Deutschland: Zulauf des Leopard 2A6M A2

Wehrtechnik & Rüstung, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik
theoderich
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Deutschland: Zulauf des Leopard 2A6M A2

Beitrag von theoderich » Fr 6. Jul 2018, 23:08

Neue Version des Leopard 2 für die Truppe

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Anfang Juli war es soweit: Das Panzerbataillon 414 hat 17 Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 A6M A2 erhalten. Mit der Nachrüstung eines neuen Führungsinformationssystems und neuen Funkgeräten ist diese Panzerversion in der Lage, in einem niederländischen Verband mitzukämpfen. Auch ein neues Nachtsichtgerät für den Fahrer ist eingebaut worden. Am 20. Juni hat der letzte der Panzer die Güteprüfung bestanden.
„Als die Entscheidung erging, das Panzerbataillon 414 neu aufzustellen und den Niederländern zu unterstellen, war uns sofort klar, dass wir hier handeln müssen“, sagt Oberstleutnant Frank Dietmar Lobitz. Der 51-Jährige ist beim Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) für die Harmonisierung der Nachrüstungsprojekte des Leopard 2 zuständig. Die ersten Gespräche mit dem Hersteller Kraus-Maffei Wegmann hatten vor einem Jahr begonnen. „Wir sind hochzufrieden, dass wir das Projekt so schnell realisieren konnten.“

Neues Funksystem

Die Nachrüstung war nicht einfach. „Es ist nicht so, dass man wie bei Telefonkabeln einfach den Stecker zieht und einen neuen reinsteckt. Ein Kampfpanzer ist ein extrem komplexes Gerät“, erklärt Lobitz. Ein Problem sei der Platz im Leopard 2. Alle Kabel sind unter Abdeckungen verlegt, jede einzelne Kabellänge muss für die Nachrüstung passen.

„Selbst jeder Stecker hat militärische Anforderungen, muss also eine gewisse Festigkeit, Stärke und Größe haben. „Da wird es im Panzer schnell eng“, sagt Lobitz. Durch diverse Kampfwertsteigerungen ist der Platz ohnehin knapp.

Eine Herausforderung waren auch die niederländischen Funkgeräte. „Wir kannten sie schlicht nicht. Sie waren für uns komplettes Neuland“, erklärt Lobitz. Schließlich musste die neue Version auch noch diverse Tests auf elektromagnetische Verträglichkeit bestehen.

Voraus gedacht

Die 17 modifizierten Panzer entsprechen der Stärke einer Kompanie plus drei Reservefahrzeugen. Sie sind mit dem niederländischen Führungsinformationssystem ELIAS und drei niederländischen Funkgeräten ausgestattet. Dazu erhalten sie die deutschen Rüstsätze.

Falls die Panzer in einem deutschen Verband gebraucht werden, müssen nur die Funkgeräte ausgetauscht und die deutsche IFIS-Software auf die Führungsausstattung installiert werden.

Modernes Nachtsichtgerät

Im Zuge der Nachrüstung hat der Leopard 2 auch das Nachtsichtgerät SPECTUS bekommen. Es kombiniert Restlichtverstärker und Wärmebild, der Fahrer kann entscheiden, welche Darstellungsform bessere Ergebnisse liefert. Außerdem muss er nicht mehr mit dem Gesicht an das Gerät, was die Verletzungsgefahr während der Fahrt verringert.
https://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde ... N8O52010O6


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https://www.hensoldt.net/solutions/land ... s/spectus/


Niederlande erhalten Leopard 2 A6MA2

viewtopic.php?f=9&t=95&p=270


20.02.2018
Unterrichtung
durch den Wehrbeauftragten

Jahresbericht 2017 (59. Bericht)

Bei fast allen Truppenbesuchen heißt es, dass von der Trendwende Material bisher nichts oder fast nichts zu spüren ist. Das Zieldatum für die Vollausstattung ist auf 2030 festgelegt. Wenn es allerdings zwei Jahre dauert, um die deutsche Rüstungsindustrie überhaupt erst einmal zu beauftragen, 100 gebrauchte LEOPARD-Kampfpanzer, die bereits auf dem Hof der Industrie stehen, im Kampfwert zu steigern, ist das kein Beleg für problembewusstes Rüstungsmanagement. Wenn es darüber hinaus bis 2023 dauert, bis diese Panzer vollzählig die Truppe erreicht haben sollen, dann dauert das schlicht zu lange. Von Industrieseite heißt es, man könne schneller liefern. Das sollte die Amtsseite einfordern.
Klarstände der Hauptwaffensysteme

