Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

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opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

In dem Artikel unten ist von "18 neuen Gripen" die Rede. Das heißt damit kann eigentlich nur das Modell E ("Next Generation" - scheint überhaupt ein Modewort zu sein) gemeint sein oder?

Wie bisher der Eurofighter? Oder der schwedische Gripen? Oder doch die amerikanische F-16?

https://kurier.at/politik/inland/vor-ab ... /400151334

Noch heuer will Verteidigungsminister Mario Kunasek entscheiden, mit welchem Abfangjäger Österreichs Luftraum künftig überwacht wird. Eines der in Frage kommenden Unternehmen meldet Beschwerde an. „Wir würden Österreich gern ein formelles Angebot für unseren Gripen machen“, sagt Per Alriksson, zuständig für Verkauf und Marketing beim schwedischen Hersteller Saab. Bisher habe man dem Verteidigungsressort in Wien nur ein paar Zahlen aus anderen Angeboten aus der Schublade grob zusammengerechnet.

Bevor Österreich ein derart großes Geschäft abschließe, würde man aber gern „ein ernsthaftes Angebot statt einer ungefähren Kalkulation abgeben“, betont Alriksson im Gespräch mit dem KURIER. Die nicht sehr valide Berechnung stamme außerdem aus dem April 2017, sei nicht mehr aktuell.

Das klingt anders als zuletzt in Medien dargestellt. Via Kronenzeitung wurde im August das Ergebnis der „Evaluierungskommission aktive Luftraumüberwachung“ lanciert. Darin ist von drei beziehungsweise vier Varianten und offenbar relativ fixen Kosten die Rede: Würde der Eurofighter nachgerüstet, würde das – je nach Variante – 2,3 oder 2,4 Milliarden Euro kosten. 18 neue Gripen würden 2,7 Milliarden, die F-16-Kampfjets drei Milliarden Euro kosten.

xxx

Saab wirft zusätzlich die Möglichkeit einer gemeinsamen Ausbildung mit anderen Ländern (Schweden, Ungarn) in die Waagschale.

Acipenser
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Acipenser »

So viel Unsinn! Am günstigsten ist es einfach die Eurofighter zu behalten, die routinemäßigen Services um ca. 200 Mille durchführen und unsere Tranche wie GB bis mindestens 2035 weiterfliegen. Neue Kampfjets bei diesen Budgets anzudenken ist ein Verbrechen an der Republik! Gebrauchte 2er Jets können jederzeit von GB zulaufen oder wie zurgegebenenzeit von deutscher Bundeswehr anmieten! Ständig einen Neuankauf den Menschen einreden zu wollen sollte unter Strafe stehen!
Zuletzt geändert von Acipenser am Sa 20. Okt 2018, 23:31, insgesamt 1-mal geändert.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Es wurde eigens für die Integration der Phase 2 Enhancements (P2E) vor über zehn Jahren ein Erprobungsträger auf Basis der Tranche 1 gebaut. Steht ausführlich in den U-Ausschuss-Protokollen:

Kommuniqué des Untersuchungsausschusses über das Kampfflugzeugsystem „Eurofighter Typhoon“ Veröffentlichung des wörtlichen Protokolls über die öffentliche Befragung der Auskunftsperson Karl Hofer (412/KOMM)
Abgeordneter Dr. Reinhard Eugen Bösch (FPÖ): Gestern hat Universitätsprofessor Koziol behauptet, dass die Umrüstung von Tranche 1 auf Tranche 2 faktisch nicht möglich gewesen sei und dass die Vertragsverhandlungsgegenseite Eurofighter das immer heruntergespielt hätte und immer behauptet hätte, es sei leicht möglich, von Tranche 1 auf Tranche 2 umzurüsten. – Wie ist Ihre Meinung dazu?

Ministerialrat Karl Hofer: Zu diesem Zeitpunkt hatte die Eurofighter-Industrie sieben Testflugzeuge, sogenannte IPA, Industrial Production Aircraft. Diese Testflugzeuge, alle Tranche 1, insbesondere die IPA 02, wurden - - Nachdem grob alle Tranche-1-Flugzeuge, die 148 Stück, produziert wurden, wurde dieses Tranche-1-Flugzeug IPA 02 mit der Funktionalität Tranche 2 ausgestattet. Dieses Versuchsflugzeug IPA 02 hat den Beweis erbracht, dass die Tranche 2 funktioniert; die haben dazu Tranche 1 benutzt.

So, man muss jetzt aber auch fairerweise sagen: Trotz dass jetzt dieser IPA 02 die Funktionalität Tranche 2 hatte - - Sprich, wie es in unserem Vertrag drinnen ist: Sie liefern Tranche 1 und rüsten das auf Tranche 2 nach, Funktionalität. Genau mit dieser Gerätschaft, die bei uns im Vertrag taxativ aufgelistet ist, ist grundsätzlich einmal dieser IPA 02 ausgestattet worden, sodass die Funktionalität Tranche 2 möglich war.

Fairerweise muss man sagen: Das war in Summe noch immer kein Tranche-2-Flugzeug, sondern nur avionisch-elektronisch ein Tranche-2-Flugzeug, weil das Grundmuster, gewissermaßen der Maschinenbau, noch immer Tranche 1 war. Das wäre genau bei uns auch die Schwierigkeit gewesen, sage ich einmal – möglicherweise eine Schwierigkeit –, wenn wir statt den Tranche-2-Flugzeugen, den reinrassigen Tranche-2-Flugzeugen, Tranche 1 bekommen, die dann nach dieser Regel auf Funktionalität Tranche 2 nachgerüstet werden, die wären niemals baugleich gewesen – können gar nicht, Tranche 2 ist ein leicht anderes Grundmuster –, wo es möglicherweise in der Aufwandstruktur Änderungen ergeben hätte.

