Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

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Dr4ven
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Dr4ven »

iceman hat geschrieben:
Mo 18. Nov 2019, 22:15
Es wird sicher auch Stimmen gegeben haben, die damals neue F-16C haben wollten.
Nein, die Leute von Lockheed hat man damals bei der Vorstellung eiskalt alleine stehen lassen, das Ganze warf dann ein sehr schlechtes Bild auf unser Land.
iceman hat geschrieben:
Mo 18. Nov 2019, 22:15
Wobei es angeblich Stimmen gibt, die behaupten EADS hätte gar keine T2 liefern können, aber egal jetzt.
Der Vertrag sah eindeutig die Lieferung von T2 vor und den Austausch gelieferter T1 auf T2, wenn verfügbar.
Wie das ausging weiss jeder.
iceman hat geschrieben:
Mo 18. Nov 2019, 22:15
, und die Grünen, die unbedingt in die Regierung wollen, reden auch schon wieder von einer Lösung mit "Gebrauchtfliegern". Und was gibt es "gebrauchtes" am Markt?
Beim Abstellen des EF würden beide Parteien gewinnen: man ist die "sündteueren" EF endlich los, braucht sie nicht mehr nachrüsten,....
Wie ich Kurz kenne, wird uns nur der Standort von UN, OPEC und OSZE retten, ausser er schafft es, dass die Schweizer, Tschechen, Slowaken, Ungarn oder Deutschen bei internationalen politischen und sportlichen Grossereignissen unseren Luftraum gratis überwachen.
Aber soviel ich weiss haben ALLE bereits abgewunken und JA es gab dieses Ansinnen.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

theoderich hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 21:13
Unlogisch, meinst Du nicht auch? "Finanzierbar" ist für das BMLV nur noch, was nichts kostet. Man wird eher danach trachten, wieder einmal fünfzehn Jahre lang nichts zu tun. Und darauf hoffen, dass unsere Nachbarn bereit sind, die entstehende Lücke via "Nacheile" abzudecken und uns dafür finanziell und völkerrechtlich (Aufgabe des Neutralitätsgesetzes und Aufgabe der Souveränität über den Luftraum) nicht in die Pflicht nehmen.
Interessant wäre es trotzdem, ob die Briten ihre EF T1 mehr oder weniger unverändert bis 2040 betreiben werden/wollen.
Wenn nicht, dann wären wir eventuell die einzigen weltweit, die das mit unseren paar Stück vorhaben.

Fraglich was Italien plant, die scheinen ihre T1 verkaufen zu wollen, zumindest wurde Bulgarien letztes Jahr einige Stück angeboten, mit der Option auf neue Flieger:

>> Italien will acht Eurofighter 2000 der Tranche 1 aus dem Bestand der Aeronautica Militare an Bulgarien abgeben. <<
https://www.aerobuzz.de/militar/italien ... litare-an/

>> The Italian offer is based on the supply to the Bulgarian Air Force of used Tranche 1 Eurofighter Typhoons from the Italian Air Force and includes also the option for the delivery of newly built aircraft as requested by Bulgaria. <<
https://www.defenseworld.net/news/23487 ... dp-cxbmrQc

Acipenser hat geschrieben:
Fr 15. Nov 2019, 06:48
Weiters ist der Einmotorflieger F16 ein Sicherheitsrisiko für dicht verbaute Regionen wie dies Mitteleuropa nun mal ist.
Erstens sind Triebwerke mittlerweile so zuverlässig, dass dies kein Sicherheitsrisiko mehr darstellt. Eine derart starke Beschädigung, die ein Triebwerk komplett außer Gefecht setzt, würde sehr wahrscheinlich auch zwei Triebwerke außer Gefecht setzen, speziell beim Eurofighter, dessen Triebwerkseinlässe sich direkt nebeneinander befinden.

Zweitens ist Österreich nicht besonders dicht besiedelt, jedenfalls deutlich weniger dicht als Belgien und Niederlande oder auch Dänemark, die alle seit längerer Zeit F-16 betreiben und jetzt auf F-35 umstellen - bekanntlich ebenso "einmotorig".

Drittens sind gerade in dicht verbauten Regionen mehr Ausweichflughäfen für Notlandungen in Reichweite als dies in dünn verbauten Regionen der Fall ist.

Wenn man dieses Argument von wegen "Einmotorflieger" bringt, dann kann man das höchstens mit eventuell geringfügig mehr Sicherheit im alpinen Gebiet für den Piloten begründen.

