Schweiz: Armeebotschaft 2021

Wehrtechnik & Rüstung, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik
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Kampfhamster
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Registriert: So 31. Mai 2020, 09:57

Re: Schweiz: Armeebotschaft 2021

Beitrag von Kampfhamster »

Abwarten. Dass die Leo's behalten werden war schon länger klar. Ebenso die CV9030. In naher Zukunft stellt sich aber die Frage was mit den M109 passieren soll. Die Karren müssen bald ersetzt werden, wie eigentlich sämtliche Fahrzeuge der Artillerie. Die ganzen Feuerleitfahrzeuge sind auf M113 Basis, der Nachschub wird teilwiese mit M548 gewährt, beide wurden in den 60er Jahren eingeführt.
Kein Geld, keine Schweizer

theoderich
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Registriert: So 29. Apr 2018, 18:13

Re: Schweiz: Armeebotschaft 2021

Beitrag von theoderich »

Gewisse Andeutungen, in welche Richtung es gehen könnte, gibt es schon seit eineinhalb Jahren:
  • Schweiz: Bericht über die Zukunft der Artillerie
    Ersatz der Panzerhaubitze M-109 durch modernere Geschütze in geringerer Anzahl

    Eine Möglichkeit zur Modernisierung der Artillerie bestünde darin, die vorhandenen Panzerhaubitzen durch neue, moderne und mobilere Geschütze mit grösserer Reichweite zu ersetzen. Diese wären in der Lage, neben Spreng-, Beleuchtungs- und Nebelgranaten auch Präzisionsmunition entsprechender Reichweite einzusetzen, die bis zu diesem Zeitpunkt auch für die Schweiz beschaffbar sein dürfte. Für die Beschaffung einer angemessenen Zahl von GPS-gelenkter Präzisionsmunition müssten rund 100 Millionen Franken veranschlagt werden. Derartige, moderne Artilleriegeschütze hätten den Vorteil, dass sie mobiler wären als die heute in der Schweizer Armee vorhandenen Panzerhaubitzen, es würde über eine bedeutend höhere Reichweite und Schusskadenz verfügen und wären wesentlich präziser.

    Die insgesamt gesteigerte Wirkung der einzelnen Geschütze würde es erlauben, die Flottengrösse zu reduzieren, ohne dass die Artillerie dadurch an Wirksamkeit einbüssen würde. Es wäre deshalb möglich, die Panzerhaubitzen M-109 im Zuge der Einführung des neuen Artilleriesystems schrittweise ausser Dienst zu stellen. Eine solche Modernisierung der Artillerie (Geschütze, Beobachtungssysteme, Ballistik-Computer, Feuerführungs- und Feuerleitungs-systeme, Ausbildungssimulator) würde Investitionen in der Grössenordnung von rund 500 Millionen Franken erfordern.

    Wieviele Artillerieabteilungen sich mit einer reduzierten Anzahl von Systemen bilden liesse, würde von der Zuteilung der Geschütze und von den Einsatzverfahren abhängen, weshalb sich dazu heute keine präzisen Aussagen machen lassen. Wesentlich wäre insbesondere die Rahmenbedingung, dass das neue System nach wie vor miliztauglich sein müsste und dass die benötigten Kader mit artilleristischem Know-how für die vorgesetzten Kommandos aus den Reihen der Miliz-Artillerieoffiziere gewonnen werden könnten.
    Kampfwertsteigerung der Panzerhaubitze M-109

    Grundsätzlich wäre es möglich, die Panzerhaubitzen M-109 einem umfassenden Nutzungs-verlängerungs- und Kampfwertsteigerungsprogramm zu unterziehen. Dabei würde es insbe-sondere darum gehen, deren Präzision und Reichweite zu erhöhen und die Fahrzeugnavigation und Rechnersysteme zeitgemässen Anforderungen (Einzelgeschützfähigkeit) anzupassen. Es ist aber zu beachten, dass die heute in der Schweizer Armee vorhandenen Panzerhaubitzen M-109 technisch weitgehend ausgereizt sind. Um sie dennoch zu befähi-gen, GPS-gelenkte Munition auf grössere Distanzen zu verschiessen, wären umfangreiche konstruktive Änderungen am gesamten Geschütz (Rohr, Ladungskammer, Turm usw.) mit hohen Kostenfolgen unausweichlich. Hinzu kämen Kosten zur Anpassung praktisch aller Systeme im gesamten Verbund der Artillerie wie Aufklärung, Feuerleitung, Führung und Logistik, die im selben Zeitraum ans Ende ihrer Nutzungsdauer gelangen. Ob derartige Investitionen in ein dannzumal über 50-jähriges System für eine Nutzungsverlängerung von gerade einmal zehn Jahren ökonomisch vertretbar sind, wird zu prüfen sein.
    http://www.doppeladler.com/forum/viewto ... 64&p=51075
  • Schweiz: Bericht "Zukunft der Bodentruppen"
    Beim Schutz von Plattformen gegen direkte Waffeneinwirkung lassen sich verschiedene Grade oder Kategorien unterscheiden, nämlich:
    • Kategorie 1: Einzelplattform (schweres geschütztes Raupenfahrzeug, z. B. Kampfpanzer oder schwerer Kampfschützenpanzer): Beschaffungspreis bis 12,5 Millionen Franken;
    • Kategorie 2: Mehrzweckplattform (schweres geschütztes Radfahrzeug, z. B. Radschützenpanzer, geschützter Lastwagen) Beschaffungspreis bis 4,5 Millionen Franken;
    • Kategorie 3: Mehrzweckplattform (leichtes geschütztes Radfahrzeug, z. B. geschütztes Mannschaftstransportfahrzeug) Beschaffungspreis bis 2 Millionen Franken;
    • Kategorie 4: Individualplattform (ungeschütztes Universal-Radfahrzeug, z. B. Personen- oder Lieferwagen, geländegängiger Lastwagen) Beschaffungspreis bis 1 Million Franken.
    Fähigkeiten zur indirekten Wirkung

