Medienberichte 2020

Landesverteidigung, Einsätze & Übungen, Sicherheitspolitik, Organisation, ...
theoderich
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von theoderich »

Heeresreform: Jägerbataillon verunsichert

https://burgenland.orf.at/stories/3057436/


Tanner: Eine Frau zwischen Männerdomänen & Modemut

https://www.krone.at/2190188

muck hat geschrieben:
So 12. Jul 2020, 10:50
Steht das nicht schon längst fest, welche Bedrohungen das Heer zu bewältigen hat? Und damit meine ich nicht nur die offenkundigen Antworten, die jedermann mit Sachverstand ins Auge springen müssten, sondern bereits in der Gestalt von Dokumenten wie dem Starlinger-Bericht hinreichend niedergelegt wurden? Was hat sich seither geändert?
Das ist eben die übliche Vorgangsweise. Als der Nationalrat am 3. Juli 2013 den Empfehlungsteil zur Österreichischen Sicherheitsstrategie beschlossen hat, hat man sich natürlich nicht darum gekümmert, sondern ein paar Monate später bei der Präsentation des neuen Regierungsprogramms eine "Teilstrategie Verteidigungspolitik" angekündigt, mit der man diese Empfehlungen untergraben konnte:
  • Erfolgreich. Österreich.
    Arbeitsprogramm der österreichischen Bundesregierung für die Jahre
    2013 bis 2018

    Maßnahmen:
    • Erstellung einer Teilstrategie „Verteidigungspolitik“
    • Aufgabenorientierte Anpassung der Heeresorganisation und Schaffung eines Cyber Defence-Zentrums im BMLVS
    https://images.derstandard.at/2013/12/1 ... 202018.pdf
  • Gerald Klug: "Der Zug fährt in Richtung Europa" (23. Dezember 2013)
    Im Regierungspakt ist die „Erstellung einer Teilstrategie Verteidigungspolitik“ als Ziel festgeschrieben. Wenn es die bisher noch nicht gegeben hat, muss man als Staatsbürger eigentlich beunruhigt sein.

    Das ist der logische Sukkurs der Sicherheitsstrategie. Jetzt geht es um die Frage, welche Fähigkeiten wir ausbauen, welche wir reduzieren und welche wir mit internationalen Kooperationen aufrechterhalten.
    http://www.doppeladler.com/forum/viewto ... 601#p34601
Zuletzt geändert von theoderich am Mo 13. Jul 2020, 21:35, insgesamt 2-mal geändert.

Dr4ven
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von Dr4ven »

muck hat geschrieben:
So 12. Jul 2020, 10:50
Wenn man etwa aus Kostengründen auf Kampfpanzer verzichten will oder muss, warum geht man dann nicht den baltischen Weg und schlägt vor, wenigstens alles, was Räder hat, mit ATGMs auszustatten, um zumindest eine defensive Panzerabwehrfähigkeit zu erhalten?
Hätte Österreich auch nur ein Waffensystem, das man in einem echten Einsatz ab mittlerem Spektrum heranziehen könnte, müsste man im BMLV regelmässig diesbezügliche Anfragen der UN oder EU abwehren.
Deswegen wird, was Auslandseinsätze angeht, auch nur noch die Logistik oder eventuell SAR am Balkan eingemeldet und in diese investiert.
Kein Risiko, keine Leichensäcke, keine politischen Probleme, das Fiasko am Golan ist der beste Beweis.
Zuletzt geändert von Dr4ven am So 12. Jul 2020, 20:59, insgesamt 1-mal geändert.

muck
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von muck »

Ich verstehe. Als Deutschem kommt mir diese Argumentation relativ bekannt vor. Aber warum pocht man nicht auf Österreichs Neutralität, um solche Anfragen abzuwehren?

theoderich
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von theoderich »

Zumindest gegenüber den Medien schiebt man gerne die Neutralität vor. Aber sobald es für einen internationalen Einsatz ein UN- oder EU-Mandat gibt, ist die Neutralität nachrangig.

