Medienberichte 2026

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theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Mattle (ÖVP): Längerer Grundwehrdienst möglich

10.1.2026, 7.08 Uhr
Ö1 Morgenjournal
Thomas Langpaul: "Nach Österreich jetzt: In zwei Wochen will die Wehrdienstkommission ihre Vorschläge zur Weiterentwicklung des Grundwehrdienstes präsentieren. Möglich ist dabei auch eine Verlängerung des Wehrdienstes. Derzeit dauert er sechs Monate.

Der neue Vorsitzende der Landeshauptleutekonferenz, Anton Mattle, aus Tirol kann sich im Interview mit Katja Arthofer eine Verlängerung durchaus vorstellen."

LH Anton Mattle: "Österreich hat ja viel Geld in die Hand genommen, um das Österreichische Bundesheer zu ertüchtigen - 16 Milliarden Euro! Jetzt werden Geräte auch angeschafft, die auch ein hohes Maß an qualifizierter Ausbildung bedürfen. Deshalb kann ich mir also durchaus auch vorstellen, dass längere Ausbildungszeiten auch beim Heer notwendig sind. Ich möchte aber in dem Zusammenhang der Expertenkommission nicht vorgreifen."

Katja Arthofer: "Früher gab's ja sechs Monate Wehrdienst, aber dann eben auch zwei Monate Truppenübungen. Soll's wieder solche Übungen geben, aus Ihrer Sicht?"

MATTLE: "Ich glaube, also wenn's um lebenslanges Lernen geht - und das geht's wahrscheinlich auch, wenn's um den Präsenzdienst bzw. um den Dienst an der Waffe geht - wird's definitiv auch notwendig sein. Wir müssen da insofern eine gewisse Flexibilität auch an den Tag legen. Diese Mitarbeiter, die auch zu diesen Milizübungen gehen, haben ja auch alle einen Arbeitsplatz.

Man muss ein Modell finden, damit das auch so eingebettet werden können in einen Arbeitsprozess, damit's auch für die Herren, die dazu einberufen werden, möglich ist."
https://orf.at/av/audio/129757

https://oe1.orf.at/player/20260110/819251/1768025281000


Mattle: „Ich lasse mir von Wien aus kein Krankenhaus zusperren“
Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) will die Zuständigkeiten für Bildung und Gesundheit neu ordnen. Eine Wehrpflicht für Frauen lehnt er ab.
Die Presse: „Wir haben Karten gespielt, die Zeit abgesessen“, hört man oft, wenn man nach dem Wehrdienst fragt. Woran erinnern Sie sich?

Anton Mattle: Für mich war es eine wertvolle Zeit. Ich war acht Monate lang als Systemerhalter in einer ­Fernmeldekompanie, konnte Fachkenntnisse gewinnen und prägende Freundschaften knüpfen.

2006 wurde die Wehrpflicht ­gekürzt, die verpflichtenden ­Milizübungen wurden abgeschafft. Am 20. Jänner dürfte die Reformkommission Gegenteiliges empfehlen. Eine gute Idee?

Ich warte gespannt, was die Experten erarbeitet haben. Fest steht aber: Die Republik hat viel Geld in die Hand genommen, um ihre Verteidigungsfähigkeit wiederherzustellen. Es ist hochtechnisches Gerät im Einsatz – da muss man genau schauen, ob die Ausbildungszeit reicht, um es bedienen zu können.

Wird der Wehrdienst verlängert, gilt das wohl auch für den Zivildienst. Dieser bindet junge Menschen aktuell neun Monate.

Ein Dienst an der Republik bedeutet nicht, die Menschen von etwas abzuhalten, sondern ist die Chance, einmal etwas zurückzugeben von vielen Dienstleistungen, die jeder Bürger von der Republik empfängt.

Sollten dann nicht auch Frauen zum Dienst an der Allgemeinheit verpflichtet werden?