Also: Zwei Triebwerke zu haben ist nett aber die Anzahl der Triebwerke ist kein Kriterium für ein österreichisches Kampfflugzeug.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

opticartini hat geschrieben:
So 24. Nov 2019, 14:15
Interessant wäre es trotzdem, ob die Briten ihre EF T1 mehr oder weniger unverändert bis 2040 betreiben werden/wollen.
Die britische Variante der Tranche 1 Block 5 unterscheidet sich von allen anderen Flugzeugen dieses Blocks durch eine "Austere Air-to-Ground Capability", das "Change Proposal 193":
  • Delivering Air-to-Ground Firepower (Eurofighter Update 2/2006)
    The Farnborough International airshow this year witnessed the signature between Eurofighter GmbH and NETMA of the so called “Austere Capability” contract for the Royal Air Force. This document authorises the development programme to begin the integration of a Laser Designator Pod (LDP) and the Enhanced Paveway II laser-guided bomb on Royal Air Force Tranche One Typhoon aircraft.

    The “Austere capability” will be available to the RAF for Entry into Service in the first half of 2008.
    http://www.defense-aerospace.com/dae/sp ... screen.pdf
ID
  • 176
Date of Event
  • 01/12/2005
Description
  • Future capability
Detail
  • CP193 (austere augmentation) and CP210 (future capability enhancement) proposals received.
ID
  • 183
Date of Event
  • 12/01/2006
Description
  • Future capability
Detail
  • Spain drops requirement for austere precision air-to-surface capability in Block 5 Tranche 1 and consequently will not pursue CP193.
ID
  • 216
Date of Event
  • 19/07/2006
Description
  • Future capability
Detail
  • CP193 for Austere Air-to-Ground capability on RAF Typhoons endorsed by Partner Nations at 132 BOD in London (integration of a Laser Designator Pod and Enhanced Paveway II Laser Guided Bomb).
ID
  • 217
Date of Event
  • 20/07/2006
Description
  • Future capability
Detail
  • Contract signed by GM NETMA and CEO EF GmbH at Farnborough Air Show for Austere Air-to-Ground capability on RAF Typhoons (integration of a Laser Designator Pod and Enhanced Paveway II Laser Guided Bomb). Value £73M.
https://publications.parliament.uk/pa/c ... 0/m2ab.pdf

Sie wird ca. bis 2030/2035 betrieben. Weitere durchgeführte Upgrades für die britischen Flugzeuge der Tranche 1 Block 5 umfassen das "Project Centurion", mit:
  • Meteor
  • Storm Shadow
  • Brimstone 2
Die Spanier haben angeblich fast alle Fähigkeiten der Tranche 3A über die OFPs in ihre Tranche 1-Flotte integriert:

HUERTAS Salvador Mafé: Spanish 'spaceships': Homing the Typhoon, in: Air Forces Monthly (October 2019), p. 66-70
Tranche 1

Spain operates 17 Tranche 1 jets, comprising ten single-seat (SS) and seven two-seat (TS) aircraft. The final Tranche 1 jet was received on August 10, 2007 completing the production run for the EA. All were retrofitted to Service Release Proposal (SRP) 4.3 and Production Software Configuration (PSC) 3.31+ standards, with the OFP01E tape, while a first jet upgraded to OFP02 (C.16-23, SS003) was delivered in February. Among other improvements, OFP02 includes almost all the same capabilities as the Tranche 3A standard, including Meteor beyond-visual-range air-to-air missile (BVRAAM) and GBU-48 dual-mode laser/GPS-guided bomb capabilities.

There were originally 19 Tranche 1 jets, but CE.16-08 crashed in August 2010 and Instrumented Production Aircraft 4 (IPA4, C.16-20 ‘11-91’) was retrofitted to Tranche 2 (and later to Tranche 3A) standard for industry tests. Spanish Tranche 1s are part of Batch 1 and 2 and Blocks 1, 1B, 1C, 2, 2B and 5.

With the definitive software and hardware in the Tranche 1, the maximum full operational capacity – ‘FOCmax’ – is considered achieved in both air-to-air and air-to-surface configuration. Compared with previous blocks, improvements include: authorisation of basic functionality of the missile approach warner (MAW), improved interoperability for MIDS and radio channels at 8.33KHz, GPS and radar enhancements, introduction of the Helmet Mounted Symbology System (HMSS) pilot helmet with integrated viewfinder, hardware obsolescence resolution, plus integration of the Litening III targeting pod.

