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Re: Bundesheer-Reform - Beitrag Tanner

Verfasst: Mo 3. Aug 2026, 08:28
von iceman
theoderich hat geschrieben: So 26. Jul 2026, 14:01
So verlegen die SSchGrp, der PALZg, der AufklZg und der UZg auf den Truppenübungsplatz Lizum und der GrWZg verlegt in Kooperation mit den GrW-Kameraden des Jägerbataillons 24 auf den Truppenübungsplatz Allentsteig. Das gemeinsame Üben und gemeinsam durchgeführte Schießvorhaben dienen grundsätzlich zum „Know How Austausch“ und zum besseren Kennenlernen untereinander, doch der Hauptgrund dieser Kooperation innerhalb der kleinen Verbände bei der Gebirgsbrigade ist, dass ein kleiner Verband selbst nicht mehr in der Lage ist, ein Scharfschießen, so wie es früher immer möglich war, durchzuführen, da das hierfür notwendige Kaderpersonal mittlerweile fehlt.

Ich verdeutliche diese kritische Kadersituation: Wir im JgB26(HGeb) sind nicht mehr in der Lage, ein „Gefechtsschießen GrWZg“ selbständig durchzuführen!

Jetzt muss ich wieder auf die öffentlich angekündigte Personaloffensive der politischen Führung hinweisen.
Dies erweist sich bis jetzt nur als „Lippenbekenntnis“ und bei der Truppe ist in keiner Weise eine Verbesserung für Truppenoffiziere und im Besonderen für Truppenunteroffiziere in Sicht. Die militärische Führung wird vehement Druck ausüben müssen, um die Personallage gravierend zu verbessern, sodass wir das Konzept 2032+ zumindest personaltechnisch erreichen können. Mit den derzeitigen Kaderstärken bei allen Verbänden Österreichs und auch nicht minder relevant bei den Milizverbänden können wir gegenwärtig, den von Seiten der Politik festgelegten Grundauftrag des Österreichischen Bundesheeres – „Österreich gegen jeden Aggressor verteidigen können“ – NICHT erfüllen. Die eingesetzte unabhängige Expertenkommission hat ganz klar erarbeitet und plakativ dargestellt, dass das Wehrsystem 8+2 unverzüglich durchgesetzt werden muss, um den Anforderungen gegen „zeitgemäße Bedrohungen in jeglicher Form“ gerecht zu werden. Nur so wird das ÖBH Konzept 2032+ zumindest in personeller Sicht umzusetzen sein.
Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang die notwendige und angekündigte Personaloffensive, sodass der Berufsoffizier und Berufsunteroffizier bei der Truppe finanziell bessergestellt wird, um unseren Beruf wieder attraktiv zu machen. Die gute, motivierende und fordernde Ausbildung welche mit dem Begriff „Attraktivierung des Grundwehrdienstes“ gefordert wird, kann nur dann stattfinden, wenn auch die Rahmenbedingungen zur Verfügung gestellt werden. Im heurigen Ausbildungsjahr fehlen uns 300 000 € im Mehrdienstleistungsbudget und dies ist für uns Kadersoldaten mittlerweile nur noch unverständlich und nicht mehr nachvollziehbar. Die Auftragsbücher sind randvoll, dass es einerseits unmöglich ist, geleistete Stunden in Form von Zeitausgleich abzubauen und anderseits können die geleisteten Überstunden nicht ausgezahlt werden. Im Ausbildungsjahr 2026 kann gerademal der Grundauftrag mit dem zur Verfügung gestellten Mehrdienstleistungsbudget abgedeckt werden.
https://bibisdata.bmlv.gv.at/215757.pdf
Wie ist so eine prekäre Situation bei rund 15.000 Berufssoldaten möglich?

Re: Bundesheer-Reform - Beitrag Tanner

Verfasst: Mo 3. Aug 2026, 10:17
von theoderich
5.1.6 Militärischer Dienst

Der Militärische Dienst war in den letzten Jahren von personellen Redimensionierungsmaßnahmen betroffen. Seit 1999 wurden die Arbeitsplätze von 23,3% der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht mehr nachbesetzt, somit wurde jeder fünfte Arbeitsplatz eingespart. Damit beträgt die Personalreduktion 3.811 VBÄ.
https://oeffentlicherdienst.gv.at/wp-co ... df#page=72

Re: Bundesheer-Reform - Beitrag Tanner

Verfasst: Mo 3. Aug 2026, 12:22
von iceman
Seit 1999 gibt es aber viel weniger Kasernen..,.