    [...]

    Auf mittlere Distanzen sollen die eingesetzten Kräfte hauptsächlich aus dezentralen Stellungen mit präzisen indirekt wirkenden Mitteln unterstützt werden können. Dabei soll die Fähigkeit vorhanden sein, eindeutig identifizierte Ziele in der Grösse von Einzelfahrzeugen innert weniger Minuten möglichst punktgenau zu bekämpfen. Daneben sollen aber auch Flächenziele bekämpft werden können (z. B. Massierungen von gegnerischen Truppen, Waffensystemen oder Fahrzeugen). Heute setzen die Bodentruppen dazu die kampfwertgesteigerte und werterhaltene 15,5-cm-Panzerhaubitze M-109 ein. Mit der vorhandenen Munition können Flächenziele auf eine Distanz von rund 20 km bekämpft werden. Moderne Rohrartilleriesysteme erreichen Einsatzdistanzen von bis zu 50 km und Raketenartilleriesysteme der taktischen Stufe können sogar auf über 200 km wirken. Wird die eigene Artillerie aus solch grossen Distanzen beschossen, ist es nicht möglich, das gegnerische Feuer zu erwidern. Die Panzerhaubitze und mit ihr zusammenhängende Systeme erreichen ihr geplantes Nutzungsende 2025.
    16.2 Option 2

    [...]

    Erforderliche Beschaffungen

    Mit dem Ziel, die Fähigkeiten der schweren und mittleren Kräfte besser auf Aktionen im überbauten Gelände und auf ein variierendes Eskalationspotenzial auszurichten, würden die geschützten Plattformen möglichst vereinheitlicht. Dabei ginge es darum, die heutige Flotte gepanzerter Fahrzeuge (Kategorie 1) durch eine grössere Anzahl neuer geschützter Radfahrzeugen (der Kategorie 2) mit unterschiedlichen Wirksystemen zu ersetzen. Diese Plattformen würden sowohl den schweren Kräften und den Kampfunterstützungskräften als auch den mittleren Kräften zugeteilt, in jeweils unterschiedlicher Konfiguration und in unterschiedlicher Menge.

    [...]

    Die Kampfunterstützungskräfte (insbesondere der Bereich indirekte Wirkung) würden ebenfalls mit geschützten Plattformen ausgerüstet, wodurch sich die Fahrzeugflotten stark vereinheitlichen liessen (Kategorien 2 und 3). Gegenüber heute würde die Fähigkeit zur indirekten Feuerunterstützung auf mittlere Distanz quantitativ reduziert, dafür bezüglich Reichweite, Präzision und Mobilität qualitativ verbessert. Die Reichweite beim indirekten Feuer würde wesentlich erweitert (von heute knapp 20 km auf bis zu 100 km).
    viewtopic.php?f=9&t=796&p=6338
Es wird wahrscheinlich auf Unterstützungsfahrzeuge auf Basis des "Piranha IV" ("Piranha 3+") und ein Artilleriesystem auf 6x6- oder 8x8-Fahrgestell hinauslaufen (z.B. Elbit Systems Land ATMOS, BAE Systems ARCHER, KMW RCH 155, KMW AGM Iveco 8x8, NEXTER CAESAR 8x8, Aselsan TMH).


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Doppeladler
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Registriert: Di 24. Apr 2018, 12:51

Re: Schweiz: Armeebotschaft 2021

Beitrag von Doppeladler »

Interessante Lösung, den Greifer unten beim Räumschild zu montieren.
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