Schweiz: Rüstungsprogramm 2016

Wehrtechnik & Rüstung, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik
theoderich
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Re: Schweiz: Rüstungsprogramm 2016

Beitrag von theoderich »

Offen, ehrlich, transparent? (ASMZ 7/2019)
Intensive Recherchen von Printmedien brachten es Ende April 2019 an den Tag: Die Beschaffung des 12cm-Mörser 16 bereitet erhebliche Probleme. Das Projekt weist zurzeit eine Verspätung um rund drei Jahre auf. Der erst kürzlich erstellte Prototyp funktioniert fehlerhaft, die Truppenversuche stehen aus, der Serienvertrag ist noch nicht unterzeichnet. RUAG Defence musste der Generalunternehmerin Mowag eine Konventionalstrafe bezahlen und es stehen Kostenüberschreitungen im zweistelligen Millionenbereich im Raum. Geplant war ursprünglich die Auslieferung aller 32 Mörser zwischen 2018 und 2022. Dieser Sachverhalt wurde sowohl von den beiden involvierten Lieferanten wie auch dem VBS bestätigt. Proaktiv kommuniziert wurde jedoch vorgängig durch keinen der Vertragspartner.
Nach dem ablehnenden Gripen-Entscheid wollte das VBS dem Parlament dringend andere Rüstungsgeschäfte unterbreiten. So wurde die Beschaffung des 12 cm-Mörser 16 überstürzt ins Rüstungsprogramm 2016 vorgezogen.Weder die Truppentauglichkeit noch die Beschaffungsreife – beides an sich zwingende Voraussetzungen für eine Aufnahme ins Rüstungsprogramm – waren zu jenem Zeitpunkt erfüllt. Beides verschwieg man in der Rüstungsbotschaft; verklausuliert wurde bloss auf einzelne Risiken hingewiesen und wie man damit umgehen wolle (siehe Kasten). Nach den Erfahrungen mit dem Gripen-Debakel wäre wohl von einem «Papier-Mörser» zu sprechen. Das Parlament hätte gewarnt sein und kritische Fragen stellen müssen.

Anpassungen des militärischen Pflichtenhefts

Aber auch ein paar andere Punkte im Vorfeld des Beschaffungsantrags hätten das Parlament hellhörig machen müssen: Anfänglich wurden drei Firmen zur Offertstellung eingeladen. Wie bei vielen Rüstungsgeschäften grundsätzlich möglich
und deshalb auch gerne praktiziert, verzichtete man auf eine WTO-Ausschreibung. Ein möglicher Lieferant schied aus
mehrheitlich (aussen-)politischen Gründen früh aus. Es blieben somit noch zwei Offerenten im Rennen. Das ursprüngliche militärische Pflichtenheft sah unter anderem vor: Turmlösung und ABC-Schutz. Beide zwingenden Vorgaben wurden nach einer Intervention von höchster Armeeseite in Kann-Formulierungen herabgestuft.

Während der Vorevaluation hatte das finnische Konkurrenzprodukt «Nemo» in Armeekreisen deutlich die Nase vorn: Es verfügt über einen Geschützturm anstelle einer – beim Schiessen offenen – Luke und schützt damit die Mannschaft entschieden besser; der bewährte Hinterlader ist deutlich robuster als der filigrane Vorderlader des Produkts «Cobra». «Nemo» kann bei Bedarf auch im Direktschuss eingesetzt werden und der Turm lässt sich um 360 Grad drehen. Nicht zu vergessen: Das finnische Produkt war bereits an Armeen ausgeliefert und erfolgreich im Einsatz; vom Schweizer Produkt existierte einzig ein Demonstrator.
Die konzeptionellen Vor- und eventuell Nachteile wurden in der Rüstungsbotschaft 2016 jedoch mit keinem Wort thematisiert. Der für viele überraschende Zuschlag für das System von RUAG Defence wurde einzig mit folgendem Satz begründet: «Insgesamt kommt die Variante mit dem Geschützturm wesentlich teurer zu stehen als die Lukenlösung». Mit dem angepassten militärischen Pflichtenheft liess sich die Beschaffung elegant vorbestimmen: Kosten vor Fähigkeiten und Bedürfnissen.
https://www.asmz.ch/fileadmin/asmz/Doku ... parent.pdf

