- Streit um Bundesheer
ÖVP: Bewegen oder weiterhin schlechte Politik (Kommentar)
https://www.krone.at/4165867
https://bsky.app/profile/bundesheerbaue ... jyk2tb6c2f
https://www.derstandard.at/story/300000 ... und-israelDie österreichischen Behörden haben im Jahr 2024 Militärexporte im Wert von insgesamt knapp zwei Milliarden Euro genehmigt. Das geht aus den aktuellen Statistiken der EU-Kommission über die Exporte von Militärgütern aus EU-Staaten hervor. Davon wurden Waren im Wert von 360 Millionen Euro tatsächlich exportiert.
Fast die Hälfte dieser Exporte betrifft die Kategorie ML1. Darunter fallen "Handfeuerwaffen und Waffen mit kleinem Kaliber" – also etwa Glock-Pistolen. Die zweitgrößte Kategorie ist mit 77 Millionen Euro "Munition und Zünder", dahinter folgen "Landfahrzeuge" mit 43 Millionen Euro und "Produktionsanlagen für militärische Güter" mit 23 Millionen Euro. Insgesamt blieben Österreichs Waffenexporte in den vergangenen Jahren relativ stabil. Im Vergleich zum Jahr 2023 gingen sie 2024 sogar leicht zurück.
Die vielen Glock-Pistolen landen vor allem in den USA: Der größte Teil der Genehmigungen entfiel mit 1,2 Milliarden Euro auf die Vereinigten Staaten, wo Waffengesetze lax sind und es mehr Schusswaffen als Einwohner gibt. 2024 wurden fast 17.000 Menschen durch Schusswaffen getötet und mehr als 31.000 verletzt. Tatsächlich exportiert hat Österreich in die USA im Jahr 2024 Militärgüter im Wert von 183 Millionen Euro - durchwegs an private Unternehmen.
Auch an Israel wurden 2024 Militärgüter in Höhe von mehr als einer Million Euro genehmigt. Wie Recherchen des STANDARD und der Wiener Zeitung zeigen, fielen darunter etwa Landfahrzeuge, Ausrüstungs- und Herstellungstechnologie sowie elektronische Ausrüstungen. Ebenso wurden ein Antrag im Wert von 580.000 Euro der Güterkategorie ML22 ("Technologie") sowie ein Antrag im Wert von 200.000 Euro der Güterkategorie ML12 ("Waffensysteme mit hoher kinetischer Energie") genehmigt. Exportiert wurden Güter dieser Kategorien allerdings nicht: Der Wert der tatsächlichen Ausfuhren nach Israel beläuft sich auf 73.380 Euro.
Vor dem Hintergrund des Vorgehens der israelischen Armee in Gaza, das schon 2024 von vielen Fachleuten und NGOs als Genozid eingestuft wurde, bleiben dennoch Fragen offen: Wieso wurde die Ausfuhr von Waffensystemen überhaupt genehmigt? Wie können Ministerien sicherstellen, dass keine Güter im Krieg zum Einsatz kommen?
Komplizierte Vorgaben
Österreichs Exportkontrollen sind – zumindest auf dem Papier – relativ scharf und kompliziert. Für die Exportbewilligungen von "Kriegsmaterial" ist das Innenministerium zuständig. Unter den Begriff "Kriegsmaterial" fallen etwa Maschinenpistolen, Raketen, Mörser, Panzer und militärische Flugzeuge. Für die Exportbewilligungen von "Verteidigungsgütern" ist das Wirtschaftsministerium zuständig. Darunter fallen etwa Pistolen, Jagdbüchsen und bestimmte Arten von Sprengkörpern.
Inhaltlich legen die Gesetze in Österreich eine strenge Prüfung fest – nicht zuletzt aufgrund der Neutralität Österreichs. So dürfen Genehmigungen des Wirtschaftsministeriums nur erteilt werden, "wenn kein eindeutiges Risiko besteht", dass die Güter etwa zu "schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen" verwendet werden könnten. Zudem darf kein eindeutiges Risiko bestehen, "dass der angegebene Empfänger die Güter zum Zwecke der Aggression gegen ein anderes Land" benutzt oder auf andere Weise "die Stabilität in der Region gefährden könnte".
