Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Flächenflugzeuge, Hubschrauber, Großgerät, Fliegerhorste, ...
chuckw
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von chuckw » Do 6. Dez 2018, 21:08

theoderich hat geschrieben:
Do 6. Dez 2018, 17:31
Koalition streitet um Eurofighter-Nachfolge
Die FPÖ will Saab Gripen statt der Eurofighter anschaffen, doch die ÖVP bremst. Die Uneinigkeit in der Regierung verzögert die Entscheidung über die Zukunft der Luftraumüberwachung.
https://diepresse.com/home/innenpolitik ... rNachfolge
Na hoffentlich setzt sich in diesem Fall die ÖVP durch, ich will mir das Szenario gar nicht vorstellen wenn die FPÖ "siegt":
Die EF in einer Halle einmotten, ergo 2 Milliarden versenken (die Veräußerungsgenehmigung wird nicht kommen), und um ca. 2 Milliarden Euro als "Ersatz" alte Gripen der Version C/D beschaffen. Dann können wir das Licht endgültig ausmachen.
theoderich hat geschrieben:
Do 6. Dez 2018, 17:31
Investieren wir das Heeresbudget besser in eine europäische Armee (Leitartikel)
...
https://diepresse.com/home/meinung/komm ... elChannel=

"Die Presse" kann man mittlerweile auch als Boulevardblatt abstempeln (Sieht man von den gelegentlichen Artikeln des Herrn Greber im Außenpolitik-Teil ab.).
Österreich hat punkto seriöse Berichterstattung zum Thema Landesverteidigung bzw. Sicherheitspolitk eine absolut desaströse Medienlandschaft. Keine einzige Zeitung begegnet diesem Thema mit der nötigen Ernsthaftigkeit. Das Niveau der Berichterstattung verhindert jede sachliche Diskussion.
Alles läßt sich durch Standhaftigkeit und feste Entschlossenheit erreichen. (Prinz Eugen v. Savoyen)

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman » Fr 7. Dez 2018, 07:40

Bin echt gespannt, was hier im Forum los ist, falls der EF wirklich abgestellt wird....

IndieGrz
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von IndieGrz » Fr 7. Dez 2018, 10:23

Österreich hat punkto seriöse Berichterstattung zum Thema Landesverteidigung bzw. Sicherheitspolitk eine absolut desaströse Medienlandschaft. Keine einzige Zeitung begegnet diesem Thema mit der nötigen Ernsthaftigkeit. Das Niveau der Berichterstattung verhindert jede sachliche Diskussion.
Diese Behautpung ist kompletter Nonsens. Nur weil die Medien nicht nach eurem Geschmack berichten und nicht mit dem Detailwissen von einigen hier glänzen können, ist die Berichterstattung noch lange nicht unseriös. Es gibt durchaus viele gute Journalisten mit dem nötigen Durchblick. Was allerdings stimmt: Die Politik (nicht nur die aktuelle Regierung) füttert den Boulevard und es steht zu befürchten, dass sie sogar ihre Entscheidung bezüglich LRÜ nach dem Boulevard ausrichtet.

chuckw
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von chuckw » Fr 7. Dez 2018, 12:42

IndieGrz hat geschrieben:
Fr 7. Dez 2018, 10:23
Österreich hat punkto seriöse Berichterstattung zum Thema Landesverteidigung bzw. Sicherheitspolitk eine absolut desaströse Medienlandschaft. Keine einzige Zeitung begegnet diesem Thema mit der nötigen Ernsthaftigkeit. Das Niveau der Berichterstattung verhindert jede sachliche Diskussion.
Diese Behautpung ist kompletter Nonsens. Nur weil die Medien nicht nach eurem Geschmack berichten und nicht mit dem Detailwissen von einigen hier glänzen können, ist die Berichterstattung noch lange nicht unseriös. Es gibt durchaus viele gute Journalisten mit dem nötigen Durchblick. Was allerdings stimmt: Die Politik (nicht nur die aktuelle Regierung) füttert den Boulevard und es steht zu befürchten, dass sie sogar ihre Entscheidung bezüglich LRÜ nach dem Boulevard ausrichtet.
Sorry, aber hier geht es doch nicht um meinen Geschmack im Sinne eines gefälligen Journalismus der meine Meinung wiederspiegelt bzw. bestätigt.

