Medienberichte 2020

Landesverteidigung, Einsätze & Übungen, Sicherheitspolitik, Organisation, ...
theoderich
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von theoderich »

Sanitätsversorgung des Bundesheers reicht kaum für seinen Eigenbedarf

https://www.derstandard.at/story/200011 ... rf?ref=rec




Tanner: "So vielseitig gefordert war das Bundesheer noch nie"
Das Bundesheer kann nicht mit Spitalsbetten aushelfen, da der Rechnungshof dem einen Riegel vorgeschoben hat. Fällt Österreich der jahrzehntelange Sparkurs beim Bundesheer jetzt auf den Kopf?

Was die Spitalsbetten betrifft, gibt es derzeit viele Möglichkeiten – etwa die aus Kurhotels zu nehmen, die jetzt alle schließen. Gleichzeitig benötigen wir diese kleine Reserve auch für unsere Soldaten.

55 Prozent der Österreicher wünschen sich laut KURIER-Umfrage mehr Geld fürs Heer und überhaupt wächst sein Ansehen in der Bevölkerung. Dennoch scheint es, als bekäme das Bundesheer in Zukunft noch weniger Mittel. Was sagen Sie diesen 55 Prozent?

Sicherheit kann es nicht zum Nulltarif geben. Und wenn man der jetzigen Situation etwas abgewinnen kann, dann dass das Bundesheer jetzt zeigen kann, was unsere Soldaten können. Und, dass sie wahrhaftig die strategische Reserve sind. Ich glaube, dass die Budgetpläne, die im Vorfeld gemacht wurden, ohnedies nicht mehr standhalten werden. Da wird sich vieles auch neu darstellen. Diese Umfragen sind wohltuend. Jedenfalls sind wir einsatzfähig. Und dennoch ist es notwendig, dass etwa die Miliz finanziell besser ausgestattet wird.

Wo liegt – abseits von Corona und Luftraumüberwachung – ihr Augenmerk in den kommenden Monaten?

Die derzeitige Situation zeigt, wie wichtig ein einsatzfähiges Heer ist. Es ist wichtig, dafür zu sorgen, dass die neuen Tauglichkeitsstufen umgesetzt werden, damit wir eine entsprechende Anzahl an Grundwehrdienern bekommen und diese einen attraktiven Wehrdienst geboten bekommen. Auch die Auslandseinsätze sind ein wichtiges Thema, wie auch die Einsatzwahrscheinlichkeiten. Die Gefahren von vor 15 Jahren sind mittlerweile andere. Ich sage nur Migrationskrise oder Cyberbereich.
https://kurier.at/politik/inland/tanner ... /400783367
Zuletzt geändert von theoderich am Do 19. Mär 2020, 09:23, insgesamt 1-mal geändert.

iceman
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von iceman »

Ich hoffe, wenn diese Krise vobei ist, daß sich die Politik sich besinnt und zur Erkenntniss kommt, daß eben gewisse Institutionen eines Staates eben nicht wie ein Konzern nur kosteneffizient zu führen sind.
In Österreich gibt es ja meistens eine Anlassgesetzgebung (Galtür/black hawk, Krieg in Slowenien/Mistral)

kapfe1933
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von kapfe1933 »


Maschin
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von Maschin »

iceman hat geschrieben:
Di 17. Mär 2020, 20:02
Ich hoffe, wenn diese Krise vobei ist, daß sich die Politik sich besinnt und zur Erkenntniss kommt, daß eben gewisse Institutionen eines Staates eben nicht wie ein Konzern nur kosteneffizient zu führen sind.
In Österreich gibt es ja meistens eine Anlassgesetzgebung (Galtür/black hawk, Krieg in Slowenien/Mistral)
Nein der Zug ist in diesem Land abgefahren. Jetzt durch die Krise hat man die Chance endgültig ein THW daraus zu machen und das wird man umsetzen.

theoderich
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von theoderich »

Salzburg heute

Di., 17.3.2020| 19.00 Uhr
Militärkommandant Waldner zu Militäreinsätzen

Harald Manzl: "Zu Gast im Studio ist jetzt der Militärkommandant von Salzburg, Anton Waldner. Einen schönen guten Abend!"

Anton Waldner (Militärkommandant Salzburg): "Guten Abend!"

