Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

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cliffhanger
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Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

Beitrag von cliffhanger » Mi 18. Sep 2019, 10:30

FRAGE : Nach der Veröffentlichung des Berichtes ÖBH2030 ist klar was das ÖBH an Finanzmitteln benötigt um die derzeitigen Anforderungen zu erfüllen. Das die nächste Regierung einfach so 16Mrd. auf den Tisch legt ist Utopie. Ich bin für deutlich mehr Geldmittel für das Heer , es muß sich meiner Meinung nach, auch Strukturell deutlich etwas ändern, sonst wird das alles nicht besser werden.
Also WELCHE Aufträge soll das ÖBH in Zukunft erhalten und WIE ist es zu reformieren um diese erfüllen zu können.

Allein wen ich mir das: http://www.bundesheer.at/organisation/g ... 062019.pdf
durchlese, da kann man 50% streichen...

Dr4ven
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Re: Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

Beitrag von Dr4ven » Mi 18. Sep 2019, 11:00

Gegenfrage: Wo soll denn das Geld herkommen?

Oberstes Ziel ist das Nulldefizit bzw. die Maastricht Vorgaben, die auch nur geschafft wurden, weil man mit dem Rasenmäher über alle Ministerien gefahren ist und bei der abflauenden Konjunktur ist das sogar bei jetzigem BIP nicht machbar.
Die Deutschen hatten im ersten Halbjahr 2019 ein weiteres Konjunkturminus runter auf 0.9% Wachstum, obwohl sie damit immer noch 45 Mrd Überschuss erwirtschafteten.

Also woher soll das Land das Geld nehmen?

Der kommende ÖVP Finanzminister wird nichts herausrücken können, ausser er bekommt das ok die 3% der Maastrichtkriterien zulasten der Steuerreform voll auszuschöpfen.

Milizler
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Re: Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

Beitrag von Milizler » Mi 18. Sep 2019, 11:52

Gibt doch schon ein paar Threads wo man seine Phantasie ÖBH Strukturen diskutieren kann oder?

cliffhanger
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Re: Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

Beitrag von cliffhanger » Mi 18. Sep 2019, 12:27

Gebe dir vollkommen recht,habe ja auch geschrieben das es nicht viel mehr Geld geben wird. Nur nützt es nichts zu sagen "geht nicht", da kann man gleich zusperren.
Es muß sich stukturell was ändern, aber was ? Ich kann für alle Transportmittel kaufen(teuer) oder 75% der Leute abbauen (keine zusätzlichen Transportmittel nötig). Das eine ist finanzielle Utopie,das andere Wahnsinn..

Was machen die Deutschen anders? Bei einem fast gleichen BIP/Einwohner müssten wir eigentlich genau so einen Bugetüberschuss haben wie Deutschland, aber wir haben halt um ein drittel mehr öffnetliche Bedienstete gemessen an der Erwerbsbevölkerung.
Zuletzt geändert von cliffhanger am Mi 18. Sep 2019, 12:32, insgesamt 2-mal geändert.

Dr4ven
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Re: Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

Beitrag von Dr4ven » Mi 18. Sep 2019, 14:29

cliffhanger hat geschrieben:
Mi 18. Sep 2019, 12:27
Was machen die Deutschen anders?
Die exportieren (noch) mehr und rechnen dabei die Zahlen schön.

iceman
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Re: Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

Beitrag von iceman » Mi 18. Sep 2019, 22:15

Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß Starlinger dieses "Sorglospaket" bekommt.
Die Zahlen sind utopisch, mit dem selben Recht könnten auch Justiz oder Inneres mehr Geld fordern, weil sonst das und das eintritt.
Als erstes bräuchte das Heer Geld für eine echte Strukturreform, Verkleinerung der Kommanden, besonders der 9 militärkdos,
der Zentralstelle im BMLV,
Nicht-Nachbesetzung bei Pensionierung in höheren Kommanden,
golden handshake-Regelung bei Frühpensionierungen,
ein neues, zeitgemäßes Dienstrecht und gesetzl. Obergrenze für Offiziere
und als letztes, wie Draven hier so schön geschrieben hat, gehöhren den Beamten die Wadeln nach vorne gerichtet.