Tranche 1 serials run from CE.16-01 to CE-16-08 and C.16-21 to C.16-30. In addition, there was a single Spanish prototype (DA6), serial XCE.16-01, which was lost in an accident in November 2002.

Offizielle Publikationen der Ejército del Aire sagen über die Fähigkeiten von OFP-02E etwas anderes:
p. 21 hat geschrieben:A pesar de recibir el paquete 1 de mejora de la tranche 1 de Eurofighter en 2015, el Ejercito del Aire desarrolló la OFP 01. Esta incluye las mejoras de interfaz hombre-máquina (HMI) y la integración de la versión digital del misil aire-aire IRIS-T. A continuación se programó la entrega de la OFP 02,
incorporando el LDP Litening III, la GBU-48, el AIM-120C-7 y la actualización del ordenador generador de
símbolos
.
https://publicaciones.defensa.gob.es/me ... aa_880.pdf

Eine Raytheon AIM-120C-7 ist keine MBDA Meteor.

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman »

Österreich schafft es immer wieder Insellösungen zu betreiben.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Bundesheer: Saab-105-Flotte „nicht mehr einsatzbereit“

https://orf.at/#/stories/3145929/




Und das Eurofighter-Bashing in den Medien geht weiter:
  • Saab nicht mehr flugfähig: Exorbitante Mehrkosten für das Bundesheer
    Bis zur Behebung des Schadens, die Monate in Anspruch nimmt, werden die Eurofighter die Luftraumüberwachung übernehmen müssen. Das wird exorbitante Mehrkosten verursachen, kostet eine Eurofighter-Flugstunde doch das Zehnfache.
    (APA)
    https://www.diepresse.com/5731030/saab- ... bundesheer

alps_spirit
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von alps_spirit »

Heute die Bolzen, morgen was anderes. Die Zeit der Saab 105 ist (längst) abgelaufen. Aber 12 uralte Flugzeuge durch 12 neue zu ersetzen wäre hierzulande eine Sensation.

IndieGrz
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von IndieGrz »

theoderich hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 17:46

"Und das Eurofighter-Bashing in den Medien geht weiter:"

Das BMLV weist ja selber in seiner Aussendung auf die "erheblichen Mehrkosten" hin. Wo bitte ist da das EF-Bashing? Die höheren Betriebskosten sind ja evident.

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman »

Wenn die Saab 25 % LRÜ übernehmen, wieviele Alarmstarts sind das im Jahr, 10-15?
Das wären theoretisch in den nächsten Monaten 5-10, und das sind "exorbitante" Mehrkosten?
Bis die Bolzen alle angefertigt sind, wird es Mitte 2020. Lohnt sich das noch?

In der Krone hat sich die EF Flugstunde von 70.000 auf 30.000 verringert:
https://www.krone.at/2052867

Welches Flugzeug steht länger in der Wartung, EF oder 105?

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

ObstdG Ing. Mag.(FH) Reinhard Kraft, Kommandant der Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule, in: AQUILA. Die Fachpublikation der Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule, Bd. 19 (September 2019) hat geschrieben:Die Luftraumüberwachung mit einem Jettrainer durchzuführen, welcher nicht überschallfähig ist, ist auf jeden Fall billiger und daher auch effizienter, als einen teureren Abfangjäger zu beschaffen und zu betreiben. Im Resultat wird der Luftraum aktiv überwacht, der Unterschied in der Qualität zu einem überschallfähigen Abfangjäger liegt jedoch offensichtlich auf der Hand. Betrachtet man die geforderte Wirkung, nämlich, dass Flugzeuge mit hoher Geschwindigkeit abgefangen und gegebenenfalls auch Folgemaßnahmen (Landezwang bis zum Waffeneinsatz) eingeleitet werden müssen, sieht man die Schere auseinandergehen.

Von Luftfahrzeugen mit einer feindlichen Absicht wird hier noch gar nicht gesprochen, dies würde noch weitere Fähigkeiten zum Reagieren (z.B. Selbstschutzausrüstung, Radarlenkwaffen) brauchen.

