Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

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Karl P.
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Karl P. » Do 7. Nov 2019, 15:57

Deute Tranche 1 Eurofighter werden ausgemustert und verkauft - auch Doppelsitzer
https://www.kleinezeitung.at/politik/po ... aeren-fuer

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » Do 7. Nov 2019, 16:33

Doppelsitzer im Angebot | Deutsche Eurofighter wären für Österreich zu haben
Heißes Thema in den Koalitionsverhandlungen wird sicher auch die Zukunft der österreichischen Luftraumüberwachung sein. Hier steht das Bundesheer ja vor dem Problem, dass einerseits die Eurofighter-Flotte für den Weiterbetrieb ein technisches Update benötigt und andererseits die Saab 105 Düsentrainer ersetzt werden müssen. Die beiden letzten Regierungen haben zu dieser Frage jeweils eigene Kommissionen eingesetzt, die im Grunde zum selben Ergebnis kamen: Am günstigsten steigt man aus, wenn man die Eurofighter aufrüstet und neue Trainingsjets beschafft. Eine Entscheidung darüber hat die Politik aber immer auf die lange Bank geschoben.

In Deutschland ist dafür dieser Tage eine Entscheidung gefallen, die auch Auswirkungen auf die heimischen Luftstreitkräfte haben könnte. Die deutsche Luftwaffe wird seine 38 Eurofighter der Tranche 1 durch neue der Tranche 3 ersetzen. Wie das Fachmagazin "Jane's Defence" berichtet, bietet Deutschland seine "Typhoons" der ersten Baureihe am internationalen Markt an.

Doppelter Nutzen

Unter diesen befinden sich auch sieben zweisitzige Ausführungen des Eurofighters. Schon in der von Hans-Peter Doskozil (SPÖ) eingesetzten Kommission war als eine Option der Ankauf von drei gebrauchten Doppelsitzern empfohlen worden. Auch im (niemals öffentlich gemachten) Bericht der Kunasek-Kommission kalkulierten die Experten mit der Anschaffung dreier Doppelsitzer. Der Vorteil dieser Lösung: Wichtige Phasen der Jetpilotenausbildung könnten damit beim Bundesheer erfolgen und müssten nicht teuer ins Ausland ausgelagert werden. Außerdem wäre mit einer Staffelgröße von 18 Maschinen der oftmals geforderte Auftrag einer 24-Stunden-Bereitschaft an sieben Tagen der Woche leichter zu erfüllen. Mit der derzeitigen Anzahl an Piloten und Abfangjägern ist das praktisch unmöglich.
https://www.kleinezeitung.at/politik/eu ... aeren-fuer







Bild
Die 2007 in Dienst gestellten Militärjets stammen aus einer so frühen Fertigungstranche, dass ihr Betrieb bereits jetzt schwierig ist. "Wir müssen die Platinen teilweise schon selbst zusammenlöten, weil es keine Ersatzteile mehr gibt", heißt es bei den Luftstreitkräften.
Klingt weit hergeholt.
Zuletzt geändert von theoderich am Do 7. Nov 2019, 23:14, insgesamt 1-mal geändert.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini » Do 7. Nov 2019, 19:49

Karl P. hat geschrieben:
Do 7. Nov 2019, 15:57
Deute Tranche 1 Eurofighter werden ausgemustert und verkauft - auch Doppelsitzer
https://www.kleinezeitung.at/politik/po ... aeren-fuer
Bei den Deutschen ist also nix mit aufrüsten der Tranche 1.

Aber da werden wir wohl zuschlagen müssen oder? Ich meine wer soll die sonst kaufen?
Also her mit den 38 Kisten zum Ausschlachten. Damit kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen - Ersatzteile zum Weiterbetrieb der Tranche 1 und vielleicht sogar ein paar zusätzliche Flieger für den aktiven Dienst und zur Schulung, dann kann man die Saab 105 ersatzlos auslaufen lassen.

Das größte Problem wird der Platz sein, vielleicht hat Didi M. in seinem Hangar noch Platz für ein paar Kampfjets?

