Medienberichte 2026

Landesverteidigung, Einsätze & Übungen, Sicherheitspolitik, Organisation, ...
theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »




Doskozil strebt günstige Wohnpreise an
„Wehrdienst bzw. Sozialdienst für alle“

Auch zur Verlängerung der Wehrpflicht äußerte sich Doskozil. Er spricht sich dafür aus, dass sowohl ein verpflichtender Wehrdienst als auch ein verpflichtender Sozialdienst für jeden Mann und jede Frau eingeführt werde.
https://burgenland.orf.at/stories/3338728/


Jetzt fix: Windparkprojekt wird halbiert
Das Windkraftprojekt der Energie AG Oberösterreich im Kobernaußerwald wird statt 18 nur neun Windräder umfassen. Das hat die Energie AG Oberösterreich am Mittwoch bestätigt. Grund ist, dass der geplante Windpark durch ein Tieffluggebiet des Bundesheeres verläuft.
https://ooe.orf.at/stories/3338663/
Zuletzt geändert von theoderich am Do 22. Jan 2026, 08:39, insgesamt 1-mal geändert.
theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Burgenland
Militärkommandant Gasser für Verlängerung des Wehrdienstes

https://www.meinbezirk.at/burgenland/c- ... s_a7981672

Bild
https://www.facebook.com/share/p/1LmCnBa8H5/
Zuletzt geändert von theoderich am Fr 23. Jan 2026, 17:40, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Militärchef beim Neujahrstreffen: "Soldaten permanent gefordert"

https://kurier.at/chronik/niederoesterr ... /403123696


Lercher (ORF) zur Wehrdienstreform

https://oe1.orf.at/player/20260122/819847/1769081311000
Zuletzt geändert von theoderich am Do 22. Jan 2026, 14:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Hameseder zur Wehrpflicht: „Mit acht Monaten Ausbildung hat man Überlebenschance“
Die Presse: Herr Hameseder, Expertenberichte werden in Österreich mitunter verräumt. Auf die Bundesstaatsanwaltschaft wartet man seit dem Reformbericht aus 2022 bis heute. Warum sollte es der Wehrdienstkommission anders ergehen?

Erwin Hameseder: Die geopolitische Situation hat sich weltweit, mit Auswirkungen auch auf Österreich, massiv verändert. Daher ist Handlungsbedarf gegeben. Derzeit gibt es nach dem sechsmonatigen Grundwehrdienst nur freiwillige Übungen. Das reicht nicht aus. In sechs Monaten kann man die jungen Menschen nicht so ausbilden, dass sie am modernen Gefechtsfeld überlebensfähig sind.

Aber wohin die Ideen der Kommission gehen, ist seit vielen Monaten absehbar, ihr Bericht ist seit Dezember quasi fertig. Jetzt heißt es von Neos und SPÖ, man müsse das alles erst mal evaluieren und sich anschauen – macht Sie das misstrauisch?

Das muss man sehr genau beobachten. Ich war aber am Dienstag bei der Veranstaltung zum „Tag der Wehrpflicht“. Bei der dortigen Diskussion mit allen Wehrsprechern der Parteien hat es niemanden gegeben, der gemeint hat, dass man den Bericht schubladisieren kann. Ein Nicht-Handeln auf der politischen Ebene schließe ich aus.

Eine Reform mit 1. Jänner 2027, wie von der Kommission gefordert, halten Sie für machbar?

Beide Modelle, die die Kommission vorschlägt, sind mit Jahresbeginn 2027 umsetzbar, sofern im ersten Halbjahr die politische Einigung erfolgt und der parlamentarische Prozess abgeschlossen wird. Aber: Es gibt einen Zeitdruck. Wir haben keine Zeit zum Warten. Je schneller entschieden wird, umso besser.

