Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

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Phoenix
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Re: Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

Beitrag von Phoenix » Do 4. Apr 2019, 16:40

Was für Upgrades wären eigentlich beim ULAN dringend notwendig?

Robos
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Re: Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

Beitrag von Robos » Fr 5. Apr 2019, 22:58

Phoenix hat geschrieben:
Do 4. Apr 2019, 16:40
Was für Upgrades wären eigentlich beim ULAN dringend notwendig?
Keines!

theoderich
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Re: Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

Beitrag von theoderich » So 7. Apr 2019, 22:30

Innviertler stellen größtes Bataillon im Land
Das Bataillon verfügt über 51 Schützenpanzer und 110 Fahrzeuge. Knapp 500.000 Kilometer sind im Vorjahr zusammengekommen. Unabhängig vom Standort bereite die Entwicklung bei der Ausstattung Sorge. Es seien deutlich mehr Mittel nötig. Der Bogen spanne sich von Hubschraubern über Leopard-Kampfpanzer in Wels, bei denen eine Grundsatzentscheidung anstehe, bis hin zu den Rieder Ulan-Schützenpanzern. Bei Letzteren sei eine vorgesehene Generalüberholung seit fünf Jahren überfällig, aber aus budgetären Gründen laufend hinausgeschoben worden. "Bei einem Auto würde man sagen, dass die Anzeige, die auf das Überschreiten des Serviceintervalls hinweist, tiefrot leuchtet", so Steingreß. "Die Politik ist gefordert. Es muss Geld her, sonst kann das Bundesheer seinen gesetzlichen Auftrag nicht mehr erfüllen."
https://www.nachrichten.at/oberoesterre ... 70,3117311

Phoenix hat geschrieben:
Do 4. Apr 2019, 16:40
Was für Upgrades wären eigentlich beim ULAN dringend notwendig?
Vermutlich Obsoleszenzbeseitigung bei Systemen wie dem Fahrernachtsichtgerät (dem mittlerweile veralteten Kollsman DNRS), der Feuerleitanlage, der Hauptzieleinrichtung und der Kommandantenzieleinrichtung.

Bild
http://web.archive.org/web/200005311510 ... night.html

Zusätzlich Einrüstung eines Rundumsichtsystems, wie bei BvS10 MkIIB und Pandur EVO. Außerdem würde das Intercom VIC 3-0 mit einer neuen IP-Bordsprechanlage ersetzt werden und ein Battlefield Management System und Komponenten des künftigen "Tactical Communication Network" (frühere Projektbezeichnung: FTCN) würden eingerüstet:
  • "Ulan" - Der neue Schützenpanzer des Österreichischen Bundesheeres (Truppendienst Folge 268, Ausgabe 1/2003)
    Ziel- und Beobachtungseinrichtungen

    Für den Fahrer steht ein zentraler Winkelspiegel im Fahrerlukendeckel zur Verfügung, der gegen ein passives Nachtsichtgerät AN-VVS2 (Standardgerät des ÖBH) ausgetauscht werden kann. Weitere sieben Winkelspiegel befinden sich in der Kuppel des Gruppenkommandanten. Dazu kommen noch einer für den hinter dem Fahrer sitzenden Grenadier und einer in der Hecktüre oberhalb der Sturmgewehr-Kugelblende.
    Das Kommunikationssystem Vehicle Intercom 3 (VIC 3-0) ermöglicht allen Soldaten eine Teilnahme an der Kommunikation - die Grenadiere können aber nur mithören.
    Feuerleitanlage

    Die digitale Feuerleitanlage ist teilweise baugleich mit der des Jagdpanzers "Kürassier" A2. Novum beim "Ulan" ist das Zielfolgesystem, das die Arbeit des Richtschützen wesentlich erleichtert. Die Kommunikation mit der Richt- und Stabilisierungsanlage und der Waffensteuerung erfolgt ebenfalls über den CAN-BUS der Turm- und Waffenkontrolle.