MANZL: "Herr Brigadier, die aktuellste Meldung dazu: Ab Mai werden österreichweit 3000 Milizsoldaten aktiviert. Das ist die aktuellste Meldung. Wie viele Salzburger sind denn davon betroffen und welche Bereiche werden da abgedeckt?"

WALDNER: "Es ist tatsächlich so, dass wir jetzt erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik aufbieten Miliz. 3000 bedeutet etwa drei Jägerbataillone von zehn. Ob Salzburger dabei sein werden oder nicht, ist derzeit offen. Da muss man eben warten, eine gewisse Zeit lang noch, mit der Aufbietung, um auch festzustellen, dass man nicht ,verseuchte' Milizbataillone, die bereits einen großen Durchsatz an Coronakranken haben, einberuft. Also da ist noch Zeit. Es braucht sich niemand jetzt Gedanken machen, ob er drankommt oder nicht. Wir haben viele Anrufe. Das ganze wird rechtzeitig und frühzeitig bekanntgegeben."

MANZL: "Es sind jetzt bereits schon 40 Salzburger Soldaten im Einsatz. Was kommt da auf die Salzburger Soldaten in den nächsten Wochen zu. Gibt es da schon einen Einsatzplan?"

WALDNER: "Wir werden in den nächsten Tagen mit Assistenzeinsätzen zur Unterstützung der Polizei beginnen. Das werden aber nicht Kräfte aus Salzburg sein. Die werden wir von außen zugeführt bekommen. Das werden Kaderpräsenzeinheiten sein oder fertig ausgebildete. Die Salzburger Verbände - Fernmeldesoldaten, Radarsoldaten oder Pioniere - müssen noch umgeschult werden, damit sie ab 1. April tatsächlich für Assistenzaufgaben dann zur Verfügung stehen."

MANZL: "Es wird heftig diskutiert oft in letzter Zeit auch darüber, wie schlecht das Österreichische Bundesheer ausgestattet ist. Ist sie für diesen Fall, für diese Fälle die noch kommen, gerüstet?"

WALDNER: "Es wird eine Herausforderung sein, aber das werden wir bewältigen. Wenn weiter zusätzliche Kräfte aufgeboten werden müssen, werden wir Leistungsvereinbarungen brauchen - militärisches Leistungsrecht gibt es ja: Anmietung von zivilen Fahrzeugen, etc."

MANZL: "Sehen Sie dadurch auch eine Chance, den Stellenwert des Bundesheeres zu verbessern, nachhaltig zu heben?"

WALDNER: "Ich hoffe es. Als gelernter Österreicher weiß ich, dass das Erinnerungsvermögen nach Einsätzen relativ kurzlebig ist."

MANZL: "Sind Sie auf kommende, auf schlimmere Szenarien schon eingestellt, schon vorbereitet? [WALDNER: "Wir sind ..."] Gibt's da Pläne?"

WALDNER: "Es gibt ... wir sind in enger Abstimmung mit Landespolizeidirektion. Die definieren die Aufgaben für uns. Es kann möglich werden, tatsächlich die Grenze nach Deutschland als Assistenz zu überwachen. Wir werden die Überwachung von Quarantänestationen wahrnehmen. Wir werden Objekte sichern, etwa Lebensmittelversorgung oder auch Sanitätseinrichtungen ziviler Art.

MANZL: "Herr Brigadier, ich bedanke mich für Ihre Expertise und noch einen schönen Abend!"

WALDNER: "Danke auch!"
https://tvthek.orf.at/profile/Salzburg- ... n/14663698

Maschin hat geschrieben:
Mi 18. Mär 2020, 09:58
Jetzt durch die Krise hat man die Chance endgültig ein THW daraus zu machen und das wird man umsetzen.
Außerdem kann man behaupten, man habe sich "eh nur an das Regierungsprogramm gehalten":

