

Das Verteidigungsbudget wurde dem Vernehmen nach zuletzt verhandelt. Laut Badelt befinde sich die Regierung dabei in einem „echten Dilemma“, denn es steht die Beschaffung von Kampfflugzeugen an, die die Eurofighter ablösen sollen.

Grundsätzlich ist es möglich, im Rahmen einer EU-Ausweichklausel mehr Schulden für Verteidigungsausgaben zu machen, ohne dafür von der EU sanktioniert zu werden. Wird diese Option gezogen, entstehe aus ökonomischer Sicht aber trotzdem ein höheres Defizit, so Badelt. Unabhängig von der politischen Frage, ob neue Kampfjets gebraucht werden, „tut es als Finanzpolitiker sehr weh“, sagte der Fiskalratschef.
https://orf.at/stories/3431923/


Pressestunde: mit Christoph Badelt, Präsident des Fiskalrates

31.5.2026, 11:05 Uhr | ORF 2
Hans Bürger (ORF): "Wir haben noch sechs Minuten, und zwei Themen hätten wir noch. Das eine, wir haben bis jetzt über die Ausgabenseite gesprochen, nicht über die andere Forderung vor allem der Sozialdemokraten, Vermögenssteuern, Erbschaftssteuern und so weiter. Da hätte ich noch gerne Ihre Meinung gewusst. Und das zweite ist diese Aufrüstungsspirale, die derzeit weltweit unterwegs ist. Die sogenannte Ausweichklausel, das heißt, das wird zwar nicht Maastricht-wirksam, aber dennoch kostet es Milliarden. Wie stehen Sie zu diesen beiden Themen?"

Christoph Badelt (Fiskalrat): "Also zunächst muss ich sagen, ich glaube zwar, dass das Budget, so wie es jetzt geplant ist, insgesamt kaum Strukturreformen bietet und daher den langfristigen Prozess nicht wirklich stark unterstützt, aber mit einer großen Ausnahme, das ist die Senkung der Lohnnebenkosten. Immerhin dort beim Familienlastenausgleich. Und das, glaube ich, ist wirklich eine strukturelle Änderung, die gut ist. Man hat es de facto durch andere Abgaben, vor allem auf große Unternehmen, und durch ein paar Kleinigkeiten auch sonst noch, gegenfinanziert. Was okay ist, grosso modo. Aber das können sie nicht auf ewige Zeiten weiterspielen, ja. Auch sie können ja nicht die Banken ewig melken und dergleichen mehr, was die Vermögensbesteuerung betrifft. Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich persönlich eine Vermögenszuwachssteuer, ist gleich eine Erbschafts- und Schenkungssteuer, für ökonomisch vernünftig halte. Aber nicht, um das Budget zu sanieren, sondern um die Steuerstruktur zu verändern. Also ich würde noch mehr in diesen Bereich hineingehen. Hier hat man jetzt ein Stück weit etwas gemacht. Ich bin bei der Vermögensbestandssteuer hingegen sehr skeptisch, aus einer Reihe von Gründen, die man jetzt lang aus, ja lange darstellen könnte. Was das andere Thema betrifft, was das Militär betrifft: Wir haben uns das angeschaut. Die EU-Ausweichklausel würde es uns erlauben, bis '28 noch 1,5 Prozent des BIP zusätzlich für Militärausgaben auszugeben. Das ist nicht wenig, nicht? Ein Prozent sind fünf Milliarden, also das sind siebeneinhalb Milliarden. Die Ausweichklausel heißt nur, wenn Sie das Defizit aus diesem Grund versäumen, kriegen Sie keine Sanktionen. Von denen ist eh keine Rede, aber die kriegen Sie nicht. Ökonomisch gesehen -"

BÜRGER: "Naja, gegen uns läuft schon ein Verfahren."

BADELT: "Ja schon, aber wir haben keine, brauchen im Augenblick keine Sanktionen befürchten."

BÜRGER: "Jaja, nein."

BADELT: "Aber ökonomisch gesehen ist es trotzdem Ihr Defizit, dass Sie irgendwie aufbauen müssen. Das heißt, es ist ein echtes Dilemma. Und wahrscheinlich war das auch der Grund, warum das Verteidigungsministerium das letzte war, das sich mit dem Finanzministerium einigen konnte, weil es tut natürlich jedem im Herzen weh, so wahnsinnig viel Geld für Militärflugzeuge auszugeben, ja. Das ist ein Wahnsinn, nicht? Wir haben das Geld nicht -"

BÜRGER: "Sky Shield allein kostet viele Milliarden."

BADELT: "Ja, aber Sky Shield würde ich ja wieder als Laie noch ganz anders sehen, das ist eine gemeinsame Verteidigung. Und da finde ich schon gescheit, man schließt sich einem europäischen Raum an. Aber die eigenen Flugzeuge, ich kann ja jetzt nicht sagen, wir brauchen die nicht. Es ist einfach ein Dilemma, dass Sie diese Sicherheits- ..."

Annette Gantner (Oberösterreichische Nachrichten): "Man weiß ja nicht, wie viele es sein sollen. Erst 36, dann wieder 15."

BADELT: "Ja. Es ist einfach ein Dilemma, weil Sie natürlich, Sie können auch europäisch gesehen nicht sagen, ja, ja, wir lassen uns von euch schützen, egal ob jetzt, NATO sind wir eh nicht, aber auch im Rahmen der europäischen Beistandspflicht, und selber tragen wir nichts dazu bei. Es ist ein echtes Dilemma, ja, was zur Demografie dazukommt."

BÜRGER: "Ja, ich weiß jetzt nicht, ob dir noch eine Frage jetzt ganz wichtig ist, sonst hätte ich ganz gern noch zum Thema Verteidigung gefragt. Jetzt gibt es die Aussage vom Herrn Rasmussen, früher NATO-Generalsekretär, der sagt, was Österreich da aufführt, geht überhaupt nicht, die sollen sich gefälligst selbst verteidigen können. Jetzt nur einmal die Nachfrage: Brauchen wir aus Ihrer Sicht diese Eurofighter, oder eh nicht, oder? Ich meine das sind ja Riesensummen."

BADELT: "Ja, das sind Riesensummen. Ich kann nur sagen, es tut mir als Finanzpolitiker sehr weh, aber ob wir sie brauchen oder nicht, ist eine politische Wertentscheidung. Dazu will ich mich nicht äußern. Ich kann das nicht tun. Weil das wird dann sofort zitiert und ich möchte eigentlich nur für das zitiert werden, was meinem Fachgebiet entspricht."
https://on.orf.at/video/14325128/presse ... iskalrates
Zuletzt geändert von theoderich am So 31. Mai 2026, 21:15, insgesamt 1-mal geändert.
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