Mehrzweckhubschrauber

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theoderich
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Re: Mehrzweckhubschrauber

Beitrag von theoderich »

Beschaffung neuer Mehrzweckhubschrauber – eine schier unendliche Geschichte!

https://www.bundesheergewerkschaft.com/ ... gesamt.pdf

Dr4ven hat geschrieben:
So 2. Aug 2020, 11:06
- Wie lösen Kroatien, Tschechien und Griechenland die Wartung und Updates?
In Kroatien wird die Wartung von der staatlichen Firma Zrakoplovno-tehnički centar (ZTC) übernommen, die angeblich in finanziellen Schwierigkeiten steckt.

Tschechien hat mit Bell Helicopters vereinbart, dass der Hersteller tschechischen Firmen alle erforderlichen Unterlagen zur Verfügung stellt, damit diese UH-1Y und AH-1Z selbständig warten und modernisieren zu können:
Díl 6.: Jak se zapojí náš domácí průmysl?

Součástí smlouvy o pořízení vrtulníků bude také dohoda o průmyslové spolupráci. Výrobce nám poskytne veškerou nezbytnou dokumentaci, aby české firmy mohly provádět servis a údržbu. S domácími firmami na sto procent počítáme také v případě další modernizace.

Když už musíme nakupovat v zahraničí, snažíme se co nejvíce pomoci českým firmám. Děláme to tak vždycky. Jednoznačně.

Chceme mít techniku kompatibilní se spojenci v NATO.

Chceme techniku, která mluví stejným jazykem. A přesně to nové vrtulníky umí.
http://www.mocr.army.cz/informacni-serv ... o--216178/

Es gibt dort staatliche Rüstungsunternehmen, davon ist LOM Praha auf die Wartung von Hubschraubern spezialisiert:

Ungarn löst die Frage der Wartung ganz anders, ähnlich wie in Österreich: Die Basiswartung für die neuen Airbus Helicopters H145M erfolgt auf der MH 86. Szolnok Helikopter Bázis (MH 86. SZHB), aber auch - für Rettungseinsätze - auf der MH Pápa. Verantwortlich für die Continuing Airworthiness Management Organisation (CAMO) ist die Légialkalmasságért Felelős Csoport (übersetzt etwa "Airworthiness Group"), für Maintenance, Repair and Overhaul (MRO) die Üzembentartó század (übersetzt etwa "Maintenance Squadron"):
  • Honvédelmi Közlöny, CXLVI. ÉVFOLYAM 11. SZÁM (2019. december 20.)
    12/2019. (HK 11.) MHP LOGCSF szakutasítás H145M típusú könnyű többcélú helikopter üzembentartási és karbantartási szabályairól
    15. A helikopterek bázisrepülőtere az MH 86. SZHB, ugyanakkor a légi kutató mentő feladatok ellátása érdekében a helikopterek kiszolgálása az MH Pápa Bázisrepülőtéren is történik.
    20. A helikopterek folyamatos légi alkalmasságának biztosítása két egymástól elkülönülő szervezet együttműködésével valósul meg:
    • A folyamatos légialkalmasság fenntartására (CAMO) vonatkozó feladatokat a Légialkalmasságért Felelős Csoport.
    • Üzembentartó és Karbantartó Szervezet (MRO) feladatait a kezdeti időszakban az Üzembentartó század hajtja végre.
    http://www.kozlonyok.hu/kozlonyok/Kozlo ... 019/11.pdf

Dr4ven
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Re: Mehrzweckhubschrauber

Beitrag von Dr4ven »

http://www.militaeraktuell.at/bells-eur ... uell-talk/

Neben dem H-145M von Airbus Helicopters gilt der Bell 429 als weiterer Kandidat für die Nachfolge der Alouette III des Bundesheeres. Militär Aktuell-Autor Georg Mader hat mit Duncan van de Velde, Geschäftsführer von Bell-Helicopters für Europa und Russland, über die Vorteile und das Leistungsspektrum der Bell 429 gesprochen. Aber auch über rot-weißt-rote Firmenpartner und eine mögliche Endfertigung der Hubschrauber bei Heli-Austria in Bad Vöslau.

Duncan van de Velde, Geschäftsführer von Bell-Helicopters für Europa und Russland.