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » Do 7. Nov 2019, 21:25

opticartini hat geschrieben:
Do 7. Nov 2019, 19:49
Aber da werden wir wohl zuschlagen müssen oder? Ich meine wer soll die sonst kaufen?
Also her mit den 38 Kisten zum Ausschlachten. Damit kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen - Ersatzteile zum Weiterbetrieb der Tranche 1
Ausschlachten wird man da nichts müssen. Die österreichischen Eurofighter fliegen jetzt schon mit Teilen aus der Tranche 2:
  • 2. Juni 2017

    Kommuniqué des Untersuchungsausschusses über das Kampfflugzeugsystem „Eurofighter Typhoon“ Veröffentlichung des wörtlichen Protokolls über die öffentliche Befragung der Auskunftsperson Karl Hofer (412/KOMM)
    Ministerialrat Karl Hofer: Man muss das so sehen: Wir haben diesen Kaufvertrag gemacht, mit Flugzeugen und einem logistischen Grundvorrat, mussten aber dann bereits 2007 gewissermaßen einen Follow-on Support, also einen Unterstützungsvertrag, tatsächlich zur Absicherung des Betriebes – Ersatzteile hauptsächlich, Leistungen wie Publikationsservices und Ähnliches und natürlich Maintenance, Repair and Overhaul von Komponenten - - Jetzt habe ich kurz den Faden verloren. Könnten Sie noch einmal - - (Abg. Bernhard: Im Wesentlichen haben Sie ...!) – Tut mir leid, ich weiß es schon wieder!

    Unser Wartungskonzept ist so, dass wir die Flugzeuge gewissermaßen mit dem geringstmöglichen Aufwand an In-Service-Kosten betreiben. Geringstmöglicher Aufwand heißt, das sind Verträge, wo keine Leistungsanteile dabei sind. Das heißt, wir bestellen ein Ersatzmaterial, und das kommt neun Monate, zwölf Monate, 16 Monate später; wir liefern eine Komponente ab zur Materialerhaltung, zur Reparatur oder was immer, einen Computer, und der kommt nach neun Monaten, zwölf Monaten, 16 Monaten retour.

    Die Core-Nationen, das sind die vier Nationen Italien, Spanien, England und Deutschland, haben in dem Bereich überall Leistungsverträge, hoch dotierte Leistungsverträge.

    Mit diesen hoch dotierten Leistungsverträgen kriegen Sie das Material und auch die Instandsetzungen innerhalb einer definierten Durchlaufdauer zurück – das ist meistens so zwischen vier Wochen und zwei Monaten –, zahlen aber für das Gleiche das Vier- bis Fünffache, um einfach die Dauer, bis das wieder hereinkommt - -

    Wir versuchen, diesem Modell nicht zu folgen. Wir würden uns diesen In-Service nicht leisten können. Für uns würde so ein Hochleistungsanteil grob bedeuten, dass wir jetzt statt diesen knapp 58, 60 Millionen €, die wir pro Jahr zahlen, noch einmal zwischen rund 20 und 25 Millionen aufdoppeln müssten, pro Jahr. Wir verzichten auf das. Dadurch, dass wir auf das verzichten, haben wir natürlich nicht diesen tollen Klarstand wie die Core-Nationen ihn haben, und zum Ausgleich müssen wir natürlich hin und wieder den Kniff anwenden, dass wir Flugzeugen, die ohnedies in der Wartung stehen, Ersatzteile entnehmen und damit andere klarmachen; das heißt, das ist nur zur Überbrückung.

    Zusätzlich haben wir ein Zusammenarbeitsabkommen mit der deutschen Luftwaffe, bei der wir uns zur Milderung dieser Situation Teile ausleihen dürfen, also auf Leihbasis, das ist auf Leihbasis. Das schaut so aus – momentan, mit diesem Vertrag –, dass wir eigentlich der deutschen Luftwaffe mehr leihen, als die uns leiht, trotz dass sie Hochleistungsverträge hat. Das heißt so viel wie: Hochleistungsvertrag abschließen, viel Geld ausgeben ist gut, nur, wenn man es betriebswirtschaftlich betrachtet, wenn ich die Flugzeuge trotzdem nicht an die Flightline bringe, ist das einfach verlorenes Geld.

