Re: Israelische Marine: "Dolphin"-Klasse
Verfasst: Di 28. Jul 2026, 23:29
INS Drakon an Israel übergeben



Foto: Michael Nitz/Naval Press Service
Das Boot ist auf Google Maps zu sehen. Es ist ca. 68,5 m lang und ca. 5 m breit:
https://www.google.com/maps/place/54%C2 ... FQAw%3D%3D



Foto: Michael Nitz/Naval Press Service
Übergabe unter Ausschluss der Öffentlichkeit
Ohne Zeremoniell und abgeschirmt von der Öffentlichkeit wechselte die „Drakon“ am 22. Juli auf dem Kieler Werftgelände von TKMS in die Verantwortung der israelischen Marine. Lediglich die ungewöhnliche Präsenz des Küstenstreifenbootes „Falshöft“ der Wasserschutzpolizei vor den Ausrüstungsliegeplätzen deutete auf ein außergewöhnliches Ereignis in Kiel Gaarden hin. Weder TKMS noch das israelische Verteidigungsministerium informierten über den Vollzug.
Am folgenden Tag verließ das U-Boot unter israelischer Flagge den Werftliegeplatz. In der Kieler Bucht erprobte die Besatzung unterschiedliche Fahrtstufen und Betriebszustände. Dabei waren erstmals alle sechs Ausfahrgeräte zeitweise gleichzeitig zu beobachten.
Der Flaggenwechsel ist nicht mit der Indienststellung gleichzusetzen. Zunächst dürften weitere Ausbildungs- und Überprüfungsfahrten folgen. Nach deren Abschluss wird die „Drakon“ voraussichtlich nach Haifa überführt und dort offiziell in Dienst gestellt. Noch im November 2024 hatte das israelische Verteidigungsministerium die Übergabe für 2025 angekündigt.
Dritte Dolphin II – und doch ein Einzelstück
Die 2012 bestellte „Drakon“ ist das dritte und letzte Boot der Dolphin-II-Klasse. Mit einer Länge von etwa 73 Metern fällt sie deutlich größer aus als die 68,6 Meter langen „Tanin“ und „Rahav“, die 2014 beziehungsweise 2016 in Dienst gestellt wurden. Auffällig ist der gegenüber den Schwesterbooten vergrößerte Turm, der eine zusätzliche Rumpfsektion markiert.
Formal den Dolphin-II-Booten zuzurechnen ist die „Drakon“ damit ein Einzelstück. Was hinter den tiefgreifenden Änderungen steckt, darüber schweigen Werft und Kunde.
Das Bewaffnungsrätsel
Internationale Fachmedien bringen die voluminösere Turmsektion und Rumpfverlängerung seit Jahren mit einer vertikalen Startanlage für Flugkörper in Verbindung.
Hochauflösende Aufnahmen von Michael Nitz liefern einen zusätzlichen Anhaltspunkt. An beiden Seiten des Turms ist jeweils ein Öffnungsmechanismus zu erkennen. Der steuerbordseitige befindet sich weiter vorn als sein Gegenstück an Backbord. Diese versetzte Anordnung spricht dafür, dass innerhalb der Turmsektion mindestens zwei voneinander getrennte Schächte oder Zellen vorhanden sind. Weitere Schächte lassen sich angesichts der nur teilweise einsehbaren Konstruktion nicht ausschließen.
https://esut.de/2026/07/meldungen/73104 ... ebergeben/Mit der Übergabe der „Drakon“ endet die Dolphin-Beschaffung. Zugleich bildet das stark modifizierte Boot eine technologische Brücke zur nächsten Generation. Israel hat bei TKMS drei U-Boote der Dakar-Klasse bestellt, deren Bau offiziell im November 2024 begonnen wurde. Die Auslieferungen sind für den Beginn des kommenden Jahrzehnts vorgesehen.
TKMS bezeichnet die Dakar-Klasse als vollständig neuen, auf die Anforderungen Israels zugeschnittenen Entwurf. Auch Modelle der künftigen Boote zeigen eine ungewöhnlich große Turmsektion. Werner Sonne beobachtete an einem Modell im April 2025 in „Europäische Sicherheit & Technik“ vier hinter dem Turm angeordnete vertikale Rohre.
Die „Drakon“ ist daher mehr als das letzte Boot einer bestehenden Klasse. Sie dürfte der Erprobung von Fähigkeiten und Konstruktionsmerkmalen dienen, die bei der Dakar-Klasse von Anfang an berücksichtigt werden. Welche Nutzlasten sich hinter dem vergrößerten Turm verbergen, bleibt offen.
Das Boot ist auf Google Maps zu sehen. Es ist ca. 68,5 m lang und ca. 5 m breit:
https://www.google.com/maps/place/54%C2 ... FQAw%3D%3D