Da bin ich konservativ: Der Wehrdienst wurde für Männer eingeführt, Frauen können freiwillig einen Heeresdienst leisten. Für alle gibt es das freiwillige soziale Jahr.
https://www.diepresse.com/20463041/matt ... -zusperren
Zuletzt geändert von theoderich am So 11. Jan 2026, 12:27, insgesamt 2-mal geändert.
theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Mattle will „Bundesländergrenzen sprengen“
Als derzeitiger Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz nahm er zudem zu einer Reihe weiterer aktueller Themen Stellung – von einem Social-Media-Verbot bis zu einer Verlängerung des Grundwehrdienstes.
Verlängerung von Grundwehrdienst vorstellbar

Offen zeigte sich Mattle indes für eine Verlängerung des Grundwehrdienstes: „Österreich hat ja viel Geld in die Hand genommen, um das österreichische Bundesheer zu ertüchtigen. Jetzt werden Geräte auch angeschafft, die auch ein hohes Maß an qualifizierter Ausbildung bedürfen. Deshalb kann ich mir also durchaus auch vorstellen, dass längere Ausbildungszeiten auch beim Herr notwendig sind.“ Auch eine damit einhergehende Verlängerung des Zivildienstes sei denkbar, allerdings wolle er hier der Expertenkommission nicht vorgreifen, so Mattle.
https://orf.at/stories/3416732/


Ö1 Mittagsjournal

12:15

Tiroler Landeshauptmann Mattle (ÖVP) im ‚Journal zu Gast‘
Katja Arthofer: "Und wie, Herr Mattle, stehen die Bundesländer zur aktuellen Bundesheerdiskussion? Da kommen ja in genau zehn Tagen jetzt die Vorschläge der von der Verteidigungsministerin eingesetzten Wehrdienstkommission. Und die laufen drauf hinaus, den Grundwehrdienst wieder zu verlängern, um Österreich angesichts der globalen Sicherheitslage wehrfähiger zu machen. Sind die Bundesländer für eine Verlängerung des Wehrdienstes?"

LH Anton Mattle: "Also, da hab' ich noch nicht eine Position der Bundesländer zusammengetragen. Meine persönliche Haltung kann ich hier gerne auch mitgeben: Ich hab' selbst auch Präsenzdienst geleistet, hab' mich auch damals stark gemacht, bei der Volksbefragung, dass auch Wehrpflicht und Präsenzdienst bestehen bleibt, aber auch im Sinne des Zivildienstes.

Jetzt bin ich davon überzeugt: Österreich hat ja viel Geld in die Hand genommen, um das Österreichische Bundesheer zu ertüchtigen - 16 Milliarden Euro! Jetzt werden Geräte auch angeschafft, die auch ein hohes Maß an qualifizierter Ausbildung bedürfen. Deshalb kann ich mir also durchaus auch vorstellen, dass längere Ausbildungszeiten auch beim Heer notwendig sind. Ich möchte aber in dem Zusammenhang der Expertenkommission nicht vorgreifen."

ARTHOFER: "Früher gab's ja sechs Monate Wehrdienst, aber dann eben auch noch zwei Monate Truppenübungen. Da sagen alle Expertinnen und Experten, das sei dringend nötig, damit die ... damit die Leute eben wissen, was sie tun überhaupt, damit das noch mal aufgefrischt wird. Soll's wieder solche Übungen geben, aus Ihrer Sicht?"

MATTLE: "Ich glaube, also wenn's um lebenslanges Lernen geht - und das geht's wahrscheinlich auch, wenn's um den Präsenzdienst bzw. um den Dienst an der Waffe geht - wird's definitiv auch notwendig sein. Wir müssen da insofern eine gewisse Flexibilität auch an den Tag legen. Diese Mitarbeiter, die auch zu diesen Milizübungen gehen, haben ja auch alle einen Arbeitsplatz.

Man muss ein Modell finden, damit das auch so eingebettet werden können in einen Arbeitsprozess, damit's auch für die Herren, die dazu einberufen werden, möglich ist."

ARTHOFER: "Wenn der Grundwehrdienst verlängert wird, muss dann der Zivildienst auch verlängert werden, damit das Heer attraktiv bleibt?"

MATTLE: "Wenn man die aktuelle Situation anschaut und auch die Situation anschaut, wie's damals war, wie noch die acht Monate Präsenzdienst waren, da war's eben schon so, dass da ein zeitlicher Unterschied auch war in der Dauer wie lange man auch dient. Kann mir vorstellen, dass das auch weiterhin so vorgeschlagen wird von den Expertinnen und von den Experten."
https://oe1.orf.at/player/20260110/819264/1768043756300

  • „Krone“-Kommentar
    Für längeren Zivildienst!
    ANDERERSEITS stellt es überhaupt eine merkwürdige Entwicklung dar, dass der Zivildienst, der ursprünglich ja nur in Ausnahmefällen genehmigt wurde, wenn ein Wehrpflichtiger glaubhaft aus Gewissensgründen den Gebrauch der Waffe verweigerte, nun so ohne Weiteres möglich ist.