    Daher muss man ganz einfach verstehen: Ja, wir warten hin und wieder lange, also längere Zeit auf Teile, nehmen bewusst in Kauf, dass wir ein, zwei Flugzeuge weniger Klarstand haben als der Durchschnitt der Core-Nationen, können damit aber den Betriebskostenanteil dramatisch senken und haben so einfach, sage ich einmal, eine ganz gute Lösung gefunden, um die Eurofighter zu betreiben.

    Weiters haben wir, wenn ich das noch anfügen darf, die letzten Jahre mehrere Optimierungsprogramme gefahren. Optimierungsprogramm heißt, das Flugzeug hat eine Wartung, weiß ich, nach 200 Stunden, 400 Stunden, 800 Stunden, und da sind viele Aktivitäten zu machen, wofür wir 130 bis 150 Leute in Zeltweg unten haben. Wir haben diese Aktivitäten in Zusammenarbeit mit dem Hersteller derart optimiert, dass jetzt bei einer – Hausnummer – 400-Stunden-Wartung nicht mehr 500 Tasks durchgeführt werden, sondern nur mehr 300 Tasks, die anderen Tasks nach hinten verschoben wurden oder überhaupt darauf verzichtet werden konnte, ohne dass wir auf Flugsicherheit verzichten.

    Das heißt im Klartext: Wenn wir eine 400-Stunden-Wartung – das ist das erste größere Wartungsereignis – in Zeltweg machen, steht das Flugzeug bei uns im Durchschnitt 62 Tage. Bei der deutschen Luftwaffe steht dieses Flugzeug neun Monate. Ich möchte damit nur darstellen: Hochleistungsverträge wären eine ganz bequeme Sache. Wenn man viel Geld hat und nicht schauen muss, wie der Steuerzahler belastet wird, dann kann man das machen, aber an diesen Beispielen sieht man, auch Hochleistungsverträge funktionieren nicht wirklich.

    Man muss einfach intelligente Modelle wählen, unter Ausnützung aller Möglichkeiten, und da kann ich nur sagen – auch mein Team –: Wir haben den Eurofighter in der Erhaltung derart hinoptimiert, dass wir sagen können, wir fahren sicher den billigsten Unterhalt, einen billigeren Unterhalt gegenüber den Core-Nationen, und zwar einen dramatisch billigeren – daher eben hin und wieder diese scheinbare Notwendigkeit der Kannibalisierung und hin und wieder steht halt ein Flugzeug, aber wir haben in den letzten Jahren durchaus einen Klarstand von sechs, sieben, acht, neun Flugzeugen, und dieser Stand, diese Anzahl reicht aus, um unsere Aufgaben zu erfüllen.

    Wir haben dann noch die Aufgabe, ein bestimmtes Kontingent pro Jahr zu produzieren, und das haben wir in den letzten Jahren – insgesamt die Flugstundenanzahl, die Produktion der Flugstunden – praktisch punktgenau immer hinbekommen.
    Ministerialrat Karl Hofer: Die angemessene Versorgbarkeit: Ich habe zu Beginn meiner Ausführungen gesagt, wie wir unsere Logistik aufbauen. Da gibt es die Umlaufteile – das sind die Computer, das sind Starter und weiß der Teufel, was noch, also Aggregate, die im Flugzeug eingebaut sind –, und es gibt die Ersatzteile.

