C-130K "Hercules"

Flächenflugzeuge, Hubschrauber, Großgerät, Fliegerhorste, ...
muck
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Re: C-130K "Hercules"

Beitrag von muck »

propellix hat geschrieben:
Do 19. Nov 2020, 11:48
Entschuldige bitte, aber das ist FALSCH, denn das ist NICHT der Grund! Dieser gemeinsame C-130J Verband, der in Frankreich etabliert wird, hat als Primäraufgabe die Luftbetankung von Helikoptern, wo sich die Deutschen anhängen wegen des möglichen CH-53 Nachfolgers, der auch luftbetankbar sein wird.
Die A400M hat unlängst ihre Befähigung zur Betankung von Drehflüglern unter Beweis gestellt. Zumindest aus deutscher Sicht erfolgte der Kauf wegen einer "absehbare[n] Fähigkeitslücke" im "geschützten taktischen Lufttransport bei der Nutzung von Flugplätzen mit geringer Infrastruktur bzw. einfachen unbefestigten Pisten". Außerdem glaubte man, durch die Ausmaße der A400M seien "limitierende Faktoren bei der Unterstützung von Spezialkräften nicht ganz auszuschließen".
7L-WF hat geschrieben:
Do 19. Nov 2020, 15:00
Genau das ist meines wissens wo die deutschen ein "multi funktionales" ex. Ziviles Flugzeug nutzen. Irgend was altes der Interflug wenn Ich es recht im Kopf habe eine A310?
Stimmt, dafür werden einige A310-Umbauten genutzt. Aber auch diese Aufgabe geht jetzt größtenteils an die A400M über, wenngleich für die neuen A321 der Deutschen Luftwaffe auch MEDEVAC-Rüstsätze gekauft werden.

Dass auch hier ein militärischer Transporter besser geeignet ist, haben die Deutschen in der Ukraine gemerkt. Seit Jahren evakuieren sie schwerverwundete ukrainische Soldaten in deutsche Lazarette. Die Ukrainer wollten zunächst, dass Flugplätze näher an der Front angesteuert würden, aber in Kiew ist für die A310 Endstation. Sie ist zu schwer für die größtenteils maroden Fliegerhorste jenseits des Dnjepr, die obendrein zu nah an der Front liegen.
7L-WF hat geschrieben:
Do 19. Nov 2020, 15:00
Ich spreche nicht davon KEINE Mil Cargo Maschine zu kaufen, halten sondern darum eine ex. Zivile zu haben welche "günstig" Europa, Weltweit gewartet werden kann. Wenn mal jemand eine Leitung beschäftigt kostet diese fiktiv "nur" 2000€ am Weltmarkt statt 20.000€ für eine spezial Mil Flugzeug.
Verstehe. Nun, gerade vor dem Hintergrund der Pandemie lässt sich ein solcher Deal sicher politisch vertreten. Die Frage ist halt, wie viel Geld dann noch über bleibt für andere Transporter.

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Doppeladler
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Re: C-130K "Hercules"

Beitrag von Doppeladler »

Schutzengel für die Hercules

Österreichs C-130K Hercules werden mit einer Selbstschutzausrüstung für den Einsatz in Krisenregionen nachgerüstet. Nun fand der erste Test über Allentsteig statt.

Weiterlesen: https://www.doppeladler.com/da/oebh/sch ... -hercules/


Dank an theoderich für den Link zu Aquila!
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muck
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Re: C-130K "Hercules"

Beitrag von muck »

Gut zu hören! Aber auch ein wenig überraschend. Wie viele Flugstunden können die alten Zellen denn noch abspulen? Klar, Transporter gehören zu dem widerstandsfähigsten Flugzeugen, die gebaut werden, aber bei einer Kampfwertsteigerung diesen Ausmaßes scheint man doch einen Lebensdauerhorizont von rund 60 Jahren anzupeilen.

theoderich
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Re: C-130K "Hercules"

Beitrag von theoderich »

Unsere C-130K sind schon 52 bis 53 Jahre alt (8T-CA ... 1967; 8T-CB, 8T-CC ... 1968). Eine Selbstschutzausrüstung hätte man eigentlich schon vor 15 Jahren einbauen können. Dieser Schritt verlängert die potentielle Nutzungsdauer kein bisschen und um 2025 herum wird Schluss sein.

