Elektronische Kampfführung im ÖBH

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Doppeladler
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Re: Elektronische Kampfführung im ÖBH

Beitrag von Doppeladler »

Interessant. Setzt bereits irgend ein militärischer Nutzer die Produkte der Comlab AG ein? Einsatzerprobt (Afghanistan etc.) ist da wohl nicht viel?
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theoderich
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Re: Elektronische Kampfführung im ÖBH

Beitrag von theoderich »

Weiß ich nicht. Der Zuschlag mag auch damit zusammenhängen, dass die Comlab AG seit ein paar Tagen eine Niederlassung in Wien hat:
  • Stark wachsendes Geschäftsvolumen in Österreich
    Comlab eröffnet Niederlassung in Österreich
    Ittigen (Schweiz), 11. April 2018 – Die im internationalen Geschäft für digitale Funksystemlösungen führende Comlab Gruppe ist neu auch in Österreich mit einer Niederlassung vertreten.
    Erste Projekte in Österreich konnte der im schweizerischen Ittigen beheimatete Hersteller von Kommunikationssystemen für den Einsatz in Bahn- und Metrotunnel, Strassentunnel, Gebäuden und Eisenbahnzügen bereits ab dem Jahr 2003 realisieren. Seither war ein stetiges Wachstum des Geschäftsvolumens zu verzeichnen. Zu den Kunden von Comlab in Österreich gehören unter anderem die ÖBB Infrastruktur AG, die ÖBB Personenverkehr AG sowie die Betreiberin des österreichischen Autobahnnetzes ASFINAG. Besetzt ist die im Grossraum Wien ansässige Niederlassung mit Fachleuten, die mit den Gegebenheiten und Anforderungen des österreichischen Marktes und damit den lokalen Kundenbedürfnissen bestens vertraut sind.
    https://www.comlab.ch/dam/jcr:c091549e- ... eutsch.pdf
Es gibt beim Bundesheer ein paar nagelneue Technische Dienstvorschriften für diese Systeme:
  • Countering Radio Controlled Improvised Explosive Device Electronic Warfare vehicular CJS-R6 (Crew veh CJS-R6)
    Teil 1-4; Beschreibung, Bedienung, Sicherheitsbestimmungen, Benutzermaterialerhaltung - Jänner 2019
  • Countering Radio Controlled Improvised Explosive Device Electronic Warfare verlegbar CJS-R6 (Crew vlbg CJS-R6)
    Teil 1-4; Beschreibung, Bedienung, Sicherheitsbestimmungen, Benutzermaterialerhaltung - Jänner 2019
  • Countering Radio Controlled Improvised Explosive Devices Electronic Warfare System tragbar PJS-A2 (Crew -System trgb PJS-A2)
    Teil 1-4; Beschreibung, Bedienung, Sicherheitsbestimmungen, Benützermaterialerhaltung - Jänner 2019
  • Countering Radio Controlled Improvised Explosive Devices Electronic Warfare System tragbar PJS-R6 (Crew -System trgb PJS-R6)
    Teil 1-4; Beschreibung, Bedienung, Sicherheitsbestimmungen, Benutzermaterialerhaltung - Jänner 2019

theoderich
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Re: Elektronische Kampfführung im ÖBH

Beitrag von theoderich »

Elektronische Kampfführung im FüUB2. Teil 1
RCIED und CREW Systeme Teil 1


https://bibisdata.bmlv.gv.at/192684.pdf

theoderich
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Re: Elektronische Kampfführung im ÖBH

Beitrag von theoderich »

Bild
https://www.facebook.com/permalink.php? ... &__tn__=-R


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Bild

Bild
https://www.rohde-schwarz.com/at/produk ... 63723.html
Elektronische Kampfführung im FüUB2, in: Truppendienst, H 4 (2015)
"Capricorn 2013"

Bei der Übung "Capricorn" 13 der 6. Jägerbrigade wurden vor allem die Einsatzarten "Angriff" und "Verteidigung" angewandt. Der Auftrag der FüUKp (eloKa) lautete, das Lagebild einer verstärkten Kampfgruppe durch elektronische Aufklärung zu verdichten. Hierzu setzte diese Einheit neben ihrem mobilen Erfassungs- und Ortungssystem verstärkt den "Prototyp" eines Handpeiltrupps zur Unterstützung infanteristischer Kräfte ein.

Ein solcher Trupp kann je nach Absicht des Bedarfsträgers zusammengestellt werden. Einerseits wird er abgesetzt (analog eines Aufklärungstrupps) eingesetzt, um seine Aufklärungsergebnisse aus dem elektromagnetischen Spektrum (bespielsweise abgefangene Funksprüche, Richtung des Funkverkehrs oder, in Zusammenarbeit mit dem Rest der FüUKp (eloKa), auch Ortungsergebnisse) nach ihrer Auswertung an den Bedarfsträger zu übermitteln. Andererseits kann der Trupp in einem Infanteriezug oder eine Kompanie eingegliedert sein. So hat er die Möglichkeit, diese vor Ort über gegnerische Aktivitäten zu informieren bzw. gegebenenfalls zu warnen und ihr die, von der FüUKp (eloKa) ausgewerteten Informationen zukommen zu lassen. Je nach Zusammenstellung des Trupps ist auch ein Einsatz im Gebirge, mit einem eigenen Fahrzeug oder aus einem Hubschrauber heraus möglich.

