Elektronische Kampfführung im ÖBH

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theoderich
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Elektronische Kampfführung im ÖBH

Beitrag von theoderich » Di 10. Jul 2018, 09:00

Outdooreinsatz – EloKa aus Deutschland und Österreich üben gemeinsam

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Auf der Übung SMAUG in Putlos übten die Soldaten der 4. Kompanie des Bataillons für Elektronische Kampfführung 912 gemeinsam mit österreichischen Kameraden unter anderem das Aufklären von Radarsignalen.

Auf dem nahe bei Oldenburg in Holstein gelegenen Übungsplatz Putlos wurden insgesamt drei Aufklärungsteams eingesetzt, die aus Soldaten beider Länder zusammengesetzt waren. „Wir haben drei Stationen, die Radarsignale aufklären. Diese sind an drei verschiedenen Punkten in Stellung“, erklärt der Kompanieeinsatzoffizier Kapitänleutnant Malte F.. „Dadurch erhalten wir eine Peilung und somit den genauen Ursprung des Signals.“
Das EloKaBtl 912 ist in vier Kompanien gegliedert. Die erste Kompanie ist die Stabs- und Versorgungskompanie, die Kompanien zwei bis vier sind für die Aufklärung zuständig und haben sich auf den jeweiligen Bedarfsträger Marine, Luftwaffe und Heer spezialisiert. In Österreich stellt das Militär zurzeit seine EloKa-Kräfte neu auf. Die 4. Kompanie des EloKaBtl 912 unterstützte die österreichischen Kameraden mit der Ausbildung an den mobilen deutschen Aufklärungssystemen vom Typ RMB R11. Nach zwei Wochen intensiver theoretischen und praktischer Ausbildung am Standort Nienburg erfolgte nun auf dem Truppenübungsplatz Putlos auf der Übung SMAUG eine Vertiefung und Überprüfung der vermittelten Ausbildungsinhalte. Zudem diente die Übung SMAUG zur weiteren Fachausbildung der deutschen Kräfte, die künftig innerhalb der Task Force der Schnellen Eingreiftruppe (VJTF) eingesetzt werden.
http://cir.bundeswehr.de/portal/a/cir/s ... NG2A7E2GI7


Elettronica R11

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Shelter based solutions for ELINT like R11 and Communication Jammer like HF-Jammer Hornisse as well as integration of Communication Surveillance and direction finding.
http://www.elettronica.de/en/products/defense
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Mobile Aufklärungszentrale während einer internationalen Übung in Österreich (Quelle: PIZ SKB)
http://cir.bundeswehr.de/portal/a/cir/s ... OPUS4Q20R3


Elektronische Kampfführung in der praktischen Ausbildung
Der Ausbildungsstörsender der FüUS zur Unterstützung in der praktischen Ausbildung
Der Störgerätesatz SGS-2000 als Teil des FASAN

Der Störgerätesatz SGS-2000 ist Teil der Funkausbildungs- und Simulationsanlage, kurz FASAN, und dient der Simulation von Maßnahmen und Auswirkungen der Elektronischen Kampfführung. Der Sender arbeitet im VHF- und UHF-Bereich von 20 MHz
bis 110 MHz als Kommunikationsstörsender. Hauptsächlich können damit Systeme im taktischen Funksprechverkehr angesprochen werden. Der Empfänger geht über diesen Bereich hinaus und kann Signale von 20 MHz bis 3000 MHz detektieren. Der SGS-2000 kann somit als Störer gegen Kommunikationsverbindungen, aber auch als Element zur Aufklärung und Informationsgewinnung bis 3 GHz genutzt werden. Entsprechende Betriebsarten sind sowohl im Störsystem, als auch im Überwachungssystem vorhanden. So können im Zuge von Übungen EW-Actions (EloKa-Wirkungen) und EW-Measures (EloKa-Maßnahmen) simuliert bzw. durchgeführt werden.
In der Ausbildung können die Betriebsmodi Elektronische Unterstützungsmaßnahmen (Überwachung von Sendern im nutzbaren Frequenzbereich), Stören (Minderung bzw. Einschränkung der Nutzbarkeit von Funksprech- bzw. Datenverbindungen), Täuschen (Durchführung von Funktäuschungen) und Kommunikation (Leistungsstärkstes „Funkgerät“ als Notsender), genutzt werden.
https://bibisdata.bmlv.gv.at/191407.pdf


