die Lockheed Hercules C Mk.1P  (C-130K)
© ÖBH 20. März 2003. Als erste von drei für das Bundesheer bestimmten Hercules Transportflugzeugen landet die 8T.CA in Österreich! Einen Tag darauf wurde sie offiziell in Dienst gestellt. Die zweite Maschine, 8T.CC landete am Abend des 26. August 2003 in Linz-Hörsching. 8T.CA hat unter anderem bereits erste Versorgungsflüge für das Bundesheer-Kontingent im Kosovo absolviert.
Die dritte und letzte Hercules traf am 28. Februar 2004 ein.
 
Kapitel 1
drei Hercules für Österreich.
Die drei Flugzeuge für das Bundesheer sind vom britischen Typ Hercules C Mk.1P. Das Kapitel informiert über aktuelle Ereignisse, Aussehen, Herkunft, technischen Möglichkeiten und künftige Verwendung.
Kapitel 2
die britischen Herules C Mk.1P
Hercules CMk.1P der Royal Airforce. Die Royal Air Force war bisher der einzige Betreiber der Hercules C Mk.1P. Da sich das Äußere der Flugzeuge durch das Upgrade nicht verändert hat, sind auch Aufnahmen britischer Hercs für den Modellbauer interessant.
Kapitel 3
die C-130 Hercules Story.
zu Kapitel 2 Die unglaubliche Erfolgsgeschichte der "Herc" und ihre wichtigsten Varianten. Auch nach 45 Jahren wird die C-130 auf der ganzen Welt eingesetzt und geschätzt! Außerdem: die besten Bilder dieses Typs!
Kapitel 4
Transporter im Dienst für das österreichische Bundesheer.
zu Kapitel 3
Die Transportlösungen der letzten Jahrzehnte. Dieser Beitrag beschreibt den langen Weg zu einer eigenen Lufttransportkapazität und informiert über den bisherigen Bedarf an solchen Flugzeugen, der großteils durch angemietete Maschinen abgedeckt wurde.
   
Kapitel 1
drei Hercules C Mk.1P für Österreich.
die 8T.CA erreicht den Fliegerhorst Vogler. © ÖBH Mit der Hercules erhält das österreichische Bundesheer eine eigene Lufttransportkapazität, nachdem es sich jahrzehntelang mit teuren Notlösungen abfinden musste.
Das Bundesheer übernimmt derzei drei gebrauchte Hercules C Mk.1P, die bei der Royal Airforce durch modernere Hercules-Typen ersetzt wurden. Bevor sie bei den österreichischen Luftstreitkräften in Dienst gestellt werden, werden sie einem gründlichen Upgrade unterzogen.

die 8T.CA - gut zu sehen ist die auffällige Luftbetankungs-sonde und die Aufschrift "Austrian Air Force".
© ÖBH
   
der Lebenslauf der Maschinen.

Die drei Maschinen wurden bereits 1967/68 von der RAF angeschafft und waren in bis vor kurzem auf der Lyneham AFB stationiert. Von dort aus flogen C-130 u.a. Einsätze während des Falkland-Konfliktes, der Operation Desert Storm und nach Afghanistan.

Die drei Maschinen für Österreich wurden schon vor einigen Jahren auf den Stand
C Mk.1P aufgerüstet und mit einem auffälligen Luftbetankungssystem ausgestattet.
Sie haben mittlerweile je etwa 25.000 Flugstunden auf dem Buckel. Das klingt vielleicht viel, jedoch fliegen heute noch viele Hercules aus den 50er Jahren - nach teilweise über 90.000 Flugstunden!


das erste Leben der 8T.CA:
Bei der Royal Air Force wurde
sie bereits 1967 als XV181
in Dienst gestellt. Hier auf einem Photo aus 1972!

 




das Cockpit. Der Eindruck täuscht, hinter den analogen Instrumenten befindet sich nun moderne Digitaltechnik.
© BHI

ein umfangreiches Upgrade machte die Maschinen fit für das Bundesheer.
Die drei Transportflugzeuge wurden bei Marshall of Cambridge Aerospace LTD, der führenden C-130 Werft Europas, generalüberholt. Sowohl die Zelle, als auch die Triebwerke wurden vollständig auseinander genommen und wieder zusammengesetzt. Ein großer Teil der Bordsysteme wurde durch moderne digitale Systeme ersetzt. So werden zum Beispiel die Navigations- und Kommunikationssysteme auf den neuersten Stand der Technik gebracht und ein Rockwell-Collins-FMR-200X Wetterradarsystem eingebaut. Neu ist auch das Traffic Alert and Collision Avoidance System (TCAS), das EFIS-Engine Instrumentation Display System und ein duales Trägheitsnavigationssystem.

