Medienberichte 2026

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theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Wehrdienst-Reform: „8+2“, „6+3“ – oder zurück zum Start?
Sehr von Optimismus getragen waren die Chefstrategen der Dreierkoalition, als sie den durchaus ungewöhnlichen Ort für den diesjährigen Sommerministerrat auswählten. Er geht am kommenden Montag nicht wie üblich im Bundeskanzleramt über die Bühne, sondern gut 300 Kilometer westlich in der Schwarzenbergkaserne in Wals-Siezenheim bei Salzburg. Sie soll den passenden Rahmen für die Präsentation der Wehrdienst-Reform bilden.

Freilich: Wenige Tage davor zeichnet sich noch keine Einigung zwischen ÖVP, SPÖ und Neos ab. Dabei ist mittlerweile ein halbes Jahr verstrichen, seit die vom Verteidigungsministerium eingesetzte Expertenkommission ihre Vorschläge präsentiert hat.

Auf Nachfrage gaben sich Vertreter aller drei Parteien überaus zugeknöpft. Ein Zeichen dafür, wie angespannt die Stimmung aktuell in den Verhandlungen sein dürfte. Da soll kein falsches Wort nach außen eine mögliche Einigung gefährden. Während die einen am Dienstag von festgefahrenen Positionen sprachen, gingen andere davon aus, dass innerparteiliche Abstimmungen in den nächsten 48 Stunden eine entscheidende Weichenstellung bringen könnte.

Die Ausgangslage: Die ÖVP will die Empfehlung der Kommission umsetzen, die eine Verlängerung des Wehrdiensts von sechs Monaten auf acht Monate plus zwei Monate Milizübungen vorsieht. Der Zivildienst würde von neun auf zwölf Monate verlängert.

Der Widerstand dagegen am größten ist bei den Neos, die einer Verlängerung des Wehrdiensts ganz grundsätzlich sehr skeptisch gegenüberstehen.

Die Positionen

Wenig Freude mit einer Verlängerung hat auch die SPÖ, sie brachte zuletzt aber immerhin einen Vorschlag auf den Tisch, der in ihren Augen als Kompromiss taugen könnte: Sechs Monate Wehrdienst und zwei Monate Truppenübungen. Der Zivildienst würde nach dem SPÖ-Modell um zwei Monate verpflichtende Übungen oder Schulungen verlängert werden.

Zuletzt brachte Kanzler Christian Stocker (ÖVP) ein eigenes Kompromissmodell ins Spiel: Sechs Monate Wehrdienst plus drei Monate Milizübungen. Kein Thema dürfte hingegen mehr die Volksbefragung sein, die der ÖVP- und Regierungschef zu Jahresbeginn vorgeschlagen hatte. Wenig Freude mit diesem Gezerre haben die Vertreter der Wehrdienst-Expertenkommission. Sie fordern eine rasche Lösung, damit die Reform mit Anfang 2027 umgesetzt werden kann. Für sie ist weiterhin „8+2“ die Formel, mit der die Verteidigungskraft des Bundesheeres am besten wiederhergestellt werden könnte. Andere Varianten seien zudem deutlich teurer.
https://kurier.at/politik/inland/wehrdi ... /403177394

Peter Vorhofer zu Wehrdienst-Debatte: „Alle Modelle sind besser als Status quo“
KURIER: Eines vorweg: Befinden wir uns in einer Krise oder steht eine bevor?

Peter Vorhofer: Der springende Punkt ist, wie man eine Krise definiert. Was die Entwicklungen im Mittleren und Nahen Osten betrifft, sind wir in einer krisenhaften Situation. Die Bundesregierung hat im Bundes-Krisensicherheitsgesetz unterschiedliche Ebenen definiert, wie eine staatliche Struktur eine Krise abwehren oder bekämpfen kann. Die Regierung hat bewusst entschieden, dass wir uns wegen der Krise in Nahost bereits eine Stufe höher bewegen, als es womöglich auf den ersten Blick notwendig erscheint.

Warum?

Um vorbereitet zu, falls sich die Lage von einer Preiskrise zu einer Versorgungskrise entwickeln sollte. Die geopolitischen Veränderungen und die damit verbundenen Herausforderungen werden Jahrzehnte andauern und, wir wissen nicht, was am Ende herauskommt. Das gleiche gilt für die Klimaveränderungen. Eine weitere Bedrohungsform stellt auch die hybride Kriegsführung dar. Wenn wir „Hybrid Warfare“ als Krise bezeichnen, dann sind wir mitten in einer Krise. Eines ist klar: Wir leben in einer volatilen Welt und die Wahrscheinlichkeit, dass eine krisenhafte Entwicklung zu einer Krise wird, ist weit höher als vor zehn Jahren.

