Assistenzeinsatz "Migration" (AssE hsF)

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theoderich
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Assistenzeinsatz "Migration" (AssE hsF)

Beitrag von theoderich »

Ich vermute das ist eine Beschaffung für den AssE hsF:

Abruf aus Digitale Funkgeräte

Bundesministerium für Landesverteidigung/Abteilung Informations und Kommunikationstechnologie Systeme
f) Name des Auftragnehmers oder der Partei der Rahmenvereinbarung

Motorola Solutions Germany GmbH
l) Kurze Beschreibung des Auftrages bzw. der Rahmenvereinbarung

BOS-Funkgeräte mit Zubehör

m) Auftragswert des Auftrages bzw. Wertumfang der Rahmenvereinbarung ohne Umsatzsteuer in Euro

212896,42

n) Tag des Vertragsabschlusses bzw. des Abschlusses der Rahmenvereinbarung (TT/MM/JJJJ)

09/10/2020
q) Bezeichnung der Verfahrensart

Offenes Verfahren
https://www.auftrag.at/ETender.aspx?id= ... ction=show


Assistenzeinsatz für Grenzkontrollen und humanitäre Hilfe

https://www.doppeladler.com/forum/viewt ... f=3&t=4386

theoderich
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Re: Assistenzeinsatz "Migration" (AssE hsF)

Beitrag von theoderich »

Assistenz- und Unterstützungsleistungen des Bundesheeres zum Grenzmanagement

https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/ ... res_z.html

theoderich
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Re: Assistenzeinsatz "Migration" (AssE hsF)

Beitrag von theoderich »

Beschlussprotokoll des Sonderministerrates 35a vom 26. Oktober 2020

https://www.bundeskanzleramt.gv.at/bund ... -2020.html
  • https://www.bundeskanzleramt.gv.at/medi ... -2020.html
    • Attraktivierung des Grundwehrdienstes und der Miliz, 35a/9 (PDF, 84 KB)
      4. Assistenzeinsatz nach Grundwehrdienst

      Ab dem Frühjahr 2021 sollen längerdauernde, fix planbare und sich über mehrere Wochen erstreckende Assistenzeinsätze, beispielsweise sicherheitspolizeiliche Assistenzleistungen an der Grenze gemäß § 2 lit. b Wehrgesetz, grundsätzlich nicht durch den Rückgriff auf Grundwehrdienstleistende sichergestellt, sondern durch Berufs- oder MilizsoldatInnen geleistet werden. Nicht davon betroffen sind kurzfristig erforderliche Einsätze, beispielsweise Katastropheneinsätze oder Einsätze im Zuge der COVID Pandemie.

      Dabei soll den Soldaten unmittelbar nach Ende des Grundwehrdienstes die Möglichkeit geboten werden, im Rahmen des Funktionsdienstes für die Dauer von bis zu 3 Monaten eine Verwendung als Milizsoldat im Rahmen eines länger andauernden Inlandseinsatzes zu absolvieren.
      https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/ ... _9_mrv.pdf

Sehen wir uns das Thema mal im historischen Rückblick an:
  • Assistenzeinsatz des Bundesheeres im Grenzgebiet (8. März 2010)
    Auswirkungen auf die militärische Ausbildung

    11.1 Die Grundausbildung zielte auf die Herstellung der Feldverwendungs­fähigkeit der Soldaten ab. Für den Grundwehrdienst waren drei Ab­schnitte vorgesehen („Basisausbildung 1 bis 3“).

    [...]

    Für Soldaten, die für einen Assistenzeinsatz im Grenzgebiet vorgesehen waren, wurde die Basisausbildung abgeändert: Nach der Basisausbil­dung 1 erfolgte eine spezifische einwöchige Vorbereitung auf den Assis­tenzeinsatz, anschließend die Verwendung im Assistenzeinsatz (rund sechs Wochen) und im Anschluss eine einwöchige Nachbereitungsphase. In den verbleibenden rund sieben Wochen Ausbildungszeit wurde die Basisausbildung 2 durchgeführt; die Basisausbildung 3 entfiel.

    Im Jahr 2008 leisteten insgesamt 24.388 Personen Grundwehrdienst. Von den 12.122 Grundwehrdienern, die für eine Funktion in der Ein­satzorganisation zur Verfügung standen, wurden 4.205 Grundwehr­diener im Assistenzeinsatz verwendet und durchliefen daher nur eine eingeschränkte Basisausbildung. Soldaten, die sich für die Fortsetzung der militärischen Laufbahn nach Beendigung des Grundwehrdienstes meldeten, wurden in der Regel nicht im Assistenzeinsatz verwendet.

    Neben dem Wegfall der Basisausbildung 3 wurden die Ziele in der Basisausbildung 2 nur mehr in der Anlernstufe erreicht. Weiters wur­den Schießprogramme nicht mehr vollständig abgewickelt (Sturmge­wehr 77, Panzerabwehrlenkwaffe 2000). Außerdem konnten Ausbil­dungsinhalte wie z.B. Alpinausbildung oder Verbandsübungen nicht mehr durchgeführt werden.