    Schon klar, die Zivildiener werden in der Pflege und in anderen Sozialbereichen dringendst gebraucht. Aber eigentlich gibt es in Österreich eben die Wehrpflicht, und zwar für alle – mit Ausnahme ausgewiesener Pazifisten. Und zur Lösung des Pflegeproblems sollte man vielleicht – alternativ zur Wehrpflicht – eine Dienstpflicht auch für Frauen einführen.
    https://www.krone.at/4010026
Zuletzt geändert von theoderich am So 11. Jan 2026, 12:42, insgesamt 3-mal geändert.
theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Militär-Experte: "Wir wollen nicht wahrhaben, dass sich die Zeiten geändert haben"
KURIER: War es nicht immer schon so, dass Mächte bei Bedarf auf das Völkerrecht „pfeifen“? Ist Trump einfach nur ehrlicher?

Oberst Markus Reisner: Regelbrüche gab es immer. Aber es gab Phasen, in denen Parität – etwa zwischen USA und Sowjetunion – Grenzen setzte: Man überlegte genauer, wie weit man gehen kann, weil eine mögliche Eskalation mitgedacht wurde, wie etwa während der Kuba-Krise. In den 1980ern und nach 1990 wurden UN-Mandate öfter umgangen. Interventionen liefen dann über „Koalitionen der Willigen“. Heute droht eine Rückkehr zu einer Logik wie im frühen 19. Jahrhundert: Militär als Machtprojektion, Regeln werden beiseitegeschoben.

Verändert Trumps Ehrlichkeit die Spielregeln?

Ja. Wenn Washington seine Interessenpolitik offen ausspricht, richten andere ihr Verhalten danach aus. Die USA haben die europäische Unterfinanzierung im Verteidigungsbereich lange toleriert, weil Europa nützlich war – als Markt, Brückenkopf, politisches Kapital. Wir haben uns daran gewöhnt: Wir pochten auf Regeln, während wir Fähigkeiten abbauten. Trump setzt zusätzlich auf seinen Deal-Stil: erst maximal drohen, Unruhe erzeugen, dann neu verhandeln. Er ist aus meiner Sicht genau so, wie er tut. Er ist sehr emotional, sagt Dinge so, wie sie sind. Das passt uns natürlich nicht. Aber seine Ehrlichkeit ist eigentlich gut: Man könnte ihn lesen – aber wir tun es nicht, weil wir nicht wahrhaben wollen, dass sich die Zeiten geändert haben.

Wenn wir von „Rückkehr der Machtpolitik“ sprechen: Was ist neu – und was wird nur wieder sichtbarer?

Sichtbar wird eine Welt, die wieder stärker in Einflussräume zerfällt. China, Indien und Russland sind in ihren Regionen handlungsfähiger; die USA konzentrieren sich auf die eigene Hemisphäre. Das UN-Rahmenwerk gilt formal weiter, verliert aber ohne Durchsetzungskraft an Wirkung. Und das Völkerrecht betrifft ja nicht nur das Recht zum oder im Krieg – das humanitäre Völkerrecht–, sondern viele weitere Regelungen: etwa die Definition, was Luftraum ist, wo das Staatsgebiet eines Landes beginnt, wer in internationalen Gewässern was tun darf, Schürf- und Nutzungsrechte usw. Das alles ist völkerrechtlich in zahlreichen Verträgen festgeschrieben und wird von Institutionen mitgetragen. Wird das alles vom Tisch gewischt, sind wir wieder in einer Zeit des Hauens und Stechens.