Sie spielen damit auf den Cyber-Angriff auf das Außenministerium 2020 an, hinter dem eine russische Hacker-Gruppe steckt.

Ja, das ist auch hybride Kriegsführung und Konfliktaustragung. Was die Öffentlichkeit vielleicht nicht als solches wahrnimmt: Wenn Aussagen in Österreich getroffen werden, kann es sein, dass wir kurze Zeit später tausende Cyberangriffe haben. Nur damit man die Dimension erahnen kann. Wir sind in Österreich darauf trainiert, Angriffe dieser Art abzuwehren, aber man kann bei der Unmenge nie ganz ausschließen, dass etwas durchschlägt. Die Herausforderung dabei ist die Attribuierung.

Was haben Laien unter Attribuierung zu verstehen?

Es geht darum, festzustellen, woher ein Cyberangriff kommt und, ob ein staatlicher Akteur dahintersteckt oder nicht. Der Unterschied zu einem klassischen Krieg ist, dass man den Kombattanten schwer identifizieren kann. Und wenn ein Cyber-Angriff von X über zwei andere Länder nach Österreich kommt und Sie finden heraus wer es ist, dann stellt sich die Frage, was Sie dagegen tun können. Staaten, die hybride Kriege führen, nutzen genau diese hochkomplexe Situation aus, weil sie wenig Aufwand und Kosten haben und maximale Wirkung erzielen. Genau deshalb ist das, was wir unter geistiger Resilienz oder Landesverteidigung verstehen, so wichtig.

Unter Resilienz versteht wohl jeder etwas anderes als unter dem Begriff der Krise…

Die geistige Landesverteidigung ist das ideelle Fundament, um sich gegen einen Aggressor zu wehren. Die geistige Resilienz geht darüber hinaus und beschreibt die Widerstandsfähigkeit auch gegen Krisen ohne Aggressor, wie wir das beispielsweise aus der Pandemie oder von Naturkatastrophen kennen. Beides ist enorm wichtig, denn wenn ein Gegner feststellt, dass es einen Verteidigungswillen in der Bevölkerung gibt, dann produziert das automatisch einen Abhalte-Effekt, der mit der Abschreckungswirkung von Streitkräften vergleichbar ist.

Seit 20. Jänner fehlt der Regierung scheinbar der Wille, sich für ein Modell, das die Wehrdienstkommission vorgestellt hat, zu entscheiden. Warum ist eine Änderung überhaupt notwendig?

Weil sich das strategische Umfeld geändert hat. Alle Modelle der Wehrdienstkommission sind eine Verbesserung zum Status quo.

Im Gegensatz zu den Deutschen haben wir eine Wehrpflicht und, Österreich ist der Neutralität verpflichtet.

Die Neutralität alleine schützt uns weder vor Angriffen, Konflikten noch Naturkatastrophen. Österreich hat die Wehrpflicht im Gegensatz zu Deutschland sinnvollerweise nicht abgeschafft oder ausgesetzt. Die Ausbildungszeit in Österreich wurde unter dem Eindruck der Auflösung des Warschauer Pakts und der Beendigung der Ost-West-Konfrontation von acht auf sechs Monate reduziert. Die Problemstellung, die sich daraus ergibt: Know-how ging verloren, ein Wiederaufbau der Strukturen dauert Jahrzehnte. In genau dieser Situation befinden wir uns jetzt. Weil die geopolitische Situation sich auf unbestimmte Zeit verschlechtert hat, müssen wir die umfassende Landesverteidigung wieder hochfahren. Dafür benötigt man Zeit, Geld und Motivation. Die strategische Entscheidung wurde dafür schon getroffen.

Nämlich?

Ressourcen in die umfassende Landesverteidigung zu investieren mit der „Mission Vorwärts“, dem Aufbauplan des Bundesheeres oder der Einführung des Bundes-Krisensicherheitsgesetzes. Bei der umfassenden Landesverteidigung gibt es noch drei andere wichtige Säulen: die zivile, die wirtschaftliche und die geistige. Wenn eine Säule nach oben gefahren wird, müssen alle anderen auch nach oben gehen, damit das Gesamtsystem funktioniert.