    Der Wegfall der Basisausbildung 3 wirkte sich jedoch vor allem auf die Kaderangehörigen aus. So stellte das Streitkräfteführungskommando anlässlich von Ausbildungsbesprechungen und Erfahrungsberichten zu Übungen — die auch im internationalen Rahmen stattfanden — mehrmals fest, dass durch den Entfall der Basisausbildung 3 wesent­liches Know–how in den jeweiligen Waffengattungen, und zwar in den verschiedenen Führungsebenen, verloren ging. Damit seien auch ungünstige Auswirkungen auf die Motivation und die Führungsfä­higkeiten verbunden.

    11.2 Der RH empfahl dem BMI und dem BMLVS, bei der Entscheidung über die Durchführung und die Fortsetzung des Assistenzeinsatzes zu berücksichtigen, dass mit dem Assistenzeinsatz — neben einem Verlust von Ausbildungsinhalten für Grundwehrdiener — eine Beeinträchti­gung der militärischen Führungsfähigkeit und Routine sowie der Moti­vation der Kadersoldaten verbunden war.

    11.3 Laut Stellungnahme des BMLVS zähle die Erfüllung des Assistenzeinsatzes zu den gesetzlich normierten Aufgaben des Bundesheeres. Der unzulässige Rückschluss, dass infolge des Assistenzeinsatzes die militärische Führungsfähigkeit beeinflusst werde, stelle einen eingeschränkten und subjektiven Betrachtungsansatz dar.
    https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/ ... renzgebiet
  • Bericht der Sektion II/Generalstab
    Vorschläge zur „Reform des Wehrdienstes“


    Wien, Juni 2013 (5. Juni 2013)
    Weiters wird abschließend nochmals darauf hingewiesen, dass es sich bei den Vorschlägen um Bearbeitungen der Arbeitsebene in den verschiedenen Bereichen auf Basis einer sachlichen und fachlichen Beurteilung handelt, deren Umsetzung einer militärstrategischen und politischen Entscheidung bedarf.

    Der GWD soll sich durch die Optimierung des Wehrdienstes weg von einem sechsmonatigen Wehrdienst als Auszubildender in Blockform bewegen. Zukünftig soll der GWD nach Abschluss der BA 1(k), abhängig vom jeweiligen Ausbildungsstand, Einsätze in seiner militärischen Verwendung und im OrgEt leisten können.
  • "Wehrdienst neu": Minister Klug und Mikl-Leitner stellen Reform vor (27. Juni 2013)

    https://www.bundesheer.at/cms/artikel.php?ID=6656
    • Bericht zur Reform des Wehrdienstes
      7.2.5. Bereich Grenzüberwachung

      [...]

      Kräfte des Österreichischen Bundesheeres

      Die Landstreitkräfte tragen die Hauptlast der Einsatzführung und werden bei ihrer Aufgaben erfüllung durch die Luftstreitkräfte unterstützt. Infanteriekräfte, abgestützt auf technische Überwachungsmittel, sind die Hauptträger des Einsatzes.

      Einsatz von Rekruten: JA,
      • für niedrige Intensität ab der Mitte des 3. Monats,
      • für hohe Intensität: nicht anwendbar
      Anforderungen an und Aufgaben für Rekruten

      Die Rekruten im Bereich der Landstreitkräfte werden u. a. als Posten bzw. Streife, als Eingreiftrupp, zum Beobachten und Melden oder in spezialisierten Funktionen für Transportaufgaben im Bereich Logistik sowie für Pioniertätigkeiten herangezogen.

      Im Einzelnen geht es dabei vor allem um folgende Anforderungen und Fähigkeiten:
      • allgemeine körperliche bzw. sportliche Fähigkeiten sowie Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen Erste Hilfe, ABC-Abwehr und Staatsbürgerschaftskunde,
      • eine militärische Grundausbildung, die für Einsätze im Bereich »Schutz und Hilfe« angemessen ist,
      • spezifische Fähigkeiten im Bereich »Schutz und Hilfe« (Schwerpunkt Grenzüberwachung),
      • soziale, kommunikative und interkulturelle Kompetenzen, um die notwendigen Maßnahmen gegenüber der Zivilbevölkerung erläutern zu können,
      • Grundkenntnisse der maßgeblichen Rechtsgrundlagen, insbesondere im Hinblick auf die übertragenen Befugnisse.
      7.2.6. Bereich Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Inneren

      [...]

      Kräfte des Österreichischen Bundesheeres

      Die Führungsverantwortung liegt beim BM.I. Die Führung militärischer Kräfte erfolgt hauptsächlich auf operativer Ebene und unter Nutzung der Verbindungs-organisation zu den territorialen Behörden. Während die Land- und Luftstreitkräfte durch Schutz von Räu-men und Objekten unterstützend wirken, klären die Spezialeinsatzkräfte – im Assistenzeinsatz unter der Verantwortung des BM.I – terroristische Kräfte auf.

      Einsatz von Rekruten: JA,
      • für niedrige Intensität ab der Mitte des 3. Monats für Aufgaben im Rahmen der Landstreitkräfte
      https://www.bundesheer.at/download_arch ... dienst.pdf
Bei uns braucht man zehn Jahre und zwei Rechnungshofberichte, um festzustellen, dass ein Herausreissen der Grundwehrdiener aus der Ausbildung eine schlechte Idee ist?!?

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