Herr Van de Velde, beginnen wir mit einer allgemeinen Frage: Natürlich ist dies nicht das erste Mal, dass eines Eurer Muster an einer militärischen Beschaffung teilnimmt. In Bezug auf die Auswahl für Österreich, aber auch generell im Spektrum leichter Mehrzweckhubschrauber, gibt es eigentlich nur zivil entworfene Designs. Macht es einen großen Unterschied für Ihr Unternehmen, wenn es sich um militärisch ausgerüstete und bewaffnungsfähige Typen handelt?

Im vergangenen Monat feierte Bell seinen 85. Geburtstag und während all dieser Jahre haben wir immer revolutionäre Lösungen gefunden. Aktuell entfallen etwa 60 Prozent unseres Geschäfts auf das militärische Segment und wir haben über 50 Jahre Erfahrung in der Lieferung und Unterstützung von Hubschraubern mit militärischer Ausrüstung.

Erinnern Sie sich an den ersten echten Kampfhubschrauber? Das war der Bell AH-1 Cobra für das US-Heer – soviel zur DNA einer militarisierten Lösung in unserem Unternehmen. Was unser Modell Bell 429 betrifft, so handelt es sich dabei um einen bewährten Mehrzweckhubschrauber, der jedes System in die Lufttüchtigkeitsanforderungen integrieren kann, um die Sicherheit österreichischer Soldaten und Bürger in Gegenwart oder Zukunft zu erhöhen.
Dies unterliegt natürlich immer der Genehmigung der US-Regierung, denn für militarisierte Flugzeuge beziehungsweise Hubschrauber, die sich nicht in einer vollständig zivilen Konfiguration befinden, sind gesonderte Genehmigungen erforderlich. Zudem ist der Bell 429 sehr vielseitig und kann schnell neu konfiguriert werden, um für die nächste, ganz andere Mission bereit zu sein.

Bitte erzählen Sie uns mehr über die Bell 429 auf dem Weltmarkt, mit Schwerpunkt auf staatliche Betreiber, wie zum Beispiel der slowakischen Polizei oder den neuen Vertrag mit den australischen Spezialeinheiten (Militär Aktuell berichtete).

Heute fliegen mehr als 350 Bell 429 auf der Welt und viele dieser Hubschrauber werden in sogenannten Parapublic-, Militär-, HEMS und SAR-Missionen betrieben, vor allem in großen Höhen – also Umgebungen, die für bergiges Gelände wie Österreich relevant sind. In Europa kommen Bell 429 Hubschrauber für SAR-Einsätze von Air Zermatt in den Schweizer Alpen über Heliand in Andorra bis hin zu Air Transport Europe in der Hohen Tatra zum Einsatz. In ihrem Nachbarland macht der staatliche slowakische Regierungsflugdienst mit diesem Hubschrauber Unterstützung für die Polizei, Brandbekämpfung, Katastrophenschutz und Bergrettung.
Dieser Kunde ist von der Leistung und Zuverlässigkeit des Hubschraubers begeistert, insbesondere für seine speziellen Missionsarten, einschließlich des Absetzens und Aufnehmens von taktischen Spezialeinheiten oder der Grenzpatrouille. Oder nennen wir die türkische Bundespolizei mit ihrer Flotte von 15 Bell 429 und einer eben gemeldeten Betriebsverfügbarkeitsrate von 95 Prozent. Oder die schwedische Bundespolizei, sie betreibt neun Stück.

Und wie Sie richtig erwähnt haben, wurde kürzlich auch Babcock, einer der weltweit größten und erfahrensten Hubschrauberbetreiber, mit unserem Modell 429 für das Projekt „Land 2097” ausgewählt, um die Spezialeinheiten der australischen Verteidigungsstreitkräfte zu unterstützen. In Summe nutzen derzeit Betreiber in 22 Nationen einschließlich der USA den 429 für Missionen ähnlich jenen, welche die österreichischen Streitkräfte fordern beziehungsweise abfragen.


In unseren Tageszeitungen wurde kürzlich der Bell 429 simpel als der billigste unter den Konkurrenten bezeichnet, aber oft werden „nackte” Anschaffungskosten, direkte Wartungs- und Betriebskosten sowie die gesamten Lebenszykluskosten verwechselt und fälschlicherweise verglichen. Könnten Sie für uns dahingehend ein wenig Licht ins Dunkel bringen?