Die angestrebte Lebensdauer von 20-25 Jahre sollte durch dieses Upgrade leicht erreicht werden können.

So sahen XV291 (8T.CB) und XV292 (8T.CC) aus, als sie im Mai 2002 bei Marshall of Cambridge ankamen.
 


Der flexible Frachtraum der
C-130 ist ohne der Rampe 12,3m lang, 2,8m hoch und an der engsten Stelle 3m breit. Alles, was da hinein passt und max. 19,7 Tonnen wiegt kann transportiert werden.
Z.B. ein S70A Blackhawk, ein Bell 212 oder 2 OH58-Kiowa Helikopter ; ein Radpanzer Pandur; 2 Puch G (alle beim Bundesheer im Einsatz)
© BHI
der Vertrag.
Der Systempreis betrug etwa EUR 40 Mio. für die drei generalüberholten Maschinen, die Ausbildungskosten und allen erforderlichen Ersatzteilen und Zubehör. Die weitere Betreuung durch die RAF und Marshall of Cambridge soll ebenfalls im Paket enthalten sein. Eine einzelne neue C-130 kostet etwa EUR 80 Mio.!
Die Finanzierung erfolgte zum überwiegenden Teil durch den Verkauf von 160 M-60 Panzer an Ägypten, die in Österreich durch den Leopard 2 abgelöst worden sind. Die dafür nötige Zustimmung der USA wurde erteilt, da Ägypten bereits etwa 1.000 M60 Panzer betreibt.
Auch wenn die Kosten einer Flugstunde der
C-130 sehr hoch sind, ist über den Einsatzzeitraum hinweg ist die Beschaffung eigener C-130 günstiger als die Kosten, die für weitere Mietverträge anfallen würden.
  8T.CA am Fliegerhorst Vogler. © BHI
 
die österreichischen Maschinen




Fliegerregiment 3

Die exakte Typenbezeichnung der österreichischen Transportflugzeuge lautet Hercules C Mk.1P. Es handelt sich um aufgerüstete Hercules C Mk.1, die an ihrer Luftbetankungssonde zu erkennen sind. Dieser Typ wurde für die Royal Air Force entwickelt und wird vom Hersteller Lockheed auch als C-130K bezeichnet.
Sie basiert ihrerseits auf der C-130H - dem erflogreichsten Mitglied der Hercules-Familie. Die H-Variante steht derzeit auch in großer Zahl bei der US Air Force in Dienst.
 
Stationierung und Aussehen.
Die drei Hercules bilden die Lufttransportstaffel des Fliegerregiments 3. Sie sind am Fliegerhorst Vogler in Linz-Hörsching stationiert. Der Fliegerhorst in Langenlebarn, wo bisher die Transporter des Bundesheeres stationiert waren, hat eine zu kurze Startbahn für eine voll beladene Hercules (inkl. Sicherheitstoleranzen).
Die Flugzeuge tragen die Nummern 8T.CA, 8T.CB und 8T.CC. Sie weisen einen matten dunkelgrünen Anstrich auf.
Da die Hercs in Großbritannien lackiert wurden, wurde keine RAL Farbe verwendet. Es handelt sich um BS 241 "RAF Dark Green".
Die Wartungshinweise etc. sind englisch, um die Zusammenarbeit bei internationalen Einsätzen zu erleichtern.


auf diesem Photo der
8T.CA kann man gut die Hoheitsabzeichen und
auch Antennen der österreichischen Hercules erkennen.
© ÖBH
  
'was bisher geschah'
die Hercules 8T.CC bei ihrer Ankunft in Österreich.
© airpower.at
28-02-2004
26-08-2003
21-03-2003