Funktioniert das System denn überhaupt mittelfristig, da wir es nicht mehr mit einer Bevölkerungspyramide, sondern mehr und mehr mit einem Ballon und einer älter werdenden Gesellschaft zu tun haben?

Sie benennen ein wichtiges Argument: Wir brauchen in Österreich eine offenere Diskussion über Sicherheitspolitik in Summe und auch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Meinungen wie wir jetzt bei der Wehrdienstreform sehen. Alle Modelle, die die Expertenkommission vorschlägt, sind möglich und besser als das bestehende. Die Politik hat jetzt über das „Wie“ zu entscheiden. Die Bevölkerung soll möglichst viel in sicherheitspolitischen Fragen miteingebunden werden, weil sie ein essenzieller Teil der Abwehrstrategie unseres Landes ist.

Derzeit diskutiert die Politik über 8+2, 6+2, 6 + 100 Tage... Was, wenn man sich nicht einigt oder eine „verwaschene“ Lösung, wie ÖVP-Chef Christian Stocker das nennt? Was würde bei Naturkatastrophen oder Angriffen womöglich schwer oder nicht mehr möglich sein?

Ich gebe Ihnen eine Metapher als Beispiel: Wenn Sie einen Lehrling haben, der Elektriker werden will, dann schicken Sie ihn zwei, drei Jahre in die Praxis und auf die Berufsschule, damit er nach drei Jahren alles selbstständig durchführen kann. Wir können nicht von einer Verschärfung der Geopolitik, von Risiken, komplexer werdender Kriegsführung und mehr Krisen sprechen und alles auf gleichem Niveau beibehalten. Es ist die Verantwortung des Staates und der Gesamtgesellschaft, jenen, die für die Krisenbewältigung zuständig sind, eine adäquate Ausbildung zu gewähren. Das bedeutet eine bestimmte Länge, Intensität und Form der Übungen, um dieses Wissen beizubehalten und anzuwenden. Es ist eine staatliche Verantwortung, jenen jungen Menschen die Fähigkeiten zum Erlernen und Üben zu gewähren, die sie brauchen, wenn der schlimmste Fall eintritt. Es ist seit John Hobbes und Thomas Locke so, dass man die Sicherheitsproduktion dem Staat übergibt. Dies hat sich aber aufgrund der komplexen Krisen etwas verändert – die Bevölkerung muss heute auch mithelfen.

Bisher funktionierte die „Sicherheitsproduktion“ – egal ob bei Flutkatastrophen oder der Abwehr von Cyber-Angriffen. Muss etwas passieren, damit es zu einem schnelleren politischen Handeln und, oder gesellschaftlichen Umdenken kommt?

Ich gebe Ihnen wieder ein Beispiel: Es gibt so etwas wie das Resilienz-Konto des Staates, mit dem wir uns beschäftigen müssen. Wie groß ist das demokratische Grundverständnis der Bevölkerung, wie groß das Vertrauen in Rechtsstaatlichkeit, in Wissenschaft und Medien? Wie groß ist der Wille, sich zu verteidigen – aus diesem Konvolut, dieser Summe an Werten und Einstellungen, ergibt sich die Resilienz einer Bevölkerung. Österreich ist diesbezüglich nicht schlecht aufgestellt – vor allem auf Katastrophenmanagement bezogen. Wenn es uns gelingt, dies auf alle anderen Bereiche auszudehnen, dann sind wir gut vorbereitet! Wir müssen damit aufhören zu sagen: Wir sind so klein, wir können nichts allein voranbringen. Das ist eine Mentalitätsfrage und ein großer Unterschied zu den skandinavischen Ländern, die sagen: „Wir haben ein Problem, wir haben gute Leute und wir lösen das Problem.“ Und Österreich hat extrem gute Leute!

Bis Österreich aufhört sich kleiner zu reden als es ist: Haben wir neben den „extrem guten Leuten“ wie Sie sagen auch die Zeit? Ende Juli soll eine politische Einigung bezüglich der Wehrdienstreform am Tisch liegen.