Gern. Die Meldungen bezogen sich auf die Zahlen der Luftfahrt-Ratingagentur Conklin & Dedecker, eine externe Quelle, die eigentlich den Standard in der Industrie setzt, wie Gesamtbetriebskosten eines Hubschraubers beziehungsweise Lebenszykluskosten zu berechnen sind. Die niedrigeren Lebenszykluskostendaten unseres Produkts im Vergleich zur Konkurrenz zeigen, dass zu den – aber auch zwischen den anderen – genannten Mustern ein erheblicher Kostenunterschied besteht. Wir sind der Ansicht, dass dies nicht ignoriert werden sollte und angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Situation, mit der wir alle derzeit konfrontiert sind, sollte das ein entscheidender Faktor sein. Diese Hubschrauber werden höchstwahrscheinlich 40 Jahre lang für die österreichische Regierung fliegen, daher muss der Aspekt der Lebensdauer-Gesamtkosten besonders beachtet werden. Es ist entscheidend, den gesamten Lebenszyklus eines Hubschraubers zu bewerten, und nicht nur seine Anschaffungskosten. Dazu möchte ich noch etwas ergänzen …

Bitte.

Für die gegenwärtige türkis-grüne Koalition haben Umweltfragen erhöhte Priorität – und hier ist ein Faktor, dass der Bell 429 rund 17 Prozent weniger Treibstoff verbraucht als die in den Medien als Favorit kolportierte Type. Übrigens: Zu den geringsten Lebenszykluskosten trägt bei, dass der Bell 429 der erste kommerzielle Hubschrauber ist, der nach der sogenannten „Maintenance Steering Group 3” zertifiziert wurde, eine Methode zur Verbesserung der Wartungseffizienz durch Eliminierung redundanter und ineffektiver Wartungsaufgaben. Diese und andere Bemühungen bleiben in der Fachwelt nicht unbemerkt, in der „Aviation International News Product Support Umfrage” wurden wir wieder zum Nummer eins Drehflügler-Hersteller gekürt, das „Vertical Magazine” zeichnete unseren außergewöhnlichen Kundenservice aus.

Wenn sie in Österreich auch nicht im Vordergrund steht, aber wie lange würde eine vollständige Militarisierung eines Bell 429 dauern? Und wo würde das passieren?

Bell selbst bietet keine vollständig militarisierte Lösung für die 429 an, arbeitet jedoch wie bei anderen Modellen mit Dritten zusammen.
Wir müssen ja sicherstellen, dass wir die Missionsanforderungen des Kunden erfüllen. Basierend auf den Erfahrungen mit anderen Plattformen schätzen wir, dass dieser Prozess weniger als 24 Monate dauern wird.
Falls Bell für diese Beschaffung ausgewählt wird und ein vollständiges militarisiertes Upgrade gefordert wird, würde die Qualifizierung und Lufttüchtigkeit der Spezialausrüstung in den USA erfolgen.

Die Installation der militarisierten Systeme würde aber in Österreich erfolgen, im Einklang mit behördlichen Genehmigungen für die von den österreichischen Streitkräften ausgewählte oder beschaffte Ausrüstung. Unser Team ist bereit, das österreichische Verteidigungsministerium damit aber auch im viel unmittelbareren Bedarf bei Brandbekämpfung, Such- und Rettungseinsätzen sowie beim Truppentransport zu unterstützen. Das Wassertank-System unter der 429 kann beispielsweise – anders als mit einem „Bucket-Tank” als Hängelast – auch in der Nacht Feuer bekämpfen und ein solcher Tank ist auf mittleren Hubschraubern mit Räderfahrwerk nicht installierbar.


Dies bringt uns zu Ihren ausgewählten österreichischen Partnern: Wie werden diese in das beabsichtigte Government-to-Government-Geschäft integriert und durch die US-Behörden bestätigt?

Vom ersten Tag unserer Präsenz hier stand vom Auswahlausschuss des österreichischen Verteidigungsministeriums die Frage im Mittelpunkt: „Was ist Ihr lokaler Anteil und wie können Sie Österreich einen Mehrwert bringen?” Somit haben wir umgehend eine detaillierte Bewertung mehrerer Unternehmen durchgeführt.

Und wen hat Bell ausgewählt?

