https://www.diepresse.com/20103848/puti ... slos-offenMit Kanonen auf Spatzen
Der Vorfall warf aber nicht nur ein Schlaglicht auf die politische Verfassung des transatlantischen Bündnisses. Er legte auch die militärische Verwundbarkeit der Nato offen. Denn der Westen war gezwungen, sprichwörtlich mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Niederländische und polnische Kampfjets stiegen auf und zielten mit Luft-Luft-Raketen (Stückpreis bis zu einer Million Euro) auf Billigdrohnen aus Sperrholz wie die Gerbera-3, die um die 10.000 Euro kostet.
Die Drohnenabwehr frisst Unsummen – und reicht zugleich nicht aus. Russische Drohnenschwärme, wie sie täglich über die Ukraine herfallen, könnte der Westen allenfalls ein paar Wochen abwehren. Dann wäre das Arsenal erschöpft. Alfons Mais, Deutschlands ranghöchster Soldat, bezeichnete auch deshalb die Drohnenabwehr als eine der „größten Schwächen“ der Bundeswehr. Die Hightech-Luftabwehr ist auf Raketen und Marschflugkörper ausgelegt, nicht auf Schwarmangriffe mit Billigdrohnen.
Die Europäer sind mit diesem Problem nicht allein. Selbst das mächtigste Militär der Welt ist auf die Bedrohung durch Drohnenschwärme nicht ausreichend vorbereitet. Zumindest kommt eine aktuelle Studie des Center for a New American Security zu diesem Schluss. Im Falle eines Kriegs um Taiwan laufe die USA Gefahr, von der Masse chinesischer Drohnen überwältigt zu werden, warnen die Studienautoren.
Ukraine als Lehrmeisterin
Aussichtslos ist die Lage nicht. „Die Abwehr von Schwärmen billiger Angriffs- und Aufklärungsdrohnen ist möglich. Man muss dafür aber in die richtigen Technologien investieren und in Masse produzieren“, sagt Militärexperte Gustav Gressel zur „Presse“. Die Ukraine ist dabei eine Lehrmeisterin des Westens. Sie hat gezeigt, wie man iranische Shahed-Drohnen und deren russische Nachbauten ausschaltet.
Man muss sich eine wirksame Drohnenabwehr wie eine Zwiebel vorstellen. Sie besteht aus mehreren Schichten. „Zunächst einmal muss man feststellen, wo die Dinger fliegen“, sagt Gressel. Dafür müsste die Nato-Luftraumüberwachung erstens um passive Radars erweitert werden, die sich anders als die aktiven Radars kaum orten und damit auch nicht so leicht umfliegen lassen. Zweitens seien akustische Sensoren nötig. Auch hier hält die Ukraine Lektionen parat: Sie hat, etwas vereinfacht, ein Netz aus Mikrofonen errichtet, um den Himmel auf Drohnengeräusche abzuhören – das Projekt „Sky Fortress“. Im Baltikum, wo sie die Grenze zu Russland befestigen, wollen sie das Vorgehen nachahmen. Auch die EU springt jetzt auf den Zug auf.
Bei der Abwehr von Drohnen gibt es kein Allheilmittel. Gressel plädiert einerseits für mobile Teams, die nicht nur mit Störsendern, sondern auch mit Abfangdrohnen unterwegs sind, die in der Ukraine gute Ergebnisse erzielen. Solche ukrainischen Abfangdrohnen könnten schon heute in Dänemark und anderen EU-Ländern in Lizenz gefertigt werden, sagt Gressel. In der Ukraine schießen sie Drohnen aber auch mit Maschinengewehren vom Himmel: Hightech und Altmodisches verschmelzen. Zum Schutz wichtiger Infrastruktur müsste darüber hinaus eine Vielzahl an Fliegerabwehrkanonen aufgestellt werden. Allerdings gebe es davon „zu wenige“.
Österreich „oben ohne“
Österreich verfügt zurzeit nur über ein aktives bodengebundenes Luftabwehrsystem. Die Zwillingskanonen sind in Zeltweg stationiert. Sonst ist die Republik „oben ohne“, wie es neulich ein Offizier pointiert gegenüber den „Salzburger Nachrichten“ formuliert hat. Das gilt zumindest, solang sich nicht die Piloten in die Drohnenabwehr einschalten. Theoretisch könnten Eurofighter aufsteigen( einem Bericht zufolge entwickelt Hersteller BAE Systems billigere Raketen zur Drohnenabwehr). Gressel weist noch auf eine Alternative hin: Propellerflugzeuge des Bundesheers wie die PC-7 würden die langsamen Billigdrohnen gleichfalls „erwischen“. Auch das ist eine Lektion aus der Ukraine, die mit Kleinflugzeugen und Hubschraubern auf Drohnen schießt.
Entwicklungen Fliegerabwehr
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theoderich
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr
Putin legt das Drohnen-Dilemma des Westens schonungslos offen
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theoderich
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr
Karner rechtfertigt Taliban-Gespräche: "Abschiebungen sind Knochenarbeit"
https://www.sn.at/politik/innenpolitik/ ... -184714873In Polen gab es zuletzt Drohnenüberflüge. Wie groß ist die Bedrohung durch Drohnen in Österreich?
