Mehrzweckhubschrauber

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Doppeladler
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Mehrzweckhubschrauber

Beitrag von Doppeladler » Mi 2. Mai 2018, 07:48

Archiv: Mehrzweckhubschrauber in Planung (2009-2017) - http://www.doppeladler.com/forum/viewto ... f=4&t=1763

Seit mindestens Februar 2009 wird am Pflichtenheft für den Nachfolger OH-58 und Alouette III (eigentlich auch für die bereits augeschiedenen AB-206 A) herumgedoktert.
Zwölf statt 32 Helikopter
Die Beschaffungspläne sehen künftig eine kleinere Staffel mit nur zwölf Helikoptern vor – dafür sollen diese dann als Verbindungs-, Aufklärungs- und Transporthubschrauber eingesetzt werden. Dazu sollen die neuen Hubschrauber freilich auch für Sanitätseinsätze verwendet werden, für die es leichteres Fluggerät braucht, denn: Der Black Hawk kann bei Rettungsflügen wegen seines bis zu zehn Tonnen schweren Gewichts allenfalls auf der Landeplattform des Wiener AKH landen, nicht jedoch auf den Dächern kleinerer Spitäler.
Quelle: http://derstandard.at/2000076976303/Hee ... bschrauber
Verteidigungsminister Kunasek hat nun die Priotität der Nachfolgebeschaffung erhöht und hofft auf ein Sonderbudget:
Parlamentskorrespondenz Nr. 377 vom 10.04.2018
Kunasek: Kein Sparkurs beim Bundesheer

Den derzeit größten Handlungsbedarf für Sonderinvestitionen ortet Kunasek bei der Nachfolge für den Hubschrauber "Alouette 3". Das Beschaffungsprogramm umfasse ein Volumen von 350 Mio. € und soll nun möglichst rasch ausgeschrieben werden. Einen Sonderinvest werde es aber auch im Bereich Mobilität brauchen, kündigte der Minister weiters an.

https://www.parlament.gv.at/PAKT/PR/JAH ... ndex.shtml
Das Teilnehmerfeld, soweit bisher bekannt:
Laut dem militärischen Pflichtenheft, das bereits an mehrere Hersteller verschickt worden ist, wird also ein zweimotoriger Hubschrauber gesucht, der etwa acht Personen transportieren kann. Weiters soll er mit Kufen, nicht mit Rädern ausgerüstet sein, was Landungen im Gebirge erleichtert, außerdem soll er volle Instrumentenflugtauglichkeit haben und für den Worst Case bewaffnet werden können.
Quelle: http://derstandard.at/2000076976303/Hee ... bschrauber
Als Favorit galt lange der Airbus Helicopter H135M (2009 noch Eurocopter EC-135) und ev. auch der etwas größere H145M. Nach dem Konflikt mit Airbus rund um den Eurofighter Typhoon hofft nun der Mitbewerb.

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Leonardo AW109 Trekker M (früher Agusta-Westland)

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Bell-Textron Bell 429 Global Ranger

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Airbus Helicopters H135M

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Airbus Helicopters H145M (UH-72A Lakota)
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propellix
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Re: Mehrzweckhubschrauber

Beitrag von propellix » Mi 2. Mai 2018, 10:35

Der wievielte BMLV-Minister ist das, der sich das Gejammere von den Fliegern diesbezüglich anhören kann, und dann werden erst LKW und Schützenpanzer gekauft. Das wird wieder nichts werden, einfach weil´s VIEL zu teuer wird.

Merlin
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Re: Mehrzweckhubschrauber

Beitrag von Merlin » Mi 2. Mai 2018, 11:34

Falls tatsächlich 8 Passagiere gefordert sind, dann wird es beim AW109 Trekker sehr schnell sehr eng. Das geht sich maximal inklusive Piloten aus und dann auch nur in dünnster Sportbekleidung. Detto für den H135M und Bell 429.

Eine Nummer größer wäre man dann beim H145M und AW169M. Insbesondere beim AW169M wäre der Unterschied zur AB212 aber fast nur mehr akademischer Natur (zb 4,6t MTOW vs 5,1t des AB212, beide haben ca 6m3 Kabinenvolumen, etc.)