Air Ambulance Technologies (AAT), welche die medizinischen Geräte und den medizinischen Innenraum für die Hubschrauber bereitstellen wird.
Das Besondere an unserer Beziehung zu AAT ist, dass wir eine Lizenzvereinbarung geschlossen haben, in der wir unser geistiges Eigentum an AAT übertragen konnten, um ein medizinisches Interieur zu entwickeln. AAT wird nun in der Lage sein, eigene Medevac-Ausrüstunglösungen zu entwickeln und zu vermarkten, die auch außerhalb Österreichs global weiter exportiert werden können. Das zweite Unternehmen ist die AMST-Systemtechnik GmbH, die den kompletten Simulator für die Ausbildung der Piloten stellt – wir waren sehr beeindruckt von ihren technischen Fähigkeiten und ihrem Fachwissen. Last, but not least, besteht unsere größte Partnerschaft mit der Heli-Austria GmbH. Wenn wir ausgewählt werden, werden die für Österreich bestimmten „429er” in den Anlagen von Heli-Austria endausgerüstet und fertiggestellt.

Die Endmontage würde also in Österreich erfolgen?
Genau. Der Arbeitsumfang würde den finalen Zusammenbau des Hubschraubers sowie die Installation von Anpassungsausrüstung und Spezialpaketen umfassen, welche von den österreichischen Streitkräften ausgewählt werden. Das nötige technische Wissen zur Durchführung der Arbeiten wird von uns an Heli-Austria übertragen, damit diese – ich erwähnte die vermutlich lange Nutzungsdauer in Österreich – künftige Aufwertungen und Modernisierungen installieren und langfristige Reparaturen sowie Überholungen an Hauptüberholungskomponenten durchführen können.

Dies wäre überhaupt das erste Mal, dass ein Serien-Hubschrauber in Österreich fertiggestellt würde, kein Mitbewerber bietet das. Dieses weitreichende Angebot an industrieller Beteiligung von Bell und der US-Regierung wird gerade durch die österreichische Regierung ausgewertet. Es würde der österreichischen Gesellschaft finanziell zugutekommen, indem die für den Kauf der Hubschrauber verwendeten Mittel wieder in die Wirtschaft gepumpt würden.

In der Slowakei werden Bell 429 zur Unterstützung der Polizei, zur Brandbekämpfung, im Katastrophenschutz und für Bergrettungsdienste eingesetzt.
Sie sind also davon überzeugt, dass eine solche Endausrüstung und -montage in Österreich bei Heli-Austria zertifiziert werden kann?


Ja, die Heli-Austria GmbH ist seit langem ein treuer Bell-Kunde. Das ist eine professionelle und erfahrene Organisation, die über alle anrechenbaren Zertifikate (Anm.: AOC, CAMO, Part-145, ATO & Design Organization) und Kenntnisse verfügt, um die Pflicht zur Fertigstellung von Flugzeugen zu erfüllen.
Die Hubschrauberzellen beziehungsweise -kits würden mit einem Lufttüchtigkeitszeugnis aus unserer Bell-Fabrik in Kanada ankommen, in Bad Vöslau – also nahe Wiens – würde man die Hubschrauber zusammenbauen, Serviceflüge durchführen und dann die Anpassung sowie die spezielle Ausrüstung installieren. Die US-Regierung und Bell werden mit Heli-Austria zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass das Team ordnungsgemäß geschult wird und über alle neuen Zertifizierungen verfügt, die für die Lieferung eines fertigen Produkts an die österreichische Regierung erforderlich sind.

Was halten Sie von dem von der österreichischen Regierung geplanten Ankauf der Hubschrauber in Form eines Government-to-Government-Geschäfts?

Wir selbst haben aber schon eine längere Geschichte in der Zusammenarbeit mit der US-Regierung bei der Beschaffung auf Basis von Government-to-Government. Erst kürzlich hat die Tschechische Republik Bell-Hubschrauber nach demselben Verfahren gekauft (Anm.: acht UH-1Y und vier AH-1Z-Kampfhubschrauber).
Das war ein großer Erfolg aller Beteiligten – unsere Europa-Zentrale in Prag ist ja auch „nebenan”.
Der zugrundeliegende sogenannte Foreign Military Sales (FMS) Prozess ist weltweit gut bekannt und hat einen hervorragenden Ruf für eine offene und transparente Abwicklung, welche auch mögliche Compliance-Probleme beseitigt. Abschließend: Bell kann ein vertrauenswürdiger Partner für die österreichische Regierung sein, indem via US-Regierung ein offener und transparenter Prozess bereitgestellt und ein Angebot mit den niedrigsten Lebenszykluskosten und hohen lokalen Inhalte bereitgestellt wird, welches die österreichische Wirtschaft in den kommenden schwierigen Jahren messbar unterstützen wird.
Ich glaube mein Favorit ist doch gerade ein Produkt aus ITA geworden...