Es geht schlicht und einfach um qualitativ ansprechenden Journalismus zum Thema Landesverteidigung, den gibt es in Österreich aber nur in seltenen Ausnahmefällen. Qualitativer Journalismus bedeutet eine umfangreiche Recherche und darauf aufbauend eine sachlich richtige Darstellung der Fakten und Zusammenhänge, nicht mehr oder weniger. Und in diesem Zusammenhang kann ich die Aussage "durchaus viele gute Journalisten mit dem nötigen Durchblick" in keiner Weise nachvollziehen. Viele gute mit Durchblick? Wer sind und wo schreiben die in österr. Blättern?

Journalisten haben die Grundaufgabe die Informationen der Politik zu hinterfragen und über die Sachlage neutral zu berichten (um Meldungen der Politik 1:1 abzudrucken, brauchts keine Journalisten). Zeigen Sie mir bitte z.B. die Artikel zur Causa EF die in diesem Kontext als qualitativ ansprechend zu bezeichnen sind? Und ich schreibe hier nicht von Fachjournalisten wie Mader und Co die auch in internationalen Blättern publizieren.
Alles läßt sich durch Standhaftigkeit und feste Entschlossenheit erreichen. (Prinz Eugen v. Savoyen)

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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von hakö » Fr 7. Dez 2018, 13:41

Der letzte seriöse Journalist in der Hinsicht war der Herr Theuretzbacher vom Kurier, aber der ist leider viel zu früh verstorben.
Nachfolger von dieser Qualität ist keiner in Sicht.

IndieGrz
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von IndieGrz » Fr 7. Dez 2018, 14:17

zB. Conrad Seidl zuletzt im Standard. Natürlich leben Journalisten und Politiker in gewisser Weise voneinander, exklusive Infos gegen politischen Spin. "Krone" und Co. setzen die anderen auf diesem Gebiet ziemlich unter Druck, weil dort diese Deals auf die Spitze getrieben werden. Sollte die Entscheidung demnächst wirklich gegen den Eurofighter fallen, wird das 100 Prozent über die Krone gespielt...mit ganz viel Applaus.

Zu Theuretsbacher: Er war ein guter Mann, bestens vernetzt. Dadurch fehlte ihm aber auch manchmal die kritische Distanz. Meine Meinung.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » Fr 7. Dez 2018, 16:49

Wolfgang Greber. Dann kommt sehr lange gar niemand, irgendwann einmal Conrad Seidl, Wilfried Rombold und ganz, ganz weit hinten, knapp vor dem Boulevardjournalismus, der verstorbene Wilhelm Theuretsbacher.
______________________________________

Achter Bericht zu Rüstungsangelegenheiten
2.5 EUROFIGHTER (einschließlich AESA)

[...]

2. gesamtplanerische Einordnung

Das Waffensystem EUROFIGHTER ist der wesentliche Fähigkeitsträger der Luftwaffe im Bereich der luftgestützten Luftverteidigung sowie der Luftangriffsfähigkeit. Der EUROFIGHTER ist eine wesentliche Säule innerhalb des Future Combat Air System (FCAS). Luftfahrzeuge der Tranche 1 sind beginnend ab 2019 von technischen Obsoleszenzen betroffen, die die Verfügbarkeit dieser Lfz reduzieren werden und sich somit qualitativ und quantitativ auf die derzeit geplante nationale und der NATO angezeigten Fähigkeitsgestellung auswirken können.
https://www.bmvg.de/de/aktuelles/gut-geruestet-29584

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini » Sa 8. Dez 2018, 11:05

theoderich hat geschrieben:
Mo 19. Nov 2018, 09:44
Ich gehe davon aus, dass jemand, der von 2004 bis 2012 im Ministerium als Projektleiter Eurofighter tätig war, sehr wohl weiß, was möglich ist und was nicht.
Ich gehe davon nicht aus und würde auch davon abraten davon auszugehen. Es gibt genügend Personen, die sich auf Positionen befinden, in die sie nicht aufgrund ihrer Kompetenz gekommen sind.
Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Peter-Prinzip

chuckw hat geschrieben:
Fr 7. Dez 2018, 12:42
Qualitativer Journalismus bedeutet eine umfangreiche Recherche und darauf aufbauend eine sachlich richtige Darstellung der Fakten und Zusammenhänge, nicht mehr oder weniger.
Das mag theoretisch stimmen, ist aber in Zeiten von Internet, Social Media und Youtube praktisch nicht möglich, da nicht wirtschaftlich.