Dazu kommt, dass
- es für die Militärversionen der AW169 und AW109 Trekker bisher, soweit ich weiß, noch keine andere Kunden gibt (beim Trekker aufgrund der militärisch bewährten Basis vermutlich kein Drama, bei der auch zivil erst neu zugelassenen AW169 schon eher)
- der Bell 429 bisher, außer von wenigen Einzelstücken für VIP und SAR Einsätze kaum militärische Nutzer hat (oder auch zertifizierte Bewaffnung etc. gibt). Die Slowakei ist mit ihren 9 Maschinen quasi ‘Pionier’.

Alles in allem scheinen mir die wenigen bekannten Anforderungen (8 Passagiere, 2 Triebwerke, Bewaffnungsoption) auf den H145M zugeschnitten. Insbesondere wenn man noch spürbar unterhalb des AB212 bleiben will (MTOW 3,7t vs 5t) und einen militärisch bewährten Typen bevorzugt (‘KSK Taxi’ in D, der eng verwandte UH72 ist Standard Utility Hubschrauber der US-Armee, Serbien als Erstkunde für H-Force Bewaffnungsoption etc).

Angesichts des Heeresbudgets frage ich mich aber ob man mit einer höheren Stückzahl an einmotorigen Maschinen wie etwa einer Militärversion der Bell 407, H125M oder selbst MD530G nicht mehr ‘bang for the buck’ kriegen würde. Alle genannten Modelle sind größer als der OH58, bieten zumindest die gleiche Zuladung wie die SA316B - aber halt moderner, schneller, leistungsstärker. Rein von den Anschaffungskosten her sollte man knapp 1,5x soviele Geräte bekommen und auch die Betriebskosten sind um etwa den gleichen Faktor billliger. Genug Hangarraum/Werfkapazität sollte auch verfügbar sein - lediglich ein paar Pilotengehälter würden zusätzlich anfallen.

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Doppeladler
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Re: Mehrzweckhubschrauber

Beitrag von Doppeladler » Mi 2. Mai 2018, 15:32

... der etwa 8 Personen transportieren kann ...
Ist ja keine genaue Formulierung. 1+7 oder 2+6 ergibt auch 8 und das geht sich beim AW109 Trekker M, Bell 429 oder H135M auch aus. Das ist also kein Ausschließungsgrund für einen der Typen.
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Acipenser
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Re: Mehrzweckhubschrauber

Beitrag von Acipenser » Sa 5. Mai 2018, 18:48

Das Model Deutschland, dass nämlich der ADAC BW-Piloten ausbildet ist gar nicht so schlecht: Soll heißen warum das Rad neu erfinden und nicht die guten Erfahrungen des ÖAMTC mit den Eurocoptern nutzen um auch das Bundesheer mit Hochgebirgstauglichen SAR Hubschraubern ex Aluette ausrüsten. Clinsch mit Airbus hin oder her. Milizsoldaten die auch in der Privatwirtschaft fliegen? Das technikerproblem und Ersatzteilproblem auf den ÖAMTC abwälzen? Synergiemöglichkeiten gäbe es genug..
Das ändert aber nichts an der Tatsache das die Black Hawks überlaste sind und dringend zumindest die versprochene Option von 3 angeschafft werden müssen. Bosnien, Kosovo (Notfalleinsätze für Verstärkungskräfte mit Herkules oder Hubi jederzeit möglich)

theoderich
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Re: Mehrzweckhubschrauber

Beitrag von theoderich » So 6. Mai 2018, 09:47

Bundesheer: Zu wenige Helikopter, zu wenige Piloten, zu wenig Geld (29. März 2018)
Angesichts der bevorstehenden Gespräche über ein Sonderbudget für das Bundesheer, um die betagte Hubschrauberflotte erneuern zu können, bleibt man im Finanzressort vorerst hart: Ab 2020 soll es für das Militär zwar wieder mehr Geld geben, heißt es dazu auf Anfrage im Büro von Minister Hartwig Löger (ÖVP) – zuerst wolle man aber auch einmal die Ergebnisse der von Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) eingerichteten Sonderkommission abwarten, die bis zur Jahresmitte die Luftraumüberwachung evaluiert haben soll. Dann werde man sehen, "was notwendig ist – und was nicht". Es werde aber auch davor laufend Gespräche geben.
Fest steht allerdings, dass die 22 Alouette 3, die unter anderem auch zu Bergeflügen von Zivilisten im Gebirge herangezogen werden, ab 2023 am Boden bleiben müssen. Schon davor müssen vier dieser Fluggeräte außer Dienst gestellt werden, die restlichen will man so gut wie möglich und unter Einsatz von acht Reservemotoren weiter betreiben.
Dem Vernehmen nach ist eine ganze Staffel des mittleren Transporthubschraubers AB-212 im oberösterreichischen Hörsching derzeit stillgelegt, weil es nicht genügend Piloten gibt. Das erhöht den Druck auf das verbliebene Personal. Die Piloten müssen mehrmals im Jahr für einen Monat zur Eufor nach Sarajevo verlegen, um die dort stationierten drei AB-212 einsatzbereit zu halten. Und jene Piloten, die in Bosnien sind, fehlen umso mehr für den täglichen Betrieb in Hörsching.