Das bevorzugte Modell der Kommission sieht acht Monate Grundwehrdienst plus zwei Monate Milizübungen vor. Der Zivildienst soll zwölf Monate dauern. Viele Männer werden sich wohl denken: „Ich mach das eine Jahr Zivi und habe es erledigt, bevor mich die Übungen alle zwei Jahre aus dem Familien- und Berufsleben reißen.“

So ist das auch wieder nicht. Wir haben vorgeschlagen, den Wehrersatzdienst auf mindestens zwölf Monate zu verlängern.

Sie könnten also gut damit leben, wenn bei einem „8 plus 2“-Wehrdienst-Modell der Zivildienst 14, 15 Monate dauert?

Darum haben wir gesagt: mindestens zwölf Monate. Außerdem empfehlen wir ja, dass auch Zivildiener eine Funktion in der zivilen Landesverteidigung bekommen müssen.

Was meinen Sie damit?

Die Funktionen, in denen man heute Zivildienst leisten kann, sind mittlerweile so breit, dass sie oft nichts mehr mit einem Wehrersatzdienst zu tun haben. Man ist diesen Weg gegangen, weil man die Leute sonst nicht mehr unterbringen konnte. Das muss man wieder zuspitzen: Jede Funktion, in der ein Zivildiener eingesetzt wird, muss einen Beitrag zur zivilen Landesverteidigung leisten können.

Was fällt darunter?

Das betrifft die Bereiche, die im Krisen-, Katastrophen und Verteidigungsfall notwendig sind. Das sind in erster Linie Blaulicht- oder Hilfsorganisationen. Zukünftig brauchen wir auch einen Bergedienst. Wenn wir auf den furchtbaren Krieg in der Ukraine blicken, werden Sie im Regelfall keinen Soldaten finden, der beim Bergen hilft. Das ist eine Aufgabe für die zivile Ebene. Es sollte künftig auch viel häufiger einen außerordentlichen Zivildienst geben – Absolventen des Wehrersatzdienstes werden dabei in Krisen- und Katastrophenfällen wie einer Pandemie einberufen und müssen ihren Dienst leisten. Es wird dann nicht mehr so einfach sein, dass man nach zehn, elf, zwölf Monaten Wehrersatzdienst sagen kann, jetzt ist alles erledigt.

Noch vor Kurzem gab es oft Forderungen nach einer Rückkehr zum „6 plus 2“-Modell: sechs Monate Grundwehrdienst und zwei Monate Übungen. Warum wurde dieses Modell im Kommissionsbericht nicht genannt?

Wenn man eine Ausbildungszeit von acht Monaten durchlaufen hat, ist man soweit ausgebildet, dass man sich selbst schützen, am modernen Gefechtsfeld bewegen kann und dort eine echte Überlebenschance hat. In den sechs Monaten Basisausbildung kommt man jetzt gerade soweit, dass man als Individualist seine Waffe handhaben kann. Ich habe aber nicht die Chance, auf Zug- und Kompanieebene zu üben und ausgebildet zu werden. Daher soll auf die Basisausbildung im siebenten und achten Monat die Truppenausbildung folgen. Um diesen Ausbildungsstand zu erhalten, muss geübt werden.

Also wenn als politischer Kompromiss ein „6 plus 2“-Modell rauskommt, wäre das nicht ausreichend für Sie?

Nein. Wir haben uns das als Kommission gut überlegt. Wir wollen nicht irgendwelche Kompromisse haben, die den eigentlichen Zweck nicht erfüllen. Kein Politiker kann in Kauf nehmen, einen jungen Menschen allfällig in einen militärischen Einsatz schicken zu müssen, für den er nicht genügend ausgebildet ist. Es geht dabei auch darum, dass sich die Technologie immer schneller ändert – und da brauche ich diese Ausbildungszeiten.

Können Grundwehrdiener diese hochmodernen Waffensysteme erlernen, braucht man da nicht sowieso Berufssoldaten?

Nein, das ist selbstverständlich erlernbar. Schauen Sie, wie schnell Sie heute eine Drohne fliegen können. Aber natürlich: Nach der politischen Entscheidung ist auch das Ausbildungssystem des österreichischen Bundesheeres zu überarbeiten und anzupassen.

