Entwicklungen Luftraumüberwachung

Flächenflugzeuge, Hubschrauber, Großgerät, Fliegerhorste, ...
anastasius
Beiträge: 329
Registriert: Fr 27. Sep 2019, 00:39

Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung

Beitrag von anastasius »

schiefix hat geschrieben: Fr 2. Jan 2026, 12:31 Nachdem ja schon halb Europa (oder 3/4?) die F35 gekauft/bestellt hat, führt da realistisch auch für Ö dran kein Weg vorbei?
Die USA sind kein verlässlicher Partner mehr. Politisch wie auch wirtschaftlich.

In der Nacht wurde Venezuela bombadiert und Maduro abgesetzt.

Die brauchen wohl das venezolanische ÖL um ihre wirtschaftlichen Verluste zu decken.
Timor
Beiträge: 409
Registriert: Di 14. Mär 2023, 19:50

Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung

Beitrag von Timor »

Ach wirklich? Nach der Devise waren die USA aber noch nie ein verlässlicher Partner, denn die haben die letzten 50 Jahre immer irgendwen bombardiert.
Stornieren wir unsere eben gekauften Black Hawks jetzt auch? Oder ist Black Hawk aus USA gut und F35 scheinbar böse??
Niemand kann sagen wie sich die Politik in den USA und in Europa weiterentwickelt.
muck
Beiträge: 1532
Registriert: Do 9. Jul 2020, 05:10

Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung

Beitrag von muck »

UH-60 und F-35 sind nicht zu vergleichen. Das sind politisch zwei völlig unterschiedliche Dimensionen, mit gänzlich verschiedenen Implikationen.

Du kannst heute in Polen produzierte Black Hawks zum Schleuderpreis kaufen, das ist ein Jahrzehnte alter Entwurf ohne herausgehobene Bedeutung.

Die F-35 hingegen ist Spitzentechnologie mit strategischen Implikationen.

Und auch wenn es den "Kill Switch" nicht gibt, muss dennoch klar sein: Wer das Flugzeug kauft, setzt sich der Gefahr US-amerikanischer Einflussnahme aus, in viele Hinsicht.

Und auch für die Landesverteidigung Österreichs sind die Implikationen enorm.

Würden die Amerikaner Österreich z.B. von Ersatzteilen für die Black Hawks abschneiden, wäre das zwar blöd, aber nicht das Ende der Welt, zumal noch die AW169M zur Verfügung stehen.

Verlässt sich Österreich hingegen bei der Luftraumüberwachung ganz auf die F-35, und es kommt hier zum Konflikt, steht man im Zweifelsfall am Himmel nackt da.
theoderich
Beiträge: 28036
Registriert: So 29. Apr 2018, 18:13

Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Die Hauptargumente gegen die F-35 sind mMn das Logistiksystem ALIS und das Electronic Warfare Reprogramming Laboratory:

The UK’s F-35 capability

https://www.nao.org.uk/reports/the-uks-f-35-capability/
Logistics

2.17 UK F-35 logistics, essential for keeping the aircraft flying, depend on the Global Support Solution (GSS). This is a contract between the US government and Lockheed Martin and Pratt & Whitney as the primary suppliers. It is managed by the JPO on behalf of programme partners and customers. As a result, all assets used for sustainment, including spares for the aircraft, spare engines, support equipment and the Autonomic Logistics Information System (ALIS) used by engineers to determine when maintenance is required, are owned by the US government. They form a global spares pool held around the world, including at RAF Marham, but ownership is only transferred to partner nations when they put the spares on their aircraft.

2.18 The GSS is not delivering the volume of spare parts that the UK, and other partner nations, require. Between October 2024 and January 2025, the global F-35B fleet was non-mission capable due to supply at a rate which exceeded the JPO’s target by around one fifth, where the aim is to remain below the target.

Within this rate for the global fleet, the UK’s fleet exceeded the target by around a half. This reflects an ongoing supply chain issue, with the US Government Accountability Office having previously found that in fiscal year 2022 approximately 27% of US F-35 aircraft were unable to operate due to lacking spare parts.

The MoD told us that the global fleet was growing faster than the spares pool and that suppliers were having to choose between supplying parts for new aircraft and spares. The spares pool has also been strained by the global F-35 fleet flying significantly more hours than anticipated.

2.19 The MoD has other problems with support. The MoD has repeatedly noted that it has insufficient support equipment across the programme, limiting its ability to perform concurrent operations from the main UK F-35 operating base at RAF Marham and from a deployed operating base on land elsewhere in the world. This is also the result of global shortages and will become more important as the second frontline squadron is stood up. ALIS has also frustrated users. It was described in a February 2024 US Department of Defense Operational Test and Evaluation report as having poor usability and failing to provide information to the point that US services kept separate records. Frontline engineers told us that, although performance had improved, they would still be removed from the system and forced to log back in multiple times per day. ALIS is set to be replaced by the ODIN system although no transfer date has been set by the JPO.
https://www.nao.org.uk/wp-content/uploa ... bility.pdf
Users at all 5 F-35 locations we visited expressed concern about data integrity issues related to inaccurate or missing data within ALIS. For example, users at all the locations said they have had consistent problems with data related to aircraft parts. Certain F-35 parts have an associated electronic record, which is used to track the remaining time before the part must be replaced, among other things.14 To be cleared for flight, F-35 policy states that an aircraft must be electronically “complete” in ALIS, meaning that all of the electronic records from each installed F-35 part must be entered into ALIS. However, users at all 5 of the locations we visited told us that electronic records are frequently incorrect, corrupt, or missing, resulting in ALIS signaling that the aircraft should be grounded, often in cases where maintainers know that the parts have been correctly installed and are safe for flight
https://www.gao.gov/assets/gao-20-316.pdf