Das finnische Produkt war bereits an Armeen ausgeliefert und erfolgreich im Einsatz; vom Schweizer Produkt existierte einzig ein Demonstrator.
Für den Patria NEMO gibt es derzeit nur zwei Kunden:
  • Patria’s Nemo Mortar System Selected for LAV II Vehicles (2. September 2010)
    Patria Nemo 120 mm mortar system has been selected as weaponry for LAV II vehicles delivered by General Dynamics Land Systems - Canada as an FMS project by the US Government. Patria and Mecar S.A. from Belgium have signed a Memorandum of Understanding for an undisclosed number of Patria Nemo systems. Patria is the global market leader in turreted mortar systems. Patria Nemo is a 120 mm remote controlled mortar turret, offering excellent signature management and ballistic protection as well as providing both direct and indirect fire support. Patria Nemo system has been earlier selected by the Slovenian Armed Forces and the United Arab Emirates Navy.
    https://www.patria.fi/en/media/news/pat ... i-vehicles
  • Export licence granted for the Patria Nemo mortar system (15. Dezember 2011)
    The Council of State of Finland granted an export licence for 36 Patria Nemo mortar systems. These had been selected as one of the weapon systems for the General Dynamics Land Systems vehicle, as part of the US Government Foreign Military Sales (FMS) project. With a value of over €100 million, the contract will have a major employment effect for Patria and its Finnish subcontractors. Earlier this year Patria has already delivered six mortar systems to General Dynamics for testing. The actual deliveries will take place between 2012 and 2013.
    https://www.patria.fi/en/media/news/exp ... tar-system
  • Ghannatha vessels delivered [IDX15D4] (26. Februar 2015)
    ADSB (Stand B-022) won the Ghannatha Phase II contract, valued at nearly AED1 billion, in 2009. Under the deal, the company has delivered 12 new 27m Ghannatha boats to the UAE Navy, and retrofitted modifications to 12 existing 25m craft.

    Six of the original vessels have been modified as mortar boats, receiving the Patria Nemo 120mm smooth-bore mortar system, plus an OTO Melara Hitrole-G 12.7mm gun mounting. These vessels have also received a GEM surveillance radar and updated VHF/UHF communications.

    The other six 25m Ghannatha boats have been modified to serve as fast gun boats, equipped with a Rheinmetall MLG 27 27mm gun and a Hitrole-G 12.7mm mounting. They also retain the capability to embark up to 40 troops.

    Swede Ship Marine, as ADSB’s principal sub-contractor, took responsibility for the design modification package for the 12 ‘stretched’ new-build vessels, and built the first three in Sweden.

    The nine follow-on craft have been built by ADSB at its shipyard in Abu Dhabi’s Mussafah industrial area. As well as being 2m longer than the original 25m Ghannatha design, these later ships have also received more powerful MTU 12V 2000 M93 engines.

    All 12 of the later ships are configured as missile boats, being equipped with four box launchers for MBDA Marte Mk 2/N surface-to- surface guided missiles. The Marte Mk 2/N missile is able to strike targets at ranges in excess of 30km, flying a fire-and-forget sea-skimming profile using mid-course inertial guidance and active radar homing. The vessels are also fitted with a mini-combat system supplied by Selex ES and a GEM radar for surveillance and target indication.
    https://www.janes.com/article/49514/gha ... ed-idx15d4

    Bild
    http://swedeship.se/vessel-production/24-m-fast-mortar/
  • Pandora’s box [IDEX17D1] (18. Februar 2017)
    The original NEMO 120mm mortar is already in service with two customers. The Saudi Arabian National Guard has 36 NEMO 120mm turret-mounted mortar systems installed on a recent batch of General Dynamics Land Systems – Canada Light Armoured Vehicle (LAV) 8x8 platforms. The UAE has taken delivery of eight NEMO 120mm turret-mounted mortars optimised for the harsher naval role and these have been installed on coastal craft.
    https://www.janes.com/article/67859/pan ... x-idex17d1


theoderich
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Re: Schweiz: Rüstungsprogramm 2016