Man hört noch immer von manchen Ex-Grundwehrdienern, die ihre Zeit beim Bundesheer als wenig erquicklich oder gar schikanös erlebt haben. Müsste man da nicht auch ansetzen?

Man kann gar nicht wegreden, dass es solche Einzelfälle gibt und jeder einzelne ist zu viel. Aber es werden weniger. Beim Grundwehrdienst und bei der Miliz wird eine gerechte, faire, aber fordernde Ausbildung erwartet. Wenn die Ausbildung sinnstiftend und fordernd ist, wird das akzeptiert. Probleme gibt es dann, wenn der Grundwehrdienst oder die Übungen schlecht organisiert sind und es zu Leerläufen kommt.

Auch der Zustand mancher Kasernen wird bemängelt.

Es hat leider die Zeit der Friedensdividende gegeben, in der jahrzehntelang wenig oder nichts investiert wurde – das rächt sich jetzt natürlich. Aber durch den „Aufbauplan 2032+“ des Bundesheers wird hier jährlich ein mittlerer, dreistelliger Millionenbetrag in die Infrastruktur investiert.

Derzeit dürfte es ja auch ein wenig an der sozialen Durchmischung mangeln: Bei Studenten und Österreichern ohne Migrationshintergrund ist das Bundesheer weniger beliebt, die machen eher den Zivildienst. Zum Bundesheer dürften zumindest in Wien eher die Österreicher mit Migrationshintergrund gehen. Wie soll das geändert werden?

Beim „8 plus 2“-Modell ist ein eigenes System für angehende Akademiker angedacht, die man im Bundesheer dringend für verschiedenste Verwendungen braucht. Früher war es möglich, den Grundwehrdienst immer in der Ferienzeit abzuleisten und dazwischen ist man studieren gegangen. So etwas Ähnliches haben wir auch angedacht und wird im Detail ausgearbeitet.

Eine Empfehlung der Kommission lautet, einen freiwilligen Wehr- und Zivildienst für unbescholtene, legal hier lebende Nicht-Österreicher zu prüfen. Wie soll das funktionieren?

Mittlerweile haben rund 25 Prozent der in Österreich lebenden Männer Migrationshintergrund. In dieser Gruppe gibt es welche, die dann bei Erlangen der Staatsbürgerschaft das 35. Lebensjahr bereits überschritten haben – und damit nicht mehr wehrdienstpflichtig sind. Wir wollen diese Grenze auf 40 Jahre setzen, weil wir bemerkt haben, dass es Männer gibt, die kurz nach ihrem 35. Geburtstag einen Antrag auf die österreichische Staatsbürgerschaft stellen, um den Wehrdienst zu vermeiden.

Also Umgehungen sollen erschwert werden?

Ja. Staatsbürger sollen bis zum 40. Lebensjahr einberufen werden können.

Zurück zur Idee des freiwilligen Wehrdienstes: Da könnte ein Problem sein, dass jemand die Staatsbürgerschaft seines Heimatlandes verliert, wenn er ins Bundesheer eintritt.

So ist es. Dieses Thema ist offen. Aber der Antrittszeitpunkt zur Ableistung des Grundwehrdienstes soll jedenfalls angehoben werden.

Die Kommission empfiehlt auch eine verpflichtende Gesundenuntersuchung oder eine Stellungspflicht für Frauen. Was bringt das dem Militär?