20-03-2003
11-03-2003

22-05-2002


25-01-2002

die 8T.CB wird in Dienst gestellt.
die 8T.CC wird in Dienst gestellt.
mit der 8T.CA wird der Typ Hercules offiziell in Dienst gestellt.
die 8T.CA landet in Österreich.
Erstflug einer österreichischen Hercules
C Mk1.P (die 8T.CA).
Vertragsunterzeichnung für den Ankauf von drei Hercules-Transportmaschinen der britischen Armee.
die Royal Air Force (RAF) bietet dem Bundesheer drei generalüberholte Maschinen vom Typ Hercules C Mk.1P an. Schon vorher war man aktiv auf der Suche nach Transporter-Lösungen.

 
die Hercules CMk.1 P - ihr Äußeres hat sich durch das Modernisierungsprogramm nicht verändert - auch die Luftbetankungssonde blieb erhalten.
Seitenansicht der Hercules CMk.1P
   
Technische Daten Hercules C Mk.1 P
Typ Mehrzweck-Transportflugzeug
Hersteller Lockheed (heute Lockheed-Martin), USA
Abmessungen Länge: 29,79m / Höhe: 11,66m / Spannweite: 40,41m
Gewicht Leergewicht: 34.675kg
max. Startgewicht: 70.307kg
Triebwerke 4x Allison T56-A-15 Turboprops mit je 4.910 Wellen-PS
Reisegeschwindigkeit 602km/h
Dienstgipfelhöhe 10.000m
Steigleistung 9,7m / Sek.
Reichweite leer: 8.000km
mit max. Nutzlast: 3.800km
(ohne Luftbetankung)
Tankinhalt 26.328 Liter intern, optional 2 Außentanks mit insges. 10.296 Liter; Möglichkeit zur Luftbetankung.
Treibstoffverbrauch: 2.300 Liter/Stunde
Startrollstrecke 1.200m (auch unbefestigt)
Frachtraum 12,19 x 3,12 x 2,75 m
Besatzung 2 Piloten, 1 Bordingenieur, 1-2 Lademeister
Nutzlast 92 Soldaten od. 64 Fallschirmjäger od. 74 Tragbahren od. 19,7t Fracht
  Skizze der Lockheed C-130 Hercules.
Basisentwurf der Herkules.
Kennung Bundesheer
in Dienst Bundesheer
Kennung
RAF
Anlieferung an die RAF
Werksnummer
Lockheed
8T.CA
21.03.2003
XV 181
25.05.1967
382-4198
8T.CB
28.02.2004
XV 291
02.1968
382-4256
8T.CC
26.08.2003
XV 292
02.1968
382-4257
  eine schöne Szene für ein Diorama - die Hercules 8T.CA auf der Flugshow Airpower03 in Zeltweg. Beachte den Techniker auf der Tragffläche. © The Modeller
 
Einsatzmöglichkeiten

Entsendung und Anschlußversorgung von Auslandskontingenten des Bundesheeres (Kosovo, Afghanistan, Bosnien, ...)
Transportaufgaben im Inland
Evakuierung von Staats- / EU-Bürgern oder Botschaftspersonal aus Krisenregionen.
Entsendung von Kontingenten für humanitäre Einsätze (Erdbeben, Flutkatastrophen, Lawinen, ...)
Anti-Terror Einsätze im Ausland (etwa Geiselbefreiung)
durch das Luftbetankungssystem haben die Hercules-Transporter globale Reichweite - wenn sie von Tankflugzeugen wie etwa dem deutschen Airbus MRTT unterstützt werden.
Drei C-130K können zusammen fast 200 Fallschirmjäger absetzen.

© ÖBH 21.03.2003. Ein gewohntes Bild: Draken fangen eine C-130 Hercules ab - nur diesmal ist es keine amerikanische Maschine!
 
ein Walk-Around.