Beitrag von theoderich »

Ausbildungszentrum Armee
Versuche und Entwicklung
Laserschusssimulator Schultergestützte Mehrzweckwaffen (LASSIM SMW)

Bild

Laserschusssimulator für SMW NLAW und SMW RGW

2020 = Truppenversuche
ab ca Mitte 2023 = geplante Einführung
https://www.vtg.admin.ch/de/organisatio ... suche.html

theoderich
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Re: Schweiz: Rüstungsprogramm 2016

Beitrag von theoderich »

Neue Patrouillenboote auf Schweizer Gewässern
Die Motorbootkompanie 10 erhält zehn der insgesamt 14 Boote. 2020 soll die Erneuerung der kleinen Flotte auf den Schweizer Seen abgeschlossen sein.
Drei davon stehen für Ausbildungszwecke und als Umlaufreserve zur Verfügung. Die Luftwaffe benützt das 14. Boot für das Überlebenstraining der Piloten im Wasser im Fall eines Absturzes.
https://www.vtg.admin.ch/de/armee.detai ... ssern.html

theoderich
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Re: Schweiz: Rüstungsprogramm 2016

Beitrag von theoderich »

THOMANN Eugen: Der künftige Armeechef bei den Artilleristen, in: ASMZ, H 11 (2019), p. 15
Oberstlt i Gst Dominik Belser vom Heeresstab beschäftigte sich mit dem Thema «Artilleriemunition in der Schweizer Armee – Quo vadis?».
Vor der Evaluation dieses neuen Geschützes wird im grossen Stil keine neue Munition beschafft. Das schliesst spezielle
neue Wirkmittel nicht aus, beispielsweise sehr rasch für den Panzermörser vom Kaliber 120 mm. Die entsprechende Granate sollte auf bis zu rund 12 km Distanz wirken, durchweg mit einer Genauigkeit von 10 Metern, bei Laserzielbeleuchtung sogar noch zehnfach präziser;
https://www.sogart.ch/wp-content/upload ... e-1415.pdf

theoderich
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Re: Schweiz: Rüstungsprogramm 2016

Beitrag von theoderich »

Problem mit der Produktion des neuen Mörser 16, in: SOGAFLASH 2019, p. 8
Wie gross die Verzögerung bis zur Einführung des Mörsers 16 in der Schweizer Armee werden wird, ist derzeit nicht klar. Sicherlich wird diese aber mehr als ein Jahr betragen. Es bestehe jedoch die Möglichkeit, dass die Verspätung bis zu 34 Monate betragen könnte.
Derzeit würden immerhin schon erste Truppenversuche unternommen. Projektbeteiligte sind zuversichtlich, dass die Probleme gelöst werden können. Bei der Einführung eines neu entwickelten Geschützes müsse immer mit unvorhergesehenen Herausforderungen gerechnet werden.
https://www.sogart.ch/3d-flip-book/sogaflash-2019/

theoderich
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Re: Schweiz: Rüstungsprogramm 2016

Beitrag von theoderich »

12 cm Mörser 16 erfüllt die Kriterien für die Truppentauglichkeit
Im März 2020 fand auf dem Waffenplatz in Bière der Truppenversuch für den 12 cm Mörser 16 statt. Das Mörsersystem wurde durch die Truppe hinsichtlich seiner taktischen Fähigkeiten getestet. Die während den technischen Erprobungen festgestellten Sicherheitsmängel, welche im letzten Jahr das Schiessen durch die Truppe nicht zuliessen, wurden durch die Industrie behoben und das System konnte im «scharfen Schuss» erfolgreich erprobt werden. Die Kriterien für eine Truppentauglichkeit sind erfüllt und der Nachweis für den Einsatz in der Armee ist erbracht.