Eine Zeit, für die Europa nicht gerüstet ist…

Die USA haben das bisher toleriert, weil sie auch Vorteile hatten – etwa exklusiven Zugang und politischen Einfluss. Unter Trump ist das radikal anders. Und ich glaube persönlich, dass hier zwei Dinge zusammenkommen. Erstens: Trump hat im Kern keine geopolitische Ausrichtung im klassischen Sinn, sondern will sich primär um die USA kümmern – mit dem Anspruch, weltbestimmend zu sein, aber eben zuerst innenpolitisch und amerikanisch gedacht. Zweitens: Da ist eine bisher ungewohnte Schwäche der USA, die nicht auf den ersten Blick erkennbar ist – das Unvermögen und zugleich das Eingeständnis, dass man nicht überall auf der Welt jederzeit Macht projizieren kann. Man muss zur Kenntnis nehmen, dass Länder wie China, Indien und Russland inzwischen in der Lage sind, ihre Einflussbereiche abzustecken. Die USA können sich nicht mehr gleichzeitig mit allen messen. Darum die Konzentration auf die eigene Hemisphäre: Das ist unser Schrebergarten – in unserer Anlage machen wir, was wir wollen.
Europa muss sich schützen, gleichzeitig galoppieren die Preise der Rüstungsindustrie davon. Trump hat US-Unternehmen mit Konsequenzen gedroht, wenn sie ihre Gewinne nicht für den Ausbau der Produktionskapazitäten verwenden. Wäre bei uns auch möglich?

In Europa kostet eine Granate mittlerweile rund 12.000 Euro, in Russland ist sie wesentlich billiger geworden. Bei uns ist die Rüstungsindustrie – und alles dahinter – privatwirtschaftlich organisiert. Die Anteilseigner haben erkannt: Das ist jetzt eine große Geldmaschine. Und wenn man nicht bereit ist, regulierend einzugreifen oder Teilverstaatlichung durchzuführen – wofür der politische Wille fehlt, solange die existenzielle Bedrohung nicht als solche empfunden wird –, wird es in der finanziellen Umsetzung schwierig. Man sagt immer, Wettbewerb sei wichtig – ja. Aber in Zeiten von Krise und Krieg kann man nicht so tun, als könnte man Panzer „vergolden“ und gleichzeitig erwarten, dass das schnell und günstig geht.

Ist das europäische Pochen aufs Völkerrecht das Einzige, was wir haben?

Es ist oft das Einzige, weil uns Durchsetzungskraft fehlt. Völkerrecht ist wie eine Schulhausordnung: Sie hilft nur, wenn es jemanden gibt, der sie exekutiert. Oder anders: Russland kommt in Lumpen daher, aber mit scharfem Schwert; Europa erscheint im Armani-Anzug und trägt nur ein kleines Taschenmesser. Die Aufgabe ist nicht, das Recht aufzugeben, sondern Fähigkeiten aufzubauen, damit Regeln wieder gelten.
https://kurier.at/politik/ausland/obers ... /403119888

https://www.facebook.com/share/p/1Akh1217er/
Zuletzt geändert von theoderich am Di 13. Jan 2026, 07:14, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Bundesheer erhält neue Hubschrauber, Panzer und Lkw

https://www.nachrichten.at/politik/inne ... 85,4125932


„Keine Kompromisse“
Neue Panzer, Hubschrauber und Lkw fürs Bundesheer

https://www.krone.at/4010959

https://www.facebook.com/share/17UATV2i8n/


Österreichs Bundesheer bekommt jetzt 53 Panzer und 14 Helikopter

https://kurier.at/politik/inland/bundes ... /403120402


855 neue Lastkraftwagen
Tarnanzug, Black Hawk – Bundesheer rüstet 2026 auf

https://www.heute.at/s/tarnanzug-black- ... -120154570


Bundesheer erhält neue Hubschrauber, Panzer und Lkws

https://orf.at/stories/3416783/

https://www.facebook.com/share/p/1ATV2Bh7SG/
theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Neos-Generalsekretär an Bundesländer: „Man muss Reformen groß denken dürfen“
Finden Sie es gut, dass die Kommission über die Zukunft der Miliz und der Wehrpflicht bald ihr Ergebnis präsentiert?

Ja, wir haben im Regierungsprogramm fixiert, dass sie Vorschläge liefern soll. Ich gehe davon aus, dass im Bericht viele positive Dinge drinstehen. Man darf ihn nicht auf die Frage reduzieren, ob der Wehrdienst verlängert wird und Milizübungen verpflichtend werden. Soweit ich höre, gibt es darüber hinaus viele weitere Vorschläge.

