Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Flächenflugzeuge, Hubschrauber, Großgerät, Fliegerhorste, ...
Acipenser
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Acipenser »

Da hat wieder jemand keine Ahnung von Kampfjets: Beim Ausfall des Triebwerks fallen selbige sehr wohl vom Himmel, darum haben die Schleudersitze eingebaut! Kampfjets sind für extreme Flugmanöver ausgelegt, was auf Kosten der Aerodynamik ohne Antrieb geht. Extremes Beispiel war der "Starfighter" der für Rekordzahlen im negativen sorgte.
F15 und F35 sind reine Angriffsflugzeuge die auch im Übungsbetrieb eher aufgegeben werden als das man auf Notlaufeigenschaften achtet. Diese werden meist über der Wüste und der offenen See beübt. Österreich setzt seine Jets zur LRÜ über dicht bebauten Gebiet ein auch wenn sie mal über den leeren Alpen fliegen.
Zweimotorige Kampfjets oder auch Hubschrauber sind daher aus guten Grund von der Genehmigungsbehörde vorgeschrieben

P.S.: die Sache mit der Anschaffung ist gelaufen, vor 15 Jahren und sind schon mehr als 10 Jahre im Dauerbetrieb. Keiner wird die Jets zurücknehmen weil abbezahlt, und noch 20 Jahre bei entsprechenden Service, das ja auch in England gemacht werden kann, einsatzbereit. Also hören wir auf was irgendwann Passiert ist und nehmen die Tatsache so wie sie ist: Wir haben die Eurofighter und wir werden sie behalten weil es keine Alternative gibt. Wenn Einzelne Personen fehlverhalten nachweisbar ist, ist das Aufgabe der Gerichte das zu klären, die Politik geht das nichts mehr an und sollte sich endlich raushalten um Österreichs Landesverteidigung und Glaubwürdigkeit nicht ganz zu verspielen.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

Acipenser hat geschrieben:
Fr 21. Feb 2020, 18:05
Da hat wieder jemand keine Ahnung von Kampfjets: Beim Ausfall des Triebwerks fallen selbige sehr wohl vom Himmel, darum haben die Schleudersitze eingebaut!
Also wenn ich "keine Ahnung" habe, dann hast du gerade bewiesen, dass du unter Null Ahnung hast.

Wie sehen also die Tatsachen aus?

Kampfflugzeuge haben eine schlechtere Gleitzahl (glide ratio) als viele andere Flugzeuge, das heißt aber nicht, dass sie wie ein Stein vom Himmel fallen wenn der Vortrieb ausfällt. Das passiert nur, wenn gleichzeitig die Hydraulik und/oder Elektronik ausfällt und damit die Steuerflächen nicht mehr kontrollierbar sind. Jedes moderne Kampfflugzeug hat entsprechende Backup-Systeme, um das zumindest kurzfristig zu kompensieren*. Und erst wenn die auch versagen, kommt der Schleudersitz zum Einsatz.

Weiters fliegen Kampfjets normalerweise gar nicht über dicht bewohntem Gebiet und wenn doch, dann auf jeden Fall dort wo sie hingehören, nämlich in sicherer Höhe, sprich es gibt ausreichend Distanz zum Boden, die man in Geschwindigkeit konvertieren kann, um im Idealfall zum nächsten Flugplatz zu gelangen, im schlechtesten Fall das Flugzeug in unbesiedeltes Gebiet zu lenken.

Und drittens wurde auch das bereits durchexerziert: Österreich hat keine besonders hohe Bevölkerungsdichte und Länder mit höherer Bevölkerungsdichte und größeren Städten als Österreich betreiben einmotorige Kampfjets, daher ist diese Diskussion sinnlos, weil das schlichtweg kein Argument ist.

*Der Begriff dafür lautet "dead stick landing". Selbiges führt in folgendem Video ein F-16 Pilot erfolgreich durch:

7L*WP
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von 7L*WP »

Acipenser hat geschrieben:
Fr 21. Feb 2020, 18:05
Zweimotorige Kampfjets oder auch Hubschrauber sind daher aus guten Grund von der Genehmigungsbehörde vorgeschrieben
Von welcher Behörde?
Acipenser hat geschrieben:
Fr 21. Feb 2020, 18:05
...und noch 20 Jahre bei entsprechenden Service, das ja auch in England gemacht werden kann, einsatzbereit
Warum in England?

Acipenser
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Acipenser »

(1) Leider hab ich doch recht, siehe Historie Absturz Jet über Mödling mit 2 toten Piloten und 4 schwerstverletzte Bewohner Saab 105. Lernens bitte Österreichs (militärische) Luftfahrgeschichte, bei insg. 12 abgestürtzte Saab 105 und 13 toten Piloten, in ewigen Gedenken.

(2) Luftfahrtbehörde

(3) Airbus und Ihre Partner sind etwa auch in England tätig als Alternative zum "deutschen"Airbusbashing

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman »

http://www.militaeraktuell.at/2020/02/1 ... m-zentrum/

Punkt 8, bzgl. upgrades: Ist eine Ersatzteilversorgung für T1 in Zukunft sichergestellt und leistbar? Mir ist diese Frage zu wenig beantwortet. Herr Mader sollte es eigentlich wissen.
Zuletzt geändert von iceman am Fr 21. Feb 2020, 21:09, insgesamt 1-mal geändert.