theoderich
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Re: Mehrzweckhubschrauber

Beitrag von theoderich »

https://www.facebook.com/militaeraktuel ... ?__tn__=-R
Dr4ven hat geschrieben:
Mi 12. Aug 2020, 09:03
Bell selbst bietet keine vollständig militarisierte Lösung für die 429 an, arbeitet jedoch wie bei anderen Modellen mit Dritten zusammen.
Dr4ven hat geschrieben:
Mi 12. Aug 2020, 09:03
Basierend auf den Erfahrungen mit anderen Plattformen schätzen wir, dass dieser Prozess weniger als 24 Monate dauern wird.

Falls Bell für diese Beschaffung ausgewählt wird und ein vollständiges militarisiertes Upgrade gefordert wird, würde die Qualifizierung und Lufttüchtigkeit der Spezialausrüstung in den USA erfolgen.

Die Installation der militarisierten Systeme würde aber in Österreich erfolgen, im Einklang mit behördlichen Genehmigungen für die von den österreichischen Streitkräften ausgewählte oder beschaffte Ausrüstung.
Dr4ven hat geschrieben:
Mi 12. Aug 2020, 09:03
Last, but not least, besteht unsere größte Partnerschaft mit der Heli-Austria GmbH. Wenn wir ausgewählt werden, werden die für Österreich bestimmten „429er” in den Anlagen von Heli-Austria endausgerüstet und fertiggestellt.

Die Endmontage würde also in Österreich erfolgen?

Genau. Der Arbeitsumfang würde den finalen Zusammenbau des Hubschraubers sowie die Installation von Anpassungsausrüstung und Spezialpaketen umfassen, welche von den österreichischen Streitkräften ausgewählt werden. Das nötige technische Wissen zur Durchführung der Arbeiten wird von uns an Heli-Austria übertragen, damit diese – ich erwähnte die vermutlich lange Nutzungsdauer in Österreich – künftige Aufwertungen und Modernisierungen installieren und langfristige Reparaturen sowie Überholungen an Hauptüberholungskomponenten durchführen können.

Dies wäre überhaupt das erste Mal, dass ein Serien-Hubschrauber in Österreich fertiggestellt würde, kein Mitbewerber bietet das. Dieses weitreichende Angebot an industrieller Beteiligung von Bell und der US-Regierung wird gerade durch die österreichische Regierung ausgewertet. Es würde der österreichischen Gesellschaft finanziell zugutekommen, indem die für den Kauf der Hubschrauber verwendeten Mittel wieder in die Wirtschaft gepumpt würden.


Ja, sicher: "Lasst uns die Fachabteilung der Fliegerwerft 3 in Aigen zusperren, das dortige Personal auf die Straße setzen und liefern wir uns einem winzigen Privatunternehmen aus!" Und dann enden wir wie die deutsche Luftwaffe, die die gesamte Wartung an die Industrie ausgelagert hat und mit überhöhten Kosten und niedrigen Klarständen kämpft.
Dr4ven hat geschrieben:
Mi 12. Aug 2020, 09:03
Sie sind also davon überzeugt, dass eine solche Endausrüstung und -montage in Österreich bei Heli-Austria zertifiziert werden kann?

Ja, die Heli-Austria GmbH ist seit langem ein treuer Bell-Kunde. Das ist eine professionelle und erfahrene Organisation, die über alle anrechenbaren Zertifikate (Anm.: AOC, CAMO, Part-145, ATO & Design Organization) und Kenntnisse verfügt, um die Pflicht zur Fertigstellung von Flugzeugen zu erfüllen.