Die dort verbliebene AB-212-Staffel hat derzeit nur die halbe Mannstärke. Insgesamt fehlen allein für die AB-212 rund 50 Piloten. Diese sind nicht so schnell nachzubesetzen – die Ausbildung dauert drei Jahre. Und die derzeit angebotenen Verträge für neu einsteigende Piloten bieten keine taugliche Karriereperspektive. Manche müssen schon nach neun Jahren wieder ausscheiden, im Alter von 53 Jahren ist überhaupt Schluss mit der Fliegerei – das bedeutet im schlimmsten Fall zwölf Jahre Arbeitslosigkeit bis zur Pension. Kein Wunder, dass viele Piloten das Heer verlassen und eine zivile Karriere – etwa als Pilot für die Christophorus-Hubschrauber des ÖAMTC – vorziehen.

Das Verteidigungsministerium hat das Problem erkannt und ist gerade dabei, mit dem Bundeskanzleramt bessere Dienstverträge für die Piloten auszuhandeln. Künftig soll es reichen, jedes Jahr vier Piloten auszubilden, um den Sollstand nachhaltig zu sichern.
https://derstandard.at/2000077032215/Bu ... wenig-Geld


Heer hofft auf mehr Geld für Hubschrauber
"In den nächsten Wochen" will der Verteidigungsminister mit dem Wächter über die Staatsfinanzen in "intensive Gespräche" eintreten, um Sondermittel für das Bundesheer herauszuholen – vor allem für die betagte Hubschrauberflotte des Bundesheeres, die es zu erneuern gilt.

Zuletzt ließ Kunasek via "Vorarlberger Nachrichten" wissen, dass es da "schnell einmal 300 Millionen Euro" mehr brauche, dem STANDARD versichert er: "Auch die neuen Hubschrauber werden im Hilfs- und Katastropheneinsatz ein verlässliches Arbeitstier zur Unterstützung der Blaulichtorganisationen und der Bevölkerung sein."

Technische Aufrüstung

Konkret steht bei den Black Hawks, die mit den Evakuierungsflügen im Zuge des Lawinenunglücks von Galtür seit der Jahrtausendwende als unverzichtbar gelten, eine Modernisierung der Avionik an. Denn die Transporthubschrauber, die im Notfall bis zu zwei Dutzend Personen fassen, brauchen dringend neue Bildschirme samt Wetterradar sowie einen Einbau des aktuellen Behördenfunksystems.

Diesem "Midlife-Update" wird derzeit der erste der neun Black Hawks unterzogen – und zwar bei Ace Aeronautics in den USA. Bei den anderen acht Stück ist der Umbau in Langenlebarn geplant.

Der Kostenrahmen dafür beträgt 48 Millionen Euro – und er wird eingehalten, versichert man im Verteidigungsressort. Kostengründe dürften auch eine Rolle dabei gespielt haben, dass der Auftrag lieber an das wenig bekannte Unternehmen aus Alabama ging und nicht an den Hersteller Sikorsky oder dessen Schweizer Vertragspartner Ruag.

Kompletten Ersatz braucht es hingegen für die derzeit 22 kleineren Alouette 3, die im Gebirge oft für Bergeflüge, bei Waldbränden für Löschflüge eingesetzt werden – allein im Vorjahr haben es diese Helikopter auf 2.540 Flugstunden gebracht. Dazu müssen die zehn OH 58 Kiowa ersetzt werden – sie sind Baujahr 1976 und damit genauso so alt wie der Verteidigungsminister selbst.