Entscheidend für die Nutzung der Hauptwaffensysteme ist die tatsächliche Einsatzbereitschaft. Man kann sie am Gesamtbestand messen. Dieser umfasst auch alles Gerät, das zur Wartung, Instandsetzung und gegebenenfalls Kampfwertsteigerung an die Industrie abgegeben wurde. Man kann sie ebenso am „Verfügungsbestand“ messen, der den Umfang des tatsächlich bei der Truppe stehenden Geräts – heil oder kaputt – beschreibt. Unabhängig davon, welchen Ansatz man wählt, nach wie vor ist die tatsächliche Einsatzbereitschaft der Hauptwaffensysteme in vielen Bereichen
dramatisch niedrig. Die zu erfüllenden Aufgaben können nur durch Priorisierungen bewältigt werden, das heißt, das Gerät wird in anderen Bereichen abgezogen. Zum Teil können die gestellten Aufgaben aber auch nicht erfüllt werden.
  • So konnten auch kurzfristige Umverteilungsmaßnahmen beim Panzerbataillon 414 die unzureichende Ausstattung mit Kampfpanzern LEOPARD 2A6 nicht beseitigen. Als Folge kann die Ausbildungs- und Übungstätigkeit bis auf Zugebene nur begrenzt sichergestellt werden. Vollständig ausgestattet würde das Panzerbataillon 414 über 48 Kampfpanzer verfügen. Dies soll bis 2020 erreicht werden. Nach Mitteilung des Verteidigungsministeriums standen dem Bataillon Anfang 2017 weniger als die Hälfte der nach dem Ausstattungssoll vorgesehenen Kampfpanzer zur Verfügung. Im Januar 2018 teilte die 1. Panzerdivision mit, dass das Panzerbataillon 414 lediglich über neun einsatzbereite Kampfpanzer verfügt.

    Die Einsatzbereitschaft der Kampfpanzer LEOPARD 2 hat grundsätzlich eine kritische Marke erreicht. Im November des Berichtsjahrs wurde bekannt, dass von 244 vorhandenen Fahrzeugen nur 95 einsatzbereit sind. Grund für die niedrige Quote (39 Prozent) sind offensichtlich Werkstattaufenthalte wegen Umrüstungen und Reparaturen. Verlängert werden die Werkstattzeiten dabei durch das Fehlen von Ersatzteilen. Als Konsequenz können einsatzbedingte Verpflichtungen gerade noch so unter Nutzung „sämtlicher Reserven“ erfüllt werden. Hier besteht akut erheblicher Handlungsbedarf, um schnellstmöglich eine bessere Einsatzbereitschaft herzustellen.
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/007/1900700.pdf


Leopard 2A7 für die Bundeswehr

http://www.doppeladler.com/forum/viewto ... f=7&t=3955
Zuletzt geändert von theoderich am Mi 10. Okt 2018, 23:36, insgesamt 1-mal geändert.


theoderich
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Re: Deutschland: Zulauf des Leopard 2A6M A2