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman »

Schnell, aber teuer
Eurofighter-Nachfolger: Ende der Überschall-Ära?
https://www.krone.at/2102519

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »




#20 Eurofighter-Misere: Gibt es einen Weg da raus?

https://www.diepresse.com/5772682/20-eu ... eg-da-raus




https://www.facebook.com/krone.at/posts ... &__tn__=-R
krone.at hat geschrieben:Wann macht Überschallflug Sinn?

Im Aufklärungseinsatz, im Kampfeinsatz gegen andere schnelle Jets, oder allgemein in Konfliktsituationen, um schneller in oder aus Gefahrengebieten zu kommen.
So ein Schwachsinn. Dieser Herr Tikal sollte sich mal erkundigen, wie man mit einem Unterschallflugzeug einen Passagierjet einholt. Die Antwort ist: Gar nicht!

Kommt es nur mir so vor oder werden die Wortspenden in den Medien zu diesem Thema von Tag zu Tag dümmer und unqualifizierter?


Zuletzt geändert von theoderich am Sa 22. Feb 2020, 20:13, insgesamt 3-mal geändert.

Acipenser
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Acipenser »

Das wären dann 6 Millionen Euro für das notwendigste Upgrade, wäre wohl aus den laufenden Budget irgendwie bezahlbar. Realistisch ist es jedoch das man bei der Generalinspektion weitere Erneuerungen durchführt, das ist auch in der zivilen Luftfahrt üblich. Bis zu den 200 Millionen ist da noch Luft nach oben.
Das die Krone mit nicht nachvollziehbaren Behauptungen ins Feld zieht ist selbstredend. Histerie a la Krone ist in der Luftfahrt unangebracht, da hatten wir schon schlimmere Zeiten siehe oben

ad Überschall: Wir haben im kalten Krieg viel Geld ausgegeben damit unser Radar bis weit in den benachbarten Luftraum reicht, damit unsere Abfangjäger zeitgerecht alarmiert und aufsteigen können. Und damals waren die potentiellen Gefahren wesentlich langsamer als die heute anzutreffenden Luftfahrzeuge. Auch die schiere Masse an Luftbewegungen erschweren die Einsätze. Etwa kleinere Jets die im Radarschatten größerer Maschinen fliegen und unsere Überschalljets schnell darauf reagieren können müssen.
Das gehört zur Standartausbildung in vielen Staaten, Businessjets werden mit Antennen und Spionageausrüstung losgeschickt um Informationen zu erlangen. Derartige Verfahrensweisen könnten auch von abtrünnigen für Staatsgefährdeten Straftaten angewendet werden. Da das Bundesheer nicht nur Österreich sondern auch viele internationale Organisationen schützen muss ist ein Überschallflug und maximale Einsatzbereitschaft auch bei Nacht und Schlechtwetter zwingend nötig.

Wenn man sich weltweit rühmt UNO Stadt neben New York und Genf sowie Nairobi zu sein und all die internationalen Diplomatischen Einrichtungen beheimatet und nicht einen Adiquaten Schutz bietet dann ist das ein großen Vertrauensverlust in der Staatengemeinschaft

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

iceman hat geschrieben:
Fr 21. Feb 2020, 21:01
Punkt 8, bzgl. upgrades: Ist eine Ersatzteilversorgung für T1 in Zukunft sichergestellt und leistbar? Mir ist diese Frage zu wenig beantwortet. Herr Mader sollte es eigentlich wissen.
Großbritannien und Spanien werden die Tranche 1 noch sehr lange weiter betreiben. Das sollte die Frage eigentlich beantworten, inwiefern die Ersatzteilversorgung hier sichergestellt ist. Und die spanische Regierung hat Kolumbien kürzlich 17 gebrauchte Tranche 1-Eurofighter angeboten, die vor der Lieferung von Airbus DS auf Tranche 2-Standard modernisiert werden würden!
  • Airbus makes Tranche 3 Eurofighter offer to Colombia
    Airbus is offering 15 Tranche 3 Eurofighters to Colombia, alongside an existing offer of 17 surplus Tranche 1 aircraft that is being made by the Spanish government. (Eurofighter)
    https://www.janes.com/article/94444/air ... o-colombia
  • Airbus y España ofrecen a Colombia cazas Eurofighter nuevos o de segunda mano
    Además, de esa oferta de 15 cazas Eurofighter nuevos Tranche 3, que se ensamblarían en la factoría de Getafe (Madrid) siendo una campaña liderada por España, la «opción española» en este contrato de cazas de Colombia tiene una segunda variante como oferta: la venta de 17 cazas Eurofighter Tranche 1 de segunda mano del Ejército del Aire que sería posteriormente modernizados (Tranche 2) por Airbus DS en Getafe para ser utilizados luego por la Fuerza Aérea colombiana.
    https://abcblogs.abc.es/tierra-mar-aire ... l%3Fsa%3Dt
Auch aus Italien gibt es keine Informationen, dass man die Tranche 1 ausmustern wolle. Man hat sehr wohl versucht, gebrauchte Flugzeuge aus dieser Baureihe an andere Staaten zu verkaufen. Das Hauptproblem bei der Tranche 1 ist eher, dass es bei den Fähigkeiten keine nennenswerte Möglichkeit zur Weiterentwicklung geben wird (Mit dem "funktionalen Upgrade" nach dem Muster des IPA2, das im ursprünglichen österreichischen Kaufvertrag für 18 Eurofighter enthalten gewesen ist, wäre das in begrenztem Maße durchaus möglich gewesen. Stichwort: Rechenleistung.).

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman »

Danke für die Auskunft, was würde ein Nachrüsten auf T2-Standard kosten, wenn auch nicht zwingend notwendig?

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