Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

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Maschin
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Maschin » Mi 21. Nov 2018, 20:19

Top Video. Ende des Monats kommt auch die Folge „Kratky“ bei den Luftstreitkräften.

Acipenser
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Acipenser » Fr 23. Nov 2018, 16:20

Die Briten denken da anders: T1 wechselt u.a. auf die Falklands und wird vollwertig eingesetzt. Die Briten sehen die Typhoon T1 als vollwertigen Jäger und setzten Ihn bis zum Lebensdauerende ein.
Zuletzt geändert von Acipenser am Fr 23. Nov 2018, 17:29, insgesamt 1-mal geändert.

Mike.J
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Mike.J » Fr 23. Nov 2018, 17:12

Sehr schönes, wenn auch kurzes Video.
Und ganz wichtig: Der Eurofighter wird sehr gut als Chef der LRÜ. in Szene gesetzt.

Liebe Grüße
Michael

Maschin
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Maschin » Sa 24. Nov 2018, 10:10

Acipenser hat geschrieben:
Fr 23. Nov 2018, 16:20
Die Briten denken da anders: T1 wechselt u.a. auf die Falklands und wird vollwertig eingesetzt. Die Briten sehen die Typhoon T1 als vollwertigen Jäger und setzten Ihn bis zum Lebensdauerende ein.
Kurz OT. Es sollen 24 Tranche 1 Typhoons FGR 4 der RAF ein Upgrade bekommen und bis 2030! bei 2 Squadrons in Coningsby und Lossiemouth als QRA/Luftverteidigung und Red Air aggressor in Dienst bleiben.
Und ja stimmt. Die vier 2009 zur No 1435 Flight auf der RAF Mount Pleasant (Falkland) verlegten Tranche 2 Typhoons wurden 2015 durch vier
Tranche 1 Typhoons ersetzt.
Übrigens das Patch der No 1435 Flight dürfte den Ösi Flieger auch gut stehen.


Maschin
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Maschin » Sa 1. Dez 2018, 12:17

Eurofighter hängt weiter in der Luft

Warum in Österreich der Kulturminister über die militärische Luftraumüberwachung mitentscheidet. Und warum bis Jahresende eine Entscheidung über neue Kampfjets fallen soll. Oder auch nicht.

Fliegen die Eurofighter weiter oder werden sie ausrangiert? Wird in die umstrittenen Flugzeuge investiert, um sie weiter betreiben zu können, oder beschafft Österreich andere Kampfjets? -
Immer noch ist diese Entscheidung offen. Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) hat wiederholt angekündigt, dass die Frage bis Jahresende - also in den nächsten paar Wochen - geklärt wird. Aber da es um sehr viel Geld geht, kann er die Entscheidung nicht allein treffen.

„Die Sache liegt bei der Koordinierung", heißt es in seinem Büro. Soll heißen: Mit der Eurofighter-Frage wird die gesamte Regierung befasst, weshalb sie derzeit von den beiden Regierungskoordinatoren zur Entscheidung vorbereitet wird. Was zu der kuriosen Situation führt, dass momentan nicht nur der Verkehrs-, sondern auch der Kulturminister - Norbert Hofer und Gernot Blümel - mit der Zukunft der militärischen Luftraumsicherung beschäftigt sind. Manche im Bundesheer befürchten, dass die Regierung die Entscheidung heuer nicht mehr fällt, sondern sie weiter hinauszögert. Denn egal ob für oder gegen den Eurofighter entschieden wird, die Lösung wird viel Geld kosten und nicht populär sein. Wird sie also weiter verschleppt? "Das geht nicht", versichert man im Verteidigungsministerium. Ohne baldige Entscheidung über die Eurofighter und über neue Trainingsflugzeuge hänge die Luftraumüberwachung wie auch die Ausbildung der Piloten in der Luft. Daher müsse rasch eine Entscheidung fallen.