Ein modernes Passagierflugzeug ist durch einen veralteten Jettrainer aufgrund der Reisehöhe, aber auch der Reisegeschwindigkeit kaum mehr abzufangen – das ist Realität. Die Effektivität ist in dieser Rolle daher fast gleich Null.
Betrachtet man nun die Hauptaufgabe eines Jettrainers, nämlich als Ausbildungsmittel für die Jetpilotenausbildung, steigt die Effektivität wieder ungemein.

Diese könnte zwar auch auf dem Abfangjäger selbst erfolgen, wäre aber nicht effizient, da es ein Vielfaches mehr kosten würde. Auch braucht ein Abfangjägersystem einen „Trainingspartner“, welcher kostengünstig durch einen Jettrainer dargestellt werden kann. Daher braucht es beide Systeme, um effektiv und gleichzeitig auch effizient die gestellten Aufgaben (Luftraumüberwachung, Ausbildung und Training) bewältigen zu können.

An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass der Betrieb der Eurofighter (Kampfjet der 4. Generation!) in Österreich auf höchstem technischem und betrieblichem Niveau durchgeführt wird, bei vergleichsweise geringen Kosten gegenüber anderen Betreibernationen – ein effizienterer Betrieb des Eurofighters ist, aus meiner Sicht, unter den derzeitigen Rahmenbedingungen, nicht möglich. Möglichkeiten zur Weiterentwicklung wurden mittlerweile bereits durch zwei Kommissionen beurteilt.

Es wurde dabei nicht nur die Effizienz, sondern auch die Effektivität in die Beurteilungen mit aufgenommen. Die (politische) Entscheidungen über die weitere Vorgehensweise wurden jedoch noch nicht getroffen.
ObstdG Ing. Mag.(FH) Reinhard Kraft, Kommandant der Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule, in: AQUILA. Die Fachpublikation der Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule, Bd. 19 (September 2019) hat geschrieben:Dringend notwendige Investitionen in den Ersatz von veraltetem Gerät daher von sogenannten Strukturreformen abhängig zu machen ist kontraproduktiv und wird folglich oftmals als Verzögerungstaktik empfunden – zur weiteren Demotivation der Truppe.

Effizienz bei der Truppe

Leider manifestiert sich dieser angesprochene Effizienzgedanke, nach meinen Beobachtungen, wie ein roter Faden immer mehr auf allen militärischen Führungsebenen, auch bei der Truppe. Durch die jahrelange budgetäre Unterdotierung war mittlerweile bereits jeder Kommandant mit den Auswirkungen konfrontiert, gegenwärtig fast tagtäglich.

Gibt es noch genügend Flugstunden/Flottenkilometer, haben wir dafür noch ein ausreichendes Überstundenbudget, lohnen sich angesichts der budgetären Situation noch Anträge für dringend benötigtes
Gerät, haben wir noch genügend funktionsfähige Fahrzeuge für Verlegungen, was müssen wir streichen um überhaupt noch etwas üben zu können etc. Es gibt keinen Bereich mehr im Österreichischen Bundesheer, welcher nicht über Budgetnöte zu klagen hätte.

Die Folge daraus ist, es wird nicht mehr darüber nachgedacht, wie eine Herausforderung bestmöglich gelöst werden kann, sondern man versucht mit den vorhandenen Mitteln das Bestmögliche zu machen. Oft sehr effizient, meist leider nicht besonders effektiv, wenn überhaupt.

Das beste Beispiel dafür ist die flexible und lageangepasste Luftraumüberwachung, im Kern eine Reduktion der Überwachungszeiten, welche aus Kostengründen eingeführt werden musste. Länder wie die Schweiz zeigen uns aber Anderes vor. Dort wurde 2014, nach einer Flugzeugentführung außerhalb der Bürozeiten der eidgenössischen Luftwaffe, konsequent der Weg in Richtung einer 24/7 (24 Stunden am Tag / 7 Tage die Woche) Luftraumüberwachung eingeschlagen. Dieser ambitionierte Plan wird Anfang 2021 umgesetzt sein – ja, so lange dauert es, eine (aufgegebene) Fähigkeit aufzubauen (die militärischen Leser werden darüber nicht überrascht sein).
Notwendige Fähigkeitsentwicklung der Waffengattung Fliegerabwehr im Österreichischen Bundesheer auf Basis der neuen Bedrohungen, für den Einsatz im Inland., in: AQUILA. Die Fachpublikation der Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule, Bd. 19 (September 2019), p. 6-10

https://bibisdata.bmlv.gv.at/194784.pdf

IndieGrz hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 18:28
Das BMLV weist ja selber in seiner Aussendung auf die "erheblichen Mehrkosten" hin. Wo bitte ist da das EF-Bashing? Die höheren Betriebskosten sind ja evident.
Ich habe die Aussendung nicht gesehen.
Trotzdem: Erwähnt man Begriffe wie "Mehrkosten", speziell im Zusammenhang mit dem Eurofighter, stürzen sich die Medien darauf. Und plötzlich wird wieder der Eurofighter zum "Problem" gemacht, nicht die Saab-105.