Sie haben mehrmals das Wort Vorschläge betont …

Ja, so steht es auch im Regierungsprogramm. Es ist üblich, dass Experten Vorschläge vorlegen und diese politisch diskutiert werden.

Neos-Klubchef Yannick Shetty hat eine Verlängerung schon ausgeschlossen. Ist das so?

Er hat gesagt, dass es im Regierungsprogramm keine Einigung diesbezüglich gibt. Und das Programm ist die Grundlage unserer Zusammenarbeit, alles Weitere ist zu verhandeln.

Also könnte es dazu kommen?

Ich schließe generell nichts aus, wir wissen, wie schnell sich politische Realitäten verändern. Aber unsere Grundeinstellung als liberale Partei ist bekannt. Und da es nicht im Regierungsprogramm steht, sehe ich momentan nirgends eine politische Einigung dazu, dass es zu einer Verlängerung des Wehrdienstes in dieser Legislaturperiode kommt.
https://www.sn.at/politik/innenpolitik/ ... art-629508



Von Wehrpflicht bis Scharia: Was die Regierungsklausur bringt
Einigung auf Verlängerung des Wehrdienstes?

Das wichtigste Thema ist im offiziellen Statement nicht angesprochen und betrifft das Bundesheer: Nächste Woche präsentiert die Wehrdienstkommission ihre Vorschläge. Und die werden aller Wahrscheinlichkeit nach eine Wiedereinführung der verpflichtenden Milizübungen und in dem Zusammenhang eine Verlängerung des Wehrdienstes und wohl auch des Zivildienstes vorsehen. Bis dahin sollte sich auch die Koalition auf eine gemeinsame Linie geeinigt haben: Will man die bei Jungwählern vermutlich unpopuläre Verlängerung des Pflichtdienstes auch tatsächlich umsetzen? Die ÖVP scheint hier einen Schwenk zu machen und diesen Weg gehen zu wollen, SPÖ und Neos haben sich in den vergangenen Tagen auf den formalen Standpunkt zurückgezogen, das sei kein Teil des Koalitionsprogramms.

Allerdings dürfte hier die Realität Fakten schaffen: Die veränderte geopolitische Lage erfordert eine Verbesserung der Verteidigungsfähigkeit des Landes. Und das wird mit dem derzeit bestehenden System nicht funktionieren. Eine Entscheidung, sollte sie auf der Regierungsklausur fallen, wird aber wohl erst nach der Präsentation des Berichts kommuniziert werden.
https://www.diepresse.com/20468898/von- ... sur-bringt


Martinkaserne Eisenstadt: Jägerkompanie wird zur Fliegerabwehrbatterie
Mit 1. Jänner 2026 wurde die bisherige 1. Jägerkompanie offiziell in eine Fliegerabwehrbatterie umgewandelt. Diese Neuausrichtung ist Teil der laufenden Modernisierungswelle des Bundesheeres, die unter dem Namen „Mission Vorwärts“ firmiert. Für die Martinkaserne Eisenstadt bedeutet dies nicht nur eine Änderung des Aufgabenbereichs, sondern auch eine deutliche Aufwertung der Infrastruktur.

Neues Gerät: Radpanzer Pandur für Eisenstadt

Das primäre Waffensystem der neu formierten Einheit wird der Radpanzer Pandur in der speziellen Ausführung für die Fliegerabwehr sein. Diese Fahrzeuge gehören zu den insgesamt 28 neuen Pandur-Systemen, deren Zulauf für das Jahr 2026 bundesweit vorgesehen ist. Um diese modernen Geräte fachgerecht unterbringen und instand halten zu können, wird die Martinkaserne baulich erweitert.

Aktuell laufen die Planungen für die Errichtung neuer Fahrzeughallen, die speziell für die Wartung und Pflege der Radpanzer benötigt werden. Zusätzlich ist der Bau beziehungsweise die Erweiterung eines Unterkunftsgebäudes geplant, um den Anforderungen der neu strukturierten Truppe gerecht zu werden.
https://www.bvz.at/eisenstadt/neue-pand ... -505185860

https://www.facebook.com/share/p/1BeudFxzN9/


Glock liefert Sturmgewehre an die britische Polizei

https://kurier.at/wirtschaft/glock-lief ... /403120745
Zuletzt geändert von theoderich am Do 15. Jan 2026, 18:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Steirischer Militärkommandant
„Mehr Ausfälle durch die Grippe als durch Milizübungen“

https://www.kleinezeitung.at/steiermark ... izuebungen


Message, Macht, Medien
Militärexperte Reisner ortet Vorphase zu Weltkrieg

https://www.krone.at/4014913
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