Zwölf statt 32 Helikopter

Die Beschaffungspläne sehen künftig eine kleinere Staffel mit nur zwölf Helikoptern vor – dafür sollen diese dann als Verbindungs-, Aufklärungs- und Transporthubschrauber eingesetzt werden. Dazu sollen die neuen Hubschrauber freilich auch für Sanitätseinsätze verwendet werden, für die es leichteres Fluggerät braucht, denn: Der Black Hawk kann bei Rettungsflügen wegen seines bis zu zehn Tonnen schweren Gewichts allenfalls auf der Landeplattform des Wiener AKH landen, nicht jedoch auf den Dächern kleinerer Spitäler.

Laut dem militärischen Pflichtenheft, das bereits an mehrere Hersteller verschickt worden ist, wird also ein zweimotoriger Hubschrauber gesucht, der etwa acht Personen transportieren kann. Weiters soll er mit Kufen, nicht mit Rädern ausgerüstet sein, was Landungen im Gebirge erleichtert, außerdem soll er volle Instrumentenflugtauglichkeit haben und für den Worst Case bewaffnet werden können.
https://derstandard.at/2000076976303/He ... bschrauber


Ich frage mich, ob die angesprochenen 350 Mio. EUR wirklich nur die leichten Mehrzweckhubschrauber umfassen, wenn man sich diese Aussage von Mario Kunasek in Erinnerung ruft:

VN-Interview. Mario Kunasek (41, FPÖ), Bundesminister für Landesverteidigung
Heeresminister drückt die Stopptaste (27. März 2018)
Sie wissen relativ genau, welche Großinvestitionen anstehen, von der Eurofighter-Nachfolge hin zu neuen Hubschraubern. Wäre es nicht einfacher, das im Regelbudget zu berücksichtigen?

Kunasek Wir werden bei der Hubschrauber-Beschaffung nicht ohne Sonderpaket auskommen. Die Nachfolger der Alouette III und die Verstärkung der Black-Hawk-Flotte kosten schnell einmal 300 Millionen Euro. Auch für die Luftraumüberwachung werden wir ein entsprechendes Paket schnüren müssen.
https://www.vn.at/politik/2018/03/26/he ... pptaste.vn


Maßnahmen ÖBH 2018. Erweiterte Beurteilung (WIEN, Februar 2016)
3.4 Beurteilter Bedarf an zusätzlichen Finanzmitteln für Investitionen aus dem Endbericht ÖBH 2018

Kernaussage des Endberichtes ist, dass ohne zusätzliche Finanzmittel ein zumindest minimaler Fähigkeitserhalt beziehungsweise ein unbedingt notwendiger Fähigkeitszuwachs (insbesondere in den Bereichen Mobilität und Schutz des Soldaten) nicht erfolgen können.

Bedarf besteht insbesondere bei:

[...]
  • Sicherstellung des Betriebs der fliegenden Systeme (rund € 282 Mio.): [...]
    • Ersatzbeschaffung (für Alouette 3 und OH58) Mehrzweckhubschrauber (rund € 56 Mio.; und insgesamt rund € 90 Mio. ab 2021),
4.17 Aufstockung der Flotte an mittleren Transporthubschaubern

Beschreibung/Begründung:

Die Lufttransportaufgaben werden vorwiegend durch den Einsatz des mittleren Transporthubschrauber (S70) und den leichten Transporthubschrauber THS (AB212) abgedeckt. Das System S70 ist mit Priorität auf die Fähigkeiten „Taktischer Lufttransport“ und MEDEVAC (Medical Evacuation) im Inland und im Ausland auszurichten. Die geringe Stückzahl (9 Stk) geht derzeit einher mit der eingeschränkten taktische Verfügbarkeit aufgrund vieler anspruchsvoller Einsatzprofile bzw. dem derzeit abzudeckendem Einsatzspektrum (Assistenzeinsatz, Such- und Rettungsdienst / Medical Evacuation, Ausbildung) und bewirkt eine Verminderung der verfügbaren taktischen Lufttransport-Kapazität.

Die vorgesehene Reduktion der Hubschrauberflotte (OH 58 und Alouette 3) macht den Ersatz von Luftransportkapazität im Ausmaß von ca. 50 Soldaten zum Erhalt der derzeitigen Leistungsfähigkeit notwendig.