Der Faktor Zeit ist bei allen strategischen Überlegungen der am schwierigsten einzuschätzende Faktor. Es geht bei Krisen immer um vier Dimensionen. Die Dimension der Kräfte, des Raumes, der Technik und der Zeit. Wir machen ständig Lagebeurteilungen, was in den kommenden drei Wochen, drei Monaten oder drei Jahren um die Ecke kommen könnte. Wir gehen immer vom Worst Case aus, von dem aus wir zurückrechnen. Vom Arabischen Frühling, dem Ende des Warschauer Paktes bis zum Ukraine-Krieg – das alles sind Konflikte, an die man in der Allgemeinheit nicht geglaubt hat und die trotzdem eingetreten sind. Die Wenigsten haben je daran gedacht, dass man sich auf die Verteidigung Grönlands vorbereiten muss – zumindest geistig. Für die Umstellung und das Hochfahren von Systemen – egal ob zivile oder militärische Verteidigung benötigen wir Zeit. Es dauert Jahre, bis das ganze System wieder wirksam wird. Die Frage ist, ob wir die Zeit haben und nutzen, bis ein Szenario eintritt. Die Verlängerung des Grundwehrdienstes und ausreichendes Üben bei gleichzeitiger Stärkung der zivilen Landesverteidigung sind daher essenziell für Österreich.
https://kurier.at/politik/inland/peter- ... /403177122
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Zuletzt geändert von theoderich am Mi 22. Jul 2026, 17:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

„Lasst uns mit dem Windkraft-Bashing in Ruhe“: Warum der Vorarlberger Landeschef Wallner seine eigenen Wege gehen will
Für die ÖVP kommt der Gegenwind besonders ungelegen. Laut einer aktuellen Umfrage liegt Ihre Partei bei 18 Prozent, die FPÖ bei 38 Prozent.

Bei Umfragen bin ich immer vorsichtig. Aber sie sind nicht gut und müssen Anlass sein, darüber nachzudenken, wie man wieder an Profil gewinnt und wie man die Fragen, die anstehen, lösen kann. Die Regierung hat Chancen dazu. Aber das Zeitfenster ist nicht mehr lange offen. Wenn man bei ein paar wesentlichen Fragen nicht schneller in die Gänge kommt, wird es enger und schwieriger. Wer versteht zum Beispiel das Zaudern beim Bundesheer? Der Ball liegt am Elfmeterpunkt und die Frage ist jetzt, ob es gelingt, ihn im Tor zu versenken.

Auch der Bundeskanzler zaudert.

Aber noch am wenigsten. Die anderen müssen sich mehr von ihren Grundsatzprogrammen wegbewegen. Die SPÖ ist seit Kreisky in dieser Frage auf demselben Standpunkt. Und die Neos haben sich in der Ecke des Berufsheeres verrannt.
https://www.sn.at/politik/innenpolitik/ ... art-663555
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

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Beitrag von theoderich »

Annäherungen beim Heer
Harte Front: Beim Zivildienst ist Streit in Sicht

https://www.krone.at/4228600


Wehrdienstreform: Nervosität vor dem Aufmarsch auf dem Kasernenhof
Am Montagnachmittag soll in der Schwarzenberg-Kaserne in Wals-Siezenheim bei Salzburg die zu Jahresbeginn angekündigte Reform des Wehrdienstes präsentiert werden. Mit der Wahl des Ortes für den Sommerministerrat hat das Büro von Bundeskanzler Christian Stocker (VP) einmal mehr versucht, den Entscheidungsdruck auf die in der Causa zögerlichen Koalitionspartner SPÖ und Neos zu erhöhen.

Schließlich wäre eine Leermeldung am Montag nicht nur für den Kanzler blamabel, sondern für die gesamte Dreierkoalition ein Armutszeugnis. Bereits in den Koalitionsverhandlungen ist es im Kapitel Landesverteidigung nicht gelungen, eine verbindliche Reform zu paktieren.
Nach langem Stillstand soll sich am Mittwoch der Parlamentsklub und danach die Spitze der Neos noch einmal eingehend mit der Suche nach einem Kompromiss befasst haben. Eine Mehrheit der Abgeordneten um Klubchef Yannick Shetty betrachtet die Freiheitseinschränkungen durch eine zeitliche Ausdehnung der Wehrpflicht als Tabu. Weil man sich bei Pink der Sensibilität des Themas Verteidigungsfähigkeit in einem unsicheren internationalen Umfeld bewusst ist, gilt die Wiedereinführung von verpflichtenden Milizübungen als größtmögliches Zugeständnis.

Auch in der SPÖ ist die Mehrheit gegen acht statt sechs Monate Präsenzdienst. Womit eine adaptierte Variante des zuletzt von Stocker eingebrachten Kompromissvorschlags "sechs plus drei", mit Grundwehrdienst wie gehabt und drei Monaten Milizübungen zur wahrscheinlichsten Lösung wurde.