Einsatz in Truppe ab 2024 vorgesehen

Mit Abschluss dieser Erprobung ist ein entscheidender Schritt in diesem Beschaffungsprojekt erreicht. Die nächsten Schritte sind die Vorbereitung und Unterzeichnung des Serienvertrags. Darin enthalten werden auch die Umsetzung der Erkenntnisse aus den bisherigen Erprobungen durch Industrie, armasuisse und die Truppe sein. Die Übergabe an die Truppe ist geplant ab dem Jahr 2024.
https://www.ar.admin.ch/content/ar-inte ... 78890.html

  • Botschaft
    über den Zahlungsrahmen der Armee 2017–2020,
    das Rüstungsprogramm 2016 und
    das Immobilienprogramm VBS 2016
    (Armeebotschaft 2016)


    vom 24. Februar 2016
    Die 12 cm-Mörser 16 sollen im Zeitraum 2018–2022 ausgeliefert werden.
    2.9.4 Risikobeurteilung

    Beim 12 cm-Mörser 16 werden Baugruppen und Komponenten verwendet, die am Markt erhältlich sind oder sich noch in Entwicklung befinden. Deren integrale Funktion wurde jedoch noch nicht überprüft. Dazu soll eine Vorserie produziert und sollen Versuche durchgeführt werden. Das Risiko wird abgebaut durch eine erweiterte technische und taktische Prüfung des ersten Mörserfahrzeuges, eine Systemprüfung des Vorseriefahrzeuges sowie eine erweiterte Abnahmeprüfung von drei Fahrzeugen der Nullserie.

    Die Kostenberechnungen beruhen teilweise noch auf Annahmen. Deshalb wird zur Deckung der Risiken mit einem Risikozuschlag von 5 Prozent gerechnet. Das Risiko wird durch definierte Meilensteine und periodische Reviews und Vertragsnachträge abgebaut.
    https://www.admin.ch/opc/de/federal-gaz ... 6/1573.pdf

Bild

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https://esut.de/2020/04/meldungen/20116 ... ilenstein/



theoderich
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Re: Schweiz: Rüstungsprogramm 2016

Beitrag von theoderich »

Die Armee leistet Aufbauhilfe für den neuen Rüstungsbetrieb des Bundes
Es musste schnell gehen: 2016 boxte das Verteidigungsdepartement (VBS) die Beschaffung einer neuen Grosskaliberwaffe durch das Parlament. Jetzt, vier Jahre später, wird vermeldet: «Die Schweizer Armee hat den Mörser 16 auf dem Waffenplatz Bière getestet. Die Kriterien für eine Truppentauglichkeit wurden erfüllt.» Der Nachweis für den Einsatz in der Armee sei erbracht. Die Übergabe an die Truppe erfolge ab 2024 – mit fast drei Jahren Verspätung auf den ursprünglichen Plan.

Dazwischen gab es lange Gesichter, viel Hektik und schliesslich eine positive Wende: Aus einem drohenden Beschaffungsdebakel entwickelte der Kunde, also die Spezialisten der Armee und Armasuisse, zusammen mit der Industrie ein modernes Waffensystem für die Schweiz, das möglicherweise auch ins Ausland exportiert werden kann. Dies ist vor allem für die Ruag, die das Geschütz liefert, eine gute Nachricht: Nach der Aufspaltung des Rüstungskonzerns des Bundes erhält der Teil MRO (Maintenance, Repair, Operations) Schweiz, der künftige Technologiepartner der Armee, zusätzliches Know-how.
Der 12-Zentimeter-Mörser auf der Basis eines Piranha IV von Mowag wurde deshalb in einem abgekürzten Verfahren ins Rüstungsprogramm 2016 gehievt. Das Geschütz, ein Projekt der Ruag aus den 1990er Jahren, wurde «papiertechnisch» evaluiert und befand sich noch in Entwicklung. Dafür musste das VBS wesentliche Schritte des ordentlichen Beschaffungsprozesses überspringen – darunter auch die «Truppentauglichkeit», ohne die kein Serienvertrag für 32 Einheiten abgeschlossen werden kann. In der Armeebotschaft 16 wurde eine Risikoanalyse für dieses Vorgehen vorgenommen. Diese war allerdings zu optimistisch.