Lehrgruppe 5 / EloKa informiert
Elektronische Kampfführung im Vormarsch
Weiters ist der Einsatz unseres Ausbildungsstörsenders bei verschiedenen Übungen im Bundesheer, sowie ein erstmaliger internationaler Einsatz durch die Teilnahme an der ELITE 2008 am Truppenübungsplatz HEUBERG in Deutschland, geplant. Dieses, im Bundesheer einzigartige Übungsstörsystem ist in einem Pinzgauer 718 eingebaut und besteht im Wesentlichen aus dem Racal Störgerätesatz RJS-3100, dem Störgerätesatz SGS 2000 sowie einem Funksprechgerätesatz KFF-31-0, inklusive den erforderlichen Antennen. Mit diesem System können unterschiedliche Störungen in verschiedenen Modulationsarten im Bereich von 20 MHz bis 88 MHz und einer Leistung bis 100 W (ohne Antennengewinn!) durchgeführt werden. Derzeit wird dieses Störsystem ebenfalls einem Softwareupdate unterzogen.
https://bibisdata.bmlv.gv.at/191389.pdf


Modifikation Kommunikationsstörsender SGS-200 der FMTS
Die Fernmeldetruppenschule besitzt mit dem Störgerätesatz SGS-2000, eingebaut in einem Pinzgauer 718, den einzigen Kommunikationsstörsender im Bundesheer. Dieser wird aufgrund der reduzierten Leistung und des Einbaus in einem nichtgepanzerten Fahrzeug, ausschließlich als Übungsstörsender eingesetzt. Um dem beabsichtigten vermehrten
Übungseinsatz gerecht zu werden, wurde durch die Firma EADS in Ulm nun eine Hard- und Software-Modifikation durchgeführt. Der Einbau eines leistungsfähigeren Rechners, ein neues DVD-Laufwerk, sowie Anpassungen in der Bedienungssoftware, ermöglichen nun eine raschere Reaktion, bessere Bedienungsübersicht und zusätzliche Möglichkeiten zur Funktäuschung.
https://bibisdata.bmlv.gv.at/191396.pdf


EloKa im ÖBH
Fähigkeitenkatalog Elektronische Kampfführung
Fähigkeitsentwicklung

Die Summe der Fähigkeiten in Verbindung mit der nationalen Ambition ergibt die Grundlage zur Ableitung der strukturellen Erfordernisse zur Sicherstellung der Erreichung der Zielsetzungen im Fachbereich Elektronische Kampfführung. Die Fähigkeitsentwicklung ist selbstverständlich stufenweise in Fähigkeitspaketen und abgeleitet von den wechselseitigen
Abhängigkeiten zeitlich koordiniert und mit den im Konzept vorgegebenen Prioritäten sowie den verfügbaren Ressourcen zu steuern. Die Darstellung der Fähigkeitsentwicklung erfolgt blockweise nach den geforderten Systemfähigkeiten, Prioritäten, Abhängigkeiten und verfügbaren Ressourcen entlang der Zeitachse in einem eigenen Planungsdokument, dem Masterplan EloKa.

Für eine zumindest eingeschränkt funktionierende Elektronische Kampfführung im ÖBH sind als absolute Minimalvariante das EWOSC, eine EWCC und ein EloKa-System notwendig; diese Elemente sind daher das Geringste, um tatsächlich EloKa-Fähigkeiten im ÖBH entwickeln zu können. Die Verfügbarkeit des erforderlichen Grundlagenwissens und die Ausbildung des relevanten Personals sowie die technischen Möglichkeiten des EloKa-Systems zur Aufzeichnung von Daten sind dazu Voraussetzung.