    Für die Umlaufteile – ich nenne sie jetzt einmal Umlaufteile; Computer und Ähnliches – errechnen wir, nachdem das Materialerhaltungskonzept feststeht – Materialerhaltungskonzept heißt: Wie viel Arbeit machen wir in Österreich?, Wie viele Flugstunden brauchen wir?, Was ist das Ausfallsverhalten der einzelnen Komponenten?, Wie lange ist die Durchlaufdauer? – die Reserve, die wir brauchen, damit, wenn diese Komponente mit der Durchlaufdauer zur Industrie geht, bevor die letzte Komponente aus dem Lager verschwindet, der Durchlauf von der Firma schon wieder stattgefunden hat. Dieser Vorgang rennt bereits seit 2007.

    Für die Umlaufteile war immer die angemessene Versorgbarkeit hergestellt. Wenn wir gesehen haben, dass die Durchlaufdauern zu hoch sind – Durchlaufdauer ist die Dauer vom Wegschicken bis zur Firma und wieder zu uns zurück –, haben wir auch Reserven erhöht, um das auszugleichen. Es war von Anbeginn eine ausreichende Versorgung sichergestellt. Dass es natürlich das eine oder andere Hoppala gibt, wo ein Stau bei der Firma ist und das eine nicht ganz so gut funktioniert, habe ich vorher schon erklärt; dann versuchen wir den Ausgleich über die deutsche Luftwaffe, wo wir ein Zusammenarbeitsabkommen haben, wo wir uns leihweise Dinge hereinholen.

    Was die Ersatzteile betrifft, wird das ebenfalls wieder vom Materialerhaltungskonzept abgeleitet: Wie viele Stunden habe ich zu fliegen? Wie viele Wartungsereignisse einer bestimmten Kategorie habe ich bis dorthin? Dann lese ich nach, welche Tasks ich zu machen habe. Bei jedem Task hängt dabei, welches Material ich brauche – und das bevorraten wir uns ganz einfach für ungefähr zwei Jahre.

    Das heißt, wir sind in dem Moment, wo wir ein Luftfahrzeug in die Luft bringen, organisatorisch richtig aufgestellt, um die Versorgbarkeit zu gewährleisten. Dass es natürlich immer wieder einen Nachsteuerungsbedarf gibt, ist schon klar, aber das ist in unserem Konzept drinnen. Bevor unsere Flugzeuge fliegen oder zum Fliegen gebracht werden, hat diese Versorgung sichergestellt zu sein.

    Ich kann mir das nur so erklären: Solche Aussagen kommen deshalb, weil es eben Störungen gibt; und dann ist man dazu geneigt, dass man sagt: Bitte schaut noch einmal nach, es funktioniert noch etwas nicht!

    Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Und wenn gar nichts mehr geht, kannibalisiert man andere Flugzeuge, damit man einige in der Luft halten kann, nimmt man die Ersatzteile von anderen, oder wie darf man sich das vorstellen? Auch das ist evident.

    Ministerialrat Karl Hofer: Kannibalisieren – dieses schlimme Wort ist in unseren Verfahren enthalten, ist allerdings nur eine Notmaßnahme. Wir haben aber die Erfahrung gemacht, in der Anfangsphase des Eurofighters ist Kannibalisieren mehr als nur eine Notmaßnahme gewesen. Wir haben tatsächlich Flugzeuge umgebaut, die ohnedies in eine Wartung gekommen sind; aber Sie haben völlig recht, auch das ist ein Aufwand.

    Wir haben aber immer darauf geachtet, dass damit die Sicherheit der Luftfahrt nicht gefährdet ist. Da ist man nämlich relativ rasch an einem Punkt angelangt - - Wenn man aus einem Flugzeug etwas herausreißt, sage ich einmal, drollig gesprochen, und es in einem anderen Flugzeug einbaut und dann wieder zurückrüstet, dann hat man hier auch ein gewaltiges Dokumentationserfordernis. Es ist durchaus auch passiert, dass man für kurze Zeit nicht mehr gewusst hat, wo was eingebaut ist, und das ist gefährlich.