Beitrag von theoderich » Fr 7. Dez 2018, 18:17

Das gepanzerte Herz wird größer und digital
Bereits 2019 wird mit der Aufstellung des neuen Panzerbataillons 363 begonnen. „Damit wächst seit mehreren Jahrzehnten die Bundeswehr zum ersten Mal wieder“, so von der Leyen. Das Heer wird dann über sechs aktive Panzerbataillone verfügen. Mehr als 100 zusätzliche Leopard 2 A7 würden derzeit von der Industrie auf modernen Stand gebracht. Viele davon gehen nach Hardheim.
„Hardheim kann sich freuen! Nicht nur 500 Dienstposten werden dort entstehen, sondern auch 20 Millionen Euro werden wir an diesem Standort unter anderem in moderne Unterkünfte investieren“, so die Ministerin.
Die Aufstellung des Panzerbataillons 363 beginnt im Oktober 2019 mit Bataillonsstab und 1. Kompanie. Die Aufstellung der 2. Kompanie erfolgt zum Oktober 2021. Zum weiteren Aufwuchs werden die 3. Kompanie des Gebirgspanzerbataillons 8 aus dem bayerischen Pfreimd und die 4. Kompanie des Gebirgspanzerbataillons 8 aus dem thüringischen Bad Frankenhausen nach Hardheim verlegt. Im Ziel umfasst das Panzerbataillon 363 dann einen Bataillonsstab und vier Kompanien.
Ein weiterer Meilenstein für das Heer ist die Aufstellung des Testverbandes für das Battle Management System. „Es geht darum, die vielen digitalen Inseln zu einem gemeinsamen militärischen Lagebild zusammenzuführen und ein schnelles vernetztes Handeln aller beteiligten Einheiten gewährleisten. Unsere Soldatinnen und Soldaten verdienen die modernste Ausrüstung“, so von der Leyen. Gemeinsam mit der Industrie beginnt das Heer an heute einen einzigartigen Testverband zur Digitalisierung aufzubauen. Zugute kommt dies der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Speerspitze, der VJTF (Very High Readiness Joint Task Force) 2023. Durch das gemeinsame Informationssystem soll die durchgehende digitale Führungsfähigkeit der deutschen Brigade sichergestellt werden.

Investitionen in die Zukunft

Auch in die Infrastruktur wird kräftig investiert. In Munster und Bergen werden mehr als 300 Millionen Euro in rund 219 Projekte fließen. Dabei geht es unter anderem um den Neubau von insgesamt sechzehn Unterkunftsgebäuden am Standort, einem Wirtschaftsgebäude mit Mannschaftsheim, einem Duo-Gebäudes für Heimbetrieb und Unteroffizierheimgesellschaft sowie des Sanitätsunterstützungszentrums Munster und den Neubau der Wärmeerzeugungsanlagen sowie von zwei Instandhaltungshallen. Dazu kommt die Modernisierung der Schießanlage sowie zahlreicher Schießbahnen auf den Truppenübungsplätzen Munster und Bergen, sowie die Sanierung der Abwasseranlagen und der Wärmeverteilnetze.
https://www.bmvg.de/de/aktuelles/das-ge ... ital-29544


Statement der Ministerin in Munster

https://www.bmvg.de/de/mediathek/statem ... ster-29556


Die Umsetzung des Plans Heer beginnt
Das Heer beginnt mit der Aufstellung von Test- und Versuchsstrukturen in Munster und setzt damit erste Schritte des Plans Heer um. Es geht um die Vollausstattung und Digitalisierung der Teilstreitkraft. Ziel ist es, bis zum Jahr 2032 drei vollausgestattete Divisionen einsatzbereit zu haben.

Der Plan Heer ist ein strategisch angelegter Gesamtplan. Mit ihm hat die Teilstreitkraft mehrere Ziele anvisiert. Das zeitlich erste Ziel ist die Aufstellung von Test- und Versuchsstrukturen bis zum Ende des Jahres 2018. Kern dieser Strukturen ist ein Testverband, der vor allem die Digitalisierung vorantreibt.

Im aktuellen Plan für diesen Testverband stehen über 40 Fahrzeuge, die ihm fest angehören sollen. Darunter sechs Kampfpanzer Leopard 2, fünf Schützenpanzer Marder und sechs Schützenpanzer Puma. Der dazugehörige Stab, der taktisch aber auch im Grundbetrieb bereits digitale Zukunftstechnik nutzen soll, muss sich quasi während seiner Aufstellung selbst erfinden. Potenzielle Stabszellen wie Künstliche Intelligenz, Algorithmen-Architektur oder Smart-Data-Production sind eben keine klassischen militärischen Elemente, aber möglicherweise erforderlich.

