Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

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theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Das sehe ich auch so. PC-21 und ein paar EF-Doppelsitzer wäre die Ideallösung. Die M346 ist für die LRÜ nicht geeignet und zu teuer, wenn man sie nur für den Flugstundendownload einsetzt. Will man eine ordentliche LRÜ mit gelegentlicher Luftraumsicherung bräuchte man 15 Eurofighter zusätzlich, viel mehr Piloten und einen zweiten Standort - nicht nur Zeltweg.


Erneute Evaluierung der Luftraumüberwachung abgeschlossen
Mit dem anstehenden Halbjahresende 2018 hat die neue Evaluierungskommission rund um die Luftraumüberwachung dem Generalstab ihren Bericht übergeben. Demnächst sichtet Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) die Ergebnisse – und will zu etwaigen Details noch Rücksprache mit den Experten halten.
Was ein rasches Urteil über Wohl und Wehe der Eurofighter betrifft, winkt man im Büro des FPÖ-Ministers ab: "Mit einer baldigen Entscheidung ist nicht zu rechnen", erklärt man dort auf STANDARD-Anfrage. Nachdem sich Kunasek mit dem Bericht befasst habe, bräuchte eine weitreichende Entscheidung für die Abfangjäger, nämlich eine Rücksprache sowie einen gemeinsamen Beschluss der gesamten Regierung.

Im Zuge der anstehenden EU-Ratspräsidentschaft muss die Luftraumüberwachung samt -sicherung im nächsten halben Jahr übrigens wegen der anstehenden EU-Treffen hierzulande "fünf bis sechsmal" auf ein Maximum hochgefahren werden – neben einer Vielzahl des militärischen Fluggeräts stehen dann jeweils auch "tausend Soldaten" im Einsatz.
https://derstandard.at/2000082488062/Ev ... eschlossen

Maschin
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Maschin »

theoderich hat geschrieben:
Fr 29. Jun 2018, 13:50
Will man eine ordentliche LRÜ mit gelegentlicher Luftraumsicherung bräuchte man 15 Eurofighter zusätzlich, viel mehr Piloten und einen zweiten Standort - nicht nur Zeltweg.
Für gelegentliche LRÜ brauche ich 15 Flieger mehr? Man muss schon froh sein wenn man 3 Twins durchboxt. Das wird wieder was werden im Parlament.
Aber man bringt auch bei 18 Maschinen 24 Piloten unter. Ist halt nur eine Frage der Kosten.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Ich habe geschrieben "gelegentliche Luftraumsicherung". Zumindest war das vor 20 Jahren das Konzept: 24 Flugzeuge für LRÜ, 30 Flugzeuge für Luftraumsicherung, 72 Flugzeuge für Luftraumverteidigung.

Verweigerer
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Verweigerer »

3 EF-Doppler mindestens dazu, wie schon geschrieben. Natürlich würde ich mich auch über 18 - 24 PC-21 erfreuen. Eh logisch! Ich seufz halt der 346er nach. An die geneigten Leser hier noch `ne kurze Frage, da ja kürzlich die T-6 Texan II in Zeltweg zu erspähen war, welche der beiden Genannten wäre denn die effektivere Lösung als eventueller 105er u. PC-7 Ersatz? PC-21 oder doch die T-6? Sofern man spekulieren darf! Aber ich vermeine dafür ist ja ein Forum schließlich da ;-)

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Verweigerer hat geschrieben:
Fr 29. Jun 2018, 16:24
An die geneigten Leser hier noch `ne kurze Frage, da ja kürzlich die T-6 Texan II in Zeltweg zu erspähen war, welche der beiden Genannten wäre denn die effektivere Lösung als eventueller 105er u. PC-7 Ersatz? PC-21 oder doch die T-6? Sofern man spekulieren darf! Aber ich vermeine dafür ist ja ein Forum schließlich da ;-)
Kommt darauf an, was man will. Für die Ausbildung ist die PC-21 sicher perfekt geeignet; sie hat sogar eine On-Board-Simulation für Radar, ECM und Lenkwaffen. Bezüglich Bewaffnung sieht es nicht so gut aus - die T-6C hat insgesamt sechs Hardpoints, die PC-21 angeblich fünf und offiziell überhaupt keinen:

http://aviationweek.com/site-files/avia ... owcase.pdf

FLIGHT TEST: Pilatus PC-21 - Fast learner (2. Dezember 2008)
The airframe can be "hard" fitted with five pylons (two per wing and one centreline) for external stores or ferry fuel tanks (wing inner pylons only).
https://www.flightglobal.com/news/artic ... er-319516/


Bzgl. LRÜ:

Gegen Slow-mover: Ja.

Als Substitution fehlender Eurofighter: Nein.