Für die im Jahr 2024 genehmigten Militärgüterexporte nach Israel war das Wirtschaftsministerium zuständig. Auf STANDARD-Anfrage heißt es dort, der "bei weitem größte Anteil" der Exporte habe "ein Projekt im Fahrzeugbereich mit der Armee eines EU-Mitgliedstaates als Endkunden dieser Fahrzeuge" betroffen. Das Ministerium verweist auf Israels "starke Rüstungsindustrie, deren Produkte auch in europäischen Armeen Verwendung finden" und dass mitgeteilt werden müsse, wenn die Ware beim Endkunden einlangt. Beim Rest habe es sich um "Ersatzteile für ein Labor, Beleuchtung für (unbewaffnete) logistische Fahrzeuge und Muster bzw. Anschauungsobjekte" gehandelt.
Reformvorhaben
Seitens der Industrie gibt es derzeit Bestrebungen, Exporte zu vereinfachen. Der Verteidigungssektor steht hoch im Kurs, österreichische Anbieter wollen ein Stück vom Kuchen der wachsenden Branche. Anfang 2025 hat Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) mehrere geplante Reformen präsentiert.
So sollen etwa Exporte von bestimmten Verteidigungsgütern künftig staatlich von der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) besichert werden können. Über eine Änderung des Außenwirtschaftsgesetzes sollen bestimmte bürokratische Hürden bei Exportanträgen abgebaut werden. Zudem soll es eine "Entkriminalisierung" geben, wie es in den Erläuterungen zum Gesetzesentwurf heißt. Bestimmte Verstöße gegen Meldepflichten würden "nur mehr verwaltungsstrafrechtlich geahndet werden".
Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) zeigt sich in ihrer Stellungnahme zufrieden mit dem Entwurf, drängt aber zusätzlich auf eine Änderung im Strafgesetzbuch. Demnach soll der Paragraf "Verbotene Unterstützung von Parteien bewaffneter Konflikte" angepasst werden. Vereinfacht gesagt, bestehe laut WKO für Unternehmen ein strafrechtliches Risiko, wenn Güter letztlich über Umwege an Konfliktparteien gelangen – selbst dann, wenn es gültige Ausfuhrgenehmigungen der Behörden gebe. Die WKO spricht von einem "veritablen Wettbewerbsnachteil für österreichische exportorientierte Unternehmen sowie für Kreditinstitute".
Knackpunkt "Dual Use"
Die Arbeiterkammer fordert hingegen mehr Kontrolle und plädiert für regelmäßige, detaillierte Exportberichte. Sie warnt, dass eine "Entkriminalisierung formaler Meldepflichtverstöße nicht die Kontrolle über tatsächliche Endverwendung schwächen" dürfe. "Strukturelle Lücken" ortet die AK im Bereich von sogenannten Dual-Use-Gütern, die sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke eingesetzt werden können.
So war es möglich, dass Motoren der oberösterreichischen Firma Rotax in israelischen Drohnen landen können – wohl im Einklang mit der geltenden Rechtslage. Das Produkt befand sich offenbar auf keiner Liste, die eine Genehmigung erforderlich gemacht hätte. (Jakob Pflügl, Noura Maan, 5.6.2026)
https://www.krone.at/4167453„Keine Spielchen" mit der Sicherheit
Und auch in der Wehrpflicht-Debatte bezieht Mikl-Leitner klar Position und unterstützt die Empfehlungen der Expertenkommission. „Für mich ist die Ignoranz gegenüber der aktuellen geopolitischen Lage und den Vorschlägen der Expertenkommission völlig unverständlich.“ Die Bundesregierung solle sich ein Beispiel am eigenständigen niederösterreichischen Weg nehmen: „Für unseren niederösterreichischen Gesundheitsplan haben wir die besten Experten gebeten, Vorschläge zu erarbeiten. Ihre Vorschläge haben wir gemeinsam mit allen Regierungsparteien über die Parteigrenzen hinweg – FPÖ, SPÖ und ÖVP – beschlossen. Und diese setzen wir jetzt Punkt für Punkt mit aller Konsequenz um. Alle namhaften Experten des Landes loben diesen gemeinsamen Weg. So macht man das bei den ganz großen, wichtigen Projekten.“
Das erwarte sie sich auch von den drei Parteien der Bundesregierung. Politiker seien gewählt worden, um Entscheidungen zu treffen, und nicht gegen die klaren Empfehlungen der Profis parteipolitisches Kleingeld zu wechseln. „Das erwarten sich unsere Landsleute auch von den Abgeordneten im Parlament und der Bundesregierung. Bei den zahlreichen Krisenherden vor der Haustür darf es keine parteipolitisches Spielchen mit unserer Sicherheit geben“, ergänzt Mikl-Leitner.