Herausforderung Digitalisierung

Mit dem Testverband wird also die Digitalisierung erprobt. Das erfolgt notwendigerweise in Einzelschritten. Zunächst geht es im Kern um den Betrieb eines neuen Führungs- und Informationssystems, auch Battle Management System genannt. Das bedeutet: Jedes Gerät, jedes Fahrzeug soll mit jedem anderen verknüpft werden, sodass die militärische Führung jederzeit ein klares Lagebild besitzt. Sie weiß, welcher Panzer wo im Gelände ist und was die anderen Einheiten machen. Am Ende sollen nicht nur die deutschen Einheiten damit verbunden werden, sondern auch die, anderer Nationen. Eine Grundforderung an eine Rahmennation.

Der Testverband gliedert sich in drei Elemente: die kämpfende Truppe mit ihren Fahrzeugen, ein Stab mit 38 Dienstposten und ein Team zum Einsatz und Betrieb des neuen Führungs- und Informationssystems. Mit dem Testverband beginne „Schritt für Schritt der Einstieg des Heeres in die Gestaltung der Digitalisierung“, so Generalmajor Alexander Sollfrank, Chef des Stabes im Kommando Heer.

Alte und neue Geräte werden vernetzt

Die Herausforderung wird sein, die älteren und neueren Geräte miteinander zu verbinden. Das Heer plant dafür umfangreiche Einrüstarbeiten an den älteren Fahrzeugen ein, beispielsweise an dem Schützenpanzer Marder. Bis Ende 2020 soll das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr den Umbau fertigstellen.

Die Digitalisierung wird im Heer hauptsächlich die Kommunikation verändern. Ziel wird es sein, die mobile taktische Kommunikation (MoTaKo) und die mobile taktische Informationsverarbeitung (MoTIV) einzurichten. Hierbei geht es um ein digitales Gefechtsführungssystem – das Deutsche Heer 4.0.

„Wenn man es auf den Punkt bringen will: Wir brauchen die komplette Vernetzung mit breitbandigen Daten- und Sprachautobahnen, die Algorithmen gestützte Aus- und Bewertung sowie Korrelation von Daten, um aus Big-Data Smart-Data zu machen. Das ist der Weg, um Daten verzugslos an die Entscheider im Gefecht weiterzuleiten“, so der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, im Herbst 2018. Ziel sei schneller und präziser als der Gegner führen und wirken zu können. „Digitalisierung ist kein Selbstzweck“, ergänzt Vollmer.
http://www.deutschesheer.de/portal/a/he ... RTKVMN1G02


Achter Bericht zu Rüstungsangelegenheiten

https://www.bmvg.de/de/aktuelles/gut-geruestet-29584

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Re: Deutschland: Zulauf des Leopard 2A6M A2

Beitrag von theoderich » Mi 23. Jan 2019, 16:38


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Re: Deutschland: Zulauf des Leopard 2A6M A2

Beitrag von theoderich » Mo 28. Jan 2019, 21:18

Deutsche Leoparden erhalten Trophy

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Der Mangel an abstandsaktiven Schutzsystemen stellte für die deutschen Kampfpanzer eine bereits seit Jahren bekannte Schwäche dar, die auch von uns zuletzt im Januar 2017 wieder benannt wurde, als türkische Leoparden aufgrund dieses fehlenden Schutzes durch IS-Kräfte zerstört wurden. Nun verkündeten deutsche Repräsentanten auf dem International Armored Vehicles Forum in London, dass diese riskante Fähigkeitslücke der deutschen Leoparden nun endlich geschlossen werden soll: Mit dem Trophy Active Protection Systems von Rafael, wie unter anderem die Jerusalem Post berichtet.
Die Beschaffung erfolgt für die VJTF (L) 2023. Insgesamt sollen 17 Leoparden mit Trophy ausgerüstet werden. Die Integration soll dem Vernehmen nach 2019 beginnen, die Truppe soll damit ab 2022 üben können.
https://esut.de/2019/01/meldungen/ruest ... hy-rafael/

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Re: Deutschland: Zulauf des Leopard 2A6M A2

Beitrag von theoderich » Mi 30. Jan 2019, 18:24

Unterrichtung
durch den Wehrbeauftragten

Jahresbericht 2018 (60. Bericht)