Regierungsprogramm 2020-2024
  • Das Bundesheer soll in Anbetracht der neuen Herausforderungen im 21. Jahrhundert weiterentwickelt werden und sich, über die Kernkompetenzen hinaus, auf konkrete Schwerpunkte fokussieren:
    • ABC-Einheiten zum Schutz bei atomaren, biotoxischen und chemieverursachten Katastrophen
    • Erhalt der Eigenständigkeit der militärischen Nachrichtendienste
    • Cyber Defense
    • Internationale Friedenseinsätze nach Zustimmung des Hauptausschusses des Nationalrats
    • Assistenzleistungen, insbesondere Katastrophenschutz und -hilfe
    • Nutzung von Drohnen (Schutzoperation bis zur Katastrophenhilfe) und Drohnenabwehr
    • Reaktion auf mit militärischen Mitteln ausgeführte Terrorangriffe
    • Blackout-Vorbereitung (Sicherung und Wiederherstellung kritischer Infrastruktur in enger Abstimmung mit den Netzbetreibern)
  • Die Ausrüstung soll spezifisch und im Besonderen im Hinblick auf diese Aufgaben ausgestaltet werden. Daher wurden schon in den letzten Jahrzehnten schwere Waffengattungen reduziert, da diese nicht mehr in dem Ausmaß wie zur Zeit des Kalten Krieges erforderlich sind. Diese Politik wird fortgesetzt, die Kernkompetenzen in der Ausbildung sollen weiterhin sichergestellt werden.
  • Anpassung des ÖBH an aktuelle Bedrohungslagen, wie z. B. Cyber Defense und hybride Bedrohungen
    • Prioritärer Ausbau der Cyber- und Drohnenabwehrfähigkeiten und Ausbau einer Cyber-Truppe unter besonderer Berücksichtigung der Ausbildungserfordernisse für Cyber-Defense-Personal
  • Weiterentwicklung von spezialisierten Fähigkeiten des Österreichischen Bundesheers zur Verwendung im Rahmen solcher Assistenzeinsätze (Drohnenabwehr, ABC-Abwehr etc.)
https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/ ... m-lang.pdf
Zuletzt geändert von theoderich am Mi 18. Mär 2020, 23:07, insgesamt 3-mal geändert.

Berni88
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von Berni88 »

Ich glaub aber nicht das wir uns das "THW-BH" in Zukunft leisten werden können!!!
Es bekommt dann wahrscheinlich jeder (zweite) einen Freifahrtschein für alle Öffis, damit man eben zu einem Katastrophen-Einsatz kommen kann!

iceman
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von iceman »

Maschin hat geschrieben:
Mi 18. Mär 2020, 09:58
iceman hat geschrieben:
Di 17. Mär 2020, 20:02
Ich hoffe, wenn diese Krise vobei ist, daß sich die Politik sich besinnt und zur Erkenntniss kommt, daß eben gewisse Institutionen eines Staates eben nicht wie ein Konzern nur kosteneffizient zu führen sind.
In Österreich gibt es ja meistens eine Anlassgesetzgebung (Galtür/black hawk, Krieg in Slowenien/Mistral)
Nein der Zug ist in diesem Land abgefahren. Jetzt durch die Krise hat man die Chance endgültig ein THW daraus zu machen und das wird man umsetzen.
Mit Institutionen meinte ich nicht nur das Bundesheer als strategische Reserve, sondern auch zB Gesundheitswesen oder Landwirtschaft.
An "Rüstungsbeschaffungen" oder upgrades in schwere Waffenssysteme glaube ich auch nicht mehr. Man sollte danach trachten, daß es wenigstens für die Punkte im Regierungsprogramm eine Finanzierung gibt.

iceman
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von iceman »

kapfe1933 hat geschrieben:
Mi 18. Mär 2020, 06:52
https://tvthek.orf.at/profile/Salzburg- ... e/14045092
ab Minute 7.
Der Militärkommandant von Salzburg redet schon vom Zugriffsrecht der Miliz.

cliffhanger
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von cliffhanger »

https://ooe.orf.at/stories/3039829/

Aufgrund der Gründlichkeit des ARWT wahrscheindlich nicht vor 2023 mit einem Ergebniss zu rechnen. ;-)

theoderich
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von theoderich »

Militärkommandant im Interview | "Wir haben die gleichen Einschränkungen wie alle anderen"
Wieviele Soldaten sind bisher in der Steiermark schon in der Corona-Krise eingesetzt und wo?

Heinz Zöllner: Derzeit (Stand Freitagmittag) gibt es eine Unterstützungsleistung bei den Lebensmittelgroßhändlern in der Stärke von cirka 200 Personen. Solche Unterstützungsleistungen sind grundsätzlich zu bezahlen.