Und zwar aus zwei Gründen: Erstens brauchen die Eurofighter 2021 ein Software-Update, um weiter fliegen zu können. Wird diese rund 200 Millionen Euro teure Investition nicht getätigt, müssen sie ab 2022 am Boden bleiben. Zweitens endet demnächst die Nutzungsdauer der 50 Jahre alten Trainingsmaschinen Saab 105. Beides zusammen würde de facto das Ende der aktiven Luftraumüberwachung bedeuten, und das ist aus Sicherheits- wie auch aus Neutralitätsgründen nicht denkbar. Der vorherige Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) hatte aus der Situation bereits seine Schlüsse gezogen. Im Juli vorigen Jahres verkündete er, dass keine neuen Trainingsmaschinen gekauft würden und nicht in ein Update der Eurofighter investiert werde. Stattdessen wollte er, dass ab 2020 eine "Ein-Flotten-Lösung" zum Tragen kommt: Demnach sollten 18 andere Überschalljets (15 Ein- und drei Zweisitzer) angeschafft werden, die sowohl die Eurofighter als auch die Saab 105 ersetzen. Als Modelle kamen der schwedische Gripen oder die US-amerikanische F-16 infrage. Sie sollten - anders als die in Österreich geflogenen Eurofighter - uneingeschränkt auch in der Nacht und bei schlechter Sicht einsetzbar sein und über Allwetterlenkwaffen und Selbstschutzsysteme verfügen. Sowohl Kauf als auch Leasing von neuen oder gebrauchten Maschinen waren denkbar. - So der Stand Mitte des Vorjahres unter Doskozil. Nach dem Regierungswechsel nahm der neue Verteidigungsminister Mario Kunasek die Entscheidung seines Vorgängers sofort zurück und ließ neu nachdenken. Das Ergebnis war nicht viel anders als unter Doskozil. Das Grundproblem ist:
Die Eurofighter sind, da sie zwei Triebwerke haben, im Betrieb teuer. Die Flugstunde kostet 70.000 bis 80.000 Euro. Daher wäre es zu kostspielig, mit ihnen allein die gesamte Luftraumüberwachung sowie die Ausbildung und das Training der Piloten durchzuführen. ANZEIGE Man muss daher entweder einen anderen, im Betrieb günstigeren Überschalljet anschaffen, der Einsatz, Training und Ausbildung allein abdeckt. Das wäre Doskozils "Ein-Flotten-Lösung". Oder man behält die Eurofighter, kauft aber dazu als Ersatz für die Saab 105 einen bewaffneten Trainingsjet, der einen Teil der Luftraumüberwachung und der Ausbildung übernimmt, und zwar mit niedrigeren Betriebskosten. Eine Flugstunde kostet bei solchen leichten Trainingsjets rund 6000 Euro. Beide Lösungen versprechen eine langfristige Senkung der Ausgaben für die Luftraumüberwachung. Allerdings erfordern sie beträchtliche Anfangsinvestitionen: Im einen Fall die Beschaffung der Jet-Trainer und das Update für die Eurofighter. Im anderen Fall die Anschaffung neuer Jets und die Umstellung der gesamten Infrastruktur auf das neue Modell. Besonders hohe Anfangsinvestitionen würde eine dritte Variante - neue Überschalljets und neue Trainingsmaschinen - erfordern. Die Entscheidung, vor der die Regierung steht, ist also nicht einfach. Sie hat neben militärischen und finanziellen auch außen- und wirtschaftspolitische Facetten. Und auch eine parteipolitische: Schließlich waren es ÖVP und FPÖ, die 2002 den Eurofighter auswählten. Alles das müssen der Verkehrs- und der Kulturminister nun abwägen. "Man hat sich bei uns schon nach Details erkundigt", heißt es beim Bundesheer

Quelle: https://www.sn.at/politik/innenpolitik/ ... t-61627345 © Salzburger Nachrichten VerlagsgesmbH & Co KG 2018

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » Sa 1. Dez 2018, 14:42

Es wäre schön, in den Medien echte Informationen vorzufinden, statt bloßer Spekulation. Oder wenn sich die Journalisten das Kaffeesatzlesen ein paar Monate verkneifen und abwarten würden, was die Regierung entscheidet.
Salzburger Nachrichten hat geschrieben:Die Eurofighter sind, da sie zwei Triebwerke haben, im Betrieb teuer.
Der Autor sollte sich mal die Betriebskosten der F-35 anschauen. Die hat nur ein Triebwerk - und dagegen ist der Eurofighter ein Billigflieger.