Aber jedenfalls hätte man sagen müssen – auch nach dem alten Vertrag –: Wenn die Tranche 1 auf Funktionalität Tranche 2 aufgerüstet werden, wären das immer 18 verschiedene Flugzeuge zu allen anderen, die in den Core-Nationen da sind, gewesen, denn in den Core-Nationen ist: reinrassig Tranche 1, reinrassig Tranche 2 und Tranche 3; und bei uns wäre gewissermaßen eine Tranche 1 gewesen, die funktional auf Tranche 2 nachgerüstet ist.

Das ist so vom Ablauf her, dass unser Modell funktioniert. Allerdings, zu dem Zeitpunkt, als wir den Vertrag geschlossen haben, hat es den IPA 02 noch nicht gegeben, sondern das ist erst später passiert. Insofern kann man sagen – wie der Vertrag geschlossen wurde –: Ja, es ist ein Risiko, ob das funktioniert. – Tatsache: Es hat dann funktioniert.

Für uns hätte das bedeutet: Wenn wir ab 2007 die Tranche 1 bekommen und in späterer Folge nachgerüstet hätten, hätte es nach menschlichem Ermessen funktionieren müssen, denn es gibt ja schon einen Erprobungsträger, der zwar vermutlich nicht in allen Details gleich ist, wie unserer dann ausgestattet worden wäre, aber zumindest von der Funktionalität her.

Abgeordneter Dr. Reinhard Eugen Bösch (FPÖ): Gibt es von Ihrer Seite Berechnungen, was diese Umrüstung gekostet hätte?

Ministerialrat Karl Hofer: Wir sind damals davon ausgegangen, dass man - - Also es gibt im Vertrag drinnen keine Einzelauspreisung, wo stünde, für die Nachrüstung auf Tranche 2 kostet es so und so viel. Wir haben daher nur die Möglichkeit gehabt, dass wir sagen: Wir nehmen diese Komponenten her, schauen in eine Preisliste hinein. Was kosten diese Komponenten? – Wir haben dann eben für die Integration einen Preis aufgeschlagen, der, ich kann mich nicht mehr genau erinnern, so an die 5 Millionen, 4 bis 5 Millionen gekostet hätte; aus damaliger Sicht.

Dass es jetzt im Zeitablauf möglicherweise anders ausschaut, kann durchaus sein, aber aus damaliger Sicht haben wir das so betrachtet; also ungefähr 4 bis 5 Millionen €. Das war immer so eine Größenordnung, sie stand nirgends fest, aber so an die 50 bis 60 Millionen € für alle Flugzeuge.

Abgeordneter Dr. Reinhard Eugen Bösch (FPÖ): Was hätte das für die Logistik bedeutet, Ersatzteile, Ausbildung der Piloten und so weiter?

Ministerialrat Karl Hofer: Der Pilot hätte das nicht gemerkt. – Nicht gemerkt ist falsch, er hätte es insofern gemerkt, als die jetzigen Computer, die in der Tranche 1 eingebaut sind, nicht so leistungsfähig sind wie die der Tranche 2, die ja reingekommen wären. Und er hätte die Erfahrung gemacht, dass er – sage ich einmal – noch mehr ziehen kann, das Flugzeug noch mehr belasten kann und unter dieser Belastung die Computer auch noch arbeiten. Unsere Computer sind, wie Sie wissen, ziemlich an der Leistungsgrenze. Das ist ja nicht das erste Mal, dass das kolportiert wird, sondern das haben wir immer gewusst, dass eben diese Leistungsfähigkeit nicht so gegeben ist – aber für den Piloten keine Änderung.

Und für die Technik: Wir hätten das Wartungsprogramm eingestellt, wir hätten die Tranche-1-Teile - - die wären so und so zurückgegangen, aber von der Materialerhaltung her hätten wir keinen Unterschied erfahren. Der einzige Unterschied, den wir erfahren hätten: Wir wären nicht so rasch in ein Obsoleszenzproblem hineingelaufen, weil dort ja schon die besseren Geräte drinnen waren, die für die Tranche 2 qualifiziert waren.

Insofern wäre es, wenn man auf dem Vertrag draufgeblieben wäre, für uns jetzt eine bessere Situation. Wir hätten nicht diese Obsoleszenzproblematik, wo wir jetzt pro Jahr an die 12 bis 15 Millionen € einstellen müssen, und das auf Nutzungsdauer.


Ich habe berichtet, dass der Bonus des Herrn Bundesministers möglicherweise über diesen Weg bis zur Ausphasung 2040 aufgebraucht ist und wir dann noch immer 15 Flugzeuge mit schlechter Ausrüstung – und, und, und – haben und die Nachfolgeproblematik wieder anstoßen müssen.
Ministerialrat Karl Hofer: Funktional ist sie gleich, beim Bauzustand, heruntergebrochen auf den Bauteil ist sie es nicht, weil einfach die Tranche 1 einen leicht anderen technischen Aufbau hat wie die Tranche 2; und ich kann durch Umrüstmaßnahmen von der Tranche 1 auf die Tranche 2 niemals einen gleichen Bauzustand herstellen. Ich müsste das Flugzeug komplett umbauen. Es geht aber in dem Fall nur um die avionische Ausrüstung, die der Pilot vorfindet; die ist ident, aber nicht das Flugzeug selbst. Also die Hülle, das Fahrwerk und die Räder, die sind noch immer anders.

Beispielhaft: Das Tranche-1-Flugzeug ist ausgelegt für Luft-Luft-Operationen. Das Tranche-2-Flugzeug, wie man auch in der Literatur lesen kann, ist der Übergang von Luft-Luft auf Luft-Boden, und Luft-Boden heißt Luft-Boden-Bewaffnung, Bomben, lasergesteuerte Waffen und so weiter – sind schwer. Luft-Luft-Lenkwaffen sind leicht. Daher musste bereits in der Tranche 2 im Tragwerk, also im Flügel Verstärkungen eingeführt werden, mussten im Fahrwerk Verstärkungen eingeführt werden, und diese Verstärkungen, die jetzt in der Tranche 2 drinnen sind, die sind in der Tranche 1 nicht drinnen und die können auch nicht nachgerüstet werden, unter keinen Umständen; da müsste man das Flugzeug umbauen.