Ein Beispiel ist der Kampfpanzer LEOPARD 2, ein zentrales Waffensystem des Heeres. Die geringe tatsächliche Verfügbarkeit von einsatzbereiten Kampfpanzern in den Jahren 2016 und 2017 konnte auch im Berichtsjahr nicht wesentlich erhöht werden. Diese Situation hat weiterhin erhebliche Auswirkungen auf Ausbildung, Übungen und Einsätze des Heeres. Erste Maßnahmen sind zwar eingeleitet. Wesentliche Verbesserungen sollen jedoch erst in mehreren Jahren spürbar sein. Gebraucht werden einsatzbereite Kampfpanzer aber schon heute.
Very High Readiness Joint Task Force

Die NATO Response Force (NRF) soll in Zukunft bis zu 40.000 Soldatinnen und Soldaten umfassen. Auf Rotationsbasis stellen die Bündnismitglieder Truppen zur Verfügung. Mit der Ausplanung, Aufstellung und Ausbildung der NRF-„Speerspitze“, der Very High Readiness Joint Task Force (Land) (VJTF-L 2019), steht die Bundeswehr als VJTF-Rahmennation angesichts von fortdauerndem Personal- und Materialmangel vor einer echten Bewährungsprobe. Allein das deutsche Landstreitkräftekontingent umfasst 5.000 Bundeswehrsoldaten.

Die Panzerlehrbrigade 9 kann nach Aussage des Verteidigungsministeriums den deutschen Beitrag aufgrund der angespannten Materiallage nicht alleine leisten, sondern ist für die „Stand-Up-“, die „Stand-By-“ und die „Stand-Down-Phase“ in den Jahren 2018 bis 2020 auf das Gerät anderer Verbände angewiesen. Während eines Truppenbesuches des Wehrbeauftragten in Munster kritisierten Soldaten unter anderem die Einsatzbereitschaft der Waffensysteme. Von insgesamt 44 Kampfpanzern LEOPARD 2 seien nur 26 einsatzbereit. Oftmals liege dies an der mangelnden Ersatzteilbevorratung. Das Verteidigungsministerium bestätigte die Hinweise im Wesentlichen. Maßnahmen zur Abhilfe seien bereits eingeleitet, negative Auswirkungen für die VJTF 2019 ergäben sich nicht. Die Idee der Bildung eines Materialpools an Großgerät wurde durch das Heer verworfen, da dies zu nicht hinnehmbaren Einschränkungen im gesamten Aufgabenspektrum des Heeres geführt hätte. Die Unsicherheiten hinsichtlich einer kompletten Ausstattung der VJTF 2019 mit einsatzreifem Großgerät werden noch dadurch verstärkt, dass die Instandsetzungswerke der HIL in Darmstadt, Doberlug-Kirchhain und Sankt Wendel für die Abgabe an industrielle Betreiber vorgesehen sind. Das Verteidigungsministerium erläuterte zwar nachvollziehbar, es würden dadurch keine Beeinträchtigungen bei der Ausstattung entstehen. Dennoch zeigten sich Soldaten diesbezüglich eher skeptisch. Die sicherste Variante ist es immer noch, wenn die Truppe ausreichend verlegefähiges Großgerät selbst zur Verfügung hat, um auch bei Vorhaben wie enhanced FORWARD PRESENCE und VJTF gleichzeitig die Ausbildung und Inübunghaltung im Inland gewährleisten zu können.

Wie dünn das Eis ist, belegen folgende Zahlen: Soldaten trugen beim Truppenbesuch des Wehrbeauftragten in Munster Ende Mai 2018 vor, dass derzeit nur etwa 60 Prozent des für die VJTF 2019 benötigten Materials aus der eigenen Brigade komme, sowie weitere zehn Prozent aus der 1. Panzerdivision. Zum Zeitpunkt des Truppenbesuchs fehlten für die Aufstellung der VJTF 2019 noch 90.360 Artikel.
http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/072/1907200.pdf

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Re: Deutschland: Zulauf des Leopard 2A6M A2

Beitrag von theoderich » Do 21. Mär 2019, 17:11

428 Millionen Euro für Landes- und Bündnisverteidigung
Verbesserungen für den Kampfpanzer

101 Kampfpanzer Leopard 2 der Varianten A6M A2 und A6 sollen auf einen ähnlichen Konstruktionsstand wie der der neuesten Version Leopard 2 A7V gebracht werden. Ziel ist eine Anpassung an den Leopard 2 A7V in Bezug auf Bedienung und Logistik.