Acipenser
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Acipenser » So 2. Dez 2018, 19:10

Lieber Teurer, was ja nicht stimmt für EF, und dafür sicherer!
In der Luftfahrt, insbesondere bei der (behördlichen) Berufsfliegerei werden zweimotorige Maschinen angestrebt damit man sich über meist bewohnten Gebiet auch bei Ausfall noch sicher bewegen kann, Stichwort Vogelschlag.
Wer schon mal ein Triebwerk gesehen hat das durch einen Fremdkörper beschädigt wurde, weis was da los ist!
Die Beibehaltung des Typhoon Eurofighter bis zur Lebensdauergrenze ist die beste und günstigste Variante die durch Zukauf weiterer (2 Mann) Maschinen - gebraucht oder neu - durch die daraus entstehenden weniger Belastung aller Maschinen, sich durchaus rechnet.
Jene die den EF in Grund und Boden schlecht machen, würden jeden anderen Kampfjet schlecht reden, weil es bei Diesen nur darum geht, die österr. LRÜ zu zerstören!

Tribun
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Tribun » Mo 3. Dez 2018, 19:54

theoderich hat geschrieben:
Sa 1. Dez 2018, 14:42
Der Autor sollte sich mal die Betriebskosten der F-35 anschauen. Die hat nur ein Triebwerk - und dagegen ist der Eurofighter ein Billigflieger.
Diese Aussage ist aber nicht viel besser...

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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » Mo 3. Dez 2018, 20:49

Das habe ich natürlich überspitzt ausgedrückt. In Relation gesehen ist da aber einiges "dran".

Ein Beispiel:

Die Niederlande gehen für 2019 von Betriebskosten von 312 Mio. EUR aus, bei einem voraussichtlichen Bestand von zwei Flugzeugen aus der Vorserie (2013 geliefert) und acht Flugzeugen aus der Low-Rate Initial Production. Wenn alle 57 Flugzeuge geliefert sind, sind durchschnittlich 180 Flugstunden pro Jahr und Flugzeug geplant. Geht man davon aus, dass diese zehn Flugzeuge 2019 je 180 Flugstunden, also insgesamt 1800 Flugstunden absolvieren (wahrscheinlich sind es weniger), würde man auf ca. 173.000 EUR pro Flugstunde kommen!

Wir betreiben unsere 15 Eurofighter mit Kosten von lediglich 30.000 - 40.000 EUR pro Flugstunde (Vollkostenrechnung)!
  • Monitoring vervanging F-16
    Stand van zaken december 2011; inzetbaarheid F-16 en ontwikkelingen Joint Strike Fighter

    Het Ministerie van Defensie kan, uitgaande van 57 toestellen in Nederland die gemiddeld 180 uur per jaar kunnen vliegen en 4 toestellen in de Verenigde Staten die gegarandeerd 200 uur per jaar beschikbaar zijn voor training, en uitgaande van een JOP van 172 uur, 64 vliegers per jaar getraind houden.
    https://www.rekenkamer.nl/publicaties/r ... nging-f-16
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » Do 6. Dez 2018, 17:31

Ball liegt bei Regierung: Eurofighter aufrüsten oder neue Jets
Noch vor Jahresende sollte die Regierung über die Zukunft der österreichischen Luftraumüberwachung entscheiden, sagte Verteidigungsminister Mario Kunasek Mitte September im Nationalrat. „Es ist mein höchstes Interesse, möglichst rasch den Richtungsschuss für weitere Planungen zu bekommen“, betonte er am Mittwoch auf KURIER-Anfrage. Die Entscheidung ist Sache der Regierungsspitze. Ein Bericht des Evaluierungsteams mit unverbindlichen Empfehlungen liegt seit Juli auf dem Tisch der Regierungskoordinatoren Gernot Blümel und Norbert Hofer.

Bei der Luftraumüberwachung geht es gleich um zwei Entscheidungen: Erstens, wie es mit dem Eurofighter weiter geht (werden die 15 Jets ausgemustert oder aufgerüstet?). Zweitens, welche Flieger werden statt der Saab 105 OE, die seit 1970 im Einsatz sind, angeschafft?

Den Investitionsbedarf des Heeres für die nächsten Jahre bezifferte Kunasek insgesamt mit rund drei Milliarden Euro, der größte Brocken entfällt auf die Luftraumüberwachung.

Es geht bei den Jets nicht nur um die Typenentscheidung, sondern auch darum, wie der Deal abgewickelt wird. Kunasek kann sich vorstellen, dass man nicht vom Produzenten direkt neue Jets kauft, sondern gebrauchte Flugzeuge von einem anderen Land übernimmt.