Für die Bewältigung von zukünftigen Aufgaben ist jedenfalls mit der Erhöhung des Bedarfes an Lufttransportkapazität zu rechnen.

Mit drei mittleren Transporthubschraubern (S70) kann bei der Annahme der jeweiligen Transportkapazität von 14 Personen pro Hubschrauber zumindest der derzeitige Bedarf stabilisiert werden.

[...]

Zusätzlicher Ressourcenbedarf

Die Beschaffung von 3 Stück S70 über das US Foreign Military Sales-Programm (FMS) ist weitgehend ausgeplant.

Für die Beschaffung sind Budgetmittel in der Höhe von rund € 100 Mio. absehbar. Dieser Wert ergibt sich aus der Analyse eines Ende 2013 bei den US Stellen eingeholten Entwurfes für einen LOA (Letter of Offer and Acceptance). Nach Rücksprache mit den US Stellen ist der LOA jederzeit erneuerbar, die 3 Stück S-70 wären nach wie vor über FMS beschaffbar.

Eine Bereitstellung der Budgetmittel für das US FMS-Programm wird voraussichtlich in 3-4 Jahresraten mit Beginn im Jahr 2017 anfallen. Dabei werden die Anzahl und Höhe der Jahresraten verhandelbar sein.

Die Beschaffung von 3 S70 würde bedeuten, die derzeitige Staffel auf 12 S70 aufzustocken. Die bedeutet das Erreichen der Struktur einer Normstaffel.

Personell bedeutet dies eine Aufstockung der Staffel um 6 Piloten mit der Zuordnung der entsprechenden Anzahl an Flugstunden und damit des erforderlichen Betriebsaufwandes von 540 Flugstunden und ca. € 1,5 Mio. pro Jahr.
Empfohlen wird das Verfügbarmachen von zusätzlichen Mitteln in der Höhe von € 100 Mio. Zusätzlich sind die jährlichen Betriebskosten von ca. € 1,5 Mio zu budgetieren.
https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml
______________________________

Standort Aigen im Ennstal (133/J) (Beantwortet am 16. März 2018)
1. Verfolgen Sie das Bestreben, die von BM Doskozil verabschiedeten Weisungen, insbesondere den Luftstreitkräfte-Standort Aigen im Ennstal betreffend, weiter zu vertreten?
Zu 1:

Die Weisungen meines Amtsvorgängers bilden die Grundlage für weitere Überlegungen.
2. Halten Sie an der Entscheidung ihres Vorgängers fest, den Standort Aigen langfristig (also auch über 2023 hinaus) abzusichern?
Zu 2:

Nach den derzeitigen Planungen ist eine Nutzung des Standorts Aigen im Ennstal als eigenständige Typenwerft für Hubschrauber sowie für Hubschrauberkräfte des Bundesheeres auch über das Jahr 2023 hinaus vorgesehen.
a. Wenn ja, welche Schritte sollen in der laufenden Legislaturperiode zur Absicherung des Standortes Aigen getroffen werden? (nach Jahren aufgeschlüsselt)
Zu 2a:

Die Verlängerung der Nutzungsdauer der Luftfahrzeuge der Type Alouette III wurde bereits verfügt.
4. Welche Schritte werden Sie ergreifen, um den Weiterbetrieb des Hubschraubermusters Alouette 3 bis zum Jahr 2023 sicher zu stellen? (aufgeschlüsselt nach Jahren)
Zu 4:

Die Anordnung zur Fortführung des Betriebs der Luftfahrzeuge der Type Alouette III bis zum Jahr 2023 schließt alle erforderlichen technisch-logistischen Maßnahmen mit ein. Ein erster Schritt besteht in der Beschaffung von Triebwerken mit entsprechendem Flugstundenrestnutzungsvorrat, weitere Schritte hängen vom Flugstundenverbrauch ab und können somit nicht kalendarisch aufgeschlüsselt werden.
5. Wurde der Bestellvorgang für die erforderliche Anzahl an Turbinentriebwerken für das Hubschraubermuster Alouette 3 bereits eingeleitet, um einen unterbrechungsfreien Weiterbetrieb dieser Type bis 2023 sicherzustellen?
Zu 5:

Ja.
7. Wurde der Kommandant der Staffel Aigen gemäß Ministerweisung in den Beschaffungsvorgang der neuen Hubschrauber eingebunden?

a. Wenn nein, warum ist das nicht geschehen?
Zu 7 und 7a:

Die Erstellung des Militärischen Pflichtenhefts (MPH), der Basis für die Beschaffung, erfolgte im Rahmen einer Arbeitsgruppe unter Einbindung aller wesentlichen Dienststellen der Zentralstelle und auch der Luftstreitkräfte. Experten aus dem Bereich der fliegerischen Verbände und Staffeln werden bei einer künftigen Überarbeitung des MPH eingebunden werden.
https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml

Verweigerer
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Re: Mehrzweckhubschrauber

Beitrag von Verweigerer » Do 17. Mai 2018, 12:23

Mit 24 Airbus H145M als Alouette III und Kiowa Ersatz (in dementsprechend jeweiliger Konfiguration) wäre man wohl zufrieden. Eine weitere Option auf 4 - 6 Stück wäre natürlich ein Traum!

propellix
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Re: Mehrzweckhubschrauber

Beitrag von propellix » Do 17. Mai 2018, 22:18

MMn ist auch Löger als ÖVPler kein Freund des ÖBH, trotz seiner publizierten Aussagen. Also vermutlich keine Helis, Saab läuft garantiert ersatzlos aus, und wenn die EFs mangels Spares stehen, dann stehen sie eben. Dafür hat man jetzt die Nacheile mit der Schweiz geschlossen, dann können die das mitmachen.
Die Blackhawks gibt´s vielleicht auch nicht mehr lange, weil die Umrüstung in den USA eine ausgemachte Katastrophe sei, für die Sikorsky uns jedweden Hersteller-Support entziehen könnte. Also alles was danach ausfällt, da müssen wir Sikorsky BEWEISEN, dass das Update von ACE nichts damit zu tun hat. Das könnte schmerzhaft werden...
Na mal sehen, bei den Wintern der letzten Jahre gibt´s eh´ keine Lawinen mehr...
MMn wird höchstens sein, dass die EFs soweit nachgerüstet werden, dass sie Tranche 2 Ersatzteile verwenden können, und dann gibt´s vielleicht eine Handvoll PC-21 statt der Saab 105 und der PC-7.
Dann hat man zwei Typen, und gut wird´s sein müssen.
Dann ist auch der Pilotenmangel gelöst, weil die paar Flieger kann man auch mit der jetzigen Mannstärke bewegen.
Ist schon interessant; da hat das ÖBH schon alle Daten erhoben, und trotzdem tagt diese ominöse, streng geheime Kommision mindestens ein halbes Jahr. Naja, bis zum Sommer hat´s eh´ jeder vergessen.

theoderich
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Re: Mehrzweckhubschrauber

Beitrag von theoderich » Do 17. Mai 2018, 22:47

Ja ja. Und die Welt geht bald unter ...

Nach dem, was in dieser Anfragebeantwortung steht, gibt es vor 2019 sowieso keine Ausschreibung. Und dass die Volksanwaltschaft vor drei Wochen die Hubschrauberflotte des Heeres heftig kritisiert hat, hat die Medien und die Politik keine Sekunde interessiert.

propellix
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Re: Mehrzweckhubschrauber

Beitrag von propellix » Fr 18. Mai 2018, 09:57

Ja, eh! Was ich gesagt habe; was juckt die Politik die Volksanwaltschaft? Oder irgendwer? Früher war die Politik an solchen Dingen noch interessiert, weil´s da vielleicht einmal die eine oder andere Parteispende zum Sammeln gab; heute ist das viel zu heikel, die Hersteller "spenden" nicht mehr, Arbeitsplätze im eigenen Land oder durch "Kompensationsgeschäfte" gibt´s auch keine mehr, also wozu sich kratzen? Nur damit einen der Herr Pilz ab watscht?
Und wie gesagt: bevor die LANDstreitmacht Bundesheer noch einmal nach dem medialen Eurofighter-Desaster zulässt, dass Geld für "deppate Fliega" ausgegeben wird, kaufen sie eher Radpanzer, LKW oder noch besser Klopapier und sanieren um Millionen die Kasernen für die Musikzüge.
Bloß nix, was wieder die mediale Aufmerksamkeit auf sich zieht.

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