Demnach wäre das von der Kommission zweitgereihte "Stufenmodell" so zu interpretieren: Der Präsenzdienst bleibt bei sechs Monaten. Unmittelbar danach sind 60 Tage an Milizübungen zu absolvieren. Geschieht dies am gleichen Standort, was nach Militärexperten nicht immer möglich sein werde, käme dies de facto einer Verlängerung des Grundwehrdienstes auf acht Monate sehr nahe. Die restlichen 40 Tage müssten danach zu einem späteren Zeitpunkt als klassische Milizübungen absolviert werden. Die Anhänger dieses Kompromisses sähen damit auch die Forderung des Generalstabs am weitestgehenden erfüllt.

Knackpunkt Zivildienst

Als Knackpunkt bleibt der Zivildienst, an den bei dieser Variante nach den neun Monaten bei den jeweiligen Trägern zumindest zwei Monate für zusätzliche Ausbildungen oder Schulungen unmittelbar angehängt werden müssten. Weil jede Änderung im Zivildienstgesetz einer Verfassungsmehrheit bedarf, muss die Koalition also entweder die Freiheitlichen oder die Grünen dafür ins Boot holen. Letztere fordern substanzielle Verbesserungen der Ausbildungs- und Qualitätsstandards für Präsenz- und Zivildiener. Die FPÖ ist neben der ÖVP die einzige Partei, die auch für eine Verlängerung des Wehrdienstes eintritt. Ob die ebenfalls geforderte Wiedereinführung der Milizpflicht als Anreiz für eine blaue Zustimmung ausreicht, ist allerdings noch offen.
https://www.nachrichten.at/politik/inne ... 85,4194828


Waldbrand nach Übung des Bundesheeres

https://ooe.orf.at/stories/3363874/
Zuletzt geändert von theoderich am Do 23. Jul 2026, 21:51, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitrag von theoderich »

Wehrpflicht-Reform
„Die nationale Sicherheit steht an erster Stelle“

https://www.krone.at/4228813
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Wehrdiensteinigung in Sicht

23.7.2026, 12.15 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

https://orf.at/av/audio/153237
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Rückwärts marsch: Wie die Neos die Wehrdienstreform blockieren

https://www.profil.at/oesterreich/wehdi ... e/40317783


Der Zivildienst entscheidet über die Wehrdienst-Reform
Zwar haben sich die Parteien angenähert, doch eine große Streitfrage bleibt ungelöst: Das ist der Stand in den Verhandlungen um die Wehrdienst-Reform. Ob eine Einigung bis zum Ministerrat am Montag gelingt, ist offen. Ebenso, ob dieser wie geplant in der Salzburger Schwarzenberg-Kaserne stattfindet, falls keine Lösung erzielt wird.

Die Pinken hielten am Mittwoch eine Sitzung ihres Parlamentsklubs ab, um ihre Position zu wichtigen Koalitionsvorhaben zu klären. Wie die „Presse“ von Insidern erfuhr, sind die Pinken bereit, einem „6 plus 3“-Wehrdienstmodell zuzustimmen. Es sieht vor, dass der Grundwehrdienst unverändert sechs Monate dauert. Dafür sollen die Männer anschließend Milizübungen im Ausmaß von insgesamt drei Monaten absolvieren müssen. Dieses Modell hatte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) ins Spiel gebracht, weil das von der Wehrdienstkommission favorisierte „8 plus 2“-Modell weder bei der SPÖ noch bei den Neos Anklang fand.

Aus pinker Sicht zeigt sich die Partei sehr kompromissbereit. Die grundsätzliche Position der Neos sei ja die Einführung eines Berufsheeres – nun sei man bereit, einer solch weitreichenden Übungspflicht beim Bundesheer zuzustimmen, heißt es. Weder ÖVP noch SPÖ hätten sich auch nur annähernd so weit bewegt.

Debatte um Zivildienst

Eine Einigung ist aber noch immer nicht in Griffweite. Nach wie vor sind die Parteien gespalten, ob und inwieweit die Dauer des Zivildienstes angepasst werden soll. Die ÖVP könnte sich eine deutliche Verlängerung von neun auf zwölf Monate vorstellen. Die SPÖ wiederum fordert eine regelmäßige Übungs- bzw. Schulungspflicht nach dem Zivildienst: Dieser steht auch die Volkspartei nicht ablehnend gegenüber.