Schlag ins Wasser

Bei der letzten Anschaffung der Eurofighter (15 Jets der ersten Tranche wurden 2007 geliefert; ohne Update dürfen die Eurofighter nur mehr bis Ende 2021 fliegen, Anm.) hat sich die Republik auf Gegengeschäfte eingelassen – ein ziemlicher Schlag ins Wasser, wie der KURIER berichtete. Ein Gutachten im Auftrag der ermittelnden Staatsanwaltschaft hat gezeigt, dass ein erklecklicher Teil der Gegengeschäfte im Ausland erbracht wurde, also keine heimische Wertschöpfung nach sich zog. So viel steht fest: Gegengeschäfte in der alten Form wird es diesmal nicht geben. Der Chefökonom der Industriellenvereinigung, Christian Helmenstein, sagt zum KURIER: „Es gibt eine Vereinbarung auf europäischer Ebene, dass Gegengeschäfte bei militärischen Anschaffungen nicht mehr stattfinden.“ Stattdessen würden industrielle Kooperationen angepeilt, die für die Standortsicherung Österreichs auf lange Sicht ohnehin von höherer Bedeutung seien.

Was verbirgt sich genau hinter dem Begriff „industrielle Kooperation“? Helmenstein: „Wenn man im Zulieferbereich für die Flugzeugindustrie relevant sein will, dann muss man jetzt schon die richtigen Innovationsschritte für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre einleiten.“ Wichtig sei daher „die Partizipation von österreichischen Hochtechnologieunternehmen in Entwicklungs- und Produktionskonsortien, um bei den neuesten Entwicklungen und Forschungsergebnissen am letzten Stand zu sein“.

Mit diesem Wunsch folgt die Industriellenvereinigung auch dem Rat der Finanzprokuratur, statt auf kritische Gegengeschäfte, wo man sich mit den Provisionen für die Lobbyisten immer auf einem schmalen rechtlichen Grat bewegt, auf industrielle Kooperationen zu setzen. Die Finanzprokuratur empfiehlt dem Verteidigungsministerium, industrielle Kooperationen zu einem Entscheidungskriterium bei einem transparenten Vergabeverfahren zu machen.

Eisernes Schweigen

Wie die Koalitionsspitze entscheiden wird – ob für den Erhalt der Eurofighter oder für einen anderen Flugzeugtyp – ist völlig offen.

Auch über den Zeitpunkt der Bekanntgabe wird eisern geschwiegen. Ein Militärexperte geht gegenüber dem KURIER davon aus, dass für eine Entscheidung der Ausgang des Eurofighter-U-Ausschusses abgewartet werde.
https://kurier.at/politik/inland/eurofi ... /400345393 Endlich wieder ein Nonsens-Artikel ohne Informationen, aber mit viel "Spin" (Das Schlechteste und Älteste und "Billigste" ist für das "unnötige Bundesheer" gerade gut genug.) ...

Die Presse vom 7. Dezember 2018 hat geschrieben:Koalition: Streit liegt in der Luft

Bundesheer. Die FPÖ will Saab Gripen statt der Eurofighter anschaffen, doch die ÖVP bremst. Die Uneinigkeit in der Regierung verzögert die Entscheidung über die Zukunft der Luftraumüberwachung.

VON MARTIN FRITZL

Wien. Die Entscheidung ist Chefsache: Nicht Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ), sondern die Regierungsspitze muss die Weichen für die heimische Luftraumüberwachung stellen. Bundeskanzler Sebastian Kurz und Vize Heinz-Christian Strache haben laut „Presse“-Information zwei Pakete auf dem Tisch: Die FPÖ-Seite soll demnach die Neuanschaffung von schwedischen Saab Gripen präferieren, während die ÖVP beim Eurofighter bleiben will.

Eigentlich war eine Entscheidung noch in diesem Jahr angekündigt, doch das dürfte sich angesichts der Uneinigkeit der Koalitionspartner nun verzögern. Dabei drängt die Zeit: nicht, weil es bei den Eurofightern Handlungsbedarf gäbe. Die Überschallflugzeuge haben noch eine Lebensdauer von rund 30 Jahren. Doch aus Kostengründen werden sie nur sehr spärlich eingesetzt, ein guter Teil der Luftraumüberwachung wird mit einem anderen Flugzeugtyp abgewickelt: den Saab 105. Diese sind nun schon an die 50 Jahre alt und haben ein fixes Ablaufdatum: 2020 müssen sie ausgemustert werden.