Aber: Man ist in der Lage, die avionische Ausrüstung gewissermaßen aus der Tranche 1 raus- - und die Tranche-2-Kasteln, sage ich einmal, einzubauen. Das geht! Noch einmal: Funktional kann man es gleich machen, bauzustandsmäßig aber nicht. Sie sind verschieden, und wie ich vorvorige Woche auch beim Staatsanwalt schon aussagen musste: Das wären 18 Flugzeuge gewesen, die anders sind wie alle anderen in den Core-Nationen.
https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml

IPA2

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Partnerfirma/Hauptbasis: Alenia, Turin-Caselle

Kennung: MMX614

Erstflug: 5. April 2002 (Maurizio Cheli)

Aufgaben: Integration von Luft-Boden-Bewaffung, Sensorfusion. Tranche 1.

Bemerkungen: Wurde auf den Tranche 2-Standard (P2e) aufgerüstet.
https://www.flugrevue.de/militaerluftfa ... 46?seite=2

Bild
https://www.baesystems.com/en/product/p ... hancements

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https://www.baesystems.com/en/product/p ... hancements

Insofern ist erst recht nicht nachvollziehbar, wieso Mitarbeiter des MSL im Zuge der Arbeiten für die Sonderkommission Aktive Luftraumüberwachung nach Spanien gereist sind, um sich dort OFP-01E und OFP-02E demonstrieren zu lassen:

http://milnews.at/2017/materialstab-luft-eurofighter/

KURIER hat geschrieben:Noch heuer will der Verteidigungsminister den Jet-Typus wählen – ohne valide Angebote der Anbieter.
KURIER hat geschrieben:„Wir möchten uns nicht in den Entscheidungsprozess Österreichs einmischen“, betont Alriksson. „Wir würden aber gern unseren konkreten Preis nennen“, schließlich seien die Kosten ein wesentlicher Entscheidungsgrund.
Ja ja, sie wollen sich überhaupt nicht "in den Entscheidungsprozess Österreichs einmischen" ... Dass seit über einem Jahr Gefälligkeitsartikel über den "billigen" "Gripen" in österreichischen Boulevardzeitungen erscheinen, hat damit sicher gar nichts zu tun.
KURIER hat geschrieben:Für eine echte Preisberechnung wären rund 90 Tage notwendig, sagt der Saab-Mann. Nachdem das Verteidigungsministerium in Wien noch für heuer eine Entscheidung angekündigt habe, wäre das also in dieser Zeit nicht möglich.

Gerold Fraidl, Sprecher von Kunasek, erklärt das so: „Die Ergebnisse der Evaluierungskommission basieren auf unverbindlichen Preisauskünften, die bei Unternehmen und Regierungen im Rahmen einer intensiven Markterkundung eingeholt wurden. Eine darüber hinausgehende Einholung von verbindlichen Angeboten war aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Sobald entschieden wurde, welche Leistungen zu welchen Bedingungen und nach welchen gesetzlichen Bestimmungen zu beschaffen sind, werden rechtsverbindliche Angebote eingeholt und in weiterer Folge verhandelt.“

Etwas anders klang das zuletzt beim tschechischen Hersteller Aero Vodochody, der seine brandneue L-39NG als möglichen Nachfolger der kleineren Saab 105 anbietet. Dort hieß es, dass ein komplettes Angebot an Österreich abgegeben wurde. Auch Aero versucht, den Druck auf Österreich zu erhöhen, um eine rasche Entscheidung zu bekommen. Saab wirft zusätzlich die Möglichkeit einer gemeinsamen Ausbildung mit anderen Ländern (Schweden, Ungarn) in die Waagschale.

Der Preiskampf ist offenkundig eröffnet.
Unsere Medien sind zum Verzweifeln: Hier wird von "Angeboten" und der Wahl eines "Jet-Typus" geschrieben, obwohl man für solche Entscheidungen nicht nur zugrunde liegende Konzepte, sondern auch ein Pflichtenheft und eine verbindliche Leistungsbeschreibung benötigen würde. Nichts davon existiert - mit Ausnahme aktueller und überholter Militärischer Pflichtenhefte für einen "Jet Trainer Neu"!

Das "blinde" Einholen von verbindlichen Angeboten, mit dem einzigen Ziel den "Eurofighter" loszuwerden, würde außerdem internen Vorschriften des BMLV widersprechen:
Republik Österreich. Bundesministerium für Landesverteidigung (Hrsg.): Allgemeine Ausschreibungsbestimmungen der Heeresverwaltung (Ausgabe 1998) hat geschrieben:1 Allgemeines

1.1 Bei der Erstellung des Angebotes muß sich der Bieter an die Ausschreibungsunterlagen halten (Alternativangebote siehe Punkt 3).
Republik Österreich. Bundesministerium für Landesverteidigung

Ausgabe 2002

Allgemeine Leistungs(Lieferungs)bestimmungen (ALB) des Bundesministeriums für Landesverteidigung und seiner nachgeordneten Dienststellen


1. GELTUNGSBEREICH, VERTRAGSBESTANDTEILE, AUSLEGUNGSREGELN

a) Die gegenständlichen ALB gelten subsidiär zu den Bestimmungen des jeweiligen Leistungsvertrages. Geschäftsbedingungen sowie Erklärungen des Auftragnehmers (im Folgenden AN genannt) haben nur bei schriftlicher Bestätigung durch den Auftraggeber (im Folgenden AG genannt) Gültigkeit. Bei ständiger Geschäftsverbindung auf Basis dieser ALB gelten auch später vergebene Aufträge als zu diesen ALB erteilt.