Die Hubschrauberzellen beziehungsweise -kits würden mit einem Lufttüchtigkeitszeugnis aus unserer Bell-Fabrik in Kanada ankommen, in Bad Vöslau – also nahe Wiens – würde man die Hubschrauber zusammenbauen, Serviceflüge durchführen und dann die Anpassung sowie die spezielle Ausrüstung installieren. Die US-Regierung und Bell werden mit Heli-Austria zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass das Team ordnungsgemäß geschult wird und über alle neuen Zertifizierungen verfügt, die für die Lieferung eines fertigen Produkts an die österreichische Regierung erforderlich sind.


Eine völlig wahnsinnige Idee. Ein Flugrettungs- bzw. Bedarfsflugunternehmen und eine Flugschule die nicht einmal für MRO-Leistungen zertifiziert ist, geschweige denn irgendwelchen Erfahrungen in der Fertigung komplexer Systeme hat, mit der Endmontage und Modifikation eines Militärhubschraubers zu beauftragen ...

https://www.firmenabc.at/heli-austria-holding-gmbh_Euby Der Austro Control zufolge hält die Heli-Austria GmbH derzeit folgende Zertifikate: Air Operator's Certificate (AOC) und Continuing Airworthiness Management Organisation (CAMO).
  • Part-M Subpart G an AOC-Halter gebundene CAMOs für Hubschrauber in Österreich
    Nr.

    AT.MG.A-306

    Name

    Heli Austria GmbH

    Adresse

    Heliport
    5600 St. Johann im Pongau
    Umfang

    Airbus Helicopters AS 332
    Airbus Helicopters AS 350 - EC 130
    Airbus Helicopters AS 355
    Airbus Helicopters Deutschland EC 135 Serie
    Airbus Helicopters Deutschland MBB-BK 117
    Bell 212
    Bell 412
    MD 900
    Robinson R4
    https://www.austrocontrol.at/jart/prj3/ ... 307365.pdf
In der List of approved design organisations - Part 21 der EASA finden sich derzeit folgende österreichische Unternehmen:
  • Austrian Airlines AG
    • Scope Description: Supplemental Type Certificates, Minor Repairs
  • Air Ambulance Technology GmbH
    • Scope Description: Changes and repairs to aircraft related to Cabin, and related structures and systems.
  • BRP-Rotax GmbH & Co KG
    • Scope Description: Piston engines
  • Diamond Aircraft Industries GmbH
    • Scope Description: Small Aeroplanes
  • FACC Operations GmbH
    • Scope Description: STC, minor changes and repairs to small and large aeroplanes related to structures, cabin interiors, galleys and other interior equipment
  • AMES AEROSPACE AND MECHANICAL ENGINEERING SERVICES ING. WALTER STARZACHER GESMBH
    • Scope Description: Changes and repairs to aeroplanes and rotorcraft related to structure, electrical systems, cabin interiors, galleys or other interior equipment, avionics and installation of avionics equipment.
  • Austro Engine GmbH
    • Scope Description: Piston engines
  • Urbe Aero GmbH
    • Scope Description: Changes to small aeroplanes, very light aeroplanes, sailplanes and powered sailplanes related to avionics, installation of avionics equipment, electrical systems, cabin interiors and related structure
  • Pankl Aerospace Systems Europe GmbH
    • Scope Description:
      • Aircraft: Structure, cabin interior and related electrical systems, galleys
      • Rotorcraft only: Drive line systems
  • Airborne Technologies GmbH
    • Scope Description:
      • Installation of avionics equipment;
      • Structure;
      • Performance, limited to the effects of system installations;
      • Emergency systems (e.g. de-icing systems);
      • Installation of electrical systems;
      • Installation of mission systems;
      • Noise;
      • Cabin interiors;
      • Replacement of accessories on piston engines.
  • Air Ambulance Technology GmbH
    • Scope Description:
      • Changes and repairs to aircraft related to Cabin, and related structures and systems.
http://easa.europa.eu/download/doa-adoa ... d-DOA.xlsx

Demnach hat die Heli Austria GmbH KEIN Zertifikat als "design organisation".

Und das BMLV soll dann womöglich auch noch das Entwicklungsrisiko tragen, Lieferverzögerungen inklusive. Wenn das Projekt an Fertigungsmängeln oder dgl. scheitert ist das Bundesheer der Leidtragende.

