Re: Eurofighter Tranche 4/4+/5 als Nachfolger für den Eurofighter?
Verfasst: Di 17. Mär 2026, 14:07
von maro-airpower
maro-airpower hat geschrieben: ↑Di 17. Mär 2026, 13:45
Airbus Defence & Space will mit zwei Kratos Valkyrie bis 2029 eine kampfbereite, unbemannte, kollaborative Kampfflugzeug (UCCA)-Plattform für den operativen Einsatz bereitstellen.
Der Litening-5-Zielbehälters soll um eine Konnektivitätsfunktion erweitert werden um als Führungsflugzeug für UCCA-Flugzeuge fungieren können.
„Ob vollautonom oder von einem Eurofighter gesteuert, die Valkyrie wird in der Lage sein, sensible Missionsaufgaben zu übernehmen, die für den Piloten ein zu großes Risiko darstellen würden“, erklärt Airbus.
Re: Eurofighter Tranche 4/4+/5 als Nachfolger für den Eurofighter?
Verfasst: Mi 18. Mär 2026, 11:53
von maro-airpower
Die Bundeswehr plant die Beschaffung von bis zu 400 sogenannten
Jagdbomberdrohnen, auch bekannt als Collaborative Combat Aircraft (CCA). Ziel
ist es, bemannte Kampfflugzeuge zu ergänzen und die Fähigkeit zu erlangen, Ziele
tief im gegnerischen Raum präzise bekämpfen zu können.
Hauptziele und Arten der Beschaffung:
* Ergänzung bemannter Kampfflugzeuge: Die CCAs sollen in einem "Manned-Unmanned
Teaming" mit Piloten zusammenarbeiten.
* Fähigkeitsaufbau: Insbesondere für präzise Schläge tief im gegnerischen
Territorium (Deep Strike).
* Zwei Typen geplant:
* 4-5 Tonnen Klasse: Vorrangig für Aufklärungsmissionen und elektronische
Kampfführung.
* 10 Tonnen Klasse: Vorgesehen für Luft-Boden- und Luft-Luft-Einsätze sowie
weitreichende Präzisionsschläge.
Zeitplan und Kosten:
* Planungsphase: Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung
der Bundeswehr (BAAINBw) erarbeitet ein FFF-Phasenpapier (Fähigkeitslücke und
funktionale Forderung mit Lösungsvorschlag).
* Verfügbarkeit: Erste Einsatzfähigkeit eines souveränen, einsatzbereiten CCA
wird für 2029 angestrebt.
* Anzahl: Die Bundeswehr benötigt voraussichtlich 500 dieser Drohnen
(unbestätigte Schätzung).
* Kostenvolumen: Wird auf einen mittleren bis hohen einstelligen
Milliarden-Euro-Betrag geschätzt.
Herausforderungen bei Führung und Steuerung:
* Aktueller Eurofighter ungeeignet: Die vorhandene Rechner- und IT-Architektur
des Eurofighters kann CCAs nicht direkt führen. Ein Kommando-Flugzeug
benötigt zwei separate IT-Netze.
* LTE-Ausbaustufe: Eine geeignete Eurofighter-Architektur ist erst mit der
"Long Term Evolution" (LTE) Ausbaustufe geplant, die ab den frühen 2030er
Jahren erwartet wird. Kurzfristige Nachrüstung wäre schwierig und erfordert
Abstimmung mit Partnernationen.
* Interimslösung: Eine "Lightning POD"-Lösung von Airbus wird als
Zwischenlösung verfolgt. Dabei erfolgt die CCA-Führung über die
Kommunikationsschnittstelle eines externen Pods (z.B. des Lightning 5 Pods
zur Zielbeleuchtung), der an älteren Eurofightern angebracht werden könnte.
Diese Lösung ermöglicht zunächst nur die reine Führung, nicht aber die
Steuerung von Nutzlasten oder die Übertragung von Sensordaten.
Interoperabilität mit CCAs verschiedener Anbieter wäre möglich.
Potenzielle Kandidaten und Projekte:
Mehrere Unternehmen haben Interesse bekundet oder befinden sich in Gesprächen:
* Helsing & Hensoldt (CA-1 Europa):
* Ansatz: Eigenständiger, rein europäischer Weg.
