Für die Marine: Beschaffung vier weiterer U-Boote U212CD, Startschuss für die Beschaffung von Fregatten der Klasse 127, Entwicklung Lenkflugkörper See/Luft (IDAS)
In diesem Bericht wird erstmalig über die Projekte Leichter Kampfhubschrauber (LKH), Luftverteidigungssystem für den Nah- und Nächstbereichsschutz (LVS NNbS) sowie Fregatte Klasse 127 (F127) informiert.
2.3.12 Fregatte Klasse 127
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Projektbeschreibung / Leistungsspektrum
Mit dem Projekt soll der Bau von fünf Fregatten der Klasse 127 (F127) realisiert werden. Bestimmend für das Projekt ist, im Zusammenhang mit der Außerdienststellung der Fregatten der Klasse 124 (F124), der bruchfreie Erhalt der Fähigkeit zur maritimen Luftverteidigung und Verbandsflugabwehr im Weitbereich. Zudem soll die Bereitstellung einer seebasierten Fähigkeit zur Abwehr von hypersonischen und ballistischen Flugkörpern in der unteren Abfangschicht sowie eine "Precision Strike Capability" (Bekämpfung von gehärteten Zielen auf große Entfernungen [NATO Capability Target]) realisiert werden.
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1. Stand und Entwicklung des Projektes
Das Projekt befindet sich in der sogenannten Analysephase, Teil 2. Der Lösungsvorschlag (LV) wird derzeit durch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr erarbeitet, eine Auswahlentscheidung durch den Generalinspekteur ist für den Beginn des Jahres 2025 vorgesehen.
Derzeit laufen verschiedene Untersuchungen mit der MTG Marinetechnik GmbH zur späteren Projektrealisierung. Diese betreffen u. a. Life Cycle Cost-Betrachtung, System-Architektur, Anforderungs- bzw. Systemmodellierung, Schock- und Verwundbarkeitsmodellierung sowie eine Marktsichtung zu verfügbaren und geeigneten nationalen Schiffsentwürfen. Zudem erfolgt eine „Aegis-Integration-Study“ mit US-Partnern für die spätere Plattform-Integration. Das Aegis Combat System der US-Navy ist ein automatisiertes, integriertes Führungs- und Waffeneinsatzsystem.
Das mit Richtungsentscheidung vom Juni 2023 festgelegte Aufsetzen auf dem einsatzbewährten US Combat-System (Aegis) in Verbindung mit einem subsequenten Führungs- und Waffeneinsatzsystem zur Integration verfügbarer, qualifizierter Systeme von F126 und modernisierter F123 in einem ausgereiften nationalen Schiffsentwurf ermöglicht die risikoärmste sowie zeit- und anforderungsgerechte Projektrealisierung.
2. Gesamtplanerische Einordnung
Die F127 sollen im mehrdimensionalen Seekrieg mit Schwerpunkten auf Verbandsschutz maritimer Kräfte, dem Gebietsschutz in der Luftverteidigung sowie zur Abwehr von hypersonischen Bedrohungen und ballistischen Flugkörpern eingesetzt werden. Dies schließt den komplementären Einsatz im Zusammenwirken mit land-, see- und luftgebundenen Kräften und die taktische Führung für nationale und multinationale sowie streitkräftegemeinsame Operationen mit ein. Zusätzlich sollen die Schiffe über Fähigkeiten zur weitreichenden und präzisen Bekämpfung von Landzielen verfügen und im streitkräftegemeinsamen taktischen Wirkverbund eingesetzt werden.
Auf Basis der NATO-Fähigkeitsziele besteht ein konzeptioneller Bedarf von fünf Einheiten.
theoderich hat geschrieben: ↑Do 9. Mär 2023, 23:43Up to 18 'Future Surface Combat Systems' are also sought, of which details are scant.
Considerations for the F127 have begun to emerge, with local media reporting that Thyssenkrupp Marine Systems is pitching a MEKO A300-based ship that would be 220m long and displace 12,000t.