Die Vereinheitlichung der Systeme ist mit Blick auf einen effektiven und risikoarmen Personaleinsatz erforderlich. Die Besatzungen müssen auch unter extremen Bedingungen in Stresssituationen ihren Auftrag erfüllen können. Daher müssen Panzerbesatzungen in der Lage sein, sämtliche mechanischen Abläufe während der Kampfhandlungen vollkommen automatisiert auszuführen. Des Weiteren müssen die Besatzungen jederzeit ausgetauscht werden können.

Die Modernisierung der Kampfpanzer soll bis 2026 abgeschlossen sein. Unter anderem erhalten die Leopard 2 ein neues Zielsystem, neue Funkgeräte sowie modifizierte Feuerleitrechner.
https://www.bmvg.de/de/aktuelles/428-mi ... gung-35514

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Re: Deutschland: Zulauf des Leopard 2A6M A2

Beitrag von theoderich » Fr 5. Apr 2019, 18:18

KMW modernisiert 101 deutsche Leopard 2 Kampfpanzer
Krauss-Maffei Wegmann (KMW) hat einen Auftrag zur Modernisierung von 101 Leopard 2 A6 erhalten. Der betreffende Vertrag wurde am 28. März 2019 im Ausrüstungsamt der Bundeswehr (BAAINBw) unterzeichnet. Das Auftragsvolumen liegt bei über 300 Millionen Euro. Unter anderem werden Bedienkonzept, Zielsystem und Feuerleitrechner sowie das Fahrgestell auf den Rüststand Leopard 2 A7V gebracht.
Bis 2026 werden alle 101 Fahrzeuge ausgeliefert sein.
https://www.kmweg.de/fileadmin/user_upl ... panzer.pdf

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Re: Deutschland: Zulauf des Leopard 2A6M A2

Beitrag von theoderich » Mi 10. Apr 2019, 16:10

Modernisierung des Kampfpanzers Leopard 2 vertraglich beschlossen
Am 28. März 2019 wurde der Vertrag zur Modernisierung von 101 Kampfpanzern Leopard 2 im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) unterschrieben. Vertragspartner ist die Firma Krauss-Maffei Wegman (KMW).

Die 101 Fahrzeuge werden auf einen ähnlichen Konstruktionsstand wie die neueste Version des Leopard 2 A7V gebracht. Dieses Vorhaben gewährleistet die weitestgehende Gleichheit bezüglich Bedienung, Ausbildung und Instandsetzung der Kampfpanzer. Alle Fahrzeuge erhalten verbesserte Sichtsysteme, angepasste Feuerleitrechner und bessere Führungsmöglichkeiten.

„Das auf jedem Fahrzeug nahezu einheitliche Bedienkonzept macht es dem Soldaten leichter sich zurecht zu finden.", so Oberstleutnant Jörg Schmerer, zuständiger Projektleiter im BAAINBw.

Die Modernisierung der 101 Kampfpanzer wird im Jahr 2026 abgeschlossen sein. Der lange Zeitrahmen gewährleistet, dass der Truppe jederzeit ausreichend Fahrzeuge für die Ausbildung und die Aufgaben im verteidigungspolitischen Rahmen zur Verfügung stehen. Der Vertragswert von über 300 Millionen Euro beinhaltet neben der Umrüstung der Kampfpanzer auch ein Ersatzteilpaket, die Anpassung der Vorschriften und die Beschaffung von benötigten Sonderwerkzeugen. Die Ausbildung der Nutzer ist ebenfalls ein Bestandteil des Vertrages.
https://www.baainbw.de/portal/a/baain/s ... HV5RBO0OG3

Taer
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Re: Deutschland: Zulauf des Leopard 2A6M A2

Beitrag von Taer » Mi 10. Apr 2019, 19:31

Wow, 3 Millionen pro Fahrzeug für den Sprung von A6 auf A7.
Andere MBT kosten als Neufahrzeug so viel, aber immerhin bekommt die BW dafür ein paar PCs, Steuergeräte und Kameras.
Hört sich nach einen echten Schnapper an.

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