Die gesammelten und ausgewerteten Ergebnisse können dem Bedarfsträger, neben anderen Informationsquellen (Aufklärung, HUMINT etc.), ergänzende Informationen über feindliches Verhalten, Stärke, Position etc. bieten.
http://www.bundesheer.at/truppendienst/ ... hp?id=1856
Zuletzt geändert von theoderich am So 7. Jul 2019, 18:44, insgesamt 1-mal geändert.

theoderich
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Re: Elektronische Kampfführung im ÖBH

Beitrag von theoderich »

Bild

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http://www.bundesheer.at/archiv/a2019/s ... 0#pics_top


KEHLE Michael: Signaturmanagement aus Sicht der Elektronischen Kampfführung
Mit (noch nicht beschafften) Erfassungs- und Ortungssystemen (Projekt ERFOS) der FüUKp(eloKa) müssen diese Signaturen aufgenommen und dem EWOSC zur technischen Analyse, Beurteilung der damit verbundenen Bedrohung und qualitätsgesicherten Speicherung dieser übergeben werden.
https://bibisdata.bmlv.gv.at/192920.pdf

theoderich
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Re: Elektronische Kampfführung im ÖBH

Beitrag von theoderich »

Teile unserer FüUKp/eloKa nahmen von 29. September bis 9. November an der multinationalen “Team of Experts on Electronic Countermeasures for Radio Controlled Improvised Explosive Devices” Übung THORS HAMMER 2019 in Australien teil. Der Zweck dieser Übung war die Testung von Systemen zur Unterdrückung/Störung von funkgezündeten improvisierten Sprengkörpern unter Einsatzbedingungen zur Optimierung der Force Protection. Für die FüUKp/eloKa bot sich dabei die Gelegenheit, die Einsatzbereitschaft und Wirksamkeit unserer CREW-Systeme (Countering Radio Controlled Improvised Explosive Devices Electronic Warfare) in einem internationalen Umfeld unter Einsatzbedingungen zu überprüfen. Das Bedienpersonal konnte sich optimal auf gemeinsame internationale Einsätze vorbereiten und somit einen wesentlichen Beitrag zur Herstellung der Full Operational Capability dieser Force Protection Elemente leisten.
ELEKTRONISCHE KAMPFFÜHRUNG IM FüUB2
RCIED und CREW Systeme

letzter Teil

Force Protection Zug: Ist das OrgEt der FüUKp(EloKa)/FüUB2 das den taktischen Einsatz eines CREW-Systems ermöglicht.
https://bibisdata.bmlv.gv.at/194633.pdf


Hammer comes down on improvised threats (1. November 2019)

https://news.defence.gov.au/internation ... ed-threats


Bild
An Austrian Army officer explains electronic countermeasure equipment at Exercise Thor's Hammer 2019 at the Woomera Prohibited Area, South Australia.
https://images.defence.gov.au/fotoweb/a ... 7.jpg.info

Die österreichischen CREW-Systeme wurden für die Übung in ein handelsübliches SUV von Toyota eingebaut:

Bild
https://images.defence.gov.au/assets/ar ... 0.jpg.info

theoderich
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Re: Elektronische Kampfführung im ÖBH

Beitrag von theoderich »




theoderich
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Re: Elektronische Kampfführung im ÖBH

Beitrag von theoderich »

5 Stk EloUM-Signalanalyser IDA2 für Elo-Überwachungstrupps
b) Name des Auftraggebers, der die Leistung beschafft bzw. die Rahmenvereinbarung abgeschlossen hat

REPUBLIK ÖSTERREICH vertreten durch die Bundesministerin für Landesverteidigung
f) Name des Auftragnehmers oder der Partei der Rahmenvereinbarung

Willtron Technologies GmbH
k) Bezeichnung des Auftrages bzw. der Rahmenvereinbarung

5 Stk EloUM-Signalanalyser IDA2 für Elo-Überwachungstrupps

l) Kurze Beschreibung des Auftrages bzw. der Rahmenvereinbarung

Signalanalysatoren für Elo-Überwachungstrupps

m) Auftragswert des Auftrages bzw. Wertumfang der Rahmenvereinbarung ohne Umsatzsteuer in Euro

99500

n) Tag des Vertragsabschlusses bzw. des Abschlusses der Rahmenvereinbarung (TT/MM/JJJJ)

09/06/2020
https://www.auftrag.at/ShowTender.aspx? ... d930c0c17d

Bild
https://www.narda-sts.com/de/monitoring-receiver/ida-2/

Bild
https://www.narda-sts.com/de/monitoring ... nsion-kit/

Ich fürchte das Kapitel "EloKa" beim Bundesheer wird so enden, wie das Kapitel "Drohnen" - ein paar Systeme in niedriger Stückzahl für minimalen Fähigkeitserhalt, Übungen und ÖA ... und das war's dann für die nächsten Jahrzehnte. Denn von einer möglichen Umsetzung des geplanten ERFOS (auf gepanzerten Trägerfahrzeugen) hört man gar nichts.

Was nötig wäre, wenn man das Thema wirklich ernst nimmt, sieht man z.B. beim Blick nach Tschechien oder in die Schweiz.

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