Dabei wird es nicht bleiben. Was kommt in den nächsten Wochen noch auf das Militär in der Steiermark zu?

Es ist bereits ein Assistenzeinsatz angefordert zur Unterstützung der Gesundheitsbehörden an den Grenzübergängen. Wir unterstützen hier die Polizei mit rund 40 Soldaten bei der Temperaturkontrolle der Einreisenden. Dazu werden pro Bundesland Kräfte in Kompaniestärke für sicherheitspolizeiliche Aufgaben vorbereitet und bereitgestellt. Vorrangiger Auftrag ist die Übernahme von Objektschutzaufgaben.

Die Regierung will auch die Miliz mobilisieren. Welche Vorbereitungen werden hier getroffen?

Es ist noch nicht festgelegt, welche Verbände es betrifft. In der Steiermark gibt es als selbstständig strukturierte Miliz das Jägerbataillon Steiermark, ein Versorgungsbataillon, die Jägerkompanie Deutschlandsberg und die Pionierkompanie Steiermark. Aufgrund des Umfanges wird sicher nicht alles gleichzeitig abgerufen werden.

Welche Aufgaben sind für diese Milizsoldaten dann vorgesehen?

Es geht um sicherheitspolizeiliche Assistenzeinsätze in Bezug auf Covid-19. In der Stufe 1 ist die Übernahme von Objektschutzaufgaben geplant, in Stufe 2 die Unterstützung beim Schutz kritischer Infrastruktur.

Auch Freiwillige gesucht

Was ist mit Milizsoldaten, die keiner dieser Einheiten angehören, Spezialisten zum Beispiel. Können die sich freiwillig melden?

Sie sollen sich bei ihrem Mob-Verantwortlichen melden, wenn sie ihre Expertise einbringen können. Wir haben auch bereits Milizsoldaten bei uns eingesetzt, die das Militärkommando verstärken.

Wie viele Rekruten müssen den Wehrdienst in der Steiermark nun um zwei Monate verlängern?

Das betrifft 170 Soldaten.

Wird daran gedacht, den laufenden Grenzeinsatz im Umfang zu reduzieren?

Er wird in unvermindertem Ausmaß weitergeführt. Der Einsatz jener Kräfte, die gerade dort sind, wird verlängert.

Zuletzt wurden immer wieder Zweifel an der Einsatzbereitschaft des Bundesheeres geäußert. Ist das jetzt die Nagelprobe?

Die Aufgaben, die uns jetzt zugeordnet wurden, können wir auf jeden Fall erfüllen. Sowohl Personell als auch eingeschränkt materiell. Wir haben die gleichen Einschränkungen wie alle anderen im Bereich der persönlichen Schutzausrüstung. Bei Masken und Schutzanzügen kurbeln wir, dass wir die entsprechend sicherstellen können.

Läuft der Übungs- und Ausbildungsbetrieb in den Kasernen normal weiter?

Er ist wesentlich eingeschränkt. Schwergewicht ist hier Vorbereitung auf mögliche Einsatzaufgaben. Auch Schießen finden nur mehr zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft statt.
Steht das ehemalige Militärspital in der Belgierkaserne auch für Covid-Patienten zur Verfügung?

Im Pandemieplan der Stadt Graz ist die Feldambulanz miteinbezogen. Und diese Aufgaben können wir wahrnehmen. Natürlich nicht mehr in dem Umfang wie früher, aber unsere Kapazitäten können wir ausschöpfen.

Graz ist Standort einer ABC-Abwehrkompanie. Ein glücklicher Umstand in Tagen wie diesen, oder?

Die gesamten ABC-Abwehrkräfte des Bundesheeres sind als strategische Reserve zusammengefasst und können nur durch die übergeordnete Ebene freigegeben werden. Derzeit gibt es keinen unmittelbaren Zugriff durch das Militärkommando Steiermark.
https://www.kleinezeitung.at/steiermark ... e-gleichen





20. März 2020

Fellner! LIVE: Klaudia Tanner im Interview

https://www.oe24.at/video/fellnerlive/F ... /422986918
Zuletzt geändert von theoderich am Mo 23. Mär 2020, 00:20, insgesamt 1-mal geändert.

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