D: Fregatte F125

Wehrtechnik & Rüstung, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik
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theoderich
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D: Fregatte F125

Beitrag von theoderich » Mi 19. Jun 2019, 22:21

„Da ist das Ding“: „Baden-Württemberg“ in Dienst gestellt

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Am 17. Juni hat die Deutsche Marine die Fregatte „Baden-Württemberg“, das Typschiff der Klasse F125, in die Flotte übernommen.
Für Entwicklung und Bau der Fregatten hatten sich die ThyssenKrupp Marine Systems und die Friedrich Lürssen Werft zur „Arbeitsgemeinschaft Fregatte 125“ zusammengeschlossen und 2011 die Arbeiten an der „Baden-Württemberg“ begonnen. 2013 wurde sie getauft, ihre Indienststellung war ursprünglich für 2014, später für 2017 vorgesehen gewesen.

In diesem Jahr verweigerte die Bundeswehr allerdings die Annahme des Schiffes von der Industrie. Der Grund: Vor allem für die Hard- und Software im komplexen neuen Führungs-, Waffen- und Einsatzsystem fehlten die Funktionsnachweise. Erst am 30. April dieses Jahres übergab die Arbeitsgemeinschaft das Schiff zurück an die Bundeswehr. Das war zugleich der Beleg für die vertraglich vereinbarten Leistungen der Industrie.

Mit der „Baden-Württemberg“ als erste von vier Fregatten der Klasse F125 verfügt die Marine jetzt über eines der technologisch führenden Kriegsschiffe der Welt.
Der Forderung nach weltweiten und langandauernden Einsätzen trägt die Klasse durch neue technische und organisatorische Konzepte Rechnung: Sie ist für eine Intensivnutzung gedacht, das heißt, sie kann mit 10.000 Betriebsstunden bis zu zwei Jahre durchgängig weltweit im Einsatz bleiben. Der Abstand zwischen den Inspektionen für die Schiffe liegt planmäßig bei fünf Jahren und acht Monate. Das sind nahezu einer Verdopplung der Einsatzzeit und eine Vervierfachung der Wartungsintervalle gegenüber den bisherigen Fregatten der Marine.

Darüber machen es die reduzierten Wartungsanforderungen kombiniert mit Automatisierung und Digitalisierung an Bord der Schiffe möglich, die Besatzungsstärke von über 200 bei den Fregatten der Vorgängerklassen auf nun 126 Soldatinnen und Soldaten reduzieren. Mehrere Crews sollen sich dann während eines längeren Einsatzes alle vier Monate ablösen. Auch speziell für dieses Mehrbesatzungskonzept sind die neuen Fregatten von Beginn an geplant worden.
Für die vier Schiffe der Klasse sind deshalb acht Besatzungen vorgesehen. Aufgestellt sind bereits die ersten fünf Crews – Alpha bis Echo –, die sechste Besatzung Foxtrott wird gerade aufgefüllt. „Baden-Württemberg“ wurde mit der Besatzung Alpha unter ihrem Kommandanten Venker in Dienst gestellt.
Neben dem Typschiff gehören die Fregatten „Nordrhein-Westfalen“, „Sachsen-Anhalt“ und „Rheinland-Pfalz“ zur Klasse. Bis Anfang 2021 sollen alle vier Schiffe in die Flotte übernommen worden sein.
Mit der Indienststellung der „Baden-Württemberg“ setzt die Marine die rund einjährige Einsatzprüfung des Schiffes fort, insbesondere in den Prüfabschnitten Intensivnutzbarkeit und Mehrbesatzungskonzept. Erkenntnisse hieraus wird sie bei den später folgenden Schwesterschiffen gleich umsetzen können. Auch kontrolliert das Zentrum Einsatzprüfung der Marine seit der Abnahme von der Industrie, ob das neue Schiff allen operativen Anforderungen, die an die Baden-Württemberg-Klasse gestellt werden, in realistischen Szenarien genügt.

Diese Aufgaben teilt sich die Alpha mit der Besatzung Bravo, die die „Baden-Württemberg“ kommende Woche übernimmt. Sie fährt zunächst die Tiefwassererprobung vor der norwegischen Atlantikküste. Im Herbst geht das Schiff dann zur Ausbildung in den Englischen Kanal, Anfang kommenden Jahres zum ersten Training im deutschen Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr in Neustadt in Holstein.
https://www.bmvg.de/de/aktuelles/-baden ... ellt-59868

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