It has also been reported by Marine Schepen that Germany is looking to use the US AEGIS combat system and SPY-6 radar in the future platform.
muck hat geschrieben: ↑Fr 19. Jul 2024, 07:55
Das Design der künftigen deutschen Fregattenklasse F127 nähert sich der Finalisierung, eine Befassung des Parlaments wird für das letzte Quartal 2024 erwartet, die Auswahlentscheidung im ersten Quartal 2025. Allerdings scheint nur Thyssen-Krupp überhaupt einen Vorschlag eingereicht zu haben. Demzufolge dürften die Eckdaten des Programms laut dieser Quelle sowie den vorausgegangenen Angaben nun lauten:
5 Schiffe beabsichtigt, 6 geplant
Abmessungen:
Verdrängung: 10.000 Tonnen
Länge ü.A.: 160 m
Breite: 21 m
Tiefgang: 5.5 m
Ausdauer: 30 Tage / 4.000 Seemeilen
Geschwindigkeit: >31 Knoten
Besatzung: 150 + 75 einschiffbar
Führungssysteme: AEGIS + CMS 330
Sensoren: SPY 6 oder SPY 7; die Grafik zeigt ein nicht erwähntes Sonar
Effektoren:
127 mm Leonardo 127/64 Lightweight Hauptgeschütz
8× Starter für Naval Strike Missile
Mark41 Senkrechtstartanlage, 2×32 Zellen für
SM-2[IIIC]
SM-3 [offenbar nur als möglicher Ersatz für den favorisierten Flugkörper aus dem Twister-Programm]
SM-6
Tyrfing
Tomahawk
2× Sea Lion Bordhubschrauber
2× RAM-Starter für RIM-116 Block 2B
2× Maschinenkanonen, voraussichtlich MSI Mk38 30 mm
2× HEL-Effektoren
Interessanterweise zeichnet sich gerade die Abkehr vom langjährig favorisierten MLG27-Geschütz ab. Die Mk38-Kanone, die auch bei der Kampfwertsteigerung der Fregatten der Klasse 123 Verwendung findet, kann Airburst-Munition verschießen und bietet deshalb mehr Schutz vor Drohnen. Der Autor des zitierten Artikels geht davon aus, dass das Waffensystem auch hier zur Anwendung kommt, zumal es bereits im AEGIS-System implementiert ist.
Dass überdies eine vertikal startende Variante von Tyrfing entwickelt werden soll, ist mir auch neu.
Die Fähigkeit zum Long Strike / Deep Strike per Tomahawk wäre ebenso ein Novum für die deutsche Marine wie die beträchtliche Ausdauer der Klasse von mindestens 30 Tagen.
theoderich hat geschrieben: ↑Di 19. Nov 2024, 13:05Euronaval 2024 – tkMS presents the Meko A-400 AMD
Ausstieg aus der F126 – Deutsche Marine plant 8 MEKO-Fregatten (23. September 2025)
Wie Defence Network erfahren konnte, sollen nicht sechs F127, sondern acht beschafft werden. Gleiches gilt für die F126, wodurch die Deutsche Marine dann über insgesamt 16 MEKO verfügen würde.
Kritisch ist allerdings der Zeitplan. Die erste F126 sollte voraussichtlich 2028 an die Deutsche Marine gehen, eigentlich. Die Lieferung der ersten F127, die noch in diesem Jahr unter Vertrag gehen sollen, ist für 2034 vorgesehen.
Bericht des Bundeskartellamtes über seine Tätigkeit in den Jahren 2023/2024 sowie über die Lage und Entwicklung auf seinem Aufgabengebiet
und
Stellungnahme der Bundesregierung
thyssenkrupp Marine Systems GmbH/NVL B.V. & Co. KG
Das Bundeskartellamt gab die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens zwischen der thyssenkrupp Marine Systems GmbH (tkMS), einer indirekten 100-prozentigen Tochtergesellschaft der thyssenkrupp AG, und der NVL B.V. & Co. KG (NVL), eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Lürssen Maritime Beteiligungen GmbH & Co. KG der Lürssen-Gruppe, fusionskontrollrechtlich frei. Ziel der Projektgesellschaft ist die gemeinsame Bewerbung und Umsetzung des Rüstungsprojekts Fregatte 127 (F127) der Deutschen Marine.