Dr4ven
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von Dr4ven »

muck hat geschrieben:
So 12. Jul 2020, 20:44
Ich verstehe. Als Deutschem kommt mir diese Argumentation relativ bekannt vor. Aber warum pocht man nicht auf Österreichs Neutralität, um solche Anfragen abzuwehren?
Das Ausland weiss genau über unseren 'Zustand' Bescheid und erwartet gar nichts Anderes als Logistik mehr.
Gibt es eine Anfrage für zB. Afghanistan, wird darauf hingewiesen, dass wir für unsere Anzahl an Bürgern eine bereits immens hohe Anzahl an Soldaten im Ausland haben, was ja auch korrekt ist.
Die Neutralität spielt eine untergeordnete Rolle, denn wenn man sich etwas umsieht, merkt man, dass Österreich in jeder noch so kleinen UN oder EU Mission auf diesem Planeten meistens nur 1 Stabsoffizier sitzen hat, um ohne Risiko ganz einfach Informationen über Migration oder Erfahrungswerte der anderen Nationen, die aktiv ihre Köpfe hinhalten, einfach abzusaugen.


Dr4ven
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von Dr4ven »

SATIRE
11.07.2020
Rainer Nikowitz: Luxemstein
Die Generäle waren mittlerweile einiges von ihrer Ministerin gewohnt. Aber langsam wurde es schon sehr speziell.

von Rainer Nikowitz



Die Generäle hatten kein gutes Gefühl, als sie sich an jenem Morgen im Gefechtsbunker trafen. Das hatten sie nie, wenn die Ministerin sie überraschend antanzen ließ. Man wusste leider nie, wie das endete.
Soldaten schätzten ja Befehle. Klare Ansagen. Aber gerade das gestaltete sich mit der Ministerin leider etwas kompliziert. Diese Frau schaffte es, schon in ihrem Echo die erste Kehrtwendung zu vollziehen. Wenn Tanner in den Wald hineinrief "Saab ade!", dann kam "Saab olé!" zurück.

Das Unwohlsein der Generäle steigerte sich zu sanfter Beklommenheit, als die Ministerin mit Tarnkleidung, Helm und grünen Streifen im Gesicht den Raum betrat. "Frau Bundesminister, Sie müssen das Datum verwechselt haben", machte einer von ihnen einen braven, aber untauglichen Ausbruchsversuch aus dem sich gerade rapide um sämtliche anwesende menschliche Vernunft schließenden Belagerungsring. "Das Großmanöver ist doch erst übernächsten Monat!" Sie wussten alle, dass das sinnlos war. Das hier war kein Irrtum. Tanner meinte es wirklich so. Sie setzte ihr nun schon berühmtes Lächeln auf, breiter als die Landebahn eines Flugzeugträgers, wie immer, wenn sich der Widersinn in ihr Bahn brach, und sagte dann: "Meine Herren! Ich habe beschlossen, dass es eine gute Idee wäre, Luxemburg einzunehmen!"
Sie sah zackig auf ihre Uhr. "Wir haben jetzt null siebenhundert. Um null achthundert habe ich noch einen Termin bei der Nagelpflege wegen der Nahkampffeilung. Also denke ich, null neunhundert wäre ein hervorragender Termin für den Beginn unseres Angriffs. Ich bitte Sie also alle, die nötigen Veranlassungen vorzunehmen."

Es dauerte gefühlte Stunden, bis sich endlich einer räusperte. "Verzeihen Sie die Frage, Frau Minister, aber: Warum Luxemburg?"

"Diese Frage habe ich natürlich erwartet", schrie die Ministerin vergnügt zurück. "Nun, ich finde, der Umriss von Vorarlberg würde nach der Eingliederung Luxemburgs viel hübscher ausschauen. Und im Vertrauen: Das ganze Schwarzgeld, das bei denen herumliegt, können wir außerdem auch gut brauchen." Diese Klarstellung sorgte nicht unbedingt für großen Geländegewinn auf dem Schlachtfeld der Erkenntnis. Doch einer der Generäle kam auf die richtige Fährte: "Meinen Frau Minister vielleicht Liechtenstein?"