Wenn sich jemand der Stellung stellt, hat das Militär Zugang und kann leichter Freiwillige erreichen als jetzt. Vielleicht kann man die Frauen so motivieren, dass sie einen freiwilligen Wehr- oder Wehrersatzdienst leisten. Ab 2029 soll evaluiert werden, ob wir den personellen Aufwuchs im Bundesheer mit der Reform erreichen. Wenn wir ihn nicht erreichen und sich die Sicherheitslage zuspitzt, wird uns wohl nichts übrig bleiben, als eine geschlechtsneutrale Wehrpflicht einzuführen wie die skandinavischen Länder. Das wäre die Entscheidung der nächsten oder übernächsten Regierung.
https://www.diepresse.com/20504443/hame ... ng-hat-man
Zuletzt geändert von theoderich am Fr 23. Jan 2026, 18:38, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

  • VN-Kommentar: An die Gewehre!

    Es gibt Anlass, zurückzudenken an die wahrscheinlich schlimmste Zeit in meinem Leben. Es war vor gut einem halben Jahrhundert, als ich zum damals noch neun Monate dauernden Wehrdienst eingezogen wurde. Die Möglichkeit des Zivildienstes gab es damals noch nicht, wer nicht einrückte, wurde geklagt, im Regelfall auch verurteilt. Mit Vorstrafe, was für die weitere berufliche Orientierung, etwa ein Studium, das Ende bedeutete. Also trat ich an, erst sechs Wochen Grundausbildung in Landeck, den Rest als Schreiber in der Kompaniekanzlei in der Bregenzer Bilgerikaserne. Nie habe ich langweiligere, trostlosere Zeiten, nie dümmere Vorgesetzte – es gab in all der Zeit gerade einmal zwei Ausnahmen – erlebt. Gelernt habe ich in dieser Zeit nichts, verlernt vieles. Es gab kaum Arbeit in der Schreibstube, die wenige musste über den Tag zurückgehalten werden, denn wenn der “Spieß” ins Büro kam, dann musste der Anschein heftiger Beschäftigung erweckt werden. Ansonsten konnte der, auch recht häufig angeheiterte, Bürochef ziemlich unangenehm werden.

    Die Hackordnung war einfach. Wenn der – nach Sternen auf der Schulter – Obere von weiter oben einen “Anschiss” kassiert hatte, dann gab er den an den nächstunteren – mit eben weniger Sternen – weiter. Dieser wieder an den unter ihm – und so weiter. Bis man auf der untersten Ebene angelangt war, dem, der als “Jäger” gerade Militärdienst leisten musste und noch keinen Stern hatte. Ich habe das an mir selbst, aber auch an vielen Kollegen erlebt. Die männliche Form dieser Erzählung ist deshalb angebracht, weil es in diesem System keine Frauen gab – und vielleicht war es genau deshalb so unerträglich.

    Ich weiß nicht, wie die Dinge bei den jungen Wehrpflichtigen heute ablaufen, ob alles noch immer so sinnlos, ohne jedes Lernziel, ohne jede vernünftige Aufgabe zu Ende gebracht werden muss. Sollte das sein, dann halte ich jede Verlängerung des Grundwehrdienstes, wie sie derzeit diskutiert wird, für nahezu unerträglich. Einmal ganz abgesehen davon, dass mir nicht in den Kopf will, dass wir bei den Waffenkäufen massive Budgetsteigerungen haben, im Bildungs-, Sozial- und Kulturbereich aber nur Kürzungen. Und noch etwas kann ich nicht verstehen: Warum müssen Zivildiener, die doch gute Arbeit für die Allgemeinheit leisten, länger “dienen” als jene, die den Dienst an der Waffe lernen? Das gilt jetzt schon, soll sich auch in einem möglichen neuen System nicht ändern.