Einkaufen bei einer anderen Regierung

Für eine Nachbeschaffung auf dem üblichem Weg, also per Ausschreibung, ist es ohnehin schon zu spät. Das Bundesheer wird sich Flugzeuge über einen "Government to Government"-Deal bei einer anderen Armee beschaffen müssen. Aber davor müssen einige grundsätzliche Fragen geklärt werden. Die wichtigste: Will man weiterhin eine Zwei-Flotten-Strategie fahren oder die gesamte Luftraumüberwachung mit Überschallflugzeugen abdecken? Und daraus folgend die zweite Frage: Bleibt der Eurofighter?

Der frühere SPÖ-Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil hat die Fragen schon einmal beantwortet: Eine von ihm eingesetzte Kommission kam zu dem Ergebnis, dass ein Ein-Flotten-System am sinnvollsten ist und dass es aufgrund der hohen Betriebskosten der Eurofighter langfristig wirtschaftlicher ist, diese auszumustern und neue Flugzeuge anzuschaffen.

Kunasek wollte das so nicht übernehmen, sondern setzte eine neue Kommission ein, die rund 50 Varianten durchrechnete. Zwei sind nun in der Endauswahl, eine eindeutige Empfehlung der Kommission gibt es dabei nicht. Rein von den wirtschaftlichen Auswirkungen sollen beide Pakete, also mit Saab Gripen und Eurofighter, ungefähr gleich viel kosten.

Zwei Milliarden Euro für neue Flieger

Damit wird die Entscheidung vor allem davon abhängen, was politisch besser verkaufbar ist. Die Eurofighter haben in Österreich bekanntermaßen ein schlechtes Image. Immer noch laufen Ermittlungen wegen Korruptionsvorwürfen bei der Anschaffung. Im Parlament läuft derzeit schon der dritte Untersuchungsausschuss. Und die Republik hat Eurofighter wegen Betrugs angezeigt. Mit einem Ausstieg ließe sich also durchaus punkten.

Andererseits: Wie erklärt man, dass man funktionsfähige Hightech-Produkte einfach auf die Halde stellt, um gleichzeitig um rund zwei Milliarden Euro neue Flieger anzuschaffen? Klar ist nämlich, dass die Eurofighter praktisch unverkäuflich sind. Zum einen, weil die in Österreich eingesetzte Tranche 1 ein Auslaufmodell und nicht sonderlich begehrt ist. Zum anderen, weil einem Verkauf alle vier Herstellerländer (Deutschland, Großbritannien, Spanien, Italien) und der Produzent selbst zustimmen müssten. Ob Eurofighter das machen würde, ist offen. Man habe sich mit der Frage noch gar nicht beschäftigt, so ein Sprecher der Eurofighter GmbH zur "Presse".

Investitionen auf jeden Fall notwendig

Egal, welche Variante gewählt wird, Investitionen sind auf jeden Fall notwendig. Bleibt der Eurofighter, so stehen Software-Upgrades und "Midlife-Upgrades" an. Außerdem besteht die Absicht, die Flieger mit jenen Waffensystemen nachzurüsten, die der damalige Verteidigungsminister Norbert Darabos, bei seinem Vergleich mit dem Hersteller im Jahr 2007 abbestellt hat - beispielsweise das Selbstschutzssystem.

Und es muss im Bereich der Ausbildung investiert werden. Bleibt der Eurofighter, so dürfte ein zweiter für die Luftraumüberwachung einsetzbarer Fliegertyp angeschafft werden, am ehesten die italienische Leonardo M346. Bei einem Ein-Flotten-System braucht es zusätzlich immer noch Trainingsflugzeuge, weil Piloten nicht sofort auf dem Überschallflugzeug ausgebildet werden können. Infrage kämen die M345, ebenfalls von Leonardo, oder die tschechische L-39NG, für die die tschechische Regierung in Wien lobbyiert. Die Alternative wäre, Ausbildungsleistungen bei einer anderen Armee einzukaufen - was natürlich auch entsprechend honoriert werden muss

GESCHICHTE

Beschaffung, Teil 2.