Tanner strahlte ihn an. "Genau darum habe ich ja nie etwas anderes gesagt! Ich dachte mir, wir lösen das Ganze mit einem kurzen Luftschlag. Mit dem Eurofighter zwei, drei Runden über diesem Schloss da, dann gacken die sich eh gleich an und geben auf, net wahr? Und wenn net, dann schießen S'halt a Raketerl in den fürstlichen Gemüsegarten, dann is sicher eine Ruh."

Die Generäle sahen einander betreten an. Sie waren seit dem Amtsantritt von Tanner schon so einiges gewohnt. Aber heute verlief alles noch ein Alzerl komplizierter als sonst immer.

"Nun ", hob einer von ihnen dann an: "Ich fürchte, dazu sind unsere Eurofighter nicht imstande."

Tanner musterte ihn kurz irritiert: "Nicht? Na ja, dann, dann dann machen wir das eben mit der Infanterie. Setzen wir so eine Garnison oder wie das heißt in Marsch, Sie wissen eh, was ich meine. So was, was ich garantiert nicht schließe."

Der General schüttelte betrübt den Kopf. "Das geht leider auch nicht. So viele Männer können wir in zwei Stunden niemals mobilmachen. Und gestatten Sie mir darüber hinaus noch eine Frage, Frau Minister: Sind Ihnen denn die politischen Auswirkungen eines solchen Schrittes bewusst?"

Bewusst, bewusst. Natürlich waren Klaudia die bewusst! Wie bei jedem Schritt, den sie bisher als Ministerin mit traumwandlerischer Sicherheit gesetzt hatte.

"Und der Oberbefehlshaber der Herr Bundespräsident!"Der General blickte die Ministerin ernst an. "Ich gehe davon aus, dass dieser Befehl mit ihm akkordiert ist?" Nun ja. Akkordiert war so ein großes Wort. "Welcher Befehl?",fragte Tanner nach einer Weile. "Nun, der Befehl zum Angriff."

Das Lächeln im Gesicht der Ministerin gefror zu einer Maske, für die andere den Oscar bekamen. Das war ein Zeichen dafür, dass sie nachdachte. Sie konnte nämlich denken und lächeln gleichzeitig. Multitasking halt. Nach einer Weile gab sich Tanner einen Ruck und sagte dann scharf: "Angriff? Sagen Sie einmal, was reden Sie denn da daher? Sind Sie völlig verrückt geworden?" "Ich? Aber Sie haben doch ..."

"Sie wollen Luxemstein angreifen? Einfach so? Ja, geht's noch? Auf gar keinen Fall! Sie dürfen jetzt wegtreten! Sie sind alle entlassen!"

Der gerade noch aufmüpfige General überlegte kurz, gab aber dann doch auf und verließ kopfschüttelnd den Bunker. Achselzuckend folgte ihm einer nach dem anderen. Schließlich war die Ministerin allein. Sie schaute sich noch einmal gehetzt um, zog sich dann ihre Uniform stramm und murmelte: "Jetzt wär da aber fast ein Blödsinn passiert - wenn ich nicht gewesen wär!"
https://www.profil.at/meinung/rainer-ni ... N1HZfr9erM

theoderich
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von theoderich »

GROSSE UNSICHERHEIT
„Soldaten verlieren das Vertrauen in die Politik“

https://mobil.krone.at/2191126

anastasius
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von anastasius »

theoderich hat geschrieben:
Di 14. Jul 2020, 08:58
GROSSE UNSICHERHEIT
„Soldaten verlieren das Vertrauen in die Politik“

https://mobil.krone.at/2191126
Nicht nur Soldaten. Bei dieser sicherheitspolitischen Geisterfahrt ist es bei der Mehrheit des Volkes auch so.

theoderich
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von theoderich »


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