    Daher haben wir uns dann zum Prinzip gemacht: Wir müssen von diesem Kannibalisieren wegkommen, das ist ganz schlecht. Im Zeitablauf ist es dann auch gelungen, dass wir über diese sogenannten Reserven, von denen ich gesprochen habe, und natürlich auch die Kontakte mit den Instandsetzungsfirmen das Kannibalisieren ziemlich zurückgedrängt haben. Ich räume aber ein, es findet noch immer statt.
    https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml
  • 28. Mai 2019

    Veröffentlichung des wörtlichen Protokolls über die öffentliche Befragung der Auskunftsperson Mag. Karl Gruber (251/KOMM)
    Mag. Karl Gruber: [...] Ob ein Abfangjäger ein gutes oder ein weniger gutes Flugzeug ist, meine Damen und Herren, ist eine Frage des Betrachtungswinkels. Für einen Piloten ist ein Flugzeug dann gut, wenn es leicht und sicher zu fliegen ist, wenn er die Aufgaben, die ihm gestellt werden, damit auch erfüllen kann und wenn er die Chance hat, eine kritische Situation zu überleben. So gesehen ist der Eurofighter an sich ein sehr gutes Flugzeug, nur leider nicht in der Version, die wir dann letztendlich bekommen haben.

    Der zweite Betrachtungswinkel ist der des Technikers. Ein Flugzeug, das für den Piloten gut ist, kann für den Techniker ein problematisches Flugzeug sein. Für den Techniker ist ein Flugzeug dann gut, wenn er die erforderliche Flugstundenproduktion mit einem überschaubaren Aufwand gewährleisten kann, wenn er bei Reparaturen und Modifikationen leicht Lösungen findet und wenn er bei der Fehlereingrenzung auf eine gute Zusammenarbeit mit Partnerluftwaffen und mit dem Hersteller zurückgreifen kann. So gesehen ist der Eurofighter ein gutes Flugzeug, und unsere Technik hat ihn sehr schnell in den Griff bekommen und betreibt ihn auch sehr gut.

    Allerdings kann ein Flugzeug, das für den Piloten und für den Techniker gut ist, für den Logistiker ein Albtraum sein. Für den Logistiker ist ein Flugzeug dann gut, wenn er die Ersatzteile, die er braucht, rasch bekommt, wenn er nach einigen Jahren obsolet gewordene Komponenten ersetzen kann und wenn die Betriebskosten nicht aus dem Ruder laufen. So gesehen war der Eurofighter bisher ein sehr herausforderndes Flugzeug. Die Betriebskosten sind sehr stark gestiegen, und es war uns aus Budgetgründen, aufgrund der ständig knappen Budgets des Bundesheeres oft nicht möglich, rechtzeitig Ersatzteile zu bestellen, sodass wir mit diesen Problemen zu kämpfen hatten.

    Wir haben auch das Problem der Tranche 1, deren Zukunft noch ungewiss ist, wo wir noch nicht wirklich wissen, wohin der Weg führt und was das noch kosten wird – zumindest war das bis zu meinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst im Dezember der Fall. Aber, und das möchte ich betonen, der Eurofighter ist grundsätzlich das sicherste Flugzeug, das wir je betrieben haben.
    Abgeordneter Rudolf Plessl (SPÖ): Ich komme zur Seite 133, Ziffer 48. Da ist von der Sonderkommission angeführt worden (Auskunftsperson Gruber: Ja, ich schaue gerade! – 48, ja!): Stellt von der „Versorgbarkeit dieser Baureihe ein schwer kalkulierbares budgetäres Risiko dar“.

    Vielleicht können Sie das noch einmal ausführen?

    Mag. Karl Gruber: Der Hintergrund für diese Aussage liegt in unserem Betrachtungs- und Bearbeitungszeitraum im ersten Halbjahr 2017. Hier könnte sich in der Zwischenzeit vielleicht etwas geändert haben. Wie gesagt, über die letzten sechs Monate habe ich keine Kenntnis mehr.

