Schweden: Neue Schulflugzeuge für die Flygvapnet

Wehrtechnik & Rüstung, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik
opticartini
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Re: Schweden: Neue Schulflugzeuge für die Flygvapnet

Beitrag von opticartini »

theoderich hat geschrieben:
Do 6. Mai 2021, 22:14
opticartini hat geschrieben:
Do 6. Mai 2021, 20:29
- Das Simulatorentraining wird verstärkt, ein "Zwischenschritt" wie Sk 60 ist dann nicht mehr nötig.
Das ist nicht korrekt. Die JAS-39D wird vorläufig die Rolle der SK60 übernehmen, bis in ein paar Jahren ein Advanced Jet Trainer beschafft wird:
Ob das korrekt ist oder nicht, werden wir sehen und ergibt sich nicht aus den genannten Quellen. Derzeit ist nur die Rede davon, dass die zukünftigen Ausbildungsmethoden erst festgelegt werden, wobei das frühestens in etwa 10 Jahren zwingend ein Thema wird, bis dahin werden sie mit den "alten" Gripen auskommen für Flugtraining und Feinddarsteller. Soweit ich weiß wurden von Schweden bisher nur Gripen E und keine Gripen F (Zweisitzer) angeschafft. Zur Ausbildung (Systemtraining) am Einsatzmuster werden daher bereits jetzt Simulatoren verwendet werden müssen. Wenn das mit dem "Tempest"-Projekt was wird (soll ab 2035 soweit sein), dann wird die künftige Planung auch schon darauf ausgerichtet sein.

Allgemein wird das fliegerische Können immer weniger wichtiger werden, in den Vordergrund tritt die Bedienung der komplexen Systeme und taktische Ausbildung. Bei Kampfflugzeugen der sechsten Generation könnte die Erstausbildung zu 70 % am Simulator stattfinden.

muck
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Re: Schweden: Neue Schulflugzeuge für die Flygvapnet

Beitrag von muck »

opticartini hat geschrieben:
Do 6. Mai 2021, 23:34
Allgemein wird das fliegerische Können immer weniger wichtiger werden, in den Vordergrund tritt die Bedienung der komplexen Systeme und taktische Ausbildung.
Ehrlich gesagt, erinnert mich diese Vermutung ein wenig an die Vorhersage aus den 1990ern, dass Verkehrspiloten in Zukunft nurmehr die Flugzeuge dabei überwachen würden, wie sie sich selber fliegen.

Nun, die Flugzeuge fliegen sich mittlerweile praktisch selbst, aber in zahlreichen Beinahe- und Totalunfällen hat man festgestellt, dass fliegerisches Können gerade in Notfällen unabdingbar ist – weswegen die Airlines (jedenfalls vor der Pandemie) die Losung ausgaben: back to the roots.

Dass Simulatoren immer wichtiger werden und Schulflugzeuge am Ende vielleicht sogar ganz verdrängen, halte ich gleichwohl für möglich und wahrscheinlich – schon aus Kostengründen, vielleicht auch mit dem "Argument" des Klimaschutzes.

forumla1express
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Re: Schweden: Neue Schulflugzeuge für die Flygvapnet

Beitrag von forumla1express »

Die Schweden machen das schon sehr sinnvoll. PC-21 wird bei denen raus sein weil die Schweiz keine Gripen beschafft hat. Und mit modernen Simulatoren und Gripen D ist man schon ausgezeichnet aufgestellt um hochqualitatives Training anzubieten und dann auf die Gripen E zu wechseln. Ob die T-7 wesentlich billiger bzw. einfacher wäre als abbezahlte Gripen, auf die die örtliche Logistik eingespielt ist, ist natürlich die andere Frage.

Österreich könnte sein Ausbildungskonzept auch überarbeiten. Nach dem Screening (DA40) könnten alle angehenden Militärpiloten auf Dart 550 von Diamond gehen (als Ersatz der PC7) und die fliegerische Grundausbildung erlernen. Dann könnte der Split zwischen Helikopter, Transporter und Jet erfolgen. Für die Phase III der Jetausbildung wäre man mit 6 PC-21 plus Simulator gut aufgestellt. Somit würde man nicht nur günstiges Training in dieser Phase bekommen, sondern könnte die Piloten auch länger im Inland ausbilden und mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut machen. Für die Phase IV könnten dann die 2-3 Piloten pro Jahr nach Italien auf die M-346 gehen. Somit hätte man eine Ausbildung mit state-of-the-art Mustern, von der auch das Bundesheer und die lokale Wirtschaft profitieren würden.

opticartini
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Re: Schweden: Neue Schulflugzeuge für die Flygvapnet

Beitrag von opticartini »

Damit das nicht komplett vom Thema abkommt liefere ich nur noch rasch die Quelle für die "70%"-Behauptung oben nach:

https://defence.nridigital.com/global_d ... r_aircraft

>> Pilots train for a broad range of missions in the simulator including air-to-air, air-to-ground and electronic warfare sorties, with the fidelity of the full mission simulators allowing up to 55% of initial training flights to be conducted virtually. This is a marked increased from aircraft such as the fourth-generation F-16, with initial pilot qualification requiring 40% simulator time.
With sixth-generation aircraft, this virtual-live mix for pilot training could be even more heavily dependent on simulator time in the future, explained Tim Davies, a former senior flying instructor on the RAF’s Hawk T2 platform. “I think the balance will be probably 70-30,” he said. <<

Und bezüglich T-7 und Kosten: Einer der größten Kostentreiber bei Flugzeugen ist das Triebwerk. T-7 verwendet so wie die "alten" Gripen eine Variante des General Electric F404, die auch in der F/A-18 Hornet zum Einsatz kommen (bzw. kamen). Diese Triebwerke gelten zwar nicht als herausragend schubstark, aber als ökonomisch. Ich schätze, dass die laufenden Kosten von den T-7 und den schwedischen Trainern, die auf den "alten" Gripen (A bis D) basieren, vergleichbar sind.

theoderich
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Re: Schweden: Neue Schulflugzeuge für die Flygvapnet

Beitrag von theoderich »

Sweden-Stockholm: Training aircrafts

2021/S 093-245474

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