Eurofighter gegen Saab Gripen - vor dieser Frage stand schon die schwarz-blaue Regierung im Jahr 2002. Damals wollte FPÖ-Verteidigungsminister Herbert Scheibner das schwedische Modell, während Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Finanzminister Karl-Heinz Grasser den Eurofighter durchsetzten. Am Kaufpreis lag es nicht: Beide Modelle wurden damals ungefähr gleich teuer angeboten.
https://diepresse.com/home/innenpolitik ... rNachfolge
  • Investieren wir das Heeresbudget besser in eine europäische Armee (Leitartikel)
    Österreich zeigt gerade mit der Debatte darüber, die Eurofighter zu verschrotten und stattdessen Gripen anzuschaffen, wie der Weg in die Zukunft nicht aussehen kann. Nicht nur wegen der möglichen Entscheidung für die Gripen, womit wir für die nächsten 20, 30 Jahre mit keinem Verteidigungspakt kompatibel wären (in Europa setzen nur noch Schweden, Tschechien und Ungarn diesen Flugzeugtyp ein). Sondern auch ganz grundsätzlich wegen der Investition in eine Nationalarmee, die in einem gemeinsamen Europa keine Existenzberechtigung mehr haben sollte und eigentlich nur noch dazu dient, an einem Tag im Jahr den Nationalstolz zu heben.

    Nehmen wir die geschätzten zwei Milliarden Euro für die neuen Abfangjäger besser als Anzahlung für ein europäisches Verteidigungsbündnis, das zweifellos teuer wird. Die Union hat im November 2017 mit Pesco, der ständig strukturierten Zusammenarbeit in Militärfragen, einen wichtigen Schritt in diese Richtung gemacht. Österreich war bei der Geburt von Pesco zwar dabei, will aber dennoch an der Neutralität festhalten, die ein „Teil der österreichischen Identität“ sei, wie Außenministerin Karin Kneissl gemeint hat.

    Interessant, dass eine Bundesregierung, die Österreich grundlegend umbauen will, sich nicht über die „immerwährende Neutralität“ traut, die seit dem Eintritt in die EU im klassischen Sinn ohnehin nicht mehr besteht. Die ÖVP hatte sich schon 1997 in einer Vorstandssitzung einstimmig auf einen Nato-Beitritt festgelegt, damals bremste der Koalitionspartner SPÖ. Interessant, dass das jetzt ausgerechnet die FPÖ macht, die früher in dieser Frage mit der ÖVP im Gleichschritt marschiert ist.

    Wenn Verteidigungsminister Mario Kunasek erklärt, Österreich sei nicht bereit, Souveränität aufzugeben, dann hat er etwas falsch verstanden. Es geht nicht um Insellösungen, sondern darum, Solidarität zu zeigen und als Land bereit zu sein, sich für eine größere gemeinsame Sache zu engagieren.
    https://diepresse.com/home/meinung/komm ... elChannel= "Die Presse" kann man mittlerweile auch als Boulevardblatt abstempeln (Sieht man von den gelegentlichen Artikeln des Herrn Greber im Außenpolitik-Teil ab.).

Nächste Flugshow in Zeltweg hebt im September ab
Keine Andeutungen, keine Hinweise

Fragen, ob im September auch bereits ein neues Luftraumüberwachungsflugzeug bei der Flugshow zum Einsatz komme, parierte Kunasek so: "Bei der Airpower nächstes Jahr wird der Eurofighter fliegen." Hintergrund: Rund um die Jahreswende will die Regierung bekannt geben, ob es für den Eurofighter einen Nachfolger braucht – oder ob es ein Update für den umstrittenen Abfangjäger tut.

Im Rahmen von Österreichs EU-Ratspräsidentschaft, betonte der Minister, habe es bisher jedenfalls 18 Flüge der Priorität Alpha gegeben – also ein rasches Aufsteigen der Überschallflugzeuge des Bundesheeres, weil eine Verletzung des österreichischen Luftraums vorliegt, etwa durch eine fehlende Überfluggenehmigung oder auch einfach durch Verlust des Funkkontakts. Die Airpower sei laut Kunasek daher auch als eine Art Großübung zu sehen, denn immerhin stünden auch rund 4.000 Soldaten im Einsatz – und das in Kooperation mit den zivilen Behörden. (Nina Weißensteiner, 6.12.2018)
https://derstandard.at/2000093329214/Na ... ptember-ab
Zuletzt geändert von theoderich am Di 11. Dez 2018, 19:35, insgesamt 5-mal geändert.

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