    Wir mussten das damals so beurteilen, dass wir gesagt haben: Schauen wir einmal, wer betreibt denn außer uns die Tranche 1? – Die Zahlen, welche Luftwaffen das tun und welche Stückzahlen da eingesetzt werden, sind im Bericht aufgeführt. Wir wussten aus Gesprächen, die ich mit den einzelnen Luftwaffenchefs geführt habe, dass alle Luftwaffen darüber nachdenken, wie sie das Tranche-1-Problem lösen. Da gab es verschiedene Lösungsansätze: entweder eine Komplettmodifizierung auf Tranche 2 – soweit das technisch möglich ist –, eine immer wieder schrittweise Teilmodifizierung. Es gab die Idee von Luftwaffen, diese gebraucht an andere Luftwaffen zu verkaufen. Zwei Betreiberluftwaffen haben darüber nachgedacht, aber, soweit ich informiert bin, bis dato keinen Käufer gefunden.

    In Deutschland kenne ich den aktuellen Stand der Dinge nicht mehr. Damals, als wir das bearbeitet haben, gab es eine Empfehlung einer Kommission in Deutschland an die deutsche Regierung oder an das deutsche Parlament, den Eurofighter Tranche 1 nicht mehr weiterzubetreiben. Ich weiß nicht, was die deutsche Luftwaffe jetzt weiter vorhat: Wird sie ihn betreiben? Wird sie diese Maschinen an die Industrie zurückgeben? Wird die Industrie diese Maschinen verwerten? – Wir wussten das zum damaligen Zeitpunkt nicht, und ich glaube, dass es auch heute noch nicht so klar ist. Aber wie gesagt, seit sechs Monaten bin ich hier von der aktuellen Information abgeschnitten.

    Wenn man für ein Flugzeug verantwortlich ist und da in einem gewissen Maß davon abhängig ist, dass man Betreiberpartner hat, mit denen man sich austauschen kann, vielleicht sogar Ersatzteile tauschen kann, was immer, dann muss man sich natürlich anschauen, was die anderen tun. Und ich konnte zu diesem Zeitpunkt nur sagen, es ist völlig unklar, was die anderen mit der Tranche 1 tun werden. Es war auch nicht korrekt und konkret abschätzbar: Was würde die Modifikation unserer Tranche-1-Maschinen auf Tranche 2 – wie gesagt, soweit das möglich ist – kosten? Daher war die Formulierung, dass dieses Flugzeug aufgrund seiner Versorgbarkeit und seiner Zukunft zum Zeitpunkt dieser Bewertung ein gewissen Risiko darstellte – und auf dieses Risiko mussten wir natürlich hinweisen.
    https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml
  • 28. Mai 2019

    Veröffentlichung des wörtlichen Protokolls über die öffentliche Befragung der Auskunftsperson Mag. Rupert Stadlhofer (253/KOMM)
    Mag. Rupert Stadlhofer: Der Eurofighter Tranche 1, den wir betreiben, ist nicht das neueste Modell. Die Eurofighter GmbH oder Airbus beschäftigt sich jetzt nicht nur mit Tranche 1, sondern mit Tranche 2, mit Tranche 3, und hat während dieser Phase natürlich in erster Linie die Entwicklungsarbeit in Tranche 2 und Tranche 3 gesteckt.

    Wir waren dann die Leidtragenden, dass es, wenn Ersatzteile von der Tranche 1 nicht verfügbar waren – wir sprechen dann von Obsoleszenzen –, lange oder relativ lange gedauert hat, bis Ersatzteile der Tranche 2 im Eurofighter Tranche 1 einbaubar waren. Das heißt also, so gesehen haben wir jetzt Ersatzteile der Tranche 2, die vonseiten der Firma überprüft, genehmigt, ja, vor allem überprüft wurden, ob das geht, in unserem Eurofighter. Es ist aber nach wie vor ein Tranche-1-Flieger, aber – teilweise – mit Ersatzteilen von der Tranche 2, die aber an der grundsätzlichen Performance des Luftfahrzeugs nichts ändern.
    https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml
Österreich muss sich eben einen neuen Partner bei der Logistik suchen - nicht mehr Deutschland, sondern Großbritannien, Spanien oder Italien.