Masterplan EloKa

Die Minimalfähigkeit der EloKa im ÖBH ergibt sich einerseits aus der Rahmenbedingung, dass zuerst auf die Nutzung bereits vorhandener Ressourcen abgestellt werden muss und andererseits aus den Prioritäten für den Masterplan, welche mit den Selbstschutzeinrichtungen für Luftfahrzeuge sowie dem Schutz eingesetzter Soldaten im Auslandseinsatz vorgegeben sind.

Die Funktionsfähigkeit von EloKa-Systemen wird nicht nur von deren technischen Fähigkeiten und vom jeweiligen taktischen Einsatz, sondern auch wesentlich von den Systemeinstellungen (= EloKa-Daten) und der dazu notwendigen Organisation bestimmt, mit welchen EloKa-Systeme für den Einsatz vorbereitet werden. Das Essentiellste für die EloKa im ÖBH ist daher der Datenkreislauf, für den mindestens das EWOSC auf militärstrategischer Ebene, eine EWCC sowie ein EloKa-System notwendig sind. Fehlt auch nur ein Element, kann der Kreislauf nicht stattfinden und eine zweckmäßige EloKa ist nicht mehr möglich; auch ist eine Substitution durch zur Verfügung stellen der Daten durch andere (im Sinne von Host Nation Support) nicht möglich.

Minimalfähigkeit EWOSC

Das EWOSC ist als Kernelement im Datenmanagement zur effizienten Durchführung von EloKa unabdingbar. Ohne ein EWOSC wären Einsätze mit EloKa-Aufgaben nicht oder nur unter bewusster Inkaufnahme des Verlustes von Menschenleben
und Gerät durchzuführen. Eine detaillierte Ausplanung des EWOSC erfolgte bereits im Rahmen des Projektes FüUZ. Darüber hinausgehend ist geplant, die Voraussetzungen für den Einsatz von Sensoren im Einsatzraum sowie die Möglichkeit des Betriebes von EloKa-Pods auf Lfz zu schaffen, um Basisdaten für das EWOSC zu erlangen.

Minimalfähigkeit EWCC

Die EWCC ist ein Stabselement, welches die Aktivitäten der EloKa teilstreitkräfteübergreifend koordiniert und ist unbedingt erforderlich, um die Effektivität der EloKa zu optimieren und unbeabsichtigte Beeinträchtigungen zwischen Eigenen, Partnern, Neutralen und Zivilen zu vermeiden. Sie ist weiters zuständig für die Electronic Order of Battle und für die Umsetzung von Informationen aus dem Elektromagnetischen Spektrum in einen Beitrag zum Lagebild.

Unter der Prämisse einer Erstfähigkeit könnten vorübergehend die EWCC auf operativer Ebene und jene für die taktische Ebene zusammengelegt werden und unter der Fachaufsicht des Gesamtverantwortlichen für EloKa auf operativer Ebene betrieben werden. Eine Personalaufbringung wäre möglich durch Umschichtung des bereits ausgebildeten EloKa-Fachpersonals bei FüUB1 und FüUB2 inklusive dem takEloKaEt.

Minimalfähigkeit Selbstschutzausrüstung S70

Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit gebieten, vorderhand die bereits vorhandenen Selbstschutzeinrichtungen für den Hubschrauber S70 in Betrieb zu nehmen. Hiezu könnten als erstes die kleinstmögliche dafür notwendige Bodenorganisation auf Staffelebene aufgestellt und die zugehörigen Abläufe implementiert werden. Zusätzlich ergibt sich die Notwendigkeit, die dem Selbstschutzsystem angepassten fliegerischen Verfahren unter Aufwendung von Flugstunden national souverän zu entwickeln und in die Regelausbildung einfließen zu lassen.
https://bibisdata.bmlv.gv.at/191400.pdf


Planung zur Einführung von EloKa im Bundesheer

http://www.doppeladler.com/forum/viewto ... f=5&t=3767
Zuletzt geändert von theoderich am Sa 23. Mär 2019, 21:24, insgesamt 4-mal geändert.