b) Maßgebend für Umfang und Ausführung der Leistung sind in erster Linie die Leistungsbestimmungen des AG. Diese bestehen aus den vertraglich vereinbarten Bestimmungen und den Bestimmungen der im Vertrag besonders angeführten Beilagen, wie z. B. Technische Beschaffungsunterlagen (TBU) und Fertigungsunterlagen (FU).

c) TBU sind Rüstungspflichtenhefte, technische Lieferbedingungen, technische Spezifikationen sowie die gemäß Bestellung anerkannten technischen Gerätebeschreibungen des AN und Abnahmebedingungen.
Acipenser hat geschrieben:
Sa 20. Okt 2018, 22:32
oder wie zurzeit von deutscher Bundeswehr anmieten!
Niemand mietet Eurofighter von der deutschen Bundeswehr. Schon gar nicht "zurzeit".

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Treffen der Eurofighter-Nationen in Spanien (17. Oktober 2018)

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2018 fiel die Wahl für die jährlich stattfindende Nutzerkonferenz der Eurofighter Community auf die ALA 11 der Ejercito del Aire (Spanische Luftstreitkräfte) im sonnigen Andalusien. Mehr als fünfzig Teilnehmer aus sieben Nutzernationen nahmen diesmal daran teil. Mit dabei waren, neben Technikern und Piloten der verschiedenen Nationen, auch Vertreter militärischer Kommandobehörden und der Industrie. Das vollgepackte, zweitägige Programm bot den Teilnehmern die Gelegenheit, Neuigkeiten bei der Weiterentwicklung des Waffensystems Eurofighter und Problemfelder verschiedener Bereiche zu diskutieren. Das beinhaltete neben der Weiterentwicklung von Software auch Hardwareänderungen und Systemupdates.
Zunächst standen Kurzvorträge der verschiedenen Luftstreitkräfte zum derzeitigen Stand der nationalen Entwicklungen und dem Flugbetrieb Eurofighter auf dem Programm, gefolgt von Bestandsaufnahmen zu verschiedenen Projekten der Industrie. Diskutiert wurden Modifikationen bei der Flugsteuerung für höhere Manövrierfähigkeit. Auch Möglichkeiten zur Verbesserung der ersten Baureihe des Eurofighters, die Tranche 1, kamen zur Sprache. Weitere Themen waren Datenübertragung und digitale Datenverarbeitung, sowie Sensorik, Ersatzteilversorgung, Wartung und zentralisierte Technik. Darüber hinaus gab es Beiträge zu Großbildschirmen im Cockpit (Large Area Displays), Schubvektorsteuerung der Triebwerke und virtuellem Training für Piloten und Techniker.
Für Testpilot Leuthner verfügt der Eurofighter über Leistungsreserven, die bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind. Dies kam dann auch klar in seinem Vortrag zum Thema aerodynamische Verbesserungen für den Eurofighter zum Ausdruck. Er berichtete über die Ergebnisse der erfolgreichen Flugtests mit Leitblechen (Strakes) am Rumpf und einer vorgezogenen Flügelwurzel an den Tragflächen. Diese Modifikationen erzeugen mehr Auftrieb, garantieren eine bessere Wendigkeit und erlauben höhere Anstellwinkel und Rollraten. „Dadurch können bei niedrigen Geschwindigkeiten Richtungswechsel schneller durchgeführt werden. Die bereits sehr guten Handling-Eigenschaften des Eurofighters können dadurch nochmals verbessert werden. Vor allem aber hat man deutlich mehr Spielraum bei großen und gemischten Waffenzuladungen in der Luft-Boden-Rolle“, stellt Leuthner fest und fährt fort:
http://www.luftwaffe.de/portal/a/luftwa ... K3L50D10S3
Zuletzt geändert von theoderich am Sa 1. Dez 2018, 18:42, insgesamt 2-mal geändert.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

Ergo: Ein Upgrade der Elektronik eines EF Tranche 1 funktionierte zwar in einem Versuchsflugzeug, aber es macht wenig Sinn, da man damit der weltweit einzige Betreiber dieser Frankenstein-Kombination wäre und das noch dazu in relativ geringer Stückzahl.

theoderich hat geschrieben:
Sa 20. Okt 2018, 23:03
Das "blinde" Einholen von verbindlichen Angeboten, mit dem einzigen Ziel den "Eurofighter" loszuwerden, würde außerdem internen Vorschriften des BMLV widersprechen:
Unverbindliche Preisanfragen sind selbstverständlich möglich und die internen Vorschriften des BMLV verbieten es Saab nicht, von ihrer Seite ein formelles Angebot zu machen.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

opticartini hat geschrieben:
So 21. Okt 2018, 01:06
Ergo: Ein Upgrade der Elektronik eines EF Tranche 1 funktionierte zwar in einem Versuchsflugzeug, aber es macht wenig Sinn, da man damit der weltweit einzige Betreiber dieser Frankenstein-Kombination wäre und das noch dazu in relativ geringer Stückzahl.
Es hätte auf jeden Fall Sinn gemacht. Die Obsoleszenzproblematik betrifft schließlich vorwiegend die Avionik der Tranche 1. Mit der Einrüstung von Hardware der Tranche 2 Block 8 hätte man heute keine Versorgungsschwierigkeiten. Dabei ging es um Hardware, die von allen anderen Betreiberstaaten genutzt wird. Im Avioniksystem des Eurofighter gibt es 14 Computer:
  • Front Computer
  • Air Data Computer (ADC)
  • Attack Computer (AC)
  • Defensive Aids Computer (DAC)
  • 4 Flight Control Computers (FCC)
  • Right Fuel Computer (RFC) - Fuel System
  • Left Fuel Computer (LFC) - Fuel System
  • Landing Gear Computer (LGC) - Landing Gear System
  • Navigation Computer (NC) - Navigation System
  • Left Secondary Power System Computer (LSPS) - EJ 200 Engine Turbofan
  • Right Secondary Power System Computer (RSPS) - EJ 200 Engine Turbofan
Keine Baugleichheit hätte bei Strukturteilen der Flügel und beim Fahrwerk bestanden - das hätte man aber in den Griff bekommen können. Das sind keine Teile, die in fünf oder zehn Jahren technisch überholt sind.