„Die Presse“ exklusiv
Zehn Monate Wehrdienst, Stellung ab 16: Das sind die Pläne der Kommission
Knapp vor der Präsentation des Reformberichts zur Wehrpflicht zementieren die Neos ihre Blockade ein. „Wir sind immer gegen eine Verlängerung des Wehrdienstes gewesen und sie ist auch nicht Teil des Regierungsprogramms. Ich sehe derzeit keine politische Mehrheit dafür“, sagt Neos-Generalsekretär Douglas Hoyos zur „Presse“. Bereits zuvor hatte sich Neos-Klubobmann Yannick Shetty gegen die Reform gestemmt.
Auf die Position der Neos angesprochen, hält Tanner in einer Stellungnahme fest, sie werde die Präsentation des Bericht arbeiten, bevor sie sich näher äußere: „Die Republik hat eine Entscheidung zu treffen, die im Interesse der Sicherheit Österreichs liegt. Ich bin guter Dinge, dass sich jeder seiner Verantwortung bewusst ist. “

Zwei Modelle im Fokus

Die pinke Blockade wird die Verhandlungen erschweren. Denn nach „Presse“-Informationen laufen die Reformmodelle, die die Kommission am Dienstag vorstellt, allesamt auf einen – teils deutlich längeren – Wehrdienst hinaus. In politischen Kreisen werden zwei Modelle noch am ehesten als umsetzbar gewertet.

Dabei handelt es sich einerseits um das „8+2“-Modell, das dem Vernehmen nach in der Kommission hoch im Kurs steht. Die Wehrpflicht soll demnach acht Monate dauern, anschließend sollen – über mehrere Jahre verteilt – Übungen im Ausmaß von zwei Monaten absolviert werden müssen. Der Zivildienst wird auf zwölf Monate verlängert. Das zweite Modell – laut Insidern eine eher von der SPÖ-präferierte Variante – sieht vor, den Grundwehrdienst bei sechs Monaten zu belassen, aber wieder eine mehrwöchige bzw. mehrmonatige Übungspflicht einzuführen. SPÖ-Wehrsprecher Robert Laimer kommentiert die kursierenden Modelle nicht, da er nicht den Gesprächen der Parteispitzen vorgreifen möchte. Klar sei, dass die Miliz gestärkt werden müsse: „Der Wehrdienst steht auf dem Prüfstand.“

Ob die Kommission die „8+2“-Variante als favorisiertes Modell oder als eine von mehreren Alternativen vorschlägt, dürfte offen sein. Am Montag tagt die Kommission ein letztes Mal, dort werden Details besprochen und es wird der Kommissionsbericht zur Kenntnis genommen.

Schweizer Modell und Frauen-Wehrpflicht
Allerdings sollen auch weitere Varianten im Bericht erwähnt werden. Darunter eine Art Schweizer Modell mit vier Monaten Wehrdienst und einigen Monaten Übungspflicht. Als langfristige „Entwicklungsszenarien“ sollen auch zwei weitere Modelle vorgeschlagen werden, die eine Wehrpflicht für Frauen vorsehen. Dabei könnte man sich an anderen Ländern orientieren, die eine solche schon eingeführt haben.

Diese zwei Varianten wären erst langfristig umsetzbar, Österreich müsste erst seine Infrastruktur und sein Wehrsystem darauf einstellen. Außerdem: Politisch ist eine Einigung dazu sowieso höchst unwahrscheinlich. So lehnt Ministerin Tanner eine Wehrpflicht für Frauen ab, solange nicht eine völlige Gleichberechtigung der Geschlechter erreicht sei.