7L*WP
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Re: C-130K "Hercules"

Beitrag von 7L*WP »

theoderich hat geschrieben:
So 22. Nov 2020, 10:53
Eine Selbstschutzausrüstung hätte man eigentlich schon vor 15 Jahren einbauen können.
Richtig! Ich habe mich immer schon gefragt, warum man eigentlich die von den Briten vorhanden gewesene Selbstschutzausrüstung, bei Marshall Aerospace, überhaupt ausbauen hat lassen?

oldcrow
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Re: C-130K "Hercules"

Beitrag von oldcrow »

Der entsprechende bundesheer.at Artikel liest sich für mich so, daß nur ein System beschafft wird und dann jeweils in eine Maschine eingerüstet wird.

chuckw
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Re: C-130K "Hercules"

Beitrag von chuckw »

oldcrow hat geschrieben:
So 22. Nov 2020, 19:00
Der entsprechende bundesheer.at Artikel liest sich für mich so, daß nur ein System beschafft wird und dann jeweils in eine Maschine eingerüstet wird.
Laut Bericht bekommen alle drei das System:
Als nächster Schritt ist die Ausbildung der Besatzungen in allen notwendigen Verfahren vorgesehen, um diese neue Fähigkeit zum Einsatz bringen zu können. Das Schutzsystem wird reihenweise in alle drei C-130-Maschinen eingebaut und beinhaltet passive Sensoren, die vor einem Abschuss von hitzesuchenden Raketen warnen.
https://www.bundesheer.at/cms/artikel.php?ID=10656
Alles läßt sich durch Standhaftigkeit und feste Entschlossenheit erreichen. (Prinz Eugen v. Savoyen)

opticartini
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Re: C-130K "Hercules"

Beitrag von opticartini »

Das heißt keine Radar- und Laserwarner inkl. entsprechender Abwehrmechanismen?

"passive Sensoren, die vor einem Abschuss von hitzesuchenden Raketen warnen." - Was für ein Satz. Das soll wohl heißen: Das System warnt vor einem Abschuss durch anfliegende Raketen.

Was von Systemen wie diesem erfasst wird, ist die Wärmesignatur einer anfliegenden Rakete, insofern ist es egal, welche Sensortechnologie die Rakete verwendet, das System kann also grundsätzlich auch vor radar- und lasergelenkten Raketen warnen aber es gibt vermutlich keine Ablenkmöglichkeit gegen diese Typen?

Phoenix
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Re: C-130K "Hercules"

Beitrag von Phoenix »

Es handelt sich um Raketenwarnsensoren Northrop Grumman AN/AAR-47 B(V)2 (Missile Warning System – MWS). Sie erkennen anfliegende Raketen und sogar das Mündungsfeuer aus leichten Waffen (Hostile Fire Indication). Hinzu kommen die Radarwarnempfänger Northrop Grumman AN/APR-39(D)V2 (Radar Warning Reciever – RWR), welche anzeigen, wenn das Flugzeug von einem Radar erfasst wird. Hierfür wurde ein Mission Data Set (MDS) erworben, welches die „Bedrohungsbibliothek“ enthält. Damit können ausgesuchte Radarsignaturen von radargestützten Lenkwaffen und Waffensystemen erkannt werden. Die Täuschkörperwerfer BAE Systems AN/ALE-47 sind zum Ausstoß von Flares (IR-Täuschköper) und Chaffs (Düppel zur Radartäuschung) geeignet.

propellix
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Re: C-130K "Hercules"

Beitrag von propellix »

Phoenix hat geschrieben:
So 22. Nov 2020, 20:02
Es handelt sich um Raketenwarnsensoren Northrop Grumman AN/AAR-47 B(V)2 (Missile Warning System – MWS). Sie erkennen anfliegende Raketen und sogar das Mündungsfeuer aus leichten Waffen (Hostile Fire Indication). Hinzu kommen die Radarwarnempfänger Northrop Grumman AN/APR-39(D)V2 (Radar Warning Reciever – RWR), welche anzeigen, wenn das Flugzeug von einem Radar erfasst wird. Hierfür wurde ein Mission Data Set (MDS) erworben, welches die „Bedrohungsbibliothek“ enthält. Damit können ausgesuchte Radarsignaturen von radargestützten Lenkwaffen und Waffensystemen erkannt werden. Die Täuschkörperwerfer BAE Systems AN/ALE-47 sind zum Ausstoß von Flares (IR-Täuschköper) und Chaffs (Düppel zur Radartäuschung) geeignet.
Na endlich gibt´s die Bedrohungsbibliotheken auch!!! Bisher konnten die Radarwarnantennen der S-70A nur die eigenen Radarstationen und das Schiffsradar der Staustufe Greifenstein erkennen...

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