Denn bald stellte sich heraus, dass die «Cobra», so der Name des Ruag-Geschützes, keineswegs «ausgereift» war, wie der Schweizer Rüstungskonzern in seinem Geschäftsbericht 2015 versprochen hatte. «Der technische Reifegrad war damals nicht ausreichend vorhanden», stellt Armasuisse fest. So gab es noch technische Mängel. Auch die zentrale Vernetzung zwischen dem Feuerleitrechner und dem integrierten Feuerführungssystem Intaff funktionierte nicht einwandfrei.

Ausserdem sei die Ruag auch personell nicht hinreichend aufgestellt gewesen, ein solches Projekt in Angriff zu nehmen. Die Erfahrung im früheren Kerngeschäft habe schlicht gefehlt, stellt ein Vertreter des Armeestabs jetzt fest. Die Mitarbeitenden, die sich mit schweren Waffen ausgekannt hatten, waren pensioniert. Nach dem Kalten Krieg hatten konventionelle Rüstungsgeschäfte keine Priorität mehr.

Integriertes Projektteam bringt die Wende

Das Projekt geriet zeitlich mehr und mehr in Rücklage. Die Hersteller Ruag und Mowag stritten sich um Konventionalstrafen. Das Budget der Industrie musste um 50 Millionen aufgestockt werden. Vor gut einem Jahr berichteten schliesslich die Tamedia-Zeitungen erstmals über beträchtliche Verspätungen. Die Phase der Überprüfung der «Truppentauglichkeit» wurde nun diesen Frühling nach drei Jahren abgeschlossen.

Statt eine bestehende Waffe einfach zu untersuchen und allfällige Nachbesserungen einzufordern, waren die Spezialisten der Armee und Armasuisse an der eigentlichen Weiterentwicklung des Mörsers 16 beteiligt. Armasuisse sagt: «Das ist jetzt eine andere Waffe als noch vor einem Jahr. Die Industrie hat damit dank dem Kunden ein modernes Kampfsystem im Angebot.»

In den letzten Monaten haben Armasuisse und die Armee mit dem Mörser geschossen, aber auch alle Aspekte der Taktik, der Logistik und der Technik beleuchtet, darunter den Schutz vor Cyberattacken. «Wir reden also von Kompetenzaufbau für alle Beteiligten, nicht nur von Kompetenzerhalt», fasst Armasuisse zusammen. Beschaffungsbehörde und Armee haben vorwiegend «Brain-Work» geleistet.

Ausbildung in der RS ab 2025

Dies bedeutet letztlich eine Stärkung des Werkplatzes Schweiz im Bereich Landsysteme. Es profitieren die schweizerisch-amerikanische Mowag in Kreuzlingen, aber insbesondere die Ruag MRO Schweiz, die aus dem heutigen Ruag-Konzern hervorgeht und gewissermassen die «Lebenswegbegleiterin» der Waffensysteme der Schweizer Armee werden soll – von der Beschaffung über den Unterhalt bis zur Verschrottung. Der Bundesbetrieb strebt aber auch Drittgeschäfte an.

Ruag MRO Schweiz zeigt sich auf Anfrage überzeugt, dass die «Cobra» aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit weltweit zu den besten Systemen gehöre. Alle Seiten hätten profitiert: Dies sorge vor allem dafür, «dass wehrtechnisches Wissen und Können auch in ausserordentlichen Lagen in der Schweiz verfügbar ist», schreibt MRO.

Armasuisse ist überzeugt, dass aus einer misslichen Situation das Beste herausgeholt werden konnte – ja, der Mörser 16 unterdessen eine Erfolgsgeschichte darstelle: Das System biete einen überdurchschnittlichen Schutz für die Mannschaft, sei fast so genau wie ein Festungsminenwerfer – und auch miliztauglich. Unterdessen sind Armasuisse und Armee «begeistert» vom Mörser 16. Der erste Rekrutenjahrgang soll 2025 ausgebildet werden.
https://www.nzz.ch/schweiz/armee-leiste ... ld.1553381





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