    Und schließlich: Die Überlegung, auch Frauen in die Wehrpflicht einzubinden, scheint mir geradezu frivol. Solange wir nicht imstande sind, Frauen gleichen Lohn und gleiche Aufstiegsmöglichkeiten wie den Männern zu bieten, solange sollten wir solchen Diskussionen keinen Raum geben. Und das Wort Gleichberechtigung hat in diesem Zusammenhang keinen Platz, weil es auch auf anderer Ebene nicht angewandt wird. Wenn sie wollen, können Frauen jetzt schon zum Bundesheer – diese Freiheit genügt. Zwang geht hier gar nicht. Gerechtigkeit sollte sein – und die ist auf anderer Ebene zu erbringen.
    https://www.vol.at/vn-kommentar-an-die-gewehre/9942260

Bundesheeroberst "Skinhead" genannt: Presserat verurteilt "Krone"-Kolumne

https://www.derstandard.at/story/300000 ... =niewidget


Militärexperte zu Unrecht in rechtsextremes Eck gerückt

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS ... k-gerueckt
Zuletzt geändert von theoderich am Fr 23. Jan 2026, 17:34, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

  • Heer ohne Eigenschaften (Kommentar)
    Österreich hat also eine neue Verteidigungsdoktrin. Oder doch nicht? Ach ja, es ist nur der Bericht einer von der Verteidigungsministerin eingesetzten „Wehrdienstkommission“. Oder, wie man im Regierungsdeutsch sagt: ein „wichtiger Schritt“. Und wie schaut dieser Schritt aus? Man nimmt den Grundwehrdienst, zieht ihn wie einen alten Kaugummi zwei Monate länger – und nennt das dann Sicherheitswende. Als hätte man den Krieg in Europa bislang nur deshalb nicht verstanden, weil er zu kurz erklärt war.

    Man stelle sich vor: Europa rüstet auf, Bündnisse ordnen sich neu, Trump droht dem Westen wie eine schlecht gelaunte Wetterfront, Putin macht weiterhin den imperialen Brandstifter – und Österreich antwortet darauf mit der Frage, ob junge Männer acht Monate statt sechs Monate geschniegelt marschieren sollen. Das ist kein Sicherheitskonzept. Das ist eine Scheindebatte mit Tarnkappe.

    Es ist die Musil’sche Parallelaktion, „Männer ohne Eigenschaften“. Man redet lange und ernsthaft, damit niemand merkt, dass es eigentlich um das Wesentliche nicht gehen darf. Und das Wesentliche wäre: Wovor verteidigen wir uns? Mit wem? In welchem System? Unter welchem politischen Dach? Europa? Transatlantisch? Neutralitätsmythos 2.0? Niemand sagt es. Niemand will es sagen. Weil jede klare Antwort das halbe Land in Schnappatmung versetzt – und die andere Hälfte in den Umfragen.

    Die Neutralität kommt in diesen Texten praktisch nicht vor. Das ist schon wieder Österreich pur: Wir tun so, als wäre das zentrale Fundament unserer sicherheitspolitischen Selbsterzählung eine Art Möbelstück – man hat es halt, aber man spricht nicht drüber, weil es nicht mehr so gut ausschaut. Das Wort „Neutralität“ wird behandelt wie ein peinlicher Onkel beim Familienfest: Man weiß, er sitzt irgendwo, aber man hofft, dass er nicht laut wird.

    Und dann die Neos. Einst die Partei der klaren Worte, der Nato-Phantasien, der „neutral ist nur der Kopf im Sand“-Sager. Jetzt sitzen sie mit am Tisch, und plötzlich ist da Stille. Ein Bürgerforum im Außenamt, ein großes Reden über Europas Rolle, Verteidigungsunion, Zukunft – und Beate Meinl-Reisinger? Man hört: nichts. Vielleicht übt sie gerade das neue Regierungsmantra: Mut zur Meinung nur außerhalb der Verantwortung.

    Denn diese Debatte zielt nicht auf die Verteidigung des Landes, sie zielt auf die Verteidigung der Wählersegmente: Eltern, die ihre Söhne nicht länger entbehren wollen. Junge Männer, die ihre Monate zählen wie Häftlinge. Und Politiker, die wissen: Wer an den Dienst rührt, rührt an die Stimmung. Also wird das Ganze als patriotische Notwendigkeit verkauft – dabei ist es vor allem ein innenpolitisches Beruhigungsmittel.