Ich habe großes Verständnis dafür, dass Verteidigungsministerin Tanner auf eine raschere Umsetzung von Sky Shield drängt. Aber auch wir im Innenressort müssen vorsorgen. Wir haben Systeme getestet, zum Beispiel in Spielberg bei der MotoGP, um bei Großveranstaltungen Drohnenangriffe abwehren zu können. Wir prüfen derzeit internationale Angebote und welche Technik für Österreich sinnvoll ist.
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theoderich
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr
„Sky Shield“ lässt auf sich warten
Bald nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine war klar geworden, dass europäische Staaten auch in der Luft massiven Handlungsbedarf haben, um sich zu schützen. Das führte zu „Sky Shield“. Im Prinzip sei das eine Einkaufsgemeinschaft, sagt Generalmajor Gerfried Promberger, „Air Chief“ und Kommandant der österreichischen Luftstreitkräfte. Motto: Gemeinsam geht's günstiger.
Aber nicht von heute auf morgen: Laut Promberger lässt sich nach wie vor nicht sagen, bis wann es so weit sein wird. „Das wäre unseriös.“ Grund: Beschaffungsvorgänge müssten erst auf Schiene gebracht werden. Erst dann gebe es einen Zeithorizont und sei auch klar, wie viel das Ganze kosten wird. Grundsätzlich budgetiert ist es schon. Und zwar im Rahmen eines Aufbauplanes für das Bundesheer, der vorsieht, dass das Verteidigungsbudget bis 2032 auf gut zwei Prozent des BIP verdoppelt wird. Derzeit würde das rund zehn Milliarden Euro entsprechen.
https://www.vol.at/sky-shield-laesst-au ... en/9688097Politisch ist „Sky Shield“ umstritten. Wobei: Für Reinhard Bösch, den langjährigen Wehrsprecher der FPÖ, der heute Vorsitzender der Bundesheer-Beschwerdekommission ist, ist klar, „dass wir von der reinen Luftraumüberwachung in die Luftraumverteidigung übergehen müssen. Das sollten wir in vernünftigen Schritten machen. Wie man das Kind nennt, ist mir egal.“ Die Regierung habe dafür zu sorgen, dass es mit der Neutralität vereinbar ist.
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maro-airpower
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr
War heute den ganzen auf der DroneVation & Defence 2025
Der Begriff "Sky Shield" ist kein einziges mal gefallen.
Reiner Kunstbegriff fürs gemeine Volk.
Re: Entwicklungen Fliegerabwehr
SkyShield hat mit Drohnenabwehr ja auch nicht viel zu tun. Verstehe nicht, warum man das in der Öffentlichkeit nicht klarstellt.maro-airpower hat geschrieben: ↑Di 23. Sep 2025, 21:12 War heute den ganzen auf der DroneVation & Defence 2025
Der Begriff "Sky Shield" ist kein einziges mal gefallen.
Reiner Kunstbegriff fürs gemeine Volk.
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theoderich
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr
Weil das die Tanner selbst nicht weiß….Woyzeck hat geschrieben: ↑Di 23. Sep 2025, 21:55SkyShield hat mit Drohnenabwehr ja auch nicht viel zu tun. Verstehe nicht, warum man das in der Öffentlichkeit nicht klarstellt.maro-airpower hat geschrieben: ↑Di 23. Sep 2025, 21:12 War heute den ganzen auf der DroneVation & Defence 2025
Der Begriff "Sky Shield" ist kein einziges mal gefallen.
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theoderich
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr
Nach Verletzungen des Nato-Luftraums durch Russland: Warum Österreich gegen einen Drohnenangriff machtlos wäre
https://www.sn.at/politik/innenpolitik/ ... -184947586Auf die Frage einer Journalistin, ob er der Ansicht sei, dass NATO-Staaten russische Flugzeuge bei Verletzung ihres Luftraumes abschießen sollten, sagte Trump am Dienstag bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Rande der UNO-Vollversammlung in New York knapp: „Ja, das bin ich.“ Und Österreich?
Als ein ranghoher Offizier im Verteidigungsministerium kürzlich gefragt wurde, ob das Bundesheer etwa die Wiener UNO-City vor einem Drohnenangriff schützen könnte, antwortete er mit einem knappen „Nein, derzeit nicht.“ Und ein anderer mit der Sache vertrauter Offizier erklärte zum Thema Luftverteidigung noch deutlicher: „Unsere Verteidigung ist ",oben ohne'. Bei einem Drohnenangriff könnten wir derzeit nur zuschauen.“
Derzeit gibt es nur eine Fliegerabwehrbatterie
Tatsächlich ist die Drohnenabwehr in Österreich erst im Aufbau. Aktuell verfüge das Bundesheer nur über eine einzige Fliegerabwehrbatterie vom Kaliber 35 Millimeter, da sich die zweite gerade beim Hersteller in der Nutzungsdauerverlängerung befinde. Mit dieser einzelnen einsatzbereiten Batterie könne man aber nur einen Raum, also konkret den Standort der Eurofighter in Zeltweg, schützen, sagt der Offizier. Die zweite Möglichkeit, Drohnen abzuwehren, seien die Eurofighter selbst. Der Drohnenabschuss mit der Bordkanone mit Kaliber 27 Millimeter werde von den Piloten permanent am Simulator sowie im Luft-Luft-Schießen geübt und auch sehr gut beherrscht.