Fotos von den Flugtests und einige Artikel in einer Firmenzeitschrift geben einen guten Eindruck, was mit Flugzeugen möglich gewesen wäre, die nach Vorbild von IPA2 nachgerüstet worden wären (Das Flugzeug links ist IPA4, mit dem die MBDA Meteor erprobt wurde.):

Bild
https://www.eurofighter.com/multimedia/ ... hadow-1833

Bild
https://www.eurofighter.com/multimedia/ ... hadow-1830

Eurofighter Typhoon flies METEOR
Beyond Visual Range Lethality
In May, the focus of the testing shifted to Decimomannu, Italy, as IPA2 began a ten-flight campaign with Meteor. Continuing the data gathering, the missile was flown for the first time on the underwing, outboard pylons on the aircraft, exploring the weapon’s reactions to flutter and vibration. The result of the two 2007 campaigns is that Meteor has now flown successfully on all operationally-applicable weapon stations on Eurofighter Typhoon.
http://www.defense-aerospace.com/dae/sp ... screen.pdf

Flight Test Fleet Powering Ahead
Qualifying Tranche 2
IPA2, the Alenia-operated aircraft, has been carrying out important AMRAAM C5 separation tests. The objective was to check on the safe jettison of the missile in relation to other stores ensuring that, on launch, a safe distance is achieved between the weapon itself and the Paveway II store still loaded on the inboard pylon of the aircraft. Both the jet and the missile performed flawlessly. The successful test flight, conducted by Alenia Aeronautica at Decimomannu Air Base, Sardinia, means that all required weapons for operation with Tranche 1 are now cleared, including AIM-9L, ASRAAM, AMRAAM and IRIS-T for air-to-air combat, and Paveway II, Enhanced Paveway II, GBU-10 and GBU-16 for air-to-ground tasks. Lending their presence to Tranche 2 testing further, several IPAs have, in recent weeks, been heavily and successfully involved in Equipment qualification. The Computer Symbol Generator (CSG) and the Identification Friend/Foe (IFF) transponder have been put through a rigorous evaluation procedure to ensure the correct tagging of other airborne platforms. Additionally, the Interface Processor Unit (IPU), the system that deals with all Bus traffic between aircraft systems, has undergone a series of tests assessing correct maintenance recording and failure tracking.
http://www.defense-aerospace.com/dae/sp ... 1-2008.pdf

Flight Test Achievements
More Capabilities!
On the morning of 24 October, Instrumented Production Aircraft Two (IPA2) lifted off from Alenia Aeronautica’s Caselle plant near Turin carrying the advanced Paveway IV air-to-surface weapon. The first phase aeromechanical integration tests with the new 500lb precision-guided store focussed on flutter and vibration investigations and were run by Alenia.
Various software packages have been seeing some flight time over the Summer and Autumn months. IPA2, IPA3 and IPA4 have all completed their contributions on the so-called Service Release Package SRP4.3, which is the final software release for the Block 8b standard covering multi-ship campaigns. Also, the 5.1 software, also known as the Final Operational Capability software, has made its first flights on the IPAs, and it will form the basis for all Tranche 2 standard and beyond aircraft.
http://www.defense-aerospace.com/dae/sp ... 2-2008.pdf

IPA update
Test the Best!
IPA 2, who recorded the earliest first flight of all the IPAs on 5th April 2002, Italian owned, tested the communication and navigation systems. It was also involved in weapons testing and was prominent in the Tranche 2 EJ200 testing. Currently in Caselle, the Alenia site in Turin, IPA 2 started a one year lay-up where it will undergo substantial modifications to bring the aircraft up to the functionality of a Tranche 2 production aircraft. The lay-up will involved dismantling the aircraft and updating its computers.
P1 Enhancements for Eurofighter Typhoon Move Forward
At the same time, Italian IPA2 performed trials with the 500lb Paveway IV bomb. After completion of Flutter and Environmental trials, the recent activities were focused on confirming the aircraft performance characteristics with the new class of dual mode guided 500lb bombs.
http://www.defense-aerospace.com/dae/sp ... 1-2009.pdf
Zuletzt geändert von theoderich am So 21. Okt 2018, 22:11, insgesamt 3-mal geändert.

Hmmwv
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Hmmwv »

Kann es sein das man Darabos genau mit dem Prototyp verkaufen konnte die Tranche 1 Maschinen zu nehmen weil ja nur a bissl a Hardware (nicht EDV) anders ist?

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Der hatte doch keine Ahnung, was einen Block 5 und einen Block 8 tatsächlich ausmacht! Und die Herstellerfirma hat die Tranchenfrage damals einfach heruntergespielt. Die Grundlage für diese Entscheidung haben die damaligen Oppositionsparteien SPÖ und Grüne ganz alleine gelegt:
  • Pilz mit neuen Vorwürfen (18. Mai 2006)
    Außerdem handle es sich bei den Geräten der bestellten Tranche zwei nicht um Abfangjäger, sondern um Jagdbomber - ohne spezifische Ausrüstung, wie Pilz bei einer Pressekonferenz betonte.
    "Von allen bisherigen Bestellern zahlt Österreich den höchsten Preis", mutmaßte Pilz. Er verglich den Anschaffungspreis von 108,33 Millionen Euro mit dem der deutschen Luftwaffe: Diese würde lediglich 85,55 Millionen Euro für ein Modell zahlen, also 22,78 Mio. weniger. Dafür gebe es keine sachliche Begründung, legte Pilz nach, um Interessen der Republik könne es sich wohl kaum handeln.
    Jagdbomber oder Abfangjäger?