Verweigerer
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Verweigerer »

Danke theoderich! Wie immer sehr kompetent und umfangreich. Dann wäre also die T-6C vermutlich ob der Hardpoints doch die bessere Wahl.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »


propellix
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von propellix »

Also wenn dann NUR PC-21! Mit dieser Firma hat´s in 40 Jahren NIE EIN Problem gegeben. Nie auch nur den Geruch von Korruption; bei den Amis steht der Gott sei bei Uns der Untersuchungsausschüsse sofort wieder da und schreit "Korruption"!
Außerdem ist die Slow-Mover-LRÜ eine Nebenaufgabe und für COIN (wofür die T-6C ist) interessieren wir uns nicht.
Und mit diesem Stunden"download" sollten wir gar nicht erst anfangen, denn sonst ist bald die ganze LRÜ "downgeloadet".
Leute: Die M346 wollen manche im Generalstab nur, weil sie da ab und an mitfliegen könnten wie in der 105er.
Wir brauchen 3 Twin-Seater EF dazu und fertig, für die zwischen 15 und 18 Piloten und passt, dann gibt´s auch für alle ausreichend Stunden im Flieger und im Sim. Und mit 18 Piloten geht sich eine verstärkte LRÜ bei Krisen zumindest einige Zeit auch H24 aus.

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman »

Wieviele hardpoints hat unsere pc-7?
Und wer weiß, wie sich der Kunasek entscheidet? Bis zum Auslaufen der Saab wird nicht viel passieren, weil kein Geld.
Aufrüsten unserer EF und gleichzeitig Beschaffung von LUH?
Dann vielleicht leasing von britischen EF twins und erst pc-7, dann später eine handvoll pc-21 oder was anderes.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

iceman hat geschrieben:
Sa 30. Jun 2018, 00:18
Wieviele hardpoints hat unsere pc-7?
Vier:

Bild
http://www.bundesheer.at/cms/artikel.php?ID=5967

iceman hat geschrieben:
Sa 30. Jun 2018, 00:18
Dann vielleicht leasing von britischen EF twins und erst pc-7, dann später eine handvoll pc-21 oder was anderes.
Leasing ist illusorisch. Das kann man für drei Jahre machen, wie bei den Schweizer F-5, evtl. auch über 15 Jahre (siehe die JAS-39C/D in Ungarn bzw. Tschechien), aber auf keinen Fall über 30-50 Jahre. Und außerdem wäre so ein Finanzierungsmodell wesentlich teurer als ein einfacher Kauf, erhöht die Vorbelastungen im Haushalt und ist auch noch Maastricht-relevant:
2.1 Finanzschulden des Bundes

Finanzschulden sind auf Basis des Bundeshaushaltsgesetzes (§ 78 Abs. 1 BHG 2013) definiert als „alle Geldverbindlichkeiten des Bundes, die zu dem Zwecke eingegangen werden, dem Bund die Verfügungsmacht über Geld zu verschaffen“. Sie dürfen vom Bundesminister für Finanzen nur nach Maßgabe der hierfür im BFG oder in einem besonderen Bundesgesetz im Sinne des Art. 42 Abs. 5 B-VG enthaltenen Ermächtigungen eingegangen werden.

[...]

Ausdrücklich der Aufnahme von Finanzschulden gleichgestellt werden Geldverbindlichkeiten aus Rechtsgeschäften, auf Grund derer ein Dritter die Leistung von Auszahlungen des Bundes nach Maßgabe ihrer Fälligkeit übernimmt und der Bund diesem die Auszahlungen erst nach Ablauf des Finanzjahres, in dem die Auszahlungen durch den Bund zu leisten waren, zu ersetzen hat (§ 78 Abs. 3 Z 1 BHG 2013). Ein weiterer Fall (§ 78 Abs. 3 Z 2 BHG 2013) sind außergewöhnliche Finanzierungserleichterungen, bei denen die Fälligkeit der Gegenleistung des Bundes auf einen mehr als zehn Jahre nach dem Empfang der Leistung gelegten Tag festgesetzt oder hinausgeschoben wird. Bei diesen Sonderformen von Finanzschulden handelt es sich um Verbindlichkeiten, die zwar im Zusammenhang mit der laufenden Verwaltungstätigkeit (z. B. durch einen Leasing-Vertrag) entstehen, bei denen jedoch der Finanzierungszweck im Vordergrund steht.
https://service.bmf.gv.at/Budget/Budget ... n_2017.pdf

Der Generalstab ist 2016 vom Leasing eines Advanced Jet Trainers ausgegangen - mit Kosten von mindestens 750 Mio. EUR über 30 Jahre! Ein bestehendes Negativbeispiel ist die Montecuccoli-Kaserne in Güssing: Das Baurecht wurde an die BIG übertragen, diese errichtete Neubauten für ca. 47 Mio. EUR - und dem BMLV entstanden langfristige Kosten (Vertraglicher Kündigungsverzicht: 25 Jahre!) von 163,75 Mio. EUR! Leasing mag kurzfristig budgetschonend sein - langfristig ist es eine schwere Belastung für das Budget, vor allem wenn dieses Jahr für Jahr stark gekürzt wird.

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