Früherer Stellungstermin

Als gesichert gilt, dass der Bericht vorschlägt, das Thema Frauen-Wehrpflicht bis 2030 zu evaluieren. Neben den Wehrpflicht-Modellen wird er mehrere Dutzende Empfehlungen enthalten. Neos-Generalsekretär Hoyos meint, es werde wohl einige Maßnahmen geben, über die man eine Debatte führen und die man umsetzen könne. Einige Empfehlungen gehen laut „Presse“-Informationen dahin, das Verfahren rund um die Stellung zu reformieren. Bisher sind nur männliche, österreichische Staatsbürger stellungspflichtig – und zwar in dem Jahr, in dem sie 18 Jahre alt werden. Die Kommission schlägt demnach unter anderem vor, diese Frist auf 16 Jahre herabzusetzen.

Durch diese frühere Stellung könnte das zunehmende Problem der Untauglichen angegangen werden. Es wird in Militär- und Milizkreisen seit langem als eines der großen Probleme des Wehrsystems gesehen. Der Anteil der Untauglichen bewegt sich österreichweit mittlerweile schon bei 22 bis 23 Prozent.

Stellung auch für Frauen

Wird die Stellungspflicht vorverlegt, wären Betroffene früher über ihren bedenklichen Gesundheitszustand informiert. Eine Hoffnung ist, dass so vorzeitig mit neuen Fitness- und Gesundheitsprogrammen Untaugliche motiviert werden können, wieder fit und später für tauglich erklärt zu werden. Eine Idee ist es dabei auch, die Stellung als erste, umfassende Gesundenuntersuchung auf junge Frauen auszuweiten: Sie könnten mit 16 Jahren einen Brief des Bundesheeres erhalten, in dem sie auf die Möglichkeit hingewiesen werden, die Stellung zu absolvieren und den Wehrdienst freiwillig zu leisten.

Möglicherweise könnte eine Empfehlung dahingehend lauten, die Wehrpflicht für gewisse Gruppen von Nicht-Staatsbürgern zu öffnen, die im Gegenzug für ihren Dienst leichter Zugang zur Staatsbürgerschaft erhalten. Zündstoff für weitere Debatten dürfte der Bericht jedenfalls liefern.
https://www.diepresse.com/20481390/zehn ... plaene-der


6+2 oder 8+2? Länger beim Bundesheer: Kein Grundwehrdienst ohne verpflichtende Übungen mehr?

https://www.diepresse.com/20481548/62-o ... e-uebungen

Zuletzt geändert von theoderich am Do 15. Jan 2026, 18:17, insgesamt 2-mal geändert.
Verweigerer
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von Verweigerer »

Kahlschlag auf dem Irrsberg: Österreichisches Bundesheer lässt sechs Hektar Wald roden

https://www.sn.at/salzburg/chronik/kahl ... art-629457

Was da wohl hinkommt?

Bild
Irrsberggipfel
theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Van der Bellen: Werde Ende der Neutralität „nicht erleben“

https://orf.at/stories/3417243/

Verweigerer hat geschrieben: Do 15. Jan 2026, 14:40Was da wohl hinkommt?
Salzburger Nachrichten hat geschrieben:Die mobile Radarstation auf dem Irrsberg werde im zweiten Quartal 2026 in Betrieb gehen, so Oberstleutnant Baierer.
theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

„Acht oder neun Monate“: Doskozil will längeren Wehrdienst und auch Frauen verpflichten
Apropos Heer: Die Wehrdienst-Kommission wird in den nächsten Tagen ihre Empfehlungen vorlegen. Soll er verlängert werden?

Ich würde den Wehrdienst verlängern, ja. Und analog zum Zivildienst gestalten. Gleiche Zeiten, gleiche Fristen. Man kann diskutieren, ob es acht oder neun Monate sein sollen. Aber dann sollte der Wehrdienst oder der Zivildienst auch verpflichtend für alle sein – im Sinne eines gemeinsamen „Sozialjahres“.

Auch für Frauen?

Ja. Jeder soll sich aussuchen können, ob Zivil- oder Wehrdienst. Wir brauchen die Personalreserven ja auch im Sozialbereich. Ich wäre jedenfalls dafür, über ein derartiges Modell breit und offen zu diskutieren, mit allen Aspekten. Auch über Verbesserungen für Frauen in anderen Bereichen. Gleichberechtigung wird ja fast überall großgeschrieben, wir müssen sie halt auch überall leben und durchsetzen.

Soll man Nicht-Staatsbürger miteinbeziehen?

Nein, Wehrdienst ist Staatsbürgerdienst.
https://www.diepresse.com/20484071/acht ... t-und-auch
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