Das Rüstungsprojekt Fregatte 127 der Deutschen Marine soll die Fähigkeiten der bisherigen Fregattenklasse F124 ersetzen und erweitern. Im Rahmen des Projekts ist die Konstruktion und der Bau von fünf Fregatten geplant, mit der Option auf ein sechstes Schiff. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr plant die Vergabe des Auftrags für Mitte 2025.
Die Marineschiffbauaktivitäten von thyssenkrupp sind bei der tkMS gebündelt. NVL ist auf den Bau und die Reparatur von Marineschiffen spezialisiert. Die Marktstruktur im Marineschiffbau ist durch langfristige Großaufträge geprägt, bei denen eine Vergabe über Ausschreibungen erfolgt. Beide Unternehmen haben in der Vergangenheit bereits kooperiert, u. a. beim Bau der Fregatten der Klasse F125.
Das Bundeskartellamt sieht in dieser Kooperation keine wettbewerblich bedenklichen horizontalen oder vertikalen Effekte. Vielmehr ermöglicht sie zur Abga-be eines Angebotes, sodass die Freigabe binnen Monatsfrist erteilt wurde.
Mehr Feuerkraft – F127 soll 96 Vertical-Launch-Zellen erhalten
Wie hartpunkt aus Industriekreisen erfahren hat, sollen die Schiffe mit insgesamt 96 Zellen für das Vertical Launch System (VLS) ausgerüstet werden. Bisher war nur kommuniziert worden, dass die F127 zwei VLS des Typs Mk 41 mit insgesamt 64 Zellen erhalten werden. Das Plus von 32 Zellen oder 50 Prozent an Beladungskapazität gibt den Fregatten eine deutlich höhere Magazintiefe und damit mehr Seeausdauer im Gefecht.
Aus dem Umfeld des Projekts heißt es, dass neben der Integration weiter VLS-Zellen das Schiffdesign noch einmal signifikant verbessert wird, um einen hohen Standard bei der Stabilität zu erreichen. Auch die grundlegende IT-Architektur als wichtige Basis für die spätere Systemintegration, sei definiert worden. Aufgrund der zusätzlichen VLS-Zellen dürften die Fregatten aller Voraussicht nach an Länge, Breite und Verdrängung zulegen.
TKMS und NVL haben den Informationen zufolge bereits Strukturen geschaffen, die eine kohärente technische Weiterentwicklung des Schiffstyps ermöglichen.
Damit die Deutsche Marine die neuen Fregatten so früh wie möglich erhalten kann, haben TKMS und NVL erste Planungs-Meilensteine erreicht, wie es aus Industriekreisen heißt. Bei einer Beauftragung, die für Sommer 2026 erwartet wird, wolle das Team möglichst schnell mit der Produktion beginnen. Ziel ist eine Indienststellung der ersten Einheit ab Mitte der 2030er Jahre, um die dann obsolete F124-Klasse abzulösen.
Ein TKMS-Sprecher erklärte auf Nachfrage gegenüber hartpunkt: „Die Vorarbeiten für die F127 laufen auf Hochtouren. Der Reifegrad des Vorprojekts liegt im Plan und wird eine erfolgreiche und fristgerechte Umsetzung nach einer Beauftragung erheblich begünstigen. Das Industrieteam ist dazu deutlich in Vorleistung gegangen – für ein Vorhaben dieser Größe und strategischer Bedeutung war das auch zwingend erforderlich.“
Nachdem zunächst nur fünf Fregatten mit der Option auf eine weitere beschafft werden sollen, will die Bundeswehr mittlerweile acht Schiffe erwerben, die mit dem Führungs- und Waffeneinsatzsystem AEGIS von Lockheed Martin und dem Radar Spy-6 von Raytheon ausgestattet werden sollen.