    Ziel- und Beobachtungseinrichtungen

    Dem Richtschützen steht eine Hauptzieleinrichtung der Firma ELBIT mit einem Tagkanal (8fache Vergrößerung), einem Beobachtungsfenster und einem integrierten Wärmebildgerät (2,8- oder 8,4fache Vergrößerung) zur Verfügung. Letzteres besitzt einen Monitor für den Richtschützen und einen für den Kommandanten. Die Hauptzieleinrichtung wird der Waffe elektronisch nachge­führt. Zusätzlich ist neben der Hauptzieleinrichtung ein Winkelspiegel eingebaut. Für den Kommandanten ist eine Kommandantenzieleinrichtung mit einem Tagkanal (8fache Vergrößerung), einem Beobachtungsfenster und einer eingeblendeten Zielmarke vorgesehen. Die Kommandantenzieleinrichtung wird der Waffe mechanisch nachgeführt. Rund um die Kommandantenluke sind fünf Winkelspiegel eingebaut.
    http://www.bundesheer.at/truppendienst/ ... hp?id=1251
  • TREIBLMAIER Horst: Implementierung und Verwendung des Future Tactical Communication Network (FTCN) zur Sicherstellung von Inlands- und Auslandseinsätzen des Österreichischen Bundesheeres ; Masterarbeit zur Lehrveranstaltung 6. FH-MaStgMilFü (Wien, April 2018)
    Die Führungsfähigkeit der bwgl. BefSt gemäß Abb. 24 stützt sich auf die Mehrfacheinbindung der beiden Fahrzeuge in das Truppenfunksystem CONRAD, die Einbindung in das WAN sowie die Verfügbarkeit eines LAN im und zwischen den Fahrzeugen. Eine Kurzwellenverbindung ist als Redundanz sichergestellt. Die Verfügbarkeit der breitbandigen Einbindung und die Arbeitsfähigkeit auch zur Datenbearbeitung sind nur bei Marschhalt als gegeben zu betrachten. Die Abdeckung der LAN-Verbindungen kann alternativ zum Vorhaben CONRAD auch mittels einer in Beschaffung befindlichen IP-Bordsprechanlage erfolgen.
    https://bibisdata.bmlv.gv.at/190594.pdf
Weiterer Bedarf besteht bei der Einrüstung einer neuen Panzerabwehrlenkwaffe mit über 4 km Reichweite und aktiven und passiven Schutzsystemen.

Robos
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Re: Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

Beitrag von Robos » Mo 8. Apr 2019, 09:56

Da wird dann aber ein neuer ULAN billiger kommen!

Robos
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Re: Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

Beitrag von Robos » Mo 8. Apr 2019, 09:59

Das veraltete Kollsman Fahrernachtsichtgerät müsste man zuerst einbauen, damit man es austauschen kann.

theoderich
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Re: Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

Beitrag von theoderich » Mo 8. Apr 2019, 21:13

Stimmt, nicht "Fahrernachtsichtgerät", sondern Zieleinrichtung. Dieses System ist im SP30 verbaut - und auf den Komponenten steht "EL-OP Electrooptics Industries Ltd.", nicht "Kollsman". Vermutlich handelt es sich aber, obwohl auf der Website des Herstellers so angegeben, nicht um das EL-OP DNTSS.
Fahrernachtsichtgerät ist das AN/VVS-2 von ITT Night Vision (heute: Harris; auch im SK-105 Kürassier genutzt) und Litton Industries (früher: Varo Optical Systems; heute: Northrop Grumman). Mittlerweile auch schon obsolet.