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Re: Elektronische Kampfführung im ÖBH

Beitrag von theoderich » Do 6. Dez 2018, 20:23

Kann es sein, dass das Bundesheer ein fahrzeuggestütztes oder semi-mobiles EloKa-System von SAAB Medav beschafft hat? In dieser Präsentation vom heurigen "SAAB Sensor Seminar" wird Österreich als Nutzer eines oder mehrerer EloKa-Systeme der Firma SAAB bezeichnet. Wir haben definitiv kein von SAAB gefertigtes Selbstschutzsystem in einem oder mehreren Helikoptertypen, keine EloKa-Ausrüstung in nicht-existenten JAS-39 "Gripen" und schon gar kein ESM-System für U-Boote:

Anders Carp - Saab as a Sensor Provider

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http://saab-seminar.creo.se/181205/saab ... or_seminar

Air
Electronic Warfare

https://saab.com/air/#electronic-warfare

Naval
Electronic Warfare

https://saab.com/naval/#electronic-warfare


Medav radio monitoring, direction finding and geo-location

https://saab.com/land/istar/land-esm-el ... onitoring/

Medav ground-based C-ESM and COMINT

https://saab.com/land/istar/land-esm-el ... nd-comint/

cliffhanger
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Re: Elektronische Kampfführung im ÖBH

Beitrag von cliffhanger » Fr 7. Dez 2018, 07:50

Na auf der Karte is bei Österreich eh ein weißer fleck....

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Re: Elektronische Kampfführung im ÖBH

Beitrag von theoderich » Fr 7. Dez 2018, 16:44

Nein. Es ist gelb markiert - als Kunde.

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Re: Elektronische Kampfführung im ÖBH

Beitrag von cliffhanger » Sa 8. Dez 2018, 07:18

Nö.Wenn man den ersten link öffnet und dort den Download , sieht man es besser , da is dann auch Deutschland weiß.

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Re: Elektronische Kampfführung im ÖBH

Beitrag von Phoenix » Sa 8. Dez 2018, 07:41

Bei der Karte mit Electronic Warfare sind wir sehr wohl gelb hinterlegt, nur bei der Karte mit Radar nicht

Acipenser
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Re: Elektronische Kampfführung im ÖBH

Beitrag von Acipenser » Sa 8. Dez 2018, 14:20

Was ist denn in der Hercules drin?

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Re: Elektronische Kampfführung im ÖBH

Beitrag von cliffhanger » Mo 10. Dez 2018, 09:23

Laut diesem Link :

https://saab.com/air/training-and-simul ... -services/

ist Österreich ein "LONG THERM CONRACT" Kunde für Target Tow Training , eventuell? auch für EW Training....(mögliche Lösung des Rätsels...)

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Re: Elektronische Kampfführung im ÖBH

Beitrag von theoderich » Fr 15. Feb 2019, 01:22

"Wollen Personal ausbauen und aufschulen" (14. Januar 2019)
Im FüUB2 verändert sich die Struktur selbst nicht, allerdings äußert Nussbaumer seine Visionen: "Wir haben für die elektronische Kampfführung erst 50 Prozent des Personals, das wir brauchen würden. So kann man nicht arbeiten. Herausforderungen sind u. a. der Ausbau des Personalstandes und die Aufschulung des Personals."
https://www.meinbezirk.at/pongau/c-loka ... n_a3140256

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Re: Elektronische Kampfführung im ÖBH

Beitrag von theoderich » Fr 5. Apr 2019, 21:59

Das Bundesheer führt momentan drei verschiedene IED-Störsender des Schweizer Herstellers Symlab GmbH, einer Tochterfirma der Comlab AG, ein:
  • Countering Radio Controlled Improvised Explosive Device Electronic Warfare vehicular CJS-R6 (Crew veh CJS-R6)
  • Countering Radio Controlled Improvised Explosive Device Electronic Warfare verlegbar CJS-R6 (Crew vlbg CJS-R6)
  • Countering Radio Controlled Improvised Explosive Devices Electronic Warfare System tragbar PJS-R6 (Crew -System trgb PJS-R6)
  • Countering Radio Controlled Improvised Explosive Devices Electronic Warfare System tragbar PJS-A2 (Crew -System trgb PJS-A2)
Zuletzt geändert von theoderich am Sa 6. Apr 2019, 19:35, insgesamt 1-mal geändert.

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