In der Schweiz kann man Flugzeuge und Hubschrauber endmontieren. Dort gibt es mit RUAG Aerostructures und RUAG MRO Holding jahrzehntelange Erfahrung mit Militärflugzeugen und -hubschraubern.
  • Eine neue Katze für die Schweizer Luftwaffe (Schweizer Soldat Nr. 2/2002)
    Der erste Schweizer Cougar mit der Nummer T-333 absolvierte am 15. Mai 2000 in Marignane den Erstflug. Diese Maschine blieb noch ein Jahr in Südfrankreich und kam im vergangenen Mai in die Schweiz. Die offizielle Übergabe des ersten Helikopters T-331 an die Luftwaffe fand am 2. Mai 2001 statt. Diese Maschine wurde ebenfalls noch in Marignane fertiggestellt, die anderen zehn Einheiten werden bei RUAG Aerospace in Emmen endmontiert.
    https://www.e-periodica.ch/digbib/view? ... :77::56#56
Zuletzt geändert von theoderich am Do 13. Aug 2020, 07:34, insgesamt 8-mal geändert.

theoderich
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Re: Mehrzweckhubschrauber

Beitrag von theoderich »

Salzburger Nachrichten vom 12. August 2020 hat geschrieben:Tag X für die Hubschrauber

Die Entscheidung, welche neuen Hubschrauber das Bundesheer bekommt, könnte unmittelbar bevorstehen. Der Wien-Besuch des US-Außenministers Pompeo kommt da wohl nicht zufällig.


WIEN. Wenn US-Außenminister Mike Pompeo am Freitag nach Wien kommt, dürfte in seinen Unterredungen mit der österreichischen Regierungsspitze auch das Thema Hubschrauber zur Sprache kommen. Denn die Entscheidung über den Kauf von 18 neuen Mehrzweckhubschraubern für das Bundesheer könnte unmittelbar bevorstehen. Und da möchten auch die USA ein Wörtchen mitreden.

Unter den drei Anbietern, die in der engeren Wahl sind, befindet sich der US-Hersteller Bell mit seinem Hubschrauber Bell 429. Die Konkurrenten für das 300-Millionen-Euro-Geschäft sind die italienische Firma Leonardo mit dem Modell AW169 und Airbus mit dem Hubschrauber A145M.

Als Favorit gilt heeresintern das Angebot von Leonardo. Doch Airbus hat sich zuletzt ins Zeug geworfen und den A145M in Wiener Neustadt den Medien präsentiert. Auch Bell plant nun eine Präsentation in Bad Vöslau im Beisein von Trevor Traina, dem US-Botschafter in Österreich. Bell und die US-Regierung gehen gemeinsam vor und bieten ein Geschäft von Regierung zu Regierung an: Jede Gefahr von Korruption sei dadurch ausgeschlossen, die US-Regierung gebe Österreich alle Sicherheiten. Außerdem bietet Bell an, in das Geschäft auch österreichische Partner einzubinden - etwa die Salzburger Firma Heli Austria.

Die 18 Mehrzweckhubschrauber, die das Bundesheer seit Jahren kaufen möchte, sollen die 50 Jahre alten Hubschrauber Alouette III ersetzen. Diese sind nicht nur militärisch, sondern auch im Katastropheneinsatz unentbehrlich. Sie werden unter anderem für Lösch-, Berge- und Lawineneinsätze gebraucht. 2023 müssen die Alouette aber ausrangiert werden. Bis dahin sollte ein Nachfolgemodell da sein.

2018 hatte das Finanzministerium das Geld für den Hubschrauberkauf bereits freigegeben. Dann kam aber der Regierungswechsel dazwischen. Nun wartet das Bundesheer neuerlich auf die Mittelfreigabe durch Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP). Er ist übrigens am Freitag bei den Gesprächen mit US-Außenminister Pompeo dabei.

theoderich
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Re: Mehrzweckhubschrauber

Beitrag von theoderich »

Besuch in Wien
US-Außenminister macht guten Wind für Hubschrauber-Geschäft

Dass sich just vor dem morgigen Österreichbesuch von US-Außenminister Mike Pompeo ein US-Hubschrauberhersteller prominent in die Auslage stellt, mag auch Zufall sein. Tatsache ist: Die Firma Bell mischt bei der anstehenden Beschaffung von 18 Mehrzweckhubschraubern für das Bundesheer wieder mit.