Maschin hat geschrieben:
Sa 24. Nov 2018, 10:10
Und ja stimmt. Die vier 2009 zur No 1435 Flight auf der RAF Mount Pleasant (Falkland) verlegten Tranche 2 Typhoons wurden 2015 durch vier Tranche 1 Typhoons ersetzt.
Quelle?

Acipenser hat geschrieben:
Fr 23. Nov 2018, 16:20
Die Briten denken da anders: T1 wechselt u.a. auf die Falklands und wird vollwertig eingesetzt. Die Briten sehen die Typhoon T1 als vollwertigen Jäger und setzten Ihn bis zum Lebensdauerende ein.
Quelle?

Das ist aber ohnehin irrelevant, denn wie ich bereits einmal geschrieben habe: Die anderen Betreiberstaaten können Ihre Tranche 1 relativ schnell stilllegen, da sie bereits modernere Varianten und/oder andere Flugzeuge haben. Sie sind nicht abhängig davon, dass sie die T1 tatsächlich bis ca. 2035 weiter betreiben.

Für Österreich hingegen sind die T1 die primären Abfangjäger. Österreich's Fähigkeit zur Luftraumüberwachung ist abhängig vom reibungslosen und wirtschaftlichen Betrieb der T1.

Das ist der Unterschied und daher kann man die Situation in Österreich schlichtweg nicht mit der in UK vergleichen.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » Sa 8. Dez 2018, 11:20

opticartini hat geschrieben:
Sa 8. Dez 2018, 11:05
Ich gehe davon nicht aus und würde auch davon abraten davon auszugehen. Es gibt genügend Personen, die sich auf Positionen befinden, in die sie nicht aufgrund ihrer Kompetenz gekommen sind.
Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Peter-Prinzip
Du gehst bei Beamten also grundsätzlich davon aus, dass es sich um Scharlatane, Lügner und Netzwerker handelt, die lediglich durch Beziehungen auf ihren Posten gelangt sind?!?

Karl Hofer war in der Luftzeugabteilung Referatsleiter für Flugzeugsysteme und Mitglied der Unterkommission Logistik in der Bewertungskommission für die Nachbeschaffung der Abfangjäger. Das ist nicht gerade eine Position, für die "Vitamin B" als Qualifikation ausreicht.
opticartini hat geschrieben:
Sa 8. Dez 2018, 11:05
Das ist aber ohnehin irrelevant, denn wie ich bereits einmal geschrieben habe: Die anderen Betreiberstaaten können Ihre Tranche 1 relativ schnell stilllegen, da sie bereits modernere Varianten und/oder andere Flugzeuge haben. Sie sind nicht abhängig davon, dass sie die T1 tatsächlich bis ca. 2035 weiter betreiben.
"Relativ schnell" geschieht bei der Stilllegung von Militärflugzeugen grundsätzlich gar nichts. Das sind Prozesse, die mehrere Jahre Vorlaufzeit benötigen. Außerdem gibt es regelmäßig Nutzerkonferenzen (Eurofighter Typhoon User Group Meeting), auf denen sich die verschiedenen Luftwaffen über die das System Eurofighter betreffenden Entwicklungen austauschen. Die letzte Konferenz dieser Art fand erst vor ein paar Wochen statt:

Acipenser
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Acipenser » Sa 8. Dez 2018, 13:49

Quellen? Persönliche Gespräche Schottland 2017, London bleiben vertraulich.

Fakt ist das auch unsere Tranche 1 bis zu 17 Jahre weiterbetreibbar sind, wenn man nicht alle Serviceverträge und dergleichen kündigt, wie tw unser Zivildiener getan hat.
LRÜ kostet Geld, neue Grippen umsomehr! Die losgetretene Neukaufdiskussion ist unnötig und sauteuer!

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