https://kurier.at/politik/inland/oevp-e ... /403166300Wenn es um die Einigkeit in der Regierung geht, dann sticht ein Thema negativ heraus: die geforderte Verlängerung des Wehrdienstes. Warum geht da nichts weiter?
Unsere Bundesministerin hat den Prozess richtig aufgesetzt, indem sie ein Expertenforum eingesetzt hat, um die Anforderungen für ein modernes Bundesheer zu erarbeiten. Für uns als ÖVP ist klar, dass deren Vorschläge für uns die Entscheidungsgrundlage sind. Wir haben uns auf das Experten-Modell festgelegt. Unsere Kollegen in der Regierung wollen andere Modelle zumindest besprochen haben. Wir haben uns jetzt noch nicht einigen können, aber wir sind in guten Gesprächen, und ich bin zuversichtlich, dass jede der Regierungsparteien aber auch die Opposition den Ernst der Lage erkennt.
Rechnen Sie tatsächlich mit einer Einigung oder muss das mittels einer Volksbefragung gelöst werden, die der Bundeskanzler bei einer Rede ins Spiel gebracht hat?
Ich bin noch immer zuversichtlich, dass wir eine Einigung schaffen. Die Volksbefragung wäre ja auch ein Mittel, um eine Zweidrittelmehrheit herbeizuführen, die wir zur Umsetzung mancher Punkte benötigen. Aber Ziel ist es, eine gute Lösung zu finden, die für das Militär passt und die vor allem die Sicherheit für Österreich garantiert.
https://orf.at/stories/3432634/Verteidigungs- und Frauenbudget steigen
Bis zuletzt gab es dem Vernehmen nach Diskussionen über das Verteidigungsbudget. Nun soll es 2027 auf insgesamt 5,3 Mrd. Euro steigen und im Jahr darauf dann noch einmal geringfügig auf 5,43 Mrd.
Welches SOLL nimmst Du für Deinen Vergleich?theoderich hat geschrieben: ↑So 7. Jun 2026, 17:33 Koalition präsentiert Eckpunkte für Budget
https://orf.at/stories/3432634/Verteidigungs- und Frauenbudget steigen
Bis zuletzt gab es dem Vernehmen nach Diskussionen über das Verteidigungsbudget. Nun soll es 2027 auf insgesamt 5,3 Mrd. Euro steigen und im Jahr darauf dann noch einmal geringfügig auf 5,43 Mrd.
D.h. 2027 liegt das Budget ca. 900 Mio. € unter dem SOLL des "Aufbauplans" und 2028 fehlen 1,56 Mrd. €.
https://www.heute.at/s/milliardenpaket- ... -120205623Vor dem Hintergrund einer zunehmend angespannten internationalen Sicherheitslage sieht das Doppelbudget zudem höhere Ausgaben für die Landesverteidigung vor. Das Verteidigungsbudget soll 2027 auf 5,3 Milliarden Euro steigen. Für 2028 sind 5,43 Milliarden Euro vorgesehen.
Danke! Zum Budget 2027+2028 gibt es jetzt hier einen Thread:theoderich hat geschrieben: ↑So 7. Jun 2026, 18:34 "Abbildung 12: Differenz BFR und Budgetprognose UG 14 (in Mio. €)", in: Landesverteidigungsbericht 2024/2025, S. 71, Online verfügbar unter: https://www.bmlv.gv.at/wissen-forschung ... hp?id=3906