8T.CA im Flug - die Oberseite der Hercules ist aus verständlichen Gründen selten im Bild. Interessant ist die Treibstoffleitung der Luftbetankungssonde.
© ÖBH

8T.CA - die Steuerbord-Triebwerke. Zwischen den Triebwerken befindet sich jeweils ein abnehmbarer Zusatztank.
© BHI
8T.CA - Details am Rumpf. Am Ende des Radkastens befindet sich die Bucht für die Täuschkörperanlage. Die Anlage selbst wurde aber nicht mitgeliefert.
© BHI
8T.CA - für den Modellbauer interessant: die geöffnete Heckklappe.
© BHI
Detail des Hauptfahrwerks. Aufnahme von vorne (Landescheinwerfer).
© BHI
   
ein paar Impressionen.
Die britischen Hercules C Mk.1P sind mit modernen Abwehrmaßnahmen ausgestattet. Die heißen Leuchtkugeln lenken Infrarot-Raketen vom Flugzeug ab.
Abwehrmaßnahmen einer CMk.1P.
Die Hercules kommt problemlos auch mit alpinen Verhältnissen zurecht. Richtige Landebahnen sind nur was für Airliner!
Auch ein bisschen Sand kann eine C-130 vertragen.

Das Bundesheer konnte bereits mit angemieteten Hercules einige Erfahrungen sammeln. Bereits 1960 nutzte das Heer amerikanische C-130 für UN-Einsätze.
Im Bild wird die
Zivilversion, die L-100 in Langenlebarn beladen.

(mehr zur L-100 in Kapitel 4)

Auch der Radpanzer Pandur kann problemlos in eine
C-130 verladen werden. Die große Heckrampe erleichtert den Ladevorgang sehr.

 

8T.CC hinter 8T.CB. © BHI
Mit seinen Hercules-Maschinen betreibt das Bundesheer nun das Standard-Transportflugzeug Europas. Innerhalb der EU betreibt derzeit nur Großbritannien mit der
C-17 ein deutlich leistungsfähigeres Flugzeug. Und nach Großbritannien war Österreich erst das zweite EU-Mitglied, dass C-130 betreibt, die in der Luft aufgetankt werden können!
Die Maschinen sollen künftig auch dem europäischen Transporter-Pool angehören. Insofern ist die Beschaffung nicht nur für Österreich, sondern für die gesamte EU von Bedeutung.
  
die C-130 Hercules als Modell.

die C-130H von Italieri 1/48

Natürlich gibt es keinen Bausatz und derzeit auch keine Decals für eine österreichische Hercules. IPMS Austria hat im IPMS Panorama März 2003 Decals in 1/72 angekündigt. Wie weit dieses Projekt vorangeschritten ist, ist aber unklar.
Im Idealfall findet man einen Bausatz der Hercules C-130H oder K Transportmaschine (!), in dessen Packung die Luftbetankungs-sonde für die Hercules C Mk.1P enthält und baut diese gemäß den obigen Abbildungen um.
So z.B. die 1/48 C-130H Hercules von Italeri. Eine detaillierte Baubeschreibung für diese Hercules C Mk.1P finden Sie [hier].
Auch in der 1/72 C-130 von Italeri ist die Sonde enthalten. Außerdem gibt es dafür zahlreiche Umbausets - z.B. Nr. SC72019 von Airwaves - die RAF Luftbetankungssonde.
Von der Fa. Flightpath:
C-130 Hercules Detail Set
C-130 Allison T56-A-15 Engine Set
Von Eduard gibt's Sets für Innen und Außen.


Von Corgi Models gibt es eine Reihe von 1/144 DieCast Modellen, die Hercules C Mk.1P unter verschiedenen Namen (z.B. C-130K) darstellen. Sie sind an der Luftbetankungssonde zu erkennen! Von Welsh Models soll es eine C-130K in 1/144 geben (13-427?).
außerdem:
C-130H von Hasegawa in 1/200
Revell 1/144 Lockheed C-130 Hercules Nr.04368
Buch: Verlinden Productions Nr.0199 LockOn Nr.3 C130 Hercules
Von Panda sollen 4 C-130 Varianten in 1/144 erscheinen!
weitere Modelle in den folgenden Kapiteln!
Auch hier die Bitte um weitere Informationen!
 

Webseiten zum Thema.
Best of Airliners.net - Photos österr. und britischer C Mk.1P im Überblick.
Bundesheer.
http://www.bmlv.at
RAF Luftwaffenstützpunkt Lyneham.
http://www.lyneham.raf.mod.uk
Marshall of Cambridge.
http://www.marshallaerospace.com
der Hersteller - Lockheed-Martin
http://www.lockheedmartin.com
 
> WebSpecial: [Kapitel 2] die britischen Hercules C Mk.1P.
[Kapitel 3] die C-130 Hercules Story.
[Kapitel 4] bisherige Transportlösungen.
 
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