    Noch ein weiteres Detail aus dem Vertrag ist den Grünen ein Dorn im Auge: Das Verteidigungsministerium habe laut Vertrag Jagdbomber bestellt, obwohl Abfangjäger ausgeschrieben gewesen seien.

    Dazu habe man auf jegliche spezifische Ausrüstung für Jagdbomber ausdrücklich verzichtet, "wir haben ein Hochleistungsgerät, das wichtige Hochleistungsfunktionen nicht erbringen kann", ist sich der Grün-Politiker sicher.
    https://newsv1.orf.at/060518-131/
  • Drei Minister mauern (18. Mai 2006)
    Es könne einfach nicht sein, dass vertragsmäßig im Fall einer Änderung beispielsweise von Tranche eins auf Tranche zwei der Eurofighter kein Liefertermin ausgemacht sei, meinte Cap. "Die können liefern 2010 oder 2020 oder 2030, wann sie wollen, so nach dem Motto, wir sehen das nicht so eng." Cap sprach von der Aufnahme des "St.-Nimmerleinstags" in den Vertrag.
    https://newsv1.orf.at/060518-131/
  • Darabos' Prophezeiung (8. Mai 2007)
    Darabos' Sprecher Answer Lang präzisierte am Dienstag etwas: Es gehe um die Frage der "Baugleichheit". Techniker des Bundesheeres würden ab 14. Mai prüfen, ob das Flugzeug dem entspricht, was vertraglich festgelegt wurde. Es seien schon längere Zeit "einige Techniker" im deutschen Eurofighter-Werk Manching stationiert.
    https://newsv1.orf.at/070508-12046/
  • Zwölf statt 18 Jets möglich? (14. Juni 2007)
    Die Verhandlungen mit Eurofighter nähern sich laut dem Verteidigungsminister jedenfalls einem Konsens. Über den Inhalt sagte er einmal mehr so gut wie nichts. Es gehe immer noch sowohl um mögliche Kostenreduktionen bei den Betriebs- und Anschaffungskosten sowie um die Verringerung der Stückzahl.

    Auch der Ausstieg zum Nulltarif sei immer noch möglich, sollten illegale Geldflüsse nachgewiesen werden, meinte Darabos. Die kolportierte Kostenersparnis durch Nichtaufrüstung der Tranche eins auf die weiterentwickelte Tranche zwei bezeichnete er als eine Möglichkeit.
    https://newsv1.orf.at/070614-13379/
  • Zahlenspiele mit dem Eurofighter (21. Juni 2007)
    Jets aus Tranche eins?

    Auch eine andere Sparvariante wird bereits länger diskutiert: Jeloschek bestätigte auch die Überlegung einer Verbilligung durch die Nicht-Aufrüstung der Tranche eins auf die weiterentwickelte Tranche zwei. Da der Unterschied in der Fähigkeit "egal" sei, sei das ein "wesentlicher Punkt".

    Laut Rauen sind der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Tranchen lediglich fünf Computer. Außerdem könne man bei Tranche zwei andere Waffen anmontieren.
    https://newsv1.orf.at/070621-13608/
  • Gutachten warnt vor Folgen (25. Juni 2007)
    Koziol sieht in seinem Gutachten drei Ausstiegsszenarien:

    [...]
    • Ein möglicher Ausstiegsgrund könnte sich laut Koziol aus der Tatsache ergeben, dass Eurofighter an Stelle von Flugzeugen der moderneren Tranche zwei auch ältere Modelle der Tranche eins liefern darf, die später umgerüstet werden. Eine "vollständige Gleichwertigkeit" dieser beiden Tranchen müsse laut dem Vertrag aber nicht gewährleistet werden. Für Koziol ist "fraglich, ob die Republik ausreichend über die relevanten Unterschiede (zwischen Tranche eins und Tranche zwei, Anm.) aufgeklärt wurde".
    https://newsv1.orf.at/070625-13728/
  • Statt 18 "nur" 15 Eurofighter (26. Juni 2007)
    Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) hat am frühen Dienstagabend überraschend eine Einigung mit EADS in Sachen Eurofighter-Kauf verkündet. Er hatte sich bereits in den vergangenen Tagen mit der Eurofighter GmbH auf einen Kompromiss geeinigt.

    Wie sein Pressesprecher Answer Lang als erster bestätigte, sollen statt 18 nur 15 Jets gekauft werden. Alle Jets sollen der "Tranche eins" angehören und nicht auf die modernere "Tranche zwei" aufgerüstet werden. Insgesamt soll das Sparpotenzial bei rund 400 Mio. Euro liegen.
    Erzielt werden die Einsparungen demnach durch drei Punkte: Erstens durch die Lieferung von 15 (statt 18) Flugzeugen der "Tranche eins" (statt "Tranche zwei"), zweitens durch die "strikte Anpassung" der Ausstattung der Flugzeuge auf die Aufgabe der Luftraumüberwachung und drittens durch eine Preisreduktion beim noch zu unterschreibenden Betreuungsvertrag.
    https://newsv1.orf.at/070626-13795/
  • ÖVP spricht von "Mogelpackung" (26. Juni 2007)
    Für Cap waren die ursprünglich bestellten Eurofighter dagegen "sündteure Kampfbomber" und für österreichische Zwecke überqualifiziert. "Jetzt wird es eine abgespeckte Variante geben: Neutralitätsflieger sagen wir dazu, nicht mehr Kampfbomber", lobte der SPÖ-Klubchef das Vorgehen des Verteidigungsministers.
    https://newsv1.orf.at/070626-13801/
  • Eurofighter-Sparprogramm in Zahlen (27. Juni 2007)
    Nachdem Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) Mitte der Woche - mit Verspätung - dem Rechnungshof (RH) seine Stellungnahme zum Eurofighter-Prüfbericht übermittelt hat, sind nun die Zahlen auf dem Tisch.