Maschin
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Maschin » Fr 8. Nov 2019, 00:36

opticartini hat geschrieben:
Do 7. Nov 2019, 19:49
Karl P. hat geschrieben:
Do 7. Nov 2019, 15:57
Deute Tranche 1 Eurofighter werden ausgemustert und verkauft - auch Doppelsitzer
https://www.kleinezeitung.at/politik/po ... aeren-fuer
Bei den Deutschen ist also nix mit aufrüsten der Tranche 1.

Aber da werden wir wohl zuschlagen müssen oder? Ich meine wer soll die sonst kaufen?
Also her mit den 38 Kisten zum Ausschlachten. Damit kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen - Ersatzteile zum Weiterbetrieb der Tranche 1 und vielleicht sogar ein paar zusätzliche Flieger für den aktiven Dienst und zur Schulung, dann kann man die Saab 105 ersatzlos auslaufen lassen.

Das größte Problem wird der Platz sein, vielleicht hat Didi M. in seinem Hangar noch Platz für ein paar Kampfjets?
1. es fliegen nicht mehr alle T1 und 2. geht es rein um die Twins. Von den Singles um das UK DASS was zb Airbus Österreich auch anbietet. Und in Zeltweg hat man eine Infrastruktur für 18 Maschinen. Also auch kein Problem. Noch dazu wäre es nur logisch alleine von den Kosten her was Österreich zb für die Umschulung der 28 Kutscher von 2007-2019 bezahlt hat. Das rechtfertigt in einem normalen Land immer paar Twins. Nur jedes normale Land bestellt automatisch Twins dazu. Gibt ja nur ein Land was je her auf den Twin immer verzichtet hat und immer große Probleme damit hatte sprich Draken, F-5.

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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini » Fr 8. Nov 2019, 07:30

theoderich hat geschrieben:
Do 7. Nov 2019, 21:25
opticartini hat geschrieben:
Do 7. Nov 2019, 19:49
Aber da werden wir wohl zuschlagen müssen oder? Ich meine wer soll die sonst kaufen?
Also her mit den 38 Kisten zum Ausschlachten. Damit kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen - Ersatzteile zum Weiterbetrieb der Tranche 1
Ausschlachten wird man da nichts müssen. Die österreichischen Eurofighter fliegen jetzt schon mit Teilen aus der Tranche 2:
Eher mit Teilen, die in T2 baugleich sind.

Die anderen Teile wirds mangels Produktion irgendwann nicht mehr geben, also über die Platinen, die man ansonsten angeblich selbst löten muss, würden sich die Techniker sicher freuen.

Kooperation mit anderen Betreiberländern ist gut und schön nur was der Unterschied zu Österreich ist habe ich eh schon mal erklärt: Spanien, GB, Italien haben Tranche 2 und 3 Eurofighter, die T1 sind quasi nur die Reserve. Das heißt wenn deren Weiterbetrieb zu teuer wird, können sie die im Prinzip von heute auf morgen abstellen. Das geht in Österreich nicht.

Aber irgendwelche Frankenstein-Flugzeuge werden unseren Luftraum schon ein bisschen überwachen, da mache ich mir keine Sorgen ...

Maschin
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Maschin » Fr 8. Nov 2019, 12:34

Kooperation mit anderen Betreiberländern ist gut und schön nur was der Unterschied zu Österreich ist habe ich eh schon mal erklärt: Spanien, GB, Italien haben Tranche 2 und 3 Eurofighter, die T1 sind quasi nur die Reserve. Das heißt wenn deren Weiterbetrieb zu teuer wird, können sie die im Prinzip von heute auf morgen abstellen. Das geht in Österreich nicht.
Da hast du schon recht aber das kann mit jedem System passieren. Man müsste mit dem Hersteller Verträge abschließen das er den Support nehmen wir an bis 2040 aufrecht erhalten muss. Weil warum kann man heutzutage 40 Jahre alte F-16A ohne Probleme betreiben und 15 Jahre alte EF nicht. Das kann es doch nicht geben. Das es ohne MLU nicht geht muss jedem klar sein weil eine F-16A ist auch keine reine F-16A mehr. Es geht nicht heutzutage um eine Zelle sondern fast nur mehr was du drin hast. Also auch wenn Österreich ein MLU macht wird es nicht das letzte sein. Aber das war selbst dem ÖBH wahrscheinlich nicht bewusst das die Draken Zeiten mit Einsteigen und fliegen entgültig vorbei sind. Black Hawk ist das beste Beispiel. Aber hat nicht Spanien das T1 MLU schon durchgezogen?