2. The Electronic Warfare Reprogramming Lab is used by U.S. Government engineers in the reprogramming and creation of shareable Mission Data Files for foreign F-35 customers.
https://www.federalregister.gov/documen ... tification

https://www.federalregister.gov/documen ... tification
muck
Beiträge: 1532
Registriert: Do 9. Jul 2020, 05:10

Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung

Beitrag von muck »

Korrekt. Ohne ALIS wäre die F-35 zwar prinzipiell weiter funktionsfähig, doch ließe sich der Flugbetrieb mangels Ersatzteilen und Diagnosehilfen nicht mehr lange aufrechterhalten.
maro-airpower
Beiträge: 1099
Registriert: Do 19. Mai 2022, 16:29

Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung

Beitrag von maro-airpower »

Ich stimme der Analyse (Video) zwar nicht uneingeschränkt aber im Prinzip doch zu....

Ich glaube auch, dass auch in unsere Richtung mit erheblichem Druck zu rechnen ist.

innsbronx
Beiträge: 378
Registriert: Mo 4. Jun 2018, 18:04

Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung

Beitrag von innsbronx »

So einen KI-slop sollte man gar nicht erst bewerben, maro-airpower.
maro-airpower
Beiträge: 1099
Registriert: Do 19. Mai 2022, 16:29

Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung

Beitrag von maro-airpower »

Spannende Geschichte.

Im Bugenland lebt ein Ex-US-Navy Flieger mit EloKa Hintergrund...Prowler. Zusammen mit einer Gruppe solcher Facleute aus der Association of Old Crows Szene haben sie einen Plan ausgeheckt, wie die NATO rasch genug ihre AWACS ersetzen kann.

Und wenn man das Gespräch in Wien am Restauranttisch führt, dann spricht man auch über Österreich. Spielt sich in budgetären Rahmen ab die nicht unrealistisch sind...siehe Frankreich.

https://militaeraktuell.at/awacs-ersatz ... sterreich/
Woyzeck
Beiträge: 230
Registriert: Mi 15. Nov 2023, 14:55

Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung

Beitrag von Woyzeck »

Sehe ich genauso - die Kombination eines mittelmäßigen Kampfflugzeugs in Kombination mit 2-3 kleinen Airborne Radars ergibt insgesamt vermutlich ein leistungsfähigeres System als ein erstklassiges Kampfflugzeug ohne Sensoren in der Luft. Und das sowohl in der Luftraumsicherung, als auch im Verteidigungsfall, in dem man ohne Sensoren in der Luft nach wenigen Minuten blind dasteht, da alles an unbeweglichen Hochwertzielen kaputt ist.
muck
Beiträge: 1532
Registriert: Do 9. Jul 2020, 05:10

Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung

Beitrag von muck »

Aus dem Artikel:
maro-airpower hat geschrieben: Mi 7. Jan 2026, 23:49 Vermutlich ist deswegen auch die Boeing-E-7-Plattform gescheitert. Begrenzte Flottengröße aufgrund steigender Beschaffungskosten, hohe Betriebskosten und größere Anfälligkeit in der Luftkriegsführung angesichts der Bedrohung durch Lenkwaffen mit sehr großen Reichweiten sind deren Mängel.
Das wirft bei mir viele Fragen auf.

Weltweit befinden sich über 8.000 737 im aktiven Dienst, und MRO-Dienstleister für den Typ gibt es allein in Europa Dutzende. Wie kann ein 737-Derivat im Dienst da im Betrieb wesentlich teurer sein als eine G550, die gerade in Europa Seltenheitswert hat?

Dass man 14 E-3A durch 7 E-7A ersetzen wollte, fällt in der Tat auf, erklärt sich aber auch durch die höhere Leistungsfähigkeit und Verfügbarkeit des neueren Modells. Eine 737 NG braucht 12 Stunden Wartung per Flugstunde, eine 707 heute an die 100 Stunden. Da kommt man mit weniger Flugzeugen aus.

Und warum sollte eine E-7A in puncto Überlebensfähigkeit einer G550 CAEW generell vorzuziehen sein? Beide Flugzeuge haben auf 41.000 Fuß ähnliche Leistungsparameter (Vmax 475 kn). Die Gulfstream kann etwas höher steigen und in größerer Höhe schneller fliegen, aber gerade in großer Höhe will sich kein subsonisches Flugzeug aufhalten, auch dieses nicht.

Ein angreifender Flugkörper hat auf 51.000 Fuß schon eine deutlich größere Reichweite als auf 41.000 Fuß.

Die E-7A hat überdies den Vorteil, mehr Platz und Nutzlast mitzubringen. Mehr Platz bedeutet, dass die Besatzung leistungsfähiger ist und weniger schnell ermüdet; mehr Nutzlast bedeutet, dass Raum für künftige Upgrades ist.

Meiner Meinung nach ist die E-7A jeder CAEW oder Erieye überlegen.
Antworten