10.1.2026, 7.08 Uhr
Ö1 Morgenjournal
https://orf.at/av/audio/129757Thomas Langpaul: "Nach Österreich jetzt: In zwei Wochen will die Wehrdienstkommission ihre Vorschläge zur Weiterentwicklung des Grundwehrdienstes präsentieren. Möglich ist dabei auch eine Verlängerung des Wehrdienstes. Derzeit dauert er sechs Monate.
Der neue Vorsitzende der Landeshauptleutekonferenz, Anton Mattle, aus Tirol kann sich im Interview mit Katja Arthofer eine Verlängerung durchaus vorstellen."
LH Anton Mattle: "Österreich hat ja viel Geld in die Hand genommen, um das Österreichische Bundesheer zu ertüchtigen - 16 Milliarden Euro! Jetzt werden Geräte auch angeschafft, die auch ein hohes Maß an qualifizierter Ausbildung bedürfen. Deshalb kann ich mir also durchaus auch vorstellen, dass längere Ausbildungszeiten auch beim Heer notwendig sind. Ich möchte aber in dem Zusammenhang der Expertenkommission nicht vorgreifen."
Katja Arthofer: "Früher gab's ja sechs Monate Wehrdienst, aber dann eben auch zwei Monate Truppenübungen. Soll's wieder solche Übungen geben, aus Ihrer Sicht?"
MATTLE: "Ich glaube, also wenn's um lebenslanges Lernen geht - und das geht's wahrscheinlich auch, wenn's um den Präsenzdienst bzw. um den Dienst an der Waffe geht - wird's definitiv auch notwendig sein. Wir müssen da insofern eine gewisse Flexibilität auch an den Tag legen. Diese Mitarbeiter, die auch zu diesen Milizübungen gehen, haben ja auch alle einen Arbeitsplatz.
Man muss ein Modell finden, damit das auch so eingebettet werden können in einen Arbeitsprozess, damit's auch für die Herren, die dazu einberufen werden, möglich ist."
https://oe1.orf.at/player/20260110/819251/1768025281000
Mattle: „Ich lasse mir von Wien aus kein Krankenhaus zusperren“
Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) will die Zuständigkeiten für Bildung und Gesundheit neu ordnen. Eine Wehrpflicht für Frauen lehnt er ab.
https://www.diepresse.com/20463041/matt ... -zusperrenDie Presse: „Wir haben Karten gespielt, die Zeit abgesessen“, hört man oft, wenn man nach dem Wehrdienst fragt. Woran erinnern Sie sich?
Anton Mattle: Für mich war es eine wertvolle Zeit. Ich war acht Monate lang als Systemerhalter in einer Fernmeldekompanie, konnte Fachkenntnisse gewinnen und prägende Freundschaften knüpfen.
2006 wurde die Wehrpflicht gekürzt, die verpflichtenden Milizübungen wurden abgeschafft. Am 20. Jänner dürfte die Reformkommission Gegenteiliges empfehlen. Eine gute Idee?
Ich warte gespannt, was die Experten erarbeitet haben. Fest steht aber: Die Republik hat viel Geld in die Hand genommen, um ihre Verteidigungsfähigkeit wiederherzustellen. Es ist hochtechnisches Gerät im Einsatz – da muss man genau schauen, ob die Ausbildungszeit reicht, um es bedienen zu können.
Wird der Wehrdienst verlängert, gilt das wohl auch für den Zivildienst. Dieser bindet junge Menschen aktuell neun Monate.
Ein Dienst an der Republik bedeutet nicht, die Menschen von etwas abzuhalten, sondern ist die Chance, einmal etwas zurückzugeben von vielen Dienstleistungen, die jeder Bürger von der Republik empfängt.
Sollten dann nicht auch Frauen zum Dienst an der Allgemeinheit verpflichtet werden?
Da bin ich konservativ: Der Wehrdienst wurde für Männer eingeführt, Frauen können freiwillig einen Heeresdienst leisten. Für alle gibt es das freiwillige soziale Jahr.

