Re: Medienberichte 2026
Verfasst: Mi 4. Nov 2026, 22:19
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Die näherliegende Erklärung ist, dass die meisten Menschen nicht so genau informiert sind, was politische Änderungen angeht und diese Details nicht kennen bzw. bedenken. Die lesen in der Heute oder hören in der ZiB oder von ihren Verwandten, dass der Wehrdienst bald länger dauert und Übungen beinhalten wird, der Zivildienst aber nicht - und entscheiden sich so schnell für das Kürzere, ohne groß nachzurecherchieren. Weils den Meisten auch inhaltlich wurscht ist.iceman hat geschrieben: ↑Mi 4. Nov 2026, 22:19 Bitte korrigiert mich:
Wer sich jetzt für den Zivildienst entscheidet, würde der Wehrdienst noch immer sechs Monate dauern, somit drei Monate weniger?
Ist das vielleicht keine Flucht vor dem Wehrdienst, sondern ein eindeutiger Trend Richtig Zivildienst?
Koalitionsintern besonders hart umkämpft war die von den Neos hineinreklamierte Sonderregelung für den Zivildienst.
Demnach wäre dieser frühestens ab 2028 von neun auf dann elf Monate verpflichtend zu verlängern, wenn sich über das Jahr davor weniger als 13.875 Jungmänner für den Grundwehrdienst entschieden haben ("Wehrdienst-Garantie"). Prominente Vertreter der ÖVP bis hin zu Verteidigungsministerin Klaudia Tanner haben zuletzt versucht, die Neos zur Aufgabe dieser Klausel zu bewegen, weil man darin nur einen zusätzlichen Anreiz für den Wehrersatzdienst sieht. Seitens der Neos gab es keine Hinweise auf ein Abgehen von der eigenen Linie.
Nach den von Zivildienstministerin Claudia Bauer (VP) vorgelegten jüngsten Quartalszahlen gab es bis Ende Oktober bereits 14.600 Meldungen. Im gesamten Vorjahr entschieden sich 15.825 für den Zivildienst. Weil der stark erhöhte Andrang erst heuer zur Jahresmitte eingesetzt hat, gehen Experten davon aus, dass dieser Wert bis zu Jahresende um rund 3000 überschritten werden könnte.
Weniger statt mehr
Genau in dieser Dimension könne sich der Rückgang bei der Zahl derer, die sich heuer zum Grundwehrdienst melden, niederschlagen, befürchtet man in Heereskreisen. Im Laufe des Vorjahres waren rund 16.000 Rekruten im Einsatz, heuer sollen es 15.500 sein. Das ursprüngliche Ziel der Wehrdienstreform war es, "deutlich mehr, vielleicht 18.000 oder sogar 20.000 zur Stärkung der Landesverteidigung zu gewinnen, jetzt werden es deutlich weniger", hadert ein Insider im Gespräch mit den OÖNachrichten.
https://www.nachrichten.at/politik/inne ... 85,4229092Schwierige Verhandlungen
Die Verhandlungen mit der Opposition gestalteten sich bisher äußerst schwierig. Für die notwendige Verfassungsmehrheit benötigt die Koalition die Stimmen zumindest der Grünen oder der FPÖ. Auf Initiative der Koalition soll es am kommenden Dienstag oder Mittwoch eine neue Verhandlungsrunde geben.
Im Hintergrund hieß es, dass die FPÖ ohnehin bereits abgewunken habe. Demnach könnten die Freiheitlichen auf ihrem von Obmann Herbert Kickl bereits im Sommer vorgegebenen Standpunkt beharren: Umsetzung der Empfehlung der Expertenkommission ("Modell Österreich plus") mit acht Monaten Grundwehrdienst und zwei Monaten Milizübungen sowie ein elfmonatiger Zivildienst. Kickl wollte das alles einer weiter reichenden Volksabstimmung (mit Neutralität und Ukraine-Hilfe) unterziehen.
Die Hoffnungen der Koalition sollen auf den Grünen beruhen. Deren Wehrsprecher David Stögmüller will neben besseren Ausbildungsangeboten für Zivildiener die gleiche Bezahlung wie für Grundwehrdiener, deren Entschädigung von rund 625 auf monatlich 1000 Euro erhöht werden soll. Außerdem soll es keine Kürzungen beim Zivilersatzdienst geben. Ein Kompromiss gilt als möglich.
Will man einen Last-minute-Einsatz samt Sondersitzung kurz vor Weihnachten vermeiden, müsste eine Einigung Ende November im Landesverteidigungsausschuss und danach vom Nationalrat in der Plenarwoche ab 9. Dezember beschlossen werden. Kippt der Zeitplan, könnte die für 1. Jänner 2027 geplante Wehrdienstreform frühestens ab Juli in Kraft treten.
https://www.derstandard.at/story/300000 ... ins-visierEin ursprünglicher Entwurf liegt bereits seit März 2026 vor, wurde aber in der Koalition blockiert. Nicht wegen inhaltlicher Bedenken, sondern weil die ÖVP darüber hinaus dringliche Wünsche hatte, die sie mit dem Spionagegesetz junktimiert: Wenn schon neue rechtliche Grundlagen zur Bekämpfung von Spionage in Österreich geschaffen würden, dann müssten auch die Heeresdienste mit weiterreichenden Befugnissen ausgestattet werden.
Von dieser Junktimierung ist die ÖVP jetzt nach massivem Drängen der Neos abgerückt: Über eine Erweiterung der Befugnisse für die militärischen Dienste, die bereits sehr konkret am Tisch liegt, soll erst dann politisch entschieden werden, wenn der Verfassungsgerichtshof über die Gefährderüberwachung entschieden hat. Klingt verwirrend. Es handelt sich hier um drei unterschiedliche Gesetze, die politisch miteinander verknüpft sind, inhaltlich aber nur am Rande miteinander zu tun haben.
Viele werden sich für den Zivildienst entscheiden, weil er für viele persönlich der sinnvollere Dienst an der Gesellschaft ist, und das ist ja deren gutes Recht.Interessierter hat geschrieben: ↑Do 5. Nov 2026, 08:21Die näherliegende Erklärung ist, dass die meisten Menschen nicht so genau informiert sind, was politische Änderungen angeht und diese Details nicht kennen bzw. bedenken. Die lesen in der Heute oder hören in der ZiB oder von ihren Verwandten, dass der Wehrdienst bald länger dauert und Übungen beinhalten wird, der Zivildienst aber nicht - und entscheiden sich so schnell für das Kürzere, ohne groß nachzurecherchieren. Weils den Meisten auch inhaltlich wurscht ist.iceman hat geschrieben: ↑Mi 4. Nov 2026, 22:19 Bitte korrigiert mich:
Wer sich jetzt für den Zivildienst entscheidet, würde der Wehrdienst noch immer sechs Monate dauern, somit drei Monate weniger?
Ist das vielleicht keine Flucht vor dem Wehrdienst, sondern ein eindeutiger Trend Richtig Zivildienst?