Es geht primär um den Ersatz der über 50 Jahre alten Alouette III, in weiterer Folge auch um die Nachfolge des bewaffneten Hubschraubers Bell OH-58 „Kiowa“. Die Bundesregierung will das Hubschrauberpaket als Government-to-Government-Geschäft abwickeln, bisher galten dafür zwei europäische Muster als Favoriten: Der Generalstab sprach sich für den AW-169M von Leonardo (Italien) aus, die fliegende Truppe bevorzugt den H-145M von Airbus Helicopters (Deutschland).

Der Politik machen nun die Amerikaner ihre Bell 429 mit einem gewichtigen Argument schmackhaft: Die Militärversion des zweimotorigen Helikopters würde durch die Firma Heli-Austria in Bad Vöslau zusammengebaut und auch dort serviciert werden, sagte Europa-Geschäftsführer Duncan van de Velde dem Magazin „militär aktuell“. Auch den Umweltaspekt bringt der Bell-Manager gekonnt ins Treffen. Dass das eigene Produkt im Vergleich zur Konkurrenz 17 Prozent weniger Sprit verbrauche, müsste die türkis-grüne Koalition doch interessieren.

Eine Entscheidung des Verteidigungsministeriums, mit welchen Regierungen (nicht Herstellern) man in nähere Gespräche tritt, könnte dem Vernehmen nach nächste Woche fallen. Da trifft es sich gut, dass auch Finanzminister Gernot Blümel morgen dem Treffen mit Pompeo beiwohnen soll. Das rund 300 Millionen Euro schwere Hubschrauberpaket muss ja über eine Sonderfinanzierung außerhalb des Heeresbudgets gestemmt werden.

Neben Blümel wird sich Präsident Trumps Chefdiplomat auch mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Kanzler Sebastian Kurz und Außenminister Alexander Schallenberg besprechen. Zudem weiht er mit Wiens Bürgermeister Michael Ludwig eine US-österreichische Freundschaftstram ein und legt mit dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, und Kardinal Christoph Schönborn einen Kranz am Mahnmal für die österreichischen jüdischen Opfer der Schoah nieder.

Pompeos Arbeitsbesuch bei seinem Amtskollegen in Wien findet im Rahmen einer fünftägigen Europareise statt, die ihn seit Montag durch Tschechien, Polen, Österreich und Slowenien führt. Auf seiner letzten Station in Wien wird Pompeo auch mit dem griechischen Außenminister Nikos Dendias über den aktuellen Streit mit der Türkei um Gas- und Ölbohrungen im Mittelmeer sprechen.

Wilfried Rombold
https://www.kleinezeitung.at/politik/au ... -Wind-fuer

anastasius
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Re: Mehrzweckhubschrauber

Beitrag von anastasius »


cliffhanger
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Re: Mehrzweckhubschrauber

Beitrag von cliffhanger »

Wäre es nicht sinnvoller diese 18 neuen Hubschrauber so anzukaufen das sie bewaffenbar sind, bzw. einen teil davon auch adequat zu bewaffnen und die Kiowa für den Rest ihrer Lebensdauer als Schlungshubschrauber zu verwenden ?

theoderich
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Re: Mehrzweckhubschrauber

Beitrag von theoderich »

Im Militärischen Pflichtenheft werden auch sechs Bewaffnungspakete ("Missionsausrüstungspaket Wirkungssystem") gefordert.

Die OH-58B werden frühestens 2025 außer Dienst gestellt. Zusätzliche leichte Mehrzweckhubschrauber, um diese Staffel zu ersetzen, wird es sicher nicht geben:

viewtopic.php?f=6&t=40&p=2071&hilit=Kiowa#p2071

chuckw
Beiträge: 275
Registriert: Mo 30. Apr 2018, 12:38

Re: Mehrzweckhubschrauber

Beitrag von chuckw »

theoderich hat geschrieben:
Do 13. Aug 2020, 12:17
Die OH-58B werden frühestens 2025 außer Dienst gestellt. Zusätzliche leichte Mehrzweckhubschrauber, um diese Staffel zu ersetzen, wird es sicher nicht geben:

viewtopic.php?f=6&t=40&p=2071&hilit=Kiowa#p2071
Es würden ja 6 oder 8 H125M mit z.B. HForce Option 2 reichen...und so viel kosten würde die Anschaffung auch wieder nicht. Aber ich weiß, wir leben in Österreich.
Alles läßt sich durch Standhaftigkeit und feste Entschlossenheit erreichen. (Prinz Eugen v. Savoyen)

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