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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » Fr 8. Nov 2019, 15:07

Maschin hat geschrieben:
Fr 8. Nov 2019, 12:34
Aber hat nicht Spanien das T1 MLU schon durchgezogen?
Teilweise: Die T1-Eurofighter fliegen seit Februar 2017 mit OFP-01E (u.a. digitale Integration der IRIS-T).

Der Prototyp mit OFP-02E wurde am 26. Februar 2019 geliefert und absolvierte am 11. April 2019 einen Testflug. Damit werden neue Waffen, wie die AIM-120C7 AMRAAM, ein neues MIDS, neue Software für DASS, IFF Mode 5, aber auch Hardware aus der Tranche 2 in die Maschinen der Tranche 1 integriert.

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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini » Fr 8. Nov 2019, 21:28

Maschin hat geschrieben:
Fr 8. Nov 2019, 12:34
Weil warum kann man heutzutage 40 Jahre alte F-16A ohne Probleme betreiben und 15 Jahre alte EF nicht. Das kann es doch nicht geben.
Ohne jetzt nachzuschauen würde ich behaupten dass die F-16 das meistverbreitete Kampfflugzeug aller Zeiten ist. Da ist der EF weit davon entfernt.

Die F-16 werden auch von kleineren Luftwaffen eingesetzt, Eurofighter richtet sich eher an die Bedürfnisse größerer Luftwaffen.

Außerdem hast du bei F-16 mit General Dynamics und Lockheed Martin die mächtige amerikanische Rüstungsindustrie als Partner samt Unterstützung der US-Regierung dahinter. Beim Eurofighter ist es ein Konsortium in verschiedenen Ländern, dementsprechend komplizierter ist alles, speziell mit der kleinen Stückzahl in Ö.

Aber wenn ich nicht irre garantiert Eurofighter eh den Betrieb der T1 bis 2035 oder 2040 oder so? Die Frage ist aber: Zu welchem Preis?

Denn wie du richtig schreibst: "Das es ohne MLU nicht geht muss jedem klar sein"

Das ist vielleicht uns klar aber außerhalb unserer "Blase" ist bereits das ein riesiges Problem: Kampfflugzeuge aufrüsten? In Österreich? Schwer vorstellbar. Was das kostet!?!?!?! Bringt eh nix!!!! Weg mit dem Klumpat!!!! etc.

Acipenser
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Acipenser » Mi 13. Nov 2019, 15:46

...was für ein Unsinn der Autoren zuvor. Die 15 EF werden erfolgreich in Österreich betrieben und werden das auch noch über 15 Jahre tun. Die billigste Variante ist der weiterbetrieb unserer Maschinen, nicht zuletzt da unsere 2 Dutzend Piloten schon ausgebildet sind und jeder Umstieg auf ein anderes System Folgekosten verursacht die nicht vertretbar sind. Tranche 1 ist nicht so weit entfernt von 2 und 3 und werden auch noch etwa von den Britten eingesetzt bis 2035! Der Ankauf von zumindest 3 generalüberholter Doppelsitzer würde die Einsatzbereiten auf 18 Maschinen nebst Schulungsflügen erhöhen und so die LRÜ absichern. Die Bestlösung, die politisch herbeigeredete Schlechtmacherei unserer Eurofighter hilft niemand, am wenigsten den Finanzminister!

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