    Darabos hatte den RH, der den vertraulichen Prüfbericht bereits im April erstellt hatte, zuletzt noch um eine Fristverlängerung ersucht, um "zusätzliches Einsparungspotenzial" durch seinen Deal mit dem Hersteller EADS vom Vorjahr, der u. a. eine Reduktion der Stückzahl zur Folge hatte, neu zu berechnen.
    Weniger Personal - keine "Upgrades"

    In der Stellungnahme des Ministeriums werden nun insgesamt Einsparungen von über 730 Mio. Euro aufgelistet. Die setzen sich laut APA u. a. aus Einsparungen bei Material- und Betriebsaufwand, im Infrastruktur- und Logistikbereich (250 Mio.), bei den Treibstoffkosten (40 Mio.), der Wartung (90 Mio. Euro), bei Gehältern durch die Reduktion der Zahl von Piloten und Technikern (38 Mio.) und durch den Verzicht auf "Upgrades", die für die abbestellte Tranche 2 notwendig gewesenen wären (252 Mio.) zusammen.
    https://newsv1.orf.at/070627-13841/
  • Darabos' Eingeständnis (27. Juni 2007)
    Laut Eurofighter GmbH stimmt es auch nicht, dass es sich bei den Tranche-eins-Flugzeugen um "alte Jets" handelt. Hoeveler: "Tranche-eins-Flieger reichen für die Luftraumüberwachung, wie sie Österreich benötigt, aus." Sie später technisch nachzurüsten, sei "problemlos möglich".
    https://newsv1.orf.at/070627-13841/
  • ÖVP legt nach // Werbeschlacht mit Inseraten (28. Juni 2007)
    Der neue Slogan der SPÖ, am Mittwoch per Inserat in mehreren Tageszeigungen verbreitet, lautet: "Neutralitätsflieger statt ÖVP-Kampfbomber!"

    Die SPÖ will ihre "Informationsoffensive" nun noch "ein paar Tage" fortsetzen, kündigte Bundesgeschäftsführer Josef Kalina gegenüber der APA an.
    https://newsv1.orf.at/070628-13853/
  • Kampfflugzeugsystem „Eurofighter Typhoon“ Veröffentlichung des wörtlichen Protokolls über die öffentliche Befragung der Auskunftsperson Mag. Norbert Darabos (411/KOMM)
    Abgeordneter Hannes Weninger (SPÖ): Was hätten die 18 noch mehr gekonnt?

    Mag. Norbert Darabos: Ja, wie gesagt, grundsätzlich nichts. Ich habe zwei Dinge abbestellt: das FLIR- und das DASS-System. FLIR heißt Flying-Infrarot-System und das DASS-System ist das System, das ich schon kurz angesprochen habe, wo es darum geht, dass sich die Eurofighter, wenn sie angegriffen werden, mit Wärmekugeln verteidigen können, damit keine Lenkwaffe auf sie gerichtet werden kann. Das ist aber nicht der Sinn des Systems. Der Sinn ist - -

    Zufälligerweise – habe ich jetzt in dieser Woche aus dem Radio erfahren – fliegen die jetzt auch wieder über Österreich und machen Übungen, mit Ultraschallgeschwindigkeit und so weiter. Also die Einsatzfähigkeit ist offensichtlich gegeben.

    Es hätte zwischen Tranche 1 und Tranche 2 aus meiner Sicht keinen Unterschied gegeben – ganz im Gegenteil. Es reicht uns die Tranche 1 völlig aus, um das, was die Eurofighter erledigen sollen, auch zu erledigen, nämlich den Luftraum zu überwachen. Ich war als Verteidigungsminister beinahe wöchentlich über eine sogenannte Alpha-Nummer damit konfrontiert, wo auch klar geworden ist, dass die Eurofighter nicht nur einsatzfähig sind, sondern auch den Luftraum überwachen.

    Meistens ist es darum gegangen, Flugzeuge, die aus dem deutschen Luftraum gekommen sind und vergessen haben, die Frequenz zu verstellen, abzudrängen beziehungsweise darauf aufmerksam zu machen, dass sie diesen Luftraum auch mit einer Frequenz ausstatten müssen, damit sie für den Tower in Österreich erreichbar sind. Ich finde, dass das gut funktioniert hat.

    Die andere Frage ist – und das ist ja eigentlich der Grund des Untersuchungsausschusses –, was es an Täuschungsmanövern gegeben hat, was den Kaufpreis betrifft, was die Einschätzung betrifft. Grundsätzlich ist diese Tranche 1 aber genauso gut wie die Tranche 2.

    Jetzt plaudere ich ein bisschen, aber ich höre schon auf, weil man im Untersuchungsausschuss nicht plaudern darf. Ich war selbst zweimal bei den Airshows. Ich habe gesehen: Das Flugzeug kann was, ja, aber auch das Flugzeug kann was. Also ist das für unsere Luftraumüberwachung aus meiner Sicht durchaus adäquat. Das andere Gerät wäre billiger gewesen, aber das ist eine Geschichte, die, wie gesagt, mittlerweile nicht nur zehn Jahre her ist, sondern 15 Jahre her ist.
    Mag. Norbert Darabos: Das ist richtig, ja. Aus meiner Sicht wäre es ein schwerer Fehler gewesen, hier verschiedene Tranchen anzukaufen.

