propellix hat geschrieben: ↑Mi 5. Jul 2023, 07:23Hätte auch den Vorteil, dass die bei den Eurofighter abgeflogenen Erfassungselemente abgebaut und die Antriebselemente und Gefechtsköpfe der IRIS-T in der SLM weiterverwendet werden können!
Meinen Sie nicht SLS (identische Lenkwaffe wie IRIS-T)? IRIS-T SL hat einen stärkeren Antrieb, eine aerodynamische Schutzhülle, einen Datenlink und ein GPS/INS. Nur der Splittergefechtskopf ist identisch zur IRIS-T.
Wolfgang hat geschrieben: ↑Mi 5. Jul 2023, 09:11
David Sling hat noch weniger Chancen. Die gibt's bei uns nirgends.
Bundesrätin Viola Amherd empfängt die österreichische Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und den deutschen Verteidigungsminister Boris Pistorius in Bern
Am 6. und 7. Juli 2023 findet in Bern das Treffen der Verteidigungsminister und -ministerinnen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands statt.
Geplant ist unter anderem die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Beteiligung der Schweiz und Österreichs an der «European Sky Shields Initiative», einer Beschaffungsinitiative bei Systemen zur bodengestützten Luftverteidigung unter Leitung Deutschlands.
Die Schweiz wird mit den Rüstungsprogrammen 2026/27 auch ein Flugabwehrsystem mittlerer Reichweite beschaffen. Vielleicht macht Deutschland deshalb gute Miene zum bösen Spiel. Schliesslich wollen sie das IRIS-T-SLM System verkaufen. Aber ein Neutraler, der im Kriegsfall keine Radardaten liefert, macht in der europäischen Sky Shield Initiative keinen Sinn.
Die Schweiz sieht Sky Shield als Beschaffungsinitiative: "Geplant ist unter anderem die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Beteiligung der Schweiz und Österreichs an der «European Sky Shields Initiative», einer Beschaffungsinitiative bei Systemen zur bodengestützten Luftverteidigung unter Leitung Deutschlands".
Ein unsicherer Kantonist (Leitartikel, Tiroler Tageszeitung, 7. 7. 2023)
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) marschiert im Gleichschritt mit ihrer Schweizer Kollegin Viola Amherd. Die zwei neutralen Staaten wollen heute der „European Sky Shield Initiative“ beitreten.
Die Diskussion über die Vereinbarkeit mit der Neutralität hat in Österreich und der Schweiz begonnen.
Die Regierungen behelfen sich bei „Sky Shield“ mit einem Neutralitätsvorbehalt. Der Innsbrucker Völkerrechtler Walter Obwexer steckt die Grenzen ab: Ausnahmen von der Neutralität gibt es nur im Rahmen der EU – das ist bei „Sky Shield“ nicht der Fall. Sonst darf Österreich keine Beistandspflicht eingehen. Es darf Waffen, die hier stationiert sind, nicht einem NATO-Kommando unterstellen.
Und: Österreich muss im Kriegsfall seine Teilnahme am „Sky Shield“ aussetzen, wenn nur andere betroffen sind. Wenn es ernst wird, muss es sich verabschieden. Österreich ist damit ein unsicherer Kantonist mit beschränkter Zuverlässigkeit.
Albert hat geschrieben: ↑Do 6. Jul 2023, 19:56
Die Schweiz wird mit den Rüstungsprogrammen 2026/27 auch ein Flugabwehrsystem mittlerer Reichweite beschaffen. Vielleicht macht Deutschland deshalb gute Miene zum bösen Spiel. Schliesslich wollen sie das IRIS-T-SLM System verkaufen.
Investitionsplanung der Armee 2023 bis 2035
Armeebotschaften 2026/2027
Die Rüstungsvorhaben der Jahre 2026 und 2027 wurden noch nicht priorisiert, weshalb sie hier zusammengefasst werden. Gesamthaft sind in diesen Jahren Investitionen im Umfang von rund 2,9 Milliarden Franken vorgesehen:
Im Rahmen der Erneuerung der Mittel der Bodentruppen ist eine grössere Investition in ein neues, radgestütztes Artilleriesystem vorgesehen. Dieses soll präzises Unterstützungsfeuer auf bis zu 50 km ermöglichen und die heutige über 50-jährige Panzerhaubitze M109 ablösen.
Investitionen in die Erneuerung der Fähigkeit zur bodengestützten Luftverteidigung mittlerer Reichweite, um Marschflugkörper, bewaffnete Drohnen oder Kampfflugzeuge im unteren und mittleren Luftraum wirksamer bekämpfen zu können.
Beschaffung eines integrierten Planungs- und Lageverfolgungs-Informationssystem (IPLIS), um die Aktionsplanung und Lageverfolgung in allen Wirkungsräumen und über alle Führungsstufen hinweg zu ermöglichen.
Investitionen in den Bereichen Mobilität (Lastwagen), Sanitäts- und Rettungsmaterial, Baumaschinen, Eigenschutz im Cyberraum und Elektronische Kriegsführung (EKF).
Beschaffung einer zweiten Tranche von neuen geschützten Führungsfahrzeugen.
Beschaffung teilmobiler Radare, um das Luftlagebild zu verdichten und durch Teilmobilität die
Resilienz und Durchhaltefähigkeit zu erhöhen.
Preislich scheint Diehl mit IRIS-T übrigens die Nase vorne haben. Der Systempreis für eine Batterie mit Bewaffnung lag 2022 bei genau €143 Mio., wie aus den deutschen Rechenschaftsberichten für die Ukrainehilfen zu entnehmen ist. Großbritannien bezahlte 2017 für eine voll ausgestattete Sky Sabre-Batterie £148 Mio., was inflationsbereinigt €220 Mio. entspricht.
Albert hat geschrieben: ↑Do 6. Jul 2023, 19:56
Aber ein Neutraler, der im Kriegsfall keine Radardaten liefert, macht in der europäischen Sky Shield Initiative keinen Sinn.
Nicht nur das, es ist schlechte Sicherheitspolitik auch bezüglich der Interessen der Neutralen. Es liegt auf der Hand, dass ein Angriff auf bspw. Frankreich oder Deutschland auch den Neutralen schaden würde (obgleich gerade die Schweizer in Erinnerung an den Weltkrieg das vielleicht anders sehen werden, die Globalisierung ignorierend). Ein potentieller Angreifer müsste aber nur dafür sorgen, die Neutralen nicht in Mitleidenschaft zu ziehen, schon wären sie zur Untätigkeit (selbst-)verdammt.