Germany – Integrated Combat System, Supporting Equipment, and Support
The U.S. Department of State has made a determination approving a possible Foreign Military Sale to the Government of Germany to Integrated Combat System, Supporting Equipment, and Support. The estimated total cost is $11.9 billion.
The Government of Germany has requested to buy eight (8) shipsets of AEGIS-based Integrated Combat System (ICS) MK 6 MOD X computing infrastructures; eight (8) shipsets of AN/SPY-6(V)1 Active Electronically Scanned Array S-Band radars; eight (8) shipsets of MK 41 Baseline VIII Vertical Launch Systems; eight (8) shipsets of Cooperative Engagement Capability; eight (8) shipsets of Global Positioning System-based Positioning Navigation and Timing Service; nine (9) Command and Control Processors; ten (10) Multifunctional Information Distribution Systems on Ship Modernization systems; nine (9) MK 45 gun mounts; three (3) AN/SLQ-32(V)6 Electronic Warfare systems; eight (8) shipsets of AN/SPQ-9B radar systems; and eight (8) shipsets of AN/WSN-12 Inertial Navigation Systems.
The following non-MDE items will be included: Integrated Combat System computer program; Mod 5/S capable Identification Friend or Foe equipment; KIV-78 cryptographic appliques; AN/PYQ-10 Simple Key Loaders; Global Command and Control Systems for Maritime; Gigabit Ethernet Data Multiplex Systems; MK 99 MOD 14 Fire Control System radars; MK 38 MOD 4 Gun Weapon Systems (GWS); MK 34 GWS components including MK 160 gun computing system and MK 20 electro optical sight system; AN/WSN-9 digital hybrid speed log systems; AN/SPQ-15 converter/receiver and signal data converter equipment; Moriah wind systems; U.S. Government and contractor engineering, technical, and logistics support services; classified and unclassified software delivery and support; hardware to support development and testing in U.S. facilities; ancillary equipment; special purpose tools and test equipment; installation support material; classified and unclassified publications and technical documentation; initial spare and repair parts; training and training equipment; foreign liaison office and services necessary to support delivery; and other related elements of program and logistics support.
Verdrängt F127 mit ihren hohen Kosten andere Rüstungsprojekte?
Die mit der Beschaffung von acht Luftverteidigungsfregatten der Klasse 127 verbundenen Ausgaben im zweistelligen Milliardenbereich lösen mittlerweile bei den anderen Teilstreitkräften Bedenken aus, dass eigene Projekte geopfert werden könnten. In den Medien war immer wieder kolporiert worden, dass ein Schiff der neuen Klasse mit rund fünf Milliarden Euro zu Buche schlagen könnte. Eine Summe, die laut der maßgeblichen Bauwerft TKMS allerdings zu hoch gegriffen ist.
Die Diskussion um die Verdrängung anderer Projekte durch die F127 zeigt allerdings, dass trotz der Bereichsausnahme von der Schuldenbremse für die Verteidigung doch keine unbegrenzten finanziellen Mittel für alle im Aufwuchsplan der Bundeswehr vorgsehenen Beschaffungsvorhaben vorhanden sind. Planer, Rüster und Haushälter müssen jetzt dem Vernehmen nach Prioritäten festlegen und entscheiden, in welche Vorhaben und in welcher Höhe das zur Verfügung stehende Geld fließen soll.
Im Fall der F127, die für die Ballistic Missile Defence vorgesehen sind und deshalb modernste US-Technik wie das Spy-6-Radar und das Führungs- und Waffeneinsatzsystem Aegis erhalten sollen, scheint die Gefahr eines Verdrängungseffektes für andere Vorhaben allerdings geringer zu sein, als zunächst befürchtet. So erklären mit dem Sachverhalt vertraute Kreise gegenüber hartpunkt, dass es vom Tisch sein soll, alle acht Schiffe in der ursprünglichen Konfiguration zu beschaffen. Dem Vernehmen nach besteht ein sehr hoher Spardruck innerhalb des Vorhabens. Ob dennoch andere Beschaffungsvorhaben in Mitleidenschaft gezogen werden könnten, ist im Augenblick nicht abschließend klar.