    Wir haben mit den Verträgen – den sogenannten ISS-Verträgen – dafür gesorgt, dass eine Reduzierung, wie gesagt, um 120 Millionen € möglich war. Das wäre wahrscheinlich nicht möglich gewesen, wenn wir zwei Tranchen von Flugzeugen angekauft hätten.
    Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Es gibt nichts. Wo ist berechnet worden, wie viel wir zurückbekommen, wenn wir statt Tranche 2 Tranche 1 nehmen? Wer hat das berechnet?

    Mag. Norbert Darabos: Ich kann Ihnen noch einmal sagen: Es geht um einen Vergleich, und dieser Vergleich hat die Reduzierung der Stückzahl mit diesen 250 Millionen so festgelegt.

    Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Herr Mag. Darabos, in einem Vergleich muss es eine Verhandlungsposition geben. Auch wenn Sie mit einem Theoretiker hinfahren, eine Verhandlungsposition müssen Sie ja zumindest haben.

    Was war die Verhandlungsposition der Republik Österreich in Bezug auf Tranche 1, Tranche 2?

    Mag. Norbert Darabos: Es war die Verhandlungsposition, dass wir eine Reduzierung der Flugzeuge erreichen, dass wir billiger werden und dass wir einen Vergleich schaffen, der uns von diesen 18 Flugzeugen trennt. Es gibt in der Taskforce sicher Berechnungen, aber ich habe keinen Zugang zu den Akten.

    Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Es gibt keine Berechnungen, es gibt keine Unterlagen, es gibt für die ganze Zeit der Vergleichsverhandlungen kein Fuzerl Papier, weder in den Kabinettsakten, noch in den Ministerialakten – nichts!

    Warum gibt es keine einzige schriftliche Aufzeichnung über die Vorbereitung und Durchführung der Vergleichsverhandlungen?

    Mag. Norbert Darabos: Das kann ich Ihnen nicht beantworten.
    https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml

opticartini
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Registriert: So 14. Okt 2018, 14:36

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

Die Aufgabe von Darabos war, soviel wie möglich an Euros herauszuholen, damit sich Gusenbauer politisch als "Sozialfighter" positionieren kann. Welche Auswirkungen das langfristig hat, war nebensächlich. Dass bei einem derartigen System auch laufende Kosten anfallen, war scheinbar egal, es ging nur um die Anschaffungskosten.

Natürlich reicht Tranche 1 aus, den Luftraum zu überwachen. Das Problem sind die Kosten, die durch die Obsoleszenzen entstehen, also z. B. Teile, die nicht mehr (serienmäßig) hergestellt werden und damit teurer sind, als sie sein sollten und wo die Kosten schwer abzuschätzen sind aber tendenziell mit der Zeit eher deutlich höher als niedriger werden.

Das wäre wieder eine typisch österreichische Lösung: T2 bestellen, T1 kaufen und diese dann auf T2 umbauen. Soweit ich weiß plant kein anderes Betreiberland, die T1 aufzurüsten, damit wäre Österreich alleine.

Laut diesen Artikeln von 2016:

https://fightersweep.com/4988/tranche-1 ... ert-force/
https://www.janes.com/article/81705/raf ... -squadrons

plant z. B. die RAF ungefähr die Hälfte ihrer T1 (zwei Staffeln zu 12 Maschinen) bis 2030 quasi als Reserve für die Luftabwehr im eigenen Land und zum Training zu verwenden. Ursprünglich hätten die Maschinen bis 2020 stillgelegt werden sollen.

Zitat: "Es gibt sehr wenige baugleiche Ersatzteile zwischen T1 und T2/T3 und die Aufrüstung wäre zu kompliziert und teuer."

Insgesamt hatte UK mehr als 50 der T1. Ich kann mir vorstellen, dass man die restlichen T1-Maschinen zum Ausschlachten verwendet. Eine Option, die Österreich nicht hat. Immerhin dürften die Briten schon mal in Österreich zwecks T1-Kooperation angefragt haben, inklusive Offert von BAE Hawk als Ersatz für die Saab 105.

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Italien scheint seine T1 zumindest teilweise verkaufen zu wollen:

http://www.defense-aerospace.com/articl ... garia.html

"Italian Eurofighter Proposal Submitted to Bulgaria. The Italian offer is based on the supply to the Bulgarian Air Force of Tranche 1 Eurofighter Typhoons from the Italian Air Force."

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Spanien hat vor einiger Zeit ihre T1 Peru angeboten:
https://www.flightglobal.com/news/artic ... ru-381843/

"Spain's government has tendered a proposal to its Peruvian counterpart covering the possible sale of 18 Tranche 1 Eurofighter combat aircraft currently in service with its air force."

Spanien verwendet die T1 außerdem zum Training und scheint sein eigenes Weiterentwicklungsprogramm zu fahren:

"Concerned by a lack of growth potential within the wider Eurofighter programme when it comes to the early Tranche 1 airframes, the Spanish Air Force opted out of the core plan for the Tranche 1s and instead elected to develop its own OFP 01 and OFP 02 upgrades."

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Zu Deutschland finde ich auf die Schnelle nichts, die sind vermutlich ähnlich planlos wie wir.

Insgesamt scheint es also keine einheitliche Strategie zu geben, was mit den T1 passiert.

Maschin
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Registriert: Di 29. Mai 2018, 22:53

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Maschin »

Zu Deutschland finde ich auf die Schnelle nichts, die sind vermutlich ähnlich planlos wie wir.
Deutschland hat mehr oder minder beschlossen die Tranche 1 fix außer Dienst zu stellen und durch wahrscheinlich 35 neue T3b zu ersetzen. Alle Tranche 1 werden in der nächsten Zeit beim TaktLwG 73 in Laage zusammen gezogen und dienen nur mehr beim Ausbildungsgeschwader.

Verweigerer
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Registriert: Do 3. Mai 2018, 13:03

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Verweigerer »

Warum fragt man nicht bei den Italienern an in Bezug auf deren T1 in Verbindung mit M-346? Ähnlich zur Kooperation mit der Royal Airforce und Hawk?

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