Ö1 Abendjournal 29.11.
Bundesheer: Saab-105 Flugzeuge fallen aus

Franz Renner: "Mit Franz Renner, guten Abend. Die Schlagzeilen zu den Themen des Tages:

Der Defekt eines Bolzens stürzt die österreichische Luftraumüberwachung endgültig in die Krise. Die uralten Saab-105 müssen für Monate am Boden bleiben. Für das Bundesheer bedeutet das horrende Kosten und sogar das Risiko eines Totalausfalls."

[...]

RENNER: "Wovor Experten seit langem warnen, ist heute eingetreten. Die uralten Saab-105-Flugzeuge des Bundesheeres fallen für Monate aus, wegen defekter Bolzen. Die Luftraumüberwachung muss daher von den Eurofightern allein durchgeführt werden. Das bringt nicht nur wesentlich höhere Kosten, sondern kann bei Schlechtwetter sogar zum Totalausfall der Luftraumüberwachung führen. Informationen von Klaus Webhofer."

Klaus Webhofer: "Auf die Militärpiloten, die Techniker, die Fluglotsen kommen schwere Zeiten zu. Mit dem Komplettausfall der Saab-105 - nebenbei gesagt sind das 50 Jahre alte Maschinen - müssen die wenigen Eurofighter nun die gesamte Luftraumüberwachung übernehmen. Für ein paar Monate lang. Eine prekäre Situation, so Bundesheersprecher Michael Bauer."

Oberst Michael Bauer: "Es wird sehr schwierig werden und es wird auch nur über einen bestimmten Zeitraum gehen. Was noch hinzukommt: Dass die Luftraumüberwachung in Hinkunft nur mehr auf einen einzigen Flughafen, nämlich Zeltweg, abgestützt ist. Und das würde bedeuten, dass bei extremen Wetterbedingungen überhaupt keine Luftraumüberwachung mehr möglich ist."

WEBHOFER: "Das deshalb, weil die Saab nördlich des Alpenhauptkammes, von Linz aus operiert haben. Und teurer wird das ganze auch."

BAUER: "Und das bereits bei einem sehr, sehr angespannten Budget. Die Flugstunde der Saab-105 kostet ungefähr 3000 Euro - die Flugstunde des Eurofighters ein Zehnfaches."

WEBHOFER: "Ende 2020 müssen die Saab zwar ohnehin definitiv ausgemustert werden. Dennoch zahlt es sich für das Heer aus, die beschädigten Bolzen für ein paar Monate nachproduzieren zu lassen, so der Heeressprecher."

Oberösterreich heute
Fr., 29.11.2019 | 19.00 Uhr

Saab 105 nicht mehr einsatzbereit

Klaus Obereder: "Nächste Hiobsbotschaft für das Österreichische Bundesheer. Die in Linz-Hörsching stationierte Saab-105-Flotte ist aktuell nicht mehr einsatzbereit. Grund dafür seien beschädigte Bolzen.

Die Behebung des Schadens würde Monate dauern. So lange müssten die im Betrieb deutlich teureren Eurofighter die gesamte Luftraumüberwachung übernehmen, so das Bundesheer."

ZIB 1
Fr., 29.11.2019 | 19.30 Uhr

Österreich
Eurofighter müssen für Saab einspringen

[Saab-105OE bei der Landung in Hörsching] Johannes Marlovits: "Die veralteten Saab-105 des Bundesheeres aus den 70er-Jahren [Saab-105 wird an einer Schleppstange aus der Werft gezogen] werden nach einem technischen Problem monatelang nicht einsatzfähig sein. [Zwei Eurofighter am Rollfeld in Zeltweg, daneben Techniker und eine APU] Die gesamte Luftraumüberwachung müssen deshalb die Eurofighter übernehmen, [Zwei Eurofighter von hinten beim Überflug] die zehn mal so teuer sind.