Zu wenige Eurofighter für 24-Stunden-Betrieb
Das Problem ist jedoch, dass das Bundesheer zu wenige Jets besitze, um permanent einen Eurofighter in Startbereitschaft zu haben. Derzeit sei das nur in den Amtsstunden möglich, heißt es. Um eine permanente Luftraumüberwachung rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche gewährleisten zu können, hat man im Verteidigungsministerium die Notwendigkeit von 36 Jets errechnet. Derzeit sind es 15 Eurofighter. Die Zahl der Jetpiloten müsste für eine lückenlose Sicherung fast verdreifacht werden. Auch mehr Techniker und Fluglotsen würden gebraucht. Bis zu einer Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft wird es aber noch Jahre dauern. Die Nachfolge der Eurofighter ist noch nicht entschieden. Vor Mitte der 2030er Jahre wird keine neue Jet-Flotte im nötigen Ausmaß zur Verfügung stehen. Zur Zeit befindet sich das Projekt Eurofighter-Nachfolge erst in der Phase der Planungen und Markt-Sondierungen.
Moderner Fliegerabwehrturm kommt
Eine weitere Möglichkeit, Drohnen abzuwehren, ist es, ihre Steuerung und damit ihren Flug elektromagnetisch zu stören. Diese Fähigkeit befindet sich im Bundesheer zurzeit im Aufbau. Die Abwehr mittels Laser, die in Israel entwickelt wurde, ist beim Bundesheer noch Zukunftsmusik. Der Drohnenabwehr dient auch der Fliegerabwehrturm Skyranger, von dem Österreich 36 Stück bestellt hat, um ihn auf dem Radpanzer Pandur Evo zu montieren. Die Lieferung soll ab 2027 erfolgen.
Raketenabwehr im Rahmen von Sky Shield
Neben dem Skyranger-System mit kurzer Reichweite ist im Aufbauplan des Bundesheeres zur Drohnenabwehr auch die Beschaffung eines Luftabwehrsystems mittlerer Reichweite vorgesehen, das im Rahmen der europäischen Initiative Sky Shield beschafft werden soll. Hier sind bereits Gespräche mit den Herstellerfirmen im Gange. Die Beschaffung wird wegen der großen internationalen Nachfrage nach solchen Systemen aber Jahre dauern. Im Gespräch ist vor allem das deutsche System IRIS-T. Bis 2028 will das Bundesheer auch über den Kauf eines Raketenabwehrsystems großer Reichweite entscheiden, hat Verteidigungsministerin Klaudia Tanner angekündigt.
Modernes Radarsystem und Weltraumsatelliten
Gut aufgestellt ist das Bundesheer, was die passive Seite der Luftraumüberwachung betrifft. Das Radarsystem „Goldhaube“ ist auf dem modernsten Stand der Technik und sieht weit über Österreichs Grenzen hinaus. So konnte das Bundesheer seinerzeit auch den Flug jener bewaffneten Drohne russischer Bauart verfolgen, die 2022 quer durch Nato-Territorium flog und in Zagreb einschlug. Zur Ergänzung der Radardaten der „Goldhaube“ will das Bundesheer künftig auch auf Aufklärungsdaten aus eigenen Weltraumsatelliten setzen. Dies soll eine effektive Raketenabwehr ermöglichen.
Effektiver Schutz ab 2027 oder 2028
„Wir unternehmen wirklich ernsthafte Anstrengungen, echte Luftstreitkräfte aufzubauen und die Luftraumüberwachung zu einer Luftraumverteidigung zu machen“, sagt der Offizier des Verteidigungsministeriums. Vor 2027 oder 2028 werde das aber nicht gelingen. Das liege einfach an den Vorlaufzeiten, was die Beschaffung der Systeme sowie die Rekrutierung und Ausbildung des dafür notwendigen Personals betrifft.
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theoderich
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Heißt das, der Auftrag für das SRR wurde vergeben? Womöglich an IAI?
Die Grafik zeigt ein IAI ELM-2138M Green Rock (Die Slowakei hat sechs Systeme beschafft. Und die Philippinen eine unbekannte Anzahl mit dem Fliegerabwehrsystem Spyder.):

https://eltanorthamerica.com/products/green-rock/

https://militaeraktuell.at/dronevation- ... detektion/
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theoderich
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr
PULS 24 News
Sky Shield in Österreich: Bevölkerung gespalten
https://www.puls24.at/video/puls-24/sky ... ijieu0q0yx
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