Das man in Zukunft alle Waffengattungen braucht ist verständlich, doch brauche ich zB zum Fähigkeitserhalt ein ganzes Panzerbat. oder reicht hier eine kleinere Stückzahl? Laut Bericht soll der Leopard modernisiert werden, kein Ankauf von Neugerät.
Oder reicht es, die Artillerie auf ein Bat. zusammenzufassen?
Bitte auch die Hägglunds auf einen Standort zusammenfassen, das hält ja keiner aus!
Braucht man bei weniger Rekruten und Kaderpersonal nicht auch weniger Kasernen?
Kaseren die schon "verfallen" gleich schließen.
Muß jedes Mililtärkdo sein eigenes Milizbat. haben, oder reicht pro Kdo. ein Katastrohenzug und eine Wach- und Sicherungskompanie? Den Rest der Miliz kann man auch in die präsenten Verbände eingliedern, dann muß man nicht noch zusätzlich Fahrzeuge anschaffen.
usw. usw.

theoderich
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Re: Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

Beitrag von theoderich » Mi 18. Sep 2019, 22:19

iceman hat geschrieben:
Mi 18. Sep 2019, 22:15
Den Rest der Miliz kann man auch in die präsenten Verbände eingliedern, dann muß man nicht noch zusätzlich Fahrzeuge anschaffen.
Das würde nichts bringen, denn die präsenten Verbände haben bekanntlich auch fast keine Fahrzeuge mehr.
iceman hat geschrieben:
Mi 18. Sep 2019, 22:15
Muß jedes Mililtärkdo sein eigenes Milizbat. haben, oder reicht pro Kdo. ein Katastrohenzug und eine Wach- und Sicherungskompanie? Den Rest der Miliz kann man auch in die präsenten Verbände eingliedern, dann muß man nicht noch zusätzlich Fahrzeuge anschaffen.
Das wäre nur ein organisatorisches Herumschieben und würde am (ohnehin verschwindend geringen) finanziellen Aufwand nichts ändern. Die Milizbataillone sind lediglich organisatorisch den Militärkommanden untergeordnet - in jedem MilKdo gibt es ein Referat Miliz von maximal zwei Personen. Zusätzlich haben die (nicht den Militärkommanden unterstellten) Verbände je einen Mob-Unteroffizier.

Die Bewaffnung der Milizbataillone wird im Moblager beim jeweils mobilmachungsverantwortlichen Partnerverband aufbewahrt (Beispiele: Beim Jägerbataillon Steiermark ist es das Jägerbataillon 18, bei den Jägerbataillonen Wien 1 und Wien 2 ist es die Garde.).
Zuletzt geändert von theoderich am Mi 18. Sep 2019, 22:30, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

Beitrag von iceman » Mi 18. Sep 2019, 22:30

Man müßte Fahrzeuge dann aber nur für die präsenten Verbände beschaffen, was wiederum heißt, das diese, wenn die Miliz nicht damit übt, einen größeren Fahrzeugpool hätten.
Bewaffnung: Außer leichter Infantriebewaffnung ist da nicht viel...

Ein Satz ist mir im Bericht aufgefallen: "ohne Budgeterhöhungen müssen ein Drittel aller Verbände aufglöst werden."
Ratet mal welche?
Zuletzt geändert von iceman am Mi 18. Sep 2019, 22:36, insgesamt 1-mal geändert.

theoderich
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Re: Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

Beitrag von theoderich » Mi 18. Sep 2019, 22:35

Die Sache mit den Fahrzeugen für die Miliz ist vermutlich sowieso so gedacht, dass diese zusätzlich dem mobverantwortlichen Verband zur Verfügung stehen würden, der natürlich auch für die Instandhaltung verantwortlich wäre. Es wäre eben ein anderes taktisches Zeichen drauf. Und bei Übungen oder im Einsatz würden sie der Miliz zugeteilt.

iceman
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Re: Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

Beitrag von iceman » Mi 18. Sep 2019, 22:37

"zusätzlich" heißt aber wieder unterm Strich zuwenig...

Der derzeitige Bundesfinanzrahmen sieht für 2021 ein Budget von ca. 2,15 Mrd. Euro vor und würde daher Perso-nalkosten in Höhe von 1,075 Mrd Euro zur Folge haben um die Maßgabe von 50% am Budget zu erreichen. Daher müssten 425 Mio. Euro an Personal-kosten eingespart werden.100 Beschäftigte kosten etwa 5 Mio. Euro pro Jahr. Um die erforderliche Einsparung darzustellen, wären 8.500 der 21.500 vollbeschäftigt Bediensteten abzubauen, ein Drittel der Friedensorganisation aufzulö-sen und ebenso jeder dritte Stand-ort in Österreich zu schließen.

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