EUROFIGHTER ALS ERSATZ
Saab flugunfähig! Heer drohen exorbitante Kosten

https://www.krone.at/2052867


















Heer: Die 105er-Flotte fällt monatelang aus

https://www.nachrichten.at/politik/inne ... 85,3193899


Hiobsbotschaft:
Gesamte Saab-Flotte monatelang nicht einsetzbar

https://www.oe24.at/oesterreich/chronik ... /407770067


Saab nicht mehr flugfähig - Mehrkosten für das Bundesheer

https://www.sn.at/politik/innenpolitik/ ... r-79962541


https://www.facebook.com/militaeraktuel ... ?__tn__=-R
Zuletzt geändert von theoderich am So 1. Dez 2019, 00:09, insgesamt 2-mal geändert.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »




Mehrbelastung | Was der Saab-Ausfall jetzt für Zeltweg bedeutet
Wie gestern bekannt wurde, müssen alle zwölf noch fliegenden Düsentrainer Saab 105 des Bundesheeres für längere Zeit am Boden bleiben. In den Bolzen, die das hintere Leitwerk am Rumpf befestigen, wurden Risse festgestellt. Diese müssen neu angefertigt werden.

"Es handelt sich dabei um Bauteile, die für die gesamte Lebensdauer dieser Flugzeuge ausgerichtet sind. Deshalb war nie gedacht, diese Teile zu tauschen", erklärt Heeres-Sprecher Oberst Michael Bauer, warum derartigen Bolzen nicht in irgendwelchen Ersatzteillagern herumliegen. Wären es nicht die Bolzen gewesen, hätte auch ein anderes Problem die Saab 105 jederzeit lahmlegen können. Fünf bis sechs Schwachstellen haben die Techniker zuletzt ausgemacht.

Stressige Wochen

Wie lange die in Linz-Hörsching stationierten Düsentrainer nicht zur Verfügung stehen werden, lässt sich derzeit nicht abschätzen. Auch die schwedische Luftwaffe braucht die selben Ersatzteile - wenn auch nicht so dringend wie Österreich, wo die Saab 105 zuletzt noch 25 Prozent der Luftraumüberwachung übernommen hatte. Jetzt müssen die 15 Eurofighter in Zeltweg alles abdecken, was wesentlich teurer wird.

Der Totalausfall beschert den Bediensteten in Zeltweg stressige Wochen und Monate. Alle, die irgendwie mit dem Eurofighter zu tun haben, müssen jetzt wohl Überstunden schieben: Das betrifft von den Piloten, Meteorologen, Radarleitoffizieren, über Flugsicherheit bis hin zur Betriebsfeuerwehr alle Bediensteten. "Das System wird nun an die äußerste Belastbarkeit geführt", so Bauer. Auch die Bevölkerung im Aichfeld wird nach der Airpower im September abermals mit erhöhter Flugaktivität belastet werden. Und den Eurofighter-Piloten kommt mit den Saab-Jets ein wichtiger "Trainingspartner" für Abfangmanöver abhanden.

Springen Schweizer ein?

Besonders zuspitzen wird sich die Situation Ende Jänner, wenn geplanterweise die grenzüberschreitende Luftraumsicherungsoperation "Dädalus" durchgeführt wird. Diese findet zum Schutz des Weltwirtschaftsforums in Davos (Schweiz) in den westlichen Bundesländern statt. Schon in normalen Jahren ist dabei die Einsatzbereitschaft der Luftstreitkräfte voll gefordert. Heuer waren mehr als 23 Luftfahrzeuge des Bundesheeres und mehr als 1000 Soldaten dafür eingesetzt. "Hier fällt mit der Saab 105 ein ganzes Element heraus", so Bauer.

Möglicherweise füllt die Schweizer Luftwaffe diese Lücke, ein im Februar vollinhaltlich in Kraft getretenes Abkommen zur "Nacheile" bei nichtmilitärischen Bedrohungen ließe das grundsätzlich zu. Allerdings dürfen Schweizer Jagdflugzeuge im österreichischen Luftraum keine "Zwangsmaßnahmen" ausüben, also auch kein Flugzeug zum Landen zwingen.
https://www.kleinezeitung.at/steiermark ... g-bedeutet
Zuletzt geändert von theoderich am So 1. Dez 2019, 00:24, insgesamt 1-mal geändert.

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