    Nehmen wir einmal das Szenario, das alle vermeiden wie eine Steuerprüfung: Österreich wird angegriffen. Was passiert dann? Unsere verlängerten Grundwehrdiener stehen da, zwei Monate frischer im Exerzieren, zwei Monate besser im Gewehrputzen, zwei Monate routinierter im Kasernenhofleben. Und dann? Gegen Drohnen, Raketen, hybride Operationen, Sabotage, Desinformation, Cyberangriffe? Gegen einen Gegner, der nicht mit dem Handbuch der Landesverteidigung von 1987 arbeitet?

    Die bitterste Wahrheit ist: Selbst wenn man den Wehrdienst verdoppelt, bleibt die Frage: Wofür bildet man aus? Für welches Verteidigungskonzept? Für welche Bündnislogik? Für welche realistische Einbindung? Ohne diese Antworten ist die Verlängerung nichts als ein zeitlich gestreckter Trost.

    „Länger ist zu wenig“ schrieb der Kollege im „Standard“. Stimmt. Aber noch schlimmer ist: Länger ist auch falsch, wenn man nicht einmal weiß, wohin man überhaupt gehen will. Österreich verlängert nicht den Wehrdienst. Österreich verlängert die Ausrede, um sich nicht entscheiden zu müssen.

    Und während die Weltlage zerfällt wie altes Papier, üben wir weiter das österreichische Fach: strategisches Herumlavieren im Kampfanzug.
    https://www.vol.at/heer-ohne-eigenschaften/9943019

Kommt jetzt die Wehrpflicht für Frauen?

https://www.salzburg24.at/news/salzburg ... art-314738
Zuletzt geändert von theoderich am Sa 24. Jan 2026, 19:37, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Erwin Hameseder: Ein General zwischen Bank und Bundesheer

https://www.diepresse.com/20507842/erwi ... bundesheer




Heer vergrößert Truppenübungsplatz und stellt auf bargeldloses Zahlen um

https://www.kleinezeitung.at/steiermark ... ldloses-um













Zuletzt geändert von theoderich am Sa 24. Jan 2026, 14:51, insgesamt 8-mal geändert.
theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Steirischer Vorstoß
„Staatsbürgerdienst“: Zwölf Monate auch für Frauen

https://www.krone.at/4024313

https://www.facebook.com/share/p/1AFKM8eM8R/


Ausweitung der Wehrpflicht in Europa

24.1.2026, 7.05 Uhr
Ö1 Morgenjournal

https://orf.at/av/audio/131482
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Claudia Bauer: „Für mich kommen maximal zwölf Monate Zivildienst infrage“
Sie sind auch für den Zivildienst zuständig. Soll, falls der Wehrdienst verlängert wird, auch der Zivildienst länger werden?

Da sind wir jetzt am Beginn der Verhandlungen, aber für mich kommen maximal zwölf Monate infrage. Ich begrüße einige Empfehlungen der Kommission, wenn es beispielsweise darum geht, Zusatzausbildungen für Zivildiener zu öffnen, damit es nicht nur um die Frage einer Verlängerung, sondern auch um eine qualitative Verbesserung geht.

Können Sie sich Zivildienst- oder Wehrpflicht für Frauen vorstellen?

Das ist etwas, das wir besprechen müssen. Aber davor müssen wir in anderen Bereichen punkto Gleichstellung weiterkommen. Ich sehe aktuell keine Mehrheit für eine Frauenwehrpflicht.

Was halten Sie von der Idee eines freiwilligen Zivil- oder Wehrdiensts für nicht österreichische Staatsangehörige?

Nichts. Das geht verfassungsrechtlich nicht, weil die Wehrpflicht an die Staatsbürgerschaft anknüpft. Gemeinnützige Arbeit für Asylwerber bzw. Asylberechtigte zu forcieren, ist aber Teil des Integrationsprogramms und es steht jedem offen, sich ehrenamtlich zu engagieren.
https://www.diepresse.com/20504514/baue ... st-infrage
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