* System: Autonomer Kampfjet der 3-5 Tonnen Klasse, ausgelegt als
Stealth-Bomber.
* Entwicklung: Hohe Geschwindigkeit (Designkonzept in 14 Wochen, Erstflug
2027 geplant), durch Übernahme des Flugzeugherstellers Grob. Investition
von mehreren hundert Millionen Euro Eigenmitteln.
* Technologie: Einsatz von drei KI-Systemen (Centaur, Sierra, Symphony) für
autonomen Einsatz und Missionskoordination. Hensoldt steuert
plattformunabhängige Sensorik, Missionssysteme und
Multi-Domain-Operations-Fähigkeiten bei.
* Souveränität: Bewusster Fokus auf souveräne Fertigung und Lieferkette mit
deutschen Partnern.
* Airbus Defense & Space:
* Partnerschaft mit Kratos (XQ-58A Valkyrie):
* System: US-amerikanisches System der 4-5 Tonnen Klasse, bereits seit 2019
in Flugerprobung, ausgereiftester Kandidat.
* Fähigkeiten: Hohe Unterschallgeschwindigkeit, Reichweite von 3.940 km,
interne Waffenschächte und externe Hardpoints (544 kg Nutzlast). Start
per Katapult, Landung per Fallschirm.
* Einsatz: Loyal Wingman-Konzept (Begleitung bemannter Flugzeuge),
erfolgreich getestet mit F-35, F-15EX und F-18.
* Airbus Beitrag: Entwickelt ein souveränes, plattformunabhängiges
Missionssystem für Datenhoheit und Kompatibilität mit Eurofighter/F-35A.
* Kosten: Sehr kosteneffizient (unter 10 Mio. USD pro Stück), als
verbrauchbares System konzipiert.
* Gespräche mit Saab (deutsch-schwedisches CCA):
* Ansatz: Entwicklung eines 10-Tonnen-Klasse CCA, zugeschnitten auf
europäische Anforderungen. FOC für 2032 geplant.
* Strategie: Erkenntnisse aus Valkyrie-Tests sollen Entwicklung
beschleunigen. Integration von Helsings Centaur KI ist denkbar.
* Status: Noch im Konzeptstadium, auf Gerüchten basierend, keine offizielle
Bestätigung.
* Rheinmetall (Gespräche mit drei US-Anbietern):
* Boeing (MQ-28 Ghost Bat):
* System: Entwicklung seit 2017 mit Australien, zahlreiche Testflüge
absolviert.
* Fähigkeiten: 11,70 m lang, 0,9 Mach Geschwindigkeit, über 3.700 km
Reichweite, Einsatz von Luft-Luft-Flugkörpern bereits erprobt.
* Merkmale: Interoperabel mit allen vorhandenen Kampfflugzeugen (inkl.
Eurofighter), offenes Missionssystem, hoher Reifegrad.
* Anduril (Fury):
* Partnerschaft: Strategische Partnerschaft seit Juni 2025 für Kampfdrohnen
und Marschflugkörper.
* System: Profitiert von Erkenntnissen aus dem US Air Force CCA-Programm
(Anduril ist Finalist). Offene Architektur, Integration in Rheinmetalls
Battlesuite-Ökosystem geplant.
* Lockheed Martin (Vectis):
* System: Jüngst vorgestellt (September 2025), Prototypenstatus, Erstflug
in den kommenden zwei Jahren geplant.
* Fähigkeiten: Kategorie 5 CCA, kleiner als F-16, Stealth-Design, hohe
Überlebensfähigkeit, für Luft-Luft, Luft-Boden und ISR-Missionen.
* Status: Am wenigsten fortgeschrittener Kandidat.
* General Atomics Aeronautical Systems (GA-ASI) (Gambit Serie):
* System: Europäische Version, basierend auf der flugerprobten GA-ASI
Plattform (YF-21 Derivat) mit europäischem Missionssystem.
* Autonomie: Autonomiekern über 5 Jahre mit MQ-20 Avenger trainiert, hoher
Reifegrad.
* Varianten: Umfasst verschiedene Modelle für Aufklärung, Luft-Luft,
Luft-Boden, fortgeschrittenes Training und trägergestützte Operationen.
* Fertigung: Europäische Montage und souveränes Missionssystem geplant.