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Re: Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

Beitrag von theoderich » Di 18. Jun 2019, 20:51

PzGrenB35 hat geschrieben:Zum Zweiten steht die Neuaufstellung des Granatwerferzuges an. Der Abbau dieser Fähigkeit war die Folge der Sparmaßnahmen der Jahre 2011-2015. Das Gerät wurde abgegeben und das vorhandene Personal umgeschult und in anderen Funktionen eingesetzt. Ein Vorgang der in kürzester Zeit erfolgreich abgewickelt war. Nach der Rückbesinnung auf die Bedürfnisse zur Führung eines konventionellen Gefechts ist diese Fähigkeitslücke ehe baldigst zu schließen. Dies bedeutet die Einteilung und Umschulung gelernter Panzergrenadier-Unteroffiziere, ein Prozess, der mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird.

Die Herausforderung des Jahres 2019, sowie der folgenden Jahre, resultiert aber aus den zu geringen Finanzmitteln zum Betrieb unseres Hauptwaffensystems. Bedingt durch die notwendigen Sparmaßnahmen im laufenden Budget wird es zunehmend schwieriger die benötigte Stückzahl an Schützenpanzern ULAN technisch einsatzbereit zu halten. Dazu wurde eine Broschüre („Effektive Landesverteidigung – ein Appell“) durch den Generalstab verfasst, welche den Investitionsbedarf allein für die 4. Panzergrenadierbrigade mit rund 610 Millionen Euro beziffert. Mit dem derzeit verfügbaren Finanzrahmen und dem bereits bestehendem Investitionsrückstau ist auf längere Sicht die Waffengattung Panzergrenadier nicht aufrecht zu erhalten. Es liegt also an uns allen, meine sehr geehrten Leserinnen und Leser, unseren Beitrag zur öffentlichen Wahrnehmung des notwendigen Finanzbedarfs des ÖBH zu leisten.
https://bibisdata.bmlv.gv.at/192679.pdf

theoderich
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Re: Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

Beitrag von theoderich » Di 2. Jul 2019, 18:59

Die Fa. SAAB BARRACUDA hat mit dem MCS (Mobile Camouflage System) ein wirkungsvolles Produkt, das von vielen Nationen eingesetzt wird. Neben der multispektralen Tarnung reduziert dieses System die Aufheizung durch die Sonneneinstrahlung und entlastet damit die Klimaanalage.

Das ÖBH hat derzeit Erprobungsmuster für den KPz Leopard 2A4, SPz Ulan, MTPz UN Pandur 1 und GMF Husar erworben, die derzeit getestet werden. Ein Ziel ist es – sofern es die budgetäre Situation erlaubt – sämtliche im Auslandseinsatz befindlichen Kampffahrzeuge mit solch einem System auszustatten.
https://bibisdata.bmlv.gv.at/192920.pdf

theoderich
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Re: Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

Beitrag von theoderich » Fr 2. Aug 2019, 14:43

"So wenig in den Schutz der Soldaten zu investieren, ist grob fahrlässig"
"Serviceanzeige leuchtet tiefrot"

Dass es beim Heer nicht nur an den Kleinigkeiten hapert, zeige vor allem der nach wie vor fehlende Starttermin für die Generalüberholung der 51 Schützenpanzer "Ulan". "Diese ist eigentlich nach 15 Jahren erforderlich, also jetzt." Würden diese Arbeiten auf die lange Bank geschoben, wäre das "grob fahrlässig". Und Steingreß wird nicht müde, seinen schon früher im OÖN-Gespräch geäußerten Vergleich zu wiederholen. "Bei einem Auto würde man sagen, dass die Anzeige, die auf das Überschreiten des Service-Intervalls hinweist, tiefrot leuchtet."

Der Chef der "13er" verweist zugleich auf mögliche Synergien. "Wir benötigen dringend einen Minenschutz, also eine Zusatzpanzerung. Schließlich geht es hier um den Schutz der Soldaten im Einsatz. Und dies ginge bei einer Generalüberholung in einem." Diese Zusatzpanzerung sei vor allem für Auslandseinsätze nötig. Dort sei schließlich das Risiko für die Soldaten am größten – und schon in wenigen Monaten stehe der nächste Einsatz im Kosovo (AUCON/KFOR 42) an.
https://www.nachrichten.at/oberoesterre ... 70,3152889

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