Aus türkiser Sicht ist es unabdingbar, dass im Fall einer Übungspflicht beim Wehrdienst der Zivildienst verlängert wird. Dies vor allem aus der Sorge heraus, dass sich ansonsten deutlich mehr jüngere Menschen für den Zivildienst entscheiden könnten. Aus pinker Sicht kann es hingegen keine Lösung sein, den Zivildienst möglichst „unattraktiv“ zu machen, damit sich ausreichend Männer für das Militär entscheiden. Vielmehr müsse sich das Heer attraktiver präsentieren und der Wehrdienst reformiert werden.
https://www.diepresse.com/39270285/nach ... -ueber-die


Wehrdienst-Reform: Es spießt sich noch am Zivildienst
Es wäre der kommunikationstechnische Supergau für die Dreierkoalition: Für den Sommerministerrat am kommenden Montag hat sie sich eigens in der Schwarzenberg-Kaserne in Salzburg einquartiert, um über eine passende Kulisse für die Verkündigung der Wehrdienst-Reform zu verfügen. Nicht auszudenken, wenn man bis dorthin innerkoalitionär zu keiner Einigung kommt.

Tatsächlich stand eine solche Stand Donnerstagnachmittag noch aus. Sechs Monate nachdem die von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) eingesetzte Expertenkommission ihre Empfehlungen präsentiert hat, zeichnet sich aber nun zumindest eine Annäherung zwischen den drei Parteien ab.

Zur Erinnerung die Ausgangslage: Die Kommission plädiert für die Verlängerung des Wehrdiensts von derzeit sechs auf acht Monate plus zwei Monate Milizübungen, der Zivildienst soll statt neun künftig zwölf Monate dauern.

Die ÖVP beharrte zunächst auf der Umsetzung dieses Modells, während die SPÖ vor allem aber die Neos sich dagegen sträubten. Als Kompromiss brachte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) zuletzt eine abgeschwächte Variante ins Spiel: Sechs plus drei Monate Wehrdienst, zwölf Monate Zivildienst.

Pinkes Einlenken

Kam auch dies zunächst für die Neos nicht infrage, signalisieren sie nun aber ein teilweises Entgegenkommen. Die Pinken können sich jetzt doch ein Modell „6+3“ beim Wehrdienst vorstellen, eine Verlängerung des Zivildiensts kommt für sie aber nach wie vor nicht infrage.

Dazu konnten sich die Pinken offenbar in ihrer internen Sitzung am Mittwoch durchringen. Diese hatte die Parteispitze einberufen, um die nach dem spektakulären Rauswurf des Neos-Urgesteins Veit Dengler in Turbulenzen geratene Partei zumindest inhaltlich wieder einzunorden.

Das Neos-Angebot ist freilich für die ÖVP nicht annehmbar. Geht es nach ihr, muss der Zivildienst (wie seit jeher) auf alle Fälle deutlich länger dauern als der Wehrdienst. Ansonsten würden sich noch mehr junge Menschen für den Ersatzdienst entscheiden, womit dem Bundesheer zu wenig Rekruten zur Verfügung stünden. Ein Standpunkt, den man im Wesentlichen auch seitens der SPÖ folgen kann.

Auch Stocker ließ am Donnerstag wissen: Bei der Frage des Zivildiensts sei man sich „noch nicht so nahe“ wie beim Wehrdienst.

Um doch noch bis Montag zu einer Lösung zu kommen, sei eine Art Kompromiss innerhalb des Kompromisses denkbar, ist aus Verhandlerkreisen zu hören: Man einigt sich auf das „6+3“-Modell beim Wehrdienst und verlängert den Zivildienst – aber in einem geringeren Ausmaß.

Besser als keine Lösung

Das wäre zwar nicht ganz im Sinne der Empfehlung der Kommission, heißt es, aber allemal noch besser als gar keine Lösung. Zumal sich mit dem „Stufenmodell“ eine ähnliche Variante auch im Bericht der Experten findet. Diese verweisen allerdings auch darauf, dass dieses Modell teurer wäre als die „8+2“-Variante.

Ein Detail deutet darauf hin, dass bei den Verhandlern langsam Optimismus einkehrt: Nach langem Zögern schickte das Bundeskanzleramt Donnerstagabend endlich die offizielle Einladung zum Ministerrat aus.

kurier.at | 23.07.2026, 16:26
https://kurier.at/politik/inland/wehrdi ... /403177856
Zuletzt geändert von theoderich am Do 23. Jul 2026, 23:05, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Regierung ist laut Stocker bei Wehrdienst „sehr nahe“, bei Zivildienst „nicht so nahe